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Uli Hoeneß

Hier veröffentlichen wir externe Programmbeschwerden mit freundlicher Genehmigung der Beschwerdeführer. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in den Beschwerden thematisierten Anliegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Beschwerdeführer liegen und diese nicht automatisch die Meinung der Forenbetreiber wiederspiegeln.
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Maren

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Uli Hoeneß

BeitragMi 4. Jan 2017, 19:44

PB: Uli Hoeneß

Sehr geehrte Rundfunkräte, sehr geehrter Herr Intendant,

in verschiedenen Programmbeschwerden ging es darum, dass ARD-aktuell mit Penetranz und Ausdauer russophoben Journalismus präferiert, vorzugsweise auch dadurch, dass die Redaktion russlandfreundliche Einschätzungen und Verlautbarungen von prominenten deutschen Persönlichkeiten unter den Tisch fallen liess. Das war bei dem Prominenten-Appell Ende 2014 so, wie auch bei Äußerungen des Ex-Kanzlers Gerhard Schröder. Entweder gab es dafür angeblich keinen Sendeplatz oder aber die Äußerungen hatten nach Dr. Gniffkes Auffassung nur regional-lokale Bedeutung.

Nunmehr gibt es einen neuen Fall, wir sind gespannt, was jetzt als Rechtfertigung rüberkommt.

In einem Interview äußerte der Bayern München-Präsident Uli Hoeneß:

"....dass wir Deutsche Russland so extrem kritisieren und so herabwürdigend zur Seite schieben", sehe er mit großen Sorgen.

Hoeneß: "Mit Russen und Amerika Probleme annehmen"

"Mir ist durchaus bewusst, dass in Russland nicht nur Wohltäter arbeiten und Samariter beschäftigt sind, aber ich glaube, dass es klug wäre, sich zusammen mit den Russen und Amerika den Problemen dieser Welt anzunehmen", fordert der 64-Jährige in der "tz".Hoeneß dann: "Gerade in Deutschland gibt es seit Jahren eine große Anti-Russland-Stimmung, die ich für völlig falsch halte."

Diese Meldung war im Mainstream zu lesen:

http://www.focus.de/sport/fussball/fc-b ... 30972.html
https://www.welt.de/sport/fussball/bund ... ltung.html

ARD-aktuell blieb diesbetreffend stumm. Die russophobe Ausrichtung des Chefredakteurs verhinderten das Verbreiten dieser durchaus interessanten Nachricht an das deutsche Publikum, darunter nicht nur Fußball-Fans. Russen-Sympathie eines einflussreichen und beliebten Fußballers/Fussball-Funktionärs? Das geht gar nicht und muss verschwiegen werden, steht es doch gegen Gniffkes Hetzer-Position und gegen fehlende Qualität seines Programms (Stichwort: ein Qualitätsmanager wird nötig). Selbst die Verpflichtung zur Völkerverständigung in den Programmrichtlinien spielt da keine Rolle, auch sie bewirkt nicht, dass ein russlandfreundliches Zitat gebracht wird.....

F. Klinkhammer und V. Bräutigam
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Maren

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Re: Uli Hoeneß

BeitragMi 8. Mär 2017, 21:09

Betreff: Ihre E-Mail vom 03.01.2017

Sehr geehrter Herr Klinkhammer,
sehr geehrter Herr Bräutigam,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 03.01.2017. Sie warfen der Redaktion erneut eine russlandfeindliche Grundhaltung vor. Diese Vorwürfe weisen wir erneut als haltlos zurück. Ob wir über Interview-Äußerungen von Uli Hoeneß zum deutsch-russischen Verhältnis berichten, obliegt unserer redaktionellen Entscheidung. Beachten Sie dazu bitte folgenden Hinweis:

Jeden Tag wird bei ARD-aktuell aufs Neue darüber diskutiert und gerungen, über welche Ereignisse in welchem Umfang berichtet wird. Nachrichten zu machen, bedeutet stets, Nachrichten zu gewichten und eine Auswahl zu treffen, denn aus Tausenden von Meldungen muss zwangsläufig eine Auswahl getroffen werden. ARD-aktuell ist sich dieser Tatsache bewusst und wir gehen so verantwortungsvoll wie wir können damit um. Dabei sind wir keiner politischen Instanz, Partei oder sonstigen Interessengruppen verpflichtet. Das öffentlich-rechtliche ARD-Gemeinschaftsprogramm wird aus Rundfunkbeiträgen finanziert und arbeitet frei von staatlicher Einflussnahme. Ob und in welchem Umfang über ein Thema berichtet wird, hängt auch davon ab, was sich an dem jeweiligen Tag noch alles ereignet hat. So kommt es vor, dass bestimmte Begebenheiten an einem Tag Einzug in unser Nachrichtenangebot erhalten, an einem anderen Tag dagegen nicht. Die Relevanz eines Themas ist gewissermaßen relativ und kann nur im Zusammenhang mit anderen tagesaktuellen Themen bewertet werden.

Natürlich kann man geteilter Meinung darüber sein, für wie wichtig man welche Themen hält. Wir versichern Ihnen aber, dass wir uns tagtäglich bemühen, unsere Zuschauer möglichst umfassend über das Weltgeschehen zu informieren.
Mit freundlichen Grüßen

Christian Nitsche
Zweiter Chefredakteur ARD-aktuell
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Maren

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Re: Uli Hoeneß

BeitragMi 8. Mär 2017, 21:11

PB vom 03.01.2017 - Hoeneß

Sehr geehrte Damen und Herren des NDR-Rundfunkrates,

wir hatten an Sie die Beschwerde vom 03.1.2017 gerichtet und bekommen nun eine Textbaustein-Antwort der ARD-aktuell-Redaktion: Das entspricht nicht dem Verfahren des § 13 NDR-Staatsvertrag und der GO des Rundfunkrates.

Dass ARD-aktuell als kritisierte Redaktion die Rechtfertigung für das eigene Versäumnis liefert, ist Pille-Palle, es heisst: Es wird der Bock zum Gärtner gemacht. Die kritisierte Redaktion ist befangen, sie hatte schließlich eine Stellungnahme in eigener Sache abzugeben. Aufgrund des Subordinationsverhältnisses der Hauptabteilung ARD-aktuell zu ihrer Geschäftsleitung bleibt ihr zur Vermeidung von Nachteilen nur die Selbstrechtfertigung. Dass Sie als Rundfunkrat diese Prozedur nicht für unwürdig, sondern für angebracht und vertretbar halten, zeigt, wie naiv Sie in Medienfragen sind und wie wenig Sie darüberhinaus sich selbst ein eigenständiges, unabhängiges Urteil zubilligen.

Es ist eine lupenreine fake-news, wenn der stellvertretende Chefredakteur behauptet, ARD-aktuell betreibe keine Russlandhetze. Dass eine russlandfreundliche Äußerung von Uli Hoeneß durch die ARD-aktuell-Polit-Aktivisten unterdrückt wurde, passt geradezu perfekt ins Bild der penetrant geübten Russophobie.

Da Sie mittlerweile nahezu täglich Beschwerden über die fehlerhafte Arbeitsweise der ARD-aktuell erhalten, sind Sie offenbar - im Zusammenspiel mit der Staatskanzlei des niedersächsischen Ministerpräsidenten - bemüