{"id":855,"date":"2015-09-09T16:21:27","date_gmt":"2015-09-09T15:21:27","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=855"},"modified":"2017-04-16T19:13:03","modified_gmt":"2017-04-16T18:13:03","slug":"stellungnahme-telemedienkonzept-mdr-telemedien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/stellungnahme-telemedienkonzept-mdr-telemedien\/","title":{"rendered":"Stellungnahme Telemedienkonzept &#8222;MDR-Telemedien&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Der 12. Rundfunk\u00e4nderungsstaatsvertrag, der erstmals Telemedien neben H\u00f6rfunk und Fernsehen als eigenst\u00e4ndiges Element des \u00f6ffentlich-rechtlichen Auftrags \u2013 und nicht lediglich als \u201eprogrammbegleitend definiert, etabliert entsprechend den Zusagen gegen\u00fcber der Europ\u00e4ischen Kommission ein \u201eVerfahren zur Konkretisierung des allgemeinen Telemedienauftrags\u201c , den sogenannten <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/mdr-rundfunkrat\/drei-stufen-test\/laufende-verfahren\/drei-stufen-test102.html\">Drei-Stufen-Test<\/a>. Der \u00a7 11 f des Rundfunkstaatsvertrags bestimmt, dass eine Rundfunkanstalt, die ein neues Telemedienangebot plant oder ein bestehendes Angebot ver\u00e4ndern m\u00f6chte, dem zust\u00e4ndigen Aufsichtsgremium in einem \u201eTelemedienkonzept\u201c darzulegen hat;<\/p>\n<p>1. inwieweit das Angebot den demokratischen, sozialen und kulturellen Bed\u00fcrfnissen der Gesellschaft entspricht,<br \/>\n2. in welchem Umfang durch das Angebot in qualitativer Hinsicht zum publizistischen Wettbewerb beigetragen wird und<br \/>\n3. welcher finanzielle Aufwand f\u00fcr das Angebot erforderlich ist.<\/p>\n<p>Am Ende des Verfahrens w\u00e4gt das Gremium ab, ob der durch das geplante Angebot zu erwartende publizistische Mehrwert des neuen Angebots die m\u00f6glicherweise prognostizierten negativen Auswirkungen auf andere Marktteilnehmer \u00fcbersteigt.&#8220;<\/p>\n<blockquote><p>Unsere Stellungnahme Telemedienkonzept &#8222;MDR-Telemedien&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Mitteldeutscher Rundfunk<br \/>\nRundfunkrat<br \/>\n04360 Leipzig<\/p>\n<p><strong>Stellungnahme Telemedienkonzept &#8222;MDR-Telemedien&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren Rundfunkr\u00e4te,<\/p>\n<p>die St\u00e4ndige Publikumskonferenz der \u00f6ffentlich rechtlichen Medien e.V. bedankt sich f\u00fcr die M\u00f6glichkeit der Stellungnahme zum Telemedienkonzept &#8222;MDR-Telemedien&#8220; und \u00e4u\u00dfert sich wie folgt:<\/p>\n<p>Gestatten Sie uns Eingangs die Feststellung, dass das Publikum \u00f6ffentlich-rechtlicher Medienanstalten nicht als Konsumierende, sondern als Stakeholder zu betrachten sind, welche den der Gesellschaft dienenden und im \u00f6ffentlichen Interesse beauftragen, finanzierten und kontrollierten demokratischen Informationsauftrag einfordert, der sich deutlich von denen des \u201efreien Marktes\u201c zu unterscheiden hat.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlich-rechtliche Telemedienangebote stellen zwar aufgrund qualitativ und quantitativ vorhandener Bedeutsamkeit einen unstrittigen Beitrag im publizistischen Wettbewerb dar. Jedoch stellen sowohl die durch Beitragsfinanzierung garantierte Unabh\u00e4ngigkeit von kommerziellen Interessen, als auch die ausschlie\u00dfliche Orientierung an journalistisch-redaktionelle Kriterien im Sinne \u00a7 10 Rundfunkstaatsvertrag, die gemeinwohlorientierte Position \u00f6ffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten auf ein sicheres Fundament, welches sowohl die Teilnahme am kommerziellen Marktgeschehen und damit auch die leidige Quotenfixierung unn\u00f6tig macht.