{"id":8584,"date":"2023-10-09T15:31:25","date_gmt":"2023-10-09T14:31:25","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=8584"},"modified":"2023-10-09T15:31:25","modified_gmt":"2023-10-09T14:31:25","slug":"die-grosse-migration-hat-noch-ueberhaupt-nicht-begonnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/die-grosse-migration-hat-noch-ueberhaupt-nicht-begonnen\/","title":{"rendered":"Die gro\u00dfe Migration hat noch \u00fcberhaupt nicht begonnen"},"content":{"rendered":"<p><em>Quelle Beitragsbild: dpa<\/em><\/p>\n<p><strong>Erwartungsgem\u00e4\u00df geht die Migration nach Europa und Deutschland nicht zur\u00fcck, sondern steigt kontinuierlich. Dies ist weder verwunderlich, noch hat die gro\u00dfe Migration nach Europa \u00fcberhaupt richtig begonnen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Beim Thema Migration ist zwischen Arbeitsmigration und Fl\u00fcchtlingen zu unterscheiden. Laut dem UN-Fl\u00fcchtlingshilfswerk UNHCR sind aktuell weltweit rund 110 Millionen Menschen auf der Flucht, zwei Drittel von ihnen in ihren Heimatl\u00e4ndern \u2013 und die Zahlen steigen kontinuierlich weiter an. Die Menschen fl\u00fcchten vor Krieg, Terror, politischer Verfolgung, aber auch aufgrund von \u00f6kologischen Krisen, Armut oder Chancenlosigkeit.<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Beitrag von <\/em><a href=\"http:\/\/www.matthias-weik.com\"><em>Matthias Weik<\/em><\/a><\/p>\n<p><strong>Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (BAMF):<\/strong> <strong>Bei der Einreise \u00fcber einen sicheren Drittstaat ist eine Anerkennung der Asylberechtigung ausgeschlossen <\/strong><\/p>\n<p>Das Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (BAMF) schreibt auf seiner Webseite zur Asylberechtigung: \u00bbAsylberechtigt und demnach politisch verfolgt ist eine Person, die im Falle der R\u00fcckkehr in ihr Herkunftsland einer schwerwiegenden Menschenrechtsverletzung ausgesetzt sein wird, aufgrund ihrer Rasse (der Begriff \u203aRasse\u2039 wird in Anlehnung an den Vertragstext der Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention verwendet), Nationalit\u00e4t, politischen \u00dcberzeugung, religi\u00f6sen Grundentscheidung oder Zugeh\u00f6rigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe (als bestimmte soziale Gruppe kann auch eine Gruppe gelten, die sich auf das gemeinsame Merkmal der sexuellen Orientierung gr\u00fcndet), ohne eine Fluchtalternative innerhalb des Herkunftslandes oder anderweitigen Schutz vor Verfolgung zu haben \u2026 Bei der Einreise \u00fcber einen sicheren Drittstaat ist eine Anerkennung der Asylberechtigung ausgeschlossen. Dies gilt auch, wenn eine R\u00fcckf\u00fchrung in diesen Drittstaat nicht m\u00f6glich ist, etwa weil dieser mangels entsprechender Angaben der Asylantragstellenden nicht konkret bekannt ist. Als sichere Drittstaaten bestimmt das Asylgesetz die Mitgliedsstaaten der Europ\u00e4ischen Union sowie Norwegen und die Schweiz.