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Trump und Putin - Ziemlich beste Kumpel

Hier veröffentlichen wir externe Programmbeschwerden mit freundlicher Genehmigung der Beschwerdeführer. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in den Beschwerden thematisierten Anliegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Beschwerdeführer liegen und diese nicht automatisch die Meinung der Forenbetreiber wiederspiegeln.
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Maren

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Trump und Putin - Ziemlich beste Kumpel

BeitragSo 13. Nov 2016, 23:33

Betreff: Programmbeschwerde Verhältnis zwischen Trump und Putin - Ziemlich beste Kumpel

To: gremienbuero@ndr.de, l.marmor@ndr.de

Sehr geehrte Damen und Herren,

Frau Stöber hat als bewährte russophobe journalistische Vorfeld-Aktivistin (u.a. bewährt bei der Konrad-Adenauer-Stiftung und der olivgrünen »H.Böll-Stiftung) ihre Artikel-Reihe fortgesetzt.

Zunächst: Die Grafik zur Illustration des Beitrages ist boulevardesk und beleidigend.

Im einzelnen:

"Russlands Präsident hat erfreut auf die US-Wahl reagiert.“

Dass Putin erfreut war, ist zu vermuten, aber nicht mit Tatsachen belegt. Fest steht lediglich, dass Putin Trump gratuliert hatte und umgekehrt Trump über Putins Brief erfreut war.

"Trumps Art entspricht einerseits Putins Herangehensweise, zu Führern wichtiger Staaten möglichst enge persönliche Beziehungen zu knüpfen“.

Was soll das heißen? Erstens ist die Suche nach einer persönlichen Beziehungsebene gang und gäbe, Kohl und Gorbatschow pflegten sie beispielsweise auch, mit Jelzin ging es sogar in die Sauna; wo Merkel sich üblicherweise aufhält, wenn sie Obama besucht, soll hier nicht weiter ausgeführt werden. Zweitens ist enger persönlicher Kontakt zwischen Staatenlenkern, zunächst nichts anderes eine rationale Form von Diplomatie. So aber, wie hier in Andeutungen formuliert, soll offenbar ausgedrückt werden, dass Putin ein hinterhältiger Schleimer ist. Wir haben das typische propagandistische Stereotyp der russophoben Jourmalistengarde der "moderaten Wahrheitsredaktion" ARD-aktuell vor uns. Dies Steorotyp besteht übrigens komplett aus Spekulation, denn von den tatsächlichen „Herangehensweisen“ beider Männer im Umgang mit Gleichartigen ist absolut nichts Nachprüfbares bekannt, und auch die Autorin dieses Beitrags hat davon keinen Schimmer; man muss offenbar bei manchen Journalisten aufs kleine Einmaleins zurückgreifen und ihnen erklären, was Schein und Sein voneinander unterscheidet und wieviel Schauspielerei heute auf der Politbühne verlangt wird. Warum wohl schauen die politischen Repräsentanten, wenn sie sich vor der versammelten Journaille minutenlang die Hände schütteln und dabei die Zähne fletschen, in die Kameras und nicht sich gegenseitig an? Wegen „Herangehensweise?“

"Zudem könnte sich mehr politischer und militärischer Spielraum für Russland ergeben, wenn sich die USA - wie von Trump angedeutet - weiter als bereits unter Barack Obama aus der Welt zurückziehen würde."

Mit Verlaub: Obama ist der erste und bisher einzige Präsident der USA, der während seiner gesamten Amtszeit sein Land im Kriegszustand hielt und die Anzahl militärischer Konflikte, die gleichzeitig ausgetragen werden, auf ein nie dagewesenes Hoch trieb. Dass der „Rückzug“ aus dem Irak nur scheinbar einer war und längst stillschweigend revidiert wurde, sollte zum Grundwissen dieser Nachrichtenredakton gehören. Wo sonst hat Obama sich zurückgezogen? Unter ihm gab es den fatalen Krieg gegen Libyen, die massive Einmischung in der Ukraine und den Versuch der Zerstörung Syriens mit Hilfe des IS und anderer Terroristen-Milizen. Wird die Autorin gar noch dafür bezahlt, solchen Unfug wie oben zitiert zu schreiben?

"So weisen Kommentatoren darauf hin, dass Trumps internationale Business-Aktivitäten die für das Amt des Präsidenten notwendige Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit beeinträchtigen könnten."

„Kommentatoren weisen darauf hin." Welche? Wo? Mit welchem Anspruch auf Ernsthaftigkeit? Statt Faktenorientierung blanke Vermutung – wie üblich bei ARD-aktuell – eingesetzt zum Zweck der Denunziation. Denn über Trumps Verhalten und Eigenschaften als Präsident ist logischerweise noch absolut nichts bekannt. Die Autorin Stöber hat im Kaffeesatz gelesen und erfüllt nun mit persuasiver Sprache einen gegen Trump gerichteten Manipulationsauftrag. Als ob der künftige US-Präsident nicht selbst kompetent genug wäre, sich als genau der Unsympahtische und aufs persönliche Profit-Interesse fixierte Politiker zu erweisen, als der er im Wahlkampf dargestellt wurde!

"Die autoritär regierende Führung der ölreichen Ex-Sowjetrepublik am Kaspischen Meer gilt als eine der korruptesten weltweit, was Trump nicht von Geschäften dort abhielt."

Frage: Gab es etwa keine Versuche des Westens, nicht mal solche der Berliner Regierung, Geschäfte mit der „Ex-Sowjetrepublik“ am Kaspischen Meer zu machen? Seit wann unterfallen Geschäftsverhältnisse im Kapitalismus irgendwelchen moralischen Kriterien? Sind die Geschäfte Berlins mit den Verbrechern in Saudi-Arabien besser als der Umgang Trumps mit dem „Machthaber“am Kaspischen Meer? Die Ausführungen der Autorin haben übrigens mit dem Verhältnis Trumps zu Putin nichts zu tun. Sie sollen insinuieren, Trump sei ein Lump, weil er auch mit korrupten Regierungen kooperiere. Eine billige Masche, aber noch nicht billig genug, dass ARD-aktuell darauf verzichtete, sie zu stricken. Der "moderaten Wahrheitsredaktion“ erschien sie offenbar unproblematisch.

Nichts gegen Meinungsjournalismus, wenn er sich aufrichtiger und seriöser Argumente bedient und zu kritischer Reflexion beiträgt. Wir haben es aber mit einem Stöber-Produkt zu tun. Diese Autorin ist immer in der Lage, auf der nach unten offenen Hetz-Skala noch eine Rekordmarke zu erreichen:

"Das andere Problem bereitet das Wahlergebnis: Russische Medien hatten wie Trump selbst von manipulierten Wahlen gesprochen, die seinen Sieg unmöglich machten. Von Wahlbetrug spricht nun niemand mehr, die Rede ist vielmehr von einer Revolution gegen das amerikanische Establishment. Was dabei unter den Tisch fällt: Anders als in Russland ist es in den USA möglich, dass ein Präsidentschaftskandidat gegen das Establishment Wahlen gewinnt."

Was haben solche unqualifizierten Bewertungen, aufgeladen mit Abfälligkeit und Hetze gegen Russland, noch mit Information zu tun? Auch deutsche Medien hatten über mögliche Wahl-Manipulationen berichtet (nach der Wahl George Dabbeljuh Bushs zum US-Präsidenten und dem damit verbundenen Wahlbetrug an seinem Konkurrenten Al Gore kaum verwunderlich). Warum sollte, was deutschen Medien recht war, nicht russischen Medien billig sein? Warum sollten russische Medien jetzt noch von Wahlbetrug reden, wo doch nirgends weltweit das über die Trump-Wahl noch behauptet wird? Will Frau Stöber behaupten, Trump sei unrechtmäßig Präsident geworden? Woher weiß Frau Stöber, dass in Russland das Establishment nicht abgewählt werden könnte (mit bewährter Methode der „Farben-Revolutionen“ wie auf dem Maidan)? Stöbers suggestive, wenn auch nicht in Worte gekleidete Aussage: Der böse Iwan führt Wahlen nur zum Schein durch. Wenn das Ergebnis dann nicht wie gewünscht ausfällt, gibt es Repression. Putins Zustimmungsrate in der Bevölkerung von mehr als 80 Prozent liegt nicht an seiner für Russland guten Politik, sondern beruht auf Repression und undemokratischem Zwang...