<\/p>\n<p>Denn nicht Marktgeschehen ist relevant f\u00fcr \u00f6ffentlich-rechtliche Medienanstalten und deren Rezipienten, sondern die demokratischen, sozialen und kulturellen Bed\u00fcrfnissen der Gesellschaft und zwar \u201eunabh\u00e4ngig von der tats\u00e4chlichen Nachfrage, unabh\u00e4ngig von Einschaltquoten und einer finanzwirtschaftlich veranlassten Ausrichtung der Sendungen auf den Publikumsgeschmack\u201c. (Prof. Paul Kirchhof)<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong> 2.3 Verweildauerkonzept<\/strong><\/p>\n<p>BeitragszahlerInnen sollen die \u00f6ffentlich-rechtlichen Telemedienangebote \u00fcber die im Rundfunkstaatsvertrag festgeschriebene 7-Tage-Frist hinaus abrufen k\u00f6nnen, und zwar online und mobil.<\/p>\n<p>Mit der Sieben-Tage-Regelung wollte der Gesetzgeber urspr\u00fcnglich verhindern, dass die \u00f6ffentlich-rechtlichen Medienanstalten im Netz zu einer subventionierten Konkurrenz f\u00fcr private Medienh\u00e4user werden. Produktionen \u00f6ffentlich-rechtlicher Medienanstalten sind jedoch gr\u00f6\u00dftenteils aus Beitr\u00e4gen des Publikums finanziert und m\u00fcssen daher laut NutzerInnenlogik zeitlich unbegrenzt frei abrufbar sein. Dabei sind die \u00f6ffentlich-rechtlichen Anstalten jedoch gehalten, allen UrheberInnen und Produktionsbeteiligten eine angemessene und faire Beteiligung an der \u00fcber die bisherige 7-Tage-Frist hinausgehenden Verwertung zu sichern. Die H\u00f6he der angemessenen Verg\u00fctung sollte sich nach den Erl\u00f6sen orientieren, die durch das Mediatheken-Angebot auf anderen Verbreitungswegen verloren gehen.<\/p>\n<p><strong>2.4 Angebotsbeschreibung MDR-Telemedien<br \/>\n2.4.2.9 Junge Zielgruppen<\/strong><\/p>\n<p>Auch \u00f6ffentlich-rechtliche Telemedienangebote f\u00fcr Kinder und Jugendliche m\u00fcssen unabh\u00e4ngig von Plattformen, Formaten und Genres, die Entwicklung von Medien- und Sprachkompetenz f\u00f6rdern und begleiten und (unter Ber\u00fccksichtigung der Verg\u00fctung der UrheberInnen) dauerhaft abrufbar sein.<\/p>\n<p>Zitat Telemedienkonzept:<\/p>\n<p><em>\u201eDer MDR konzentriert sich bei der Weiterentwicklung seiner jungen Angebote auf die von der Zielgruppe pr\u00e4ferierten Inhalte und Plattformen. Dazu z\u00e4hlen bspw. mobile Apps, personalisierte Angebote oder Drittplattformen\/Netzwerke wie YouTube, Facebook, Instagram, Soundcloud usw.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Das Jugendangebot ist in Bezug auf die F\u00f6rderung \u00f6konomischer Interessen Dritter, wie Facebook, Google &#038; Co. dahingehend zu pr\u00fcfen ob Beitragsgelder auftragsgem\u00e4\u00df verwendet werden. Dar\u00fcber hinaus ist es als Fakt zu werten, dass Kinder und Jugendliche sich nicht unbedingt gerne im gleichen virtuellen Raum aufhalten wie ihre Eltern und Gro\u00dfeltern. Auch dem Datenschutz-Dilemma monopolistischer, kommerzieller US-amerikanischer Social Media Plattformen kann mit diversen alternativen Strategien, Formaten und Plattformen begegnet werden, um den Schutz der Privatsph\u00e4re als auch die Entwicklung bzw. F\u00f6rderung der Medienkompetenz jugendlicher ZuschauerInnen zu beg\u00fcnstigen.