\u00ab<\/p>\n<p><strong>Asylpolitik der Socialdemokraterne in D\u00e4nemark <\/strong><\/p>\n<p>So viel zur Asylberechtigung nach Artikel 16 a des Grundgesetzes. Dem gegen\u00fcber steht die Aussage von Mattias Tesfaye, gegenw\u00e4rtig Minister f\u00fcr Kinder und Unterricht. Zuvor war er Justizminister und Minister f\u00fcr Ausl\u00e4nder- und Integrationsangelegenheiten in D\u00e4nemark, wonach \u00bbdie H\u00e4lfte der Asylbewerber in Europa \u2026 in keiner Weise schutzbed\u00fcrftig [ist], und es sind mehrheitlich junge M\u00e4nner\u00ab. Mattias ist Tesfaye keineswegs ein rechtspopulistischer Politiker. Er ist Sohn eines \u00e4thiopischen Fl\u00fcchtlings, war selbst Maurer und linkes Gewerkschaftsmitglied und ist seit dem 27. Juni 2019 Minister f\u00fcr Ausl\u00e4nder- und Integrationsangelegenheiten in D\u00e4nemark. Tesfaye ist Mitglied der Socialdemokraterne, der sozialdemokratischen Partei D\u00e4nemarks. Die Socialdemokraterne ist die Schwesterpartei der SPD in Deutschland. Ausgerechnet der Sozialdemokrat Tesfaye, der selbst afrikanische Wurzeln hat, vertritt mit die wohl h\u00e4rteste Einwanderungspolitik Europas. Er begr\u00fcndet diese in einem Interview mit der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung folgenderma\u00dfen: \u00bbWenn Sie den historischen Hintergrund betrachten, ist es v\u00f6llig normal f\u00fcr linke Politiker wie mich, nicht gegen Migration zu sein, aber darauf zu bestehen, dass sie unter Kontrolle ist. Falls sie das nicht ist \u2013 und sie war es nicht ab den 1980er-Jahren \u2013, zahlen Schlechtverdiener und schlecht gebildete Leute den h\u00f6chsten Preis f\u00fcr eine Integration, die nicht funktioniert. Es sind nicht die reichen Quartiere, die am meisten Kinder integrieren m\u00fcssen. Vielmehr m\u00fcssen Gebiete, in denen die klassischen sozialdemokratischen W\u00e4hler und Gewerkschafter leben, mit den gr\u00f6\u00dften Problemen umgehen.\u00ab<\/p>\n<p><strong>EU-Kommissarin Johansson: deutliche Mehrheit der Menschen, die heute \u00fcber diese zentrale Mittelmeerroute ankommen, braucht keinen internationalen Schutz <\/strong><\/p>\n<p>Die schwedische sozialdemokratische Politikerin Ylva Johansson, EU-Kommissarin f\u00fcr Inneres in der Kommission von der Leyen, sieht den Sachverhalt bez\u00fcglich der Fl\u00fcchtlinge, die \u00fcber die Mittelmeerroute kommen, \u00e4hnlich: \u00bbWir m\u00fcssen bedenken, dass eine deutliche Mehrheit der Menschen, die heute \u00fcber diese zentrale Mittelmeerroute ankommen, keinen internationalen Schutz braucht.\u00ab Laut Johansson wollten viele dieser Menschen in der EU vor allem Geld verdienen.<\/p>\n<p><strong>Heutiges Asylsystem ist Teil des Problems, nicht der L\u00f6sung<\/strong><\/p>\n<p>Tesfaye zufolge verursacht es \u00bbeinen Haufen Probleme und Kosten\u00ab, wenn diese Menschen abgelehnt werden. Seiner Ansicht nach sollten Asylberechtigte nach humanit\u00e4ren Kriterien bestimmt werden. \u00bbWenn wir Fl\u00fcchtlingen helfen wollen, m\u00fcssen wir sie im Rahmen von UNO -Programmen in Europa und in D\u00e4nemark ansiedeln, und wir m\u00fcssen sehr viel mehr Geld in internationale Programme investieren. Das heutige Asylsystem ist Teil des Problems, nicht der L\u00f6sung.\u00ab Laut Tesfaye sind einige Minister und Kollegen in Europa gegen die Politik D\u00e4nemarks, und andere w\u00fcrden, wenn sie k\u00f6nnten, dasselbe tun. D\u00e4nemark hat einige Punkte der europ\u00e4ischen Gesetzgebung ausgeklammert. Dies erm\u00f6glicht es dem Land, Asylgesuche in Drittstaaten zu pr\u00fcfen. Tesfaye zufolge ist dies in Deutschland, Schweden und anderen L\u00e4ndern nicht m\u00f6glich, weil sie keine entsprechenden Klauseln haben.