Der Zweck dieser Veröffentlichung, die Zielrichtung, schimmert unübersehbar zwischen den Zeilen hervor: Dem Publikum wird souffliert, Putin und Trump seien vom gleichen Schrot und Korn. Nun hat man zwei, die man dämonisieren kann, anstatt sie kühl, distanziert und ohne Beschlag auf der Brille zu betrachten. Trump tritt sein Amt erst in zwei Monaten an, aber ARD-aktuell lässt eine Stöber schon mal die gewünschten Schubladen öffnen, in die Politiker gehören, die sich nicht von der Atlantikbrücke beeindrucken lassen.

Mieser Meinungsjournalismus ersetzt hier objektive Berichterstattung. Mit den Vorschriften der Programmrichtlinien hat das nichts zu tun.

Mit freundlichen Grüßen
Volker Bräutigam & Friedhelm Klinkhammer
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Maren

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Re: Trump und Putin - Ziemlich beste Kumpel

BeitragSo 8. Jan 2017, 14:36

Von: l.marmor@ndr.de
Betreff: Ihre E-Mails vom 12. und 14. November 2016

Sehr geehrter Herr Klinkhammer,
sehr geehrter Herr Bräutigam,

in Ihren E-Mails vom 12. und 14. November 2016 kritisieren Sie einen Artikel über das Verhältnis zwischen Trump und Putin auf tagesschau.de.
Stellungnahme_besteKumpels_geschwärzt.pdf
(2.12 MiB) 127-mal heruntergeladen


Ich habe die verantwortliche Redaktion von ARD-aktuell gebeten, zu Ihrer Kritik Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme finden Sie im Anhang.

Mit freundlichen Grüßen

Lutz Marmor
Intendant des Norddeutschen Rundfunks
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Maren

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Re: Trump und Putin - Ziemlich beste Kumpel

BeitragSo 8. Jan 2017, 14:49

PB: Ziemlich beste Kumpel vom 12.11.16

Sehr geehrte Räte,

mit der Stellungnahme des NDR vom 6.12.16 sind wir nicht einverstanden. Vielmehr wiederholen wir unseren Vorwurf nachdrücklich: Obwohl ARD-aktuell verpflichtet ist, auf Frieden und Völkerverständigung hinzuwirken, hetzt die Redaktion seit Jahren mal offen, mal subtil gegen Russland und seine Repräsentanten. Frau Stöber wirkt als russophobe journalistische Vorfeldaktivistin ganz in diesem Sinne, voll auf Linie der deutschen Außenpolitik. Mit welchen Institutionen und Bereichen sie dabei vernetzt ist (Adenauer-Stiftung, CDU, Offizielle in Georgien, olivgrüne Organisationen usw.) haben wiederholt dargestellt. Wir haben betont, dass sie sich dabei antirussischer Spekulationen befleißigt und Fakten ignoriert, Ausrichtung: Desinformation und Manipulation. Auch der hier kritisierte Artikel ersetzt „objektive Berichterstattung durch miesen Meinungsjournalismus“. Deshalb wiederholen wir: Der Beitrag berücksichtigt die Programmrichtlinien nicht.

Ziel des Beitrages war mutmaßlich, Trump und Putin – gleiche Brüder, gleiche Kappen – als "politische Ganoven" darstellen, das Instumentarium dabei: Spekulationen, die sachlich nicht fundiert sind. Die übliche Methode, die seit Trumps Wahl alle Clinton-nahen und Trump-feindlichen Medien anwenden. ARD-aktuell ist es anscheinend noch immer nicht gestattet, sich an die mit Trumps Amtsantritt zu erwartenden neuen Verhältnisse anzupassen, Kanzlerin Merkel hat ja noch keine klare Position gegenüber dem kommenden Präsidenten bezogen (Zur Abwechslung spekulieren hier auch einmal wir: Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Dr. Gniffke und Frau Stöber sich verbaler Rektalvisiten bei einem US-Präsidenten Trump befleißigen werden).