<\/p>\n<p>F\u00fcr \u00f6ffentlich-rechtliche Akteure bietet es sich geradezu an, freie, datenschutzgeh\u00e4rtete, dezentrale Alternativen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Beispiele f\u00fcr alternative Plattformen (1):<\/p>\n<p>\u2022 Diaspora, Friendica und Synero statt Facebook<br \/>\n\u2022 XMPP\/OTR, GNU social, Telegram oder Signal 2.0 statt Twitter\/WhatsApp<br \/>\n\u2022 Internet Archive, Wikimedia Commons oder OwnTube statt Youtube<br \/>\n\u2022 OpenStreetMap statt Google-Maps<br \/>\n\u2022 YaCy statt Google-Suche<br \/>\n\u2022 OwnCloud statt Dropbox\/Google\/Apple etc.<\/p>\n<p>Die aktive Beteiligung des jungen Publikums in Bezug auf Inhalte und Produktion w\u00e4re eine Innovation mit Bindungskraft. Um der hohen Partizipationserwartung der jugendlichen Zielgruppe zu entsprechen, sollten Projekte entwickelt werden, die sowohl im organisatorischen als auch im Contentbereich Gestaltungsm\u00f6glichkeiten zu er\u00f6ffnen. Wir denken da an eigene Videoproduktionen, Poetry Slam, Nachrichten- und Filmprojekte f\u00fcr Sch\u00fclerInnen, F\u00f6rderung von Nachwuchsbands und SchauspielerInnen etc.<\/p>\n<p>Die Inklusion des jugendlichen Publikums sollte unter expliziter Ber\u00fccksichtigung der sozialen und kulturellen Vielfalt einhergehen und damit integrationsf\u00f6rdernd sein.<\/p>\n<p>Zitat Telemedienkonzept:<\/p>\n<p><em>\u201eDas Jugend-Telemedienangebot des MDR schafft die Voraussetzungen f\u00fcr die Beteiligung des MDR am geplanten ARD\/ZDF-Jugendangebot.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Um den Erhalt und die Legitimation des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkes dauerhaft zu sichern, ist eine Generalreform der Anstalten unumg\u00e4nglich. Das Jugendangebot, sollte daher nicht lediglich als Sparte oder Experiment, sondern als Initialz\u00fcndung f\u00fcr einen umfassenden \u00f6ffentlich-rechtlichen Medienwandel gesehen werden, in dessen Verlauf ARD und ZDF insgesamt verj\u00fcngt, verschlankt und modernisiert werden.<\/p>\n<p>Dass in der Vorbereitungsphase des neuen Angebotes nicht nur \u00dcBER die Zielgruppe sondern insbesondere MIT der Zielgruppe kommuniziert und diese in die inhaltliche Gestaltung einbezogen wird, ist f\u00fcr das Gelingen essentiell.<\/p>\n<p>Die St\u00e4ndige Publikumskonferenz ist eine politisch und wirtschaftlich unabh\u00e4ngige, bundesweit agierende Rezipienteninitiative, die sich insbesondere der demokratischen Mitsprache bei der Umsetzung des gesellschaftlichen Programmauftrages der \u00f6ffentlich-rechtlichen Medienanstalten widmet und ausnahmslos den Interessen des Publikums verpflichtet ist.<\/p>\n<p>Wir hoffen, dass unsere Vorschl\u00e4ge sorgf\u00e4ltig und wohlwollend gepr\u00fcft werden und angemessene Ber\u00fccksichtigung finden und w\u00fcnschen dem Telemedienkonzept eine erfolgreiche Umsetzung<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Maren M\u00fcller<br \/>\nVorsitzende<\/p>\n<p>(1) Netzwerk Recherche<\/p>\n<div style=\"float:left;margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color:rgb(248,109,14);padding:30px;margin-left: 30px;\"><a style=\"color:white;font-size:20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<p><br style=\"clear:both;\" \/><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_855 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_855')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_855').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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