<\/p>\n<p>Laut Tesfaye nimmt die Kriminalit\u00e4tsrate in D\u00e4nemark ab, der Bildungs- und der Besch\u00e4ftigungsgrad steigen dagegen. Ferner sinkt die Zahl der Gebiete, die als \u00bbGhettos\u00ab eingestuft werden, dramatisch. Er sei sich absolut sicher, dass D\u00e4nemark dieselben Integrationsprobleme h\u00e4tte, wenn es die gleichen Einwanderungszahlen wie seine Nachbarn (beispielsweise Schweden) h\u00e4tte. D\u00e4nemark strebe ein internationales Asylsystem an, in dem den Leuten in der N\u00e4he von Konfliktgebieten geholfen wird, und beabsichtige gleichzeitig, Fl\u00fcchtlinge in Europa anzusiedeln. Tesfaye will sichergehen, \u00bbdass die Leute, die in Kopenhagen landen, wirklich Fl\u00fcchtlinge sind, die von der UNO ausgew\u00e4hlt worden sind \u2013 und nicht von Menschenschmugglern\u00ab. Die Migrationspolitik D\u00e4nemarks zeigt folgende Ergebnisse: 2021 wurden in D\u00e4nemark 2.080 Asylantr\u00e4ge gestellt. In Deutschland waren es im selben Zeitraum 190.545. 2022 wurden in D\u00e4nemark 4.565 Asylantr\u00e4ge gestellt (Deutschland: 243.835). <!--more--><\/p>\n<p><strong>Zumeist sind keine Fachkr\u00e4fte gekommen.<\/strong><\/p>\n<p>Gekommen sind bekanntlich zumeist keine dringend ben\u00f6tigten Fachkr\u00e4fte. Innerhalb der EU hat sich in zahlreichen L\u00e4ndern der Wind in puncto Migration gedreht. Egal ob in Deutschland, Frankreich, Schweden oder Italien, Rechtspopulisten mit ihren Parteien sind auf dem Vormarsch. In Anbetracht der gegenw\u00e4rtigen Situation ist davonauszugehen, dass sie zuk\u00fcnftig noch wesentlich st\u00e4rker und an Macht hinzugewinnen werden.<\/p>\n<p>Bereits Ende 2021 haben mehr als 1,2 Millionen syrische Kriegsfl\u00fcchtlinge in der Europ\u00e4ischen Union einen Asylantrag gestellt. Ende 2022 lebten in Deutschland laut Statista bereits 923.805 Syrer. Dies ist der Gro\u00dfteil aller in der EU lebenden Syrer. Im Fr\u00fchjahr 2016 behauptete der Pr\u00e4sident des DIW Marcel Fratzscher: \u00bbViele der Gefl\u00fcchteten werden die Renten der Babyboomer zahlen.\u00ab Fratzschers Behauptung hat sich viele Jahre sp\u00e4ter offenkundig nicht bewahrheitet.<\/p>\n<p><strong>Anteil der Sozialleistungsempf\u00e4nger ohne deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit steigt<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2015 hatten drei Viertel der Hartz- IV -Bezieher einen deutschen Pass. Im Jahr 2020 gingen von 13 Milliarden Euro knapp 2,6 Milliarden Euro an B\u00fcrger aus anderen EU-L\u00e4ndern und 6 Milliarden Euro an Menschen aus den acht wichtigsten Asyl-Herkunftsl\u00e4ndern \u2013 darunter Syrien (3,4 Milliarden Euro), Afghanistan (870 Millionen Euro) und Irak (825 Millionen Euro). In der Zeit von 2007 bis 2020 hat sich die Summe, die deutsche Haushalte beziehen, von knapp 30 Milliarden Euro auf 22,3 Milliarden Euro verringert. Einem Bericht von <em>Focus Online zu Folge<\/em>, der sich auf den Migrationsmonitor der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit st\u00fctzt, erhielten allein im M\u00e4rz 2023 rund 587.006 erwerbsf\u00e4hige Zuwanderer B\u00fcrgergeld, was monatliche Kosten von etwa 436 Millionen Euro verursacht. Die Hauptherkunftsl\u00e4nder der B\u00fcrgergeld-Empf\u00e4nger sind laut des Berichts Syrien (321.000), Afghanistan (112.000), Irak (77.500) und Iran (25.900). Weitere L\u00e4nder, die in dieser Statistik erfasst werden: Eritrea, Nigeria, Pakistan und Somalia. Laut CORRECTIV.org waren Stand M\u00e4rz 2023 unter insgesamt rund 3,9 Millionen erwerbsf\u00e4higen Leistungsberechtigten etwa 2,4 Millionen Personen mit Migrationshintergrund (keine Asylbewerberinnen und -bewerber). Das entspricht rund 62 Prozent.