Frau Stöber erweckt ganz im Sinne der US-Geheimdienste und der Trump-Gegner den Eindruck "enger Kontakte" Putin-Trump. Belegen kann sie nichts davon. Der Hinweis auf Michail Sygar geht total daneben, denn der Autor räumt selber ein, Putin persönlich nicht zu kennen. Außerdem bietet sein Buch keine belastbaren Fakten, sondern überwiegend subjektive Einschätzungen, wie es in derartigen Büchern nun mal üblich ist.

Frau Stöber versäumt bzw. vermeidet, inhaltlich auf unseren Vorwurf der Spekulation einzugehen. Sie weicht aus: „Die Formulierung ist wertungsfrei. Sie schließt nicht aus, dass auch andere Staatsführer enge Kontakte zueinander pflegen". Diese Bemerkung ist kindisches Leugnen eines offensichtlichen Fehlverhaltens, denn die Verwendung des Begriffs "Ziemlich beste Kumpel" in diesem Zusammenhang zeigt, dass es der Autorin nicht um wertungsfreie Informationen ging, sondern um Desinformation und Propaganda. Wir bleiben deshalb dabei: Stöber versuchte, mit Spekulationen zu denunzieren.

Barack Obama ist der US-Präsident, der während seiner Amtszeit die meisten Kriegstage auszuweisen hat (an 2663 Tagen, damit hatte er bereits im Mai den Rekordhalter George W. Bush übertroffen, so die New York Times)

Frau Stöber macht falsche Angaben von Obamas Militäraktionen. Der Friedensnobelpreisträger Barack Obama ist im Zuge des War Powers Resolution Public Law 93-148 verpflichtet, zweimal jährlich über laufende US-Militäraktionen im Ausland zu berichten. Im Dezember (2014) waren nach den Berichts-Ausführungen die US-Streitkräfte in sage und schreibe 14 Ländern im Kampfeinsatz.

Diese offenen und verdeckten Kriege der USA werden/wurden geführt u.a. in Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen, Somalia, Jemen, Kuba, Niger, Tschad, Uganda, Ägypten, Jordanien, Kosovo, Zentralafrikanische Republik und Tunesien. Insgesamt haben sich die Kriegskosten für 2015 voraussichtlich auf rund 585 Milliarden Dollar belaufen. Rechnet man alle Militärausgaben der USA zusammen, kommt man auf eine Summe von etwa 1 Billion Dollar.

Insgesamt entspricht das Militärbudget der USA dem von China, Russland, Großbritannien, Frankreich, Japan, Indien, Saudi-Arabien, Deutschland, Brasilien, Italien, Südkorea, Australien und Kanada zusammengetanommen (lt. Zahlen von 2012).

Das Pentagon betreibt weltweit mehr als 550.000 Anlagen in über 5.000 Militärbasen auf 28 Millionen Hektar, was fast der Fläche Italiens entspricht. Zwischen 700 und 1000 US-Militärbasen befinden sich in eroberten und alliierten Ländern.

Wie man angesichts dieser Fakten behaupten kann, dass "sich die USA - wie von Trump angedeutet - weiter als bereits unter Barack Obama aus der Welt zurückziehen würden", bleibt ein Rätsel der "Expertin" Stöber, ganz zu schweigen davon, dass unter Obama der Drohnenkrieg – mit einer vierstelligen Zahl an zivilen Opfern – forciert wurde.

Die "Expertin" behauptet weiter: "Der Einsatz in Libyen wurde von Frankreich und Großbritannien angeführt und von US-Truppen unterstützt." Auch das ist eine verzerrte Darstellung. Zitat aus der Wikipedia:

Die militärische Konfrontation der internationalen Streitkräfte begann dann am 19.3.2011 um circa 17:45 Uhr MEZ mit dem französischen Beschuss eines Militärkonvois und der Zerstörung von einigen Dutzend Artilleriewaffen in den Randbezirken der von Rebellen kontrollierten Stadt Bengasi, die zu diesem Zeitpunkt mit Flüchtlingen etwa 1 Mio. Menschen beherbergte. Später folgten Luftraumüberwachungen sowie Flugzeug- und Raketenangriffe auf militärische Ziele in Libyen.