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Fl\u00fcchtlinge f\u00fcr den hochqualifizierten Arbeitsmarkt in Deutschland schlecht geeignet<\/strong><\/p>\n<p>Die seit 1889 erscheinende US -Zeitung The Wall Street Journal ver\u00f6ffentlichte im Dezember 2022 den Artikel: \u00bbDeutschland fehlt es an Arbeitskr\u00e4ften, aber seine Migranten haben es schwer, Arbeit zu finden\u00ab. The Wall Street Journal schreibt, dass in den USA Ausl\u00e4nder mit gr\u00f6\u00dferer Wahrscheinlichkeit einen Arbeitsplatz haben als Einheimische. Sie sieht das Hauptproblem darin, dass viele Fl\u00fcchtlinge f\u00fcr den hochqualifizierten Arbeitsmarkt in Deutschland schlecht geeignet sind und Deutschland f\u00fcr viele von ihnen schlicht und ergreifend keinen Arbeitsplatz hat. Sie geht davon aus, dass auch weiterhin eine gro\u00dfe Zahl von Asylbewerbern kommen werden, die Deutschland nicht besch\u00e4ftigen kann, und die die Reihen der Sozialhilfeempf\u00e4nger auff\u00fcllen oder die Kriminalit\u00e4tsstatistik ankurbeln werden, in der sie bereits \u00fcberrepr\u00e4sentiert sind.<\/p>\n<p><strong>28 Milliarden Euro Kosten<\/strong><\/p>\n<p>2021 lagen die Kosten des Bundes f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und Asyl laut Statista bei 21,6 Milliarden Euro, 2022 waren es bereits 28,4 Milliarden Euro und f\u00fcr 2023 sind knapp 28 Milliarden Euro geplant. Diese unterteilten sich 2022 folgenderma\u00dfen: Fluchtursachenbek\u00e4mpfung \u2013 12,4 Milliarden Euro; Aufnahme, Registrierung und Unterbringung im Asylverfahren \u2013 1,1 Milliarde Euro; Integrationsleistungen \u2013 2,3 Milliarden Euro; Sozialtransferleistungen nach Asylverfahren \u2013 8 Milliarden Euro; fl\u00fcchtlingsbezogene Entlastungen L\u00e4nder\/Kommunen \u2013 4,6 Milliarden Euro. In den besagten 28,4 Milliarden Euro sind zahlreiche weitere Kosten nicht enthalten, beispielsweise f\u00fcr medizinische Behandlungen oder f\u00fcr die zahlreichen Verwaltungsrichter, die zus\u00e4tzlich ben\u00f6tigt wurden, um die Klagen gegen abgewiesene Asylantr\u00e4ge zu bearbeiten.<\/p>\n<p><strong>Pull-Faktor Kindergeld <\/strong><\/p>\n<p>Nach Luxemburg hat Deutschland mit 250 Euro pro Kind das h\u00f6chste Kindergeld innerhalb der EU Durchaus kontrovers wird auch das im europ\u00e4ischen Vergleich hohe Kindergeld in Deutschland diskutiert.<\/p>\n<p>(Quelle: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kindergeld#Internationaler_Vergleich\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kindergeld#Internationaler_Vergleich<\/a> )<\/p>\n<p>Laut Bundesagentur f\u00fcr Arbeit kann Kindergeld auch \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg gezahlt werden, zum Beispiel an Deutsche im Ausland oder ausl\u00e4ndische Staatsangeh\u00f6rige in Deutschland. Anspruch auf deutsches Kindergeld haben laut BA, Besitzer einer ausl\u00e4ndischen Staatsangeh\u00f6rigkeit, die eine der folgenden Voraussetzungen erf\u00fcllen:<\/p>\n<ul>\n<li>Staatsb\u00fcrger eines Mitgliedslands der Europ\u00e4ischen Union (EU), des Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraumes (EWR) oder der Schweiz oder<\/li>\n<li>Staatsangeh\u00f6rigkeit eines der folgenden Staaten: Algerien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Marokko, Montenegro, Serbien, Tunesien oder T\u00fcrkei;<\/li>\n<li>dar\u00fcber hinaus in Deutschland sozialversicherungspflichtig besch\u00e4ftigt oder Bezieher von Arbeitslosengeld beziehungsweise Krankengeld;<\/li>\n<li>Besitz einer g\u00fcltigen Niederlassungs- oder Aufenthaltserlaubnis, mit der in Deutschland gearbeitet werden darf;<\/li>\n<li>unanfechtbar anerkannter Fl\u00fcchtling und Asylberechtigter.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Falsche Anreize<\/strong><\/p>\n<p>Hans-Eckard Sommer, Pr\u00e4sident des Bundesamtes f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge, h\u00e4lt den gro\u00dfen Anteil von Fl\u00fcchtlingen, die in einem anderen EU-Land anerkannt seien, aber sp\u00e4ter trotzdem nach Deutschland k\u00e4men, f\u00fcr problematisch. Die Neue Z\u00fcrcher Zeitung schreibt: \u00bbInnerhalb Europas ist es besonders attraktiv, nach Deutschland zu \u203afl\u00fcchten\u2039, auch wenn man gar nicht asylberechtigt ist. Denn wer erst einmal im Verfahren ist, wird vom Staatvoll alimentiert und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit selbst dann nicht ausgeschafft, wenn der Asylantrag abgelehnt ist. Andere europ\u00e4ische L\u00e4nder sind weniger spendabel \u2013 und mitunterfroh \u00fcber die deutsche Willkommenskultur. So lassen etwa Griechenland und Italien Migranten gro\u00dfz\u00fcgig nach Deutschlandweiterreisen, obwohl sie eigentlich zust\u00e4ndig w\u00e4ren.\u00ab Migrationsforscher Ruud Koopmans im Interview mit dem Tagesspiegel am 19.09.2023: \u201eDas Dublin-System, das die Registrierung und Unterbringung der Migranten in den Erstankunftsl\u00e4ndern regelt, ist seit mindestens zehn Jahren bankrott. Denn es passt nicht mit der Abschaffung der Grenzkontrollen innerhalb des Schengen-Raums zusammen. Das Dublin-System kann nicht funktionieren. Man kann nicht von der Regierung in Italien verlangen, dass sie die Dublin-Regeln einh\u00e4lt, und die Fl\u00fcchtlinge wollen ebenfalls nicht in Italien bleiben, sondern werden so oder so nach Deutschland, \u00d6sterreich, die Niederlande und Schweden weiterziehen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Pull-Faktor B\u00fcrgergeld<\/strong><\/p>\n<p>Eine Steigerung der Attraktivit\u00e4t Deutschlands f\u00fcr Einwanderer aufgrund des B\u00fcrgergeldes kann also nicht ausgeschlossen werden. Gemessen am durchschnittlichen Lebensstandard in Deutschland bedeutet das B\u00fcrgergeld zweifellos einen bescheidenen Betrag. Setzt man diesen Standard jedoch in Relation zu den teilweise sehr armen Herkunftsl\u00e4ndern, aus denen zahlreiche Fl\u00fcchtlinge kommen, sowie zu den L\u00e4ndern, welche sie auf ihrem Weg nach Deutschland durchreist haben, so bedeuten die Sozialleistungen in Deutschland einen immensen Wohlstandszuwachs.<\/p>\n<p><strong>Mit Anerkennung als Fl\u00fcchtlinge werden Asylbewerber einheimischen Grundsicherungsbeziehern gleichgestellt<\/strong><\/p>\n<p>Mit ihrer Anerkennung als Fl\u00fcchtlinge werden Asylbewerber in Deutschland einheimischen Grundsicherungsbeziehern gleichgestellt. Oft geschieht dies bereits sieben Monate nach der Einreise.