Es folgte der Einsatz der US-amerikanischen und britischen Streitkräfte, die mehr als 110 Tomahawk-Marschflugkörper gegen Flugabwehranlagen des libyschen Regimes entlang der Küste abfeuerten. Diese Tomahawk-Marschflugkörper wurden abgefeuert von fünf Schiffen der United States Navy – USS Stout, USS Barry, USS Providence, USS Scranton und USS Florida – sowie von einem Schiff der Royal Navy, der HMS Triumph.

Warum Frau Stöber meint, dass die Brutalität des US-Vorgehens eine andere Gewichtung zukommt als das Vorgehen der Engländer und Franzosen, bleibt ihr Geheimnis. Obama deshalb als Friedensnobelpreisträger zu schonen, ist Geschichtsklitterei. Der einzige deutsche Regierungspolitiker, der demgegenüber Haltung und Anstand wahrte, war G. Westerwelle, der sich dem westlichen Terror gegen Libyen nicht anschloss.

Zum Einsatz der russischen und US-amerikanischen Truppen in Syrien lässt Frau Stöber ebenfalls transatlantisch zurechtgebogene Desinformationen wirken: Die USA haben seit Beginn des Syrien-Krieges Terroristen, extremistische Dschiadisten und mörderische Söldner politisch unterstützt, sie mit Geld, Waffen und Gerät versehen lassen und mit geheimdienstlichem Knowhow strategisch aufgewertet. Das mörderische Pack sollte die Drecksarbeit beim geplanten Sturz Assads machen. Diese Politik der USA war und ist völkerrechtswidrig. Nur dank der russischen Intervention mündete sie in einem Desaster für Washington. Die Russen handelten demgegenüber im Einklang mit dem Völkerrecht.

In der Ukraine hat Obama (völkerrechtswidrig) mit seiner Gehilfin Nuland den Sturz der gewählten Regierung unter Präsident Janukowitsch mitbetrieben. Nuland bekannte, dass dafür 5 MRD Dollar aufgewandt wurden.

Autorin Stöber hatte weiter ausgeführt: "Die autoritär regierende Führung der ölreichen Ex-Sowjetrepublik Aserbaidschan am Kaspischen Meer gilt als eine der korruptesten weltweit, was Trump nicht von Geschäften dort abhielt." Dazu hatten wir gesagt: "Sind die Geschäfte Berlins mit den Verbrechern in Saudi-Arabien besser als der Umgang Trumps mit dem Machthaber am Kaspischen Meer?" Die Ausführungen der Autorin haben übrigens mit dem Verhältnis Trumps zu Putin nichts zu tun. Sie sollen insinuieren, Trump sei ein Lump, weil er auch mit korrupten Regierungen kooperiere. Eine billige Masche, aber noch nicht billig genug, dass ARD-aktuell darauf verzichtete, sie zu stricken".

Auch hinsichtlich ihres schmutzig Exkurses ins Unsachliche zündet „Expertin" Stöber in ihrer Erwiderung Nebelkerzen: „Die Formulierung schließt nicht aus, dass andere Geschäftsleute und auch Staaten oder die EU Geschäfte mit Aserbaidschan betreiben oder sich beeinflussen lassen. Darüber habe ich ebenfalls berichtet." Was Frau Stöber in anderen Fällen dazu geschrieben hat, ist unerheblich. Hier ist entscheidend, dass sie versuchte, Trumps Geschäftsbeziehungen zu Aserbaidschan dazu zu nutzen, dem zukünftigen Präsidenten in der bei ARD-aktuell üblichen unsachlich-hinterhältigen Form etwas "anzuhängen".

Mit dem Hinweis auf die Wahlen liegt unsere "Expertin" ebenfalls falsch: Die Diskussion über angebliche russische Hacker ist der Versuch des Clinton-nahen Establishments, Trumps Wahl zu delegitimieren, ähnlich wie unsere Russenhasser in Deutschland Putins Legitimation nach jeder Wahl in Frage zu stellen versuchen. Sie entsprechen den Propagandaaktionen, für die unsere Expertin auch in anderen Zusammenhängen ein offenes Herz hat. Dass es sich bei Veröffentlichung der Clinton-E-Mails nicht um einen russischen „Hack“ sondern wahrscheinlich um ein ur-amerikanisches „Leck“ gehandelt haben dürfte, ist zum Beispiel bei den US-amerikanischen Fachleuten nachlesbar.