<\/p>\n<p>Die Rate der Ablehnungen von Asylbewerbern war der WELT zufolge in den letzten Jahren h\u00f6her als die Anerkennungsrate. Abgelehnten Asylbewerbern (nicht Schutzberechtigten) wurde zumeist eine Duldung gew\u00e4hrt. Die Bez\u00fcge nicht schutzberechtigter Geduldeter steigen in der Regel nach anderthalb Jahren auf das \u00fcbliche Grundsicherungsniveau. Die geltende Rechtslage lautet nach einer Darstellung des Parit\u00e4tischen Wohlfahrtsverbands: \u00bbNach einem 18-monatigen Aufenthalt muss das Sozialamt automatisch die sogenannten Analogleistungen erbringen. Das bedeutet: Die Betroffenen bleiben zwar nach wie vor formal leistungsberechtigt nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, aber es werden nahezu s\u00e4mtliche Vorschriften der \u203anormalen\u2039 Sozialhilfe des Sozialgesetzbuches auf sie angewandt (h\u00f6here Regelbedarfe, Krankenversicherungskarte ohne Einschr\u00e4nkungen beim Behandlungsanspruch, h\u00f6here Einkommens- und Verm\u00f6gensfreibetr\u00e4ge, ausdr\u00fcckliche Anwendung der Mehrbedarfe).\u00ab<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Kaum Leistungen f\u00fcr abgelehnte Asylbewerber in Frankreich, Niederlanden, Luxembourg<\/strong><\/p>\n<p>Anders ist der Sachverhalt bez\u00fcglich abgelehnter Asylbewerber beispielsweise in Frankreich (kein Anspruch auf Grundsicherung, Sonderregelungen wie zum Beispiel eine tempor\u00e4re Aufenthaltserlaubnis f\u00fcr Erkrankte), den Niederlanden und Luxemburg, wo lediglich f\u00fcr Unterkunft und Essen gesorgt wird. In Griechenland erhalten nach dem Abschluss des Verfahrens weder anerkannte noch abgelehnte Asylbewerber Sozialleistungen<\/p>\n<p><strong>Neue Fl\u00fcchtlingswelle wird kommen<\/strong><\/p>\n<p>In keinem anderen EU -Land wurden 2021 und 2022 so viele Asylantr\u00e4ge gestellt wie in Deutschland. Von insgesamt 648.000 im Jahr 2021 in der EU gestellten Asylantr\u00e4gen wurden knapp 191.000 in Deutschland gestellt. Menschen aus Syrien bildeten mit 117.000 die gr\u00f6\u00dfte Gruppe von Antragsstellern, gefolgt von Afghanistan (102.000). 70 Prozent der Gesuche entfielen auf M\u00e4nner. Die H\u00e4lfte aller Bewerber war zwischen 18 und 35 Jahren alt. Insgesamt wurden 2022 in Deutschland 243.835 Asylantr\u00e4ge gestellt. Das sind 27,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu kamen etwa 1.044.000 Fl\u00fcchtlinge aus der Ukraine. Bis September 2023 haben in Deutschland laut Statista bereits \u00fcber 220.000 Menschen einen Asylantrag gestellt. Hauptherkunftsl\u00e4nder: Syrien (61.483, Afghanistan (35.798), T\u00fcrkei (28.746), Irak (7.584), Iran (7.166).<\/p>\n<p>Die zust\u00e4ndige EU-Kommissarin Ylva Johansson beschrieb bereits Ende November 2022 die Situation als nicht haltbar. Sie verwies darauf, dass nur die wenigsten Ankommenden wegen politischer Verfolgung ihre Heimat verlassen. Ge\u00e4ndert hat sich seit daher offenkundig nichts.<\/p>\n<p>Laut Reinhard Mohr von der WELT erkl\u00e4ren sich die steigenden Zahlen in Deutschland insbesondere durch das deutsche Asylrecht, zusammen mit der europ\u00e4ischen Fl\u00fcchtlingspolitik, dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof und dem internationalen V\u00f6lkerrecht. Letzteres bietet praktisch keine M\u00f6glichkeit, Migration zu begrenzen, gar zu reduzieren. Ferner wurde laut Mohr die Dublin-Regelung, die die Durchf\u00fchrung von Asylverfahren in dem Land vorsieht, in dem zuerst europ\u00e4ischer Boden betreten wurde, ausgeh\u00f6hlt. Sie ist folglich ebenso obsolet wie eine konsequente Abschiebung abgelehnter Asylbewerber oder die R\u00fcck\u00fcberstellung an das Erstaufnahmeland. Der Tagesschau zufolge hielten sich Mitte 2023 in Deutschland 279.098 Ausreisepflichtige auf, also Ausl\u00e4nder, die Deutschland verlassen m\u00fcssten. Die meisten von ihnen sind geduldet.<\/p>\n<p>Heiko Teggatz, Bundesvorsitzender der Bundespolizeigewerkschaft und stellvertretender Vorsitzender der deutschen Polizeigewerkschaft, war sich bereits vor einem Jahr sicher, dass die n\u00e4chste Fl\u00fcchtlingskrise l\u00e4ngst da ist. Er warf Innenministerin Nancy Faeser (SPD) vor, das Problem auszublenden. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2022 haben bereits mehr Menschen aus anderen L\u00e4ndern in Deutschland Zuflucht gesucht als in den Jahren 2015 und 2016 zusammen. Insgesamt waren es mehr als 1,2 Millionen. Bis Ende Oktober 2022 haben laut BAMF bereits rund 181.600 Menschen einen Asyl-antrag gestellt. Die Hauptherkunftsl\u00e4nder sind Syrien, Afghanistan, T\u00fcrkei und Irak. Laut der Welt wandern die meist illegal \u00fcber die T\u00fcrkei oder Nordafrika nach Griechenland, Italien und Spanien ziehenden Asylbewerber von dort in der Regelfr\u00fcher oder sp\u00e4ter nach Norden weiter \u2013 am h\u00e4ufigsten nach Deutschland. Hinzu kommen die Kriegsfl\u00fcchtlinge aus der Ukraine, von denen Deutschland mehr als eine Million Menschen aufgenommen hat. Diese erhalten \u2013 ohne \u00dcberpr\u00fcfung der Bed\u00fcrftigkeit \u2013 in Deutschland eine Wohnung, Heizung, Kleidung, medizinische Versorgung sowie die volle Grund-sicherung.<\/p>\n<p>Wie viele Fl\u00fcchtlinge aus der Ukraine noch kommen werden, kann heute niemand seri\u00f6s vorhersagen. Seit Anfang September 2022 erh\u00e4lt die Bundespolizei keinen \u00dcberblick mehr \u00fcber die Gesamtlage der unerlaubten Grenz\u00fcbertritte, da ein interner Report der Bundespolizei zur illegalen Einwanderung nicht mehrver\u00f6ffentlicht wird. Der sogenannte Migrationsanalyse-Bericht soll Beamten an den Grenzen einen \u00dcberblick zu unerlaubten Grenz\u00fcbertritten geben. Dieser wird seit 2018 monatlich ins Intranet der Bundespolizei gestellt; im Oktober 2022 hingegen war dies nicht der Fall. Innenministerin Faeser wird von der Polizeigewerkschaft vorgeworfen, die \u00bbHoheit \u00fcber die Zahlen\u00ab verloren zu haben. Wiederholt sich das Dilemma, das der ehemalige Bundespr\u00e4sident Joachim Gauck im September 2015 im Zug der damaligen Fl\u00fcchtlingskrise in die folgenden Worte fasste? \u00bbUnser Herz ist weit, doch unsere M\u00f6glichkeiten sind endlich.\u00ab Bereits im November 2022 schlugen B\u00fcrgermeister und Landr\u00e4te deutschlandweit Alarm. Die Grenzen der Aufnahme- und Unterbringungsm\u00f6glichkeiten seien erreicht oder gar \u00fcberschritten. Die FAZ schrieb am 3. November 2022: \u00bbUnterdessen steigt aber auch die Zahl der Asylbewerber. Widersinnig ist, dass die Koalition alles tut, um ihre Zahl noch zu erh\u00f6hen. Wenn zivilgesellschaftliche Organisationen, vom Bund ideell und finanziell unterst\u00fctzt, die Bewerber im Asylverfahren k\u00fcnftig verst\u00e4rkt beraten sollen, wird sich schnell herumsprechen, dass, wer einen Asylantrag stellt, hierbleiben darf. Gleichzeitig soll die Regel-\u00fcberpr\u00fcfung, ob Fluchtgr\u00fcnde weggefallen sind und eine R\u00fcckkehr m\u00f6glich ist, abgeschafft werden. Da nicht einmal Kriminelle in der Regel ausreisen m\u00fcssen, wenn sie geduldet werden, sollte die Koalition so ehrlich sein zu sagen, dass sie das Asylrecht abgeschafft hat. Es ist in dieser Form schlichtweg ein Recht auf Einwanderung.