Und auch dies hier sollte endlich zur Kenntnis genommen werden:
http://www.zerohedge.com/news/2017-01-0 ... -fake-news

Dr. Gniffke meint, dass aus der Sicht von ARD-aktuell die Autorin "eindrucksvoll die Faktenlage für ihren Artikel präsentiert und alle Vorwürfe widerlegt hat". Diese Bemerkung unterstreicht die journalistische Anspruchslosigkeit des Chefredakteurs. Nicht umsonst braucht er einen Qualitätsmanager.

Möge nun der Rat sich mit der Angelegenheit befassen.

F. Klinkhammer, V. Bräutigam
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Maren

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Re: Trump und Putin - Ziemlich beste Kumpel

BeitragSo 12. Nov 2017, 13:59

Gesendet: Mittwoch, 08. November 2017 um 09:58 Uhr
Von: gremienbuero@ndr.de
Betreff: Ihre Programmbeschwerden

Sehr geehrter Herr Klinkhammer,
sehr geehrter Herr Bräutigam,

der Rundfunkrat hat sich in seiner Sitzung am 27.10.2017 mit Ihren nachfolgend aufgeführten
Programmbeschwerden befasst:

Programmbeschwerde vom 30.10.2016 über die Meldung „Abstimmung in New York: Russland
nicht mehr in UN-Menschenrechtsrat“ in der Sendung „Tagesschau“ vom 28.10.2016

Programmbeschwerde vom 12.11.2016 über den Artikel „UN-Bericht zur Lage in Syrien:
Aleppo droht Hungerkatastrophe" vom 10.11.2016 auf „tagesschau.de“

Programmbeschwerde vom 10.11.2016 über die Berichterstattung zur Wahl Donald Trumps
zum US-Präsidenten in der Sendung „Tagesschau“ vom 09.11.2016

Programmbeschwerde vom 14.11.2016 über die Artikel „Trump und die Medien: ‚Profiteur
einer veränderten Medienwelt‘“ vom 10.11.2016 und „Trumps Personalentscheidungen:
Einmal Establishment, einmal Brandstifter“ vom 14.11.2016 auf „tagesschau.de“

Programmbeschwerde vom 12.11.2016 und 14.11.2016 (korrigierte Fassung) über den Artikel
„Verhältnis zwischen Trump und Putin: Ziemlich beste Kumpel – vielleicht“ vom 10.11.2016
auf „tagesschau.de“


Programmbeschwerde vom 27.12.2016 über die Berichterstattung von ARD-aktuell über den
Konflikt in Syrien

Programmbeschwerde vom 27.12.2016 über die Berichterstattung von ARD-aktuell über den
Konflikt in Syrien und darüber, Fehler nicht eingeräumt und nicht korrigiert zu haben

Programmbeschwerde vom 11.01.2017 über die Berichterstattung von ARD-aktuell über
das Dreikönigstreffen der FDP

Mit den oben aufgeführten Programmbeschwerden hatten Sie sich an den Rundfunkrat des
Norddeutschen Rundfunks gewandt und einen Verstoß gegen den NDR-Staatsvertrag geltend
gemacht.

Nach intensiver Diskussion, der jeweils eine ausführliche Beratung im Programmausschuss bzw.
im Rechts- und Eingabenausschuss vorausgegangen war, und sorgfältiger Prüfung der
Sachverhalte weist der Rundfunkrat Ihre Programmbeschwerden zurück. Der Rundfunkrat kann in
keinem der oben genannten Fälle einen Verstoß gegen die für den NDR geltenden Rechtsvorschriften
feststellen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günter Hörmann
Vorsitzender NDR Rundfunkrat
_____________________________
NORDDEUTSCHER RUNDFUNK
Gremienbüro
Rothenbaumchaussee 132
20149 Hamburg
Tel. (040) 4156-3506
Fax (040) 4156-3452
E-Mail: gremienbuero@ndr.de
_____________________________

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