\u00ab<\/p>\n<p><strong>Mythos Armutsmigration<\/strong><\/p>\n<p>Nach einer 2019 ver\u00f6ffentlichten Studie des Berlin-Instituts f\u00fcr Bev\u00f6lkerung und Entwicklung k\u00f6nnen sich 750 Millionen Personen weltweit vorstellen, in ein anderes Land zu migrieren, sollte die M\u00f6glichkeit dazu bestehen. Dieser Wert entsprach seinerzeit rund 15 Prozent der erwachsenen Weltbev\u00f6lkerung. Mit 33 Prozent ist die Migrationsneigung in den L\u00e4ndern s\u00fcdlich der Sahara am h\u00f6chsten. In Lateinamerika und der Karibik liegt sie bei 27 Prozent, in der MENA, der Nahost-Nordafrika-Region, bei 24 Prozent. In den verschiedenen Regionen Asiens bel\u00e4uft sie sich lediglich auf 7 bis 8 Prozent. F\u00fcr 21 Prozent der potenziellen Migranten weltweit \u2013 das entspricht 158 Millionen Personen \u2013 sind die USA das Wunschziel. Deutschland w\u00e4re f\u00fcr 42 Millionen Menschen attraktiv, gefolgt von Frankreich mit 36 Millionen und dem Vereinigten K\u00f6nig-reich mit 34 Millionen. Reiner Klingholz, Leiter des Berlin-Instituts f\u00fcr Bev\u00f6lkerung und Entwicklung: \u00bbDie Leute in den meisten armen L\u00e4ndern Afrikas k\u00f6nnen sich das Auswandern nicht leisten\u00ab \u2026 \u00bbDie vielbeschworene Armutsmigration nach Europa ist also ein Mythos.\u00ab Auch zuk\u00fcnftig ist mit wesentlich mehr Migration aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden zu rechnen. Auf dem afrikanischen Kontinent haben nach Angaben des Bundesministeriums der Verteidigung rund 80 Prozent der Menschen keine geregelte Arbeit. Experten prognostizieren, dass der Migrationsdruck aufgrund der stetig wachsenden Bev\u00f6lkerung weiter zunehmen wird. Bis 2050 d\u00fcrfte sich die Bev\u00f6lkerung Afrikas verdoppeln, von heute ca. 1,3 Milliarden auf 2,6 Milliarden Menschen. Eines sollte jedoch einem jeden klar sein: Solange der Westen und auch China weiterhin arme L\u00e4nder insbesondere im rohstoffreichen Afrika auspl\u00fcndern, wird der Strom an Wirtschaftsfl\u00fcchtlingen niemals abrei\u00dfen, sondern immer gr\u00f6\u00dfer werden.<\/p>\n<p>Bei dem Text handelt sich um einen aktualisierten Auszug aus dem aktuellen Bestseller \u201eDie Abrechnung\u201c von Matthias Weik.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.matthias-weik.com\"><strong>Matthias Weik<\/strong><\/a> befasst sich seit \u00fcber zwei Jahrzehnten mit dem Thema Finanzen und ist Experte f\u00fcr Exitstrategien. Er z\u00e4hlt seit Jahren, mit sechs Bestsellern in Folge zu den verl\u00e4sslichsten Bestseller-Autoren im Bereich Wirtschaft und Finanzen. Im M\u00e4rz ist sein sechster Bestseller <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Die-Abrechnung-Umverteilung-Finanz-Realist-Bestseller-Autor\/dp\/3424202827\/ref=tmm_hrd_swatch_0?_encoding=UTF8&amp;qid=1677071760&amp;sr=1-7\">\u201eDie Abrechnung\u201c<\/a> erschienen. Matthias Weik bezeichnet sich selbst nicht als Pessimist, Optimist sondern als Realist.<\/p>\n<p>Web: <a href=\"http:\/\/www.matthias-weik.com\">www.matthias-weik.com<\/a>;<\/p>\n<p>twitter: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/mweik_\">@mweik_<\/a><\/p>\n<p>Instagram: <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/matthias_weik_mw\/\">https:\/\/www.instagram.com\/matthias_weik_mw\/<\/a><\/p>\n<p>Facebook: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/matthweik\">https:\/\/www.facebook.com\/matthweik<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_8584 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_8584')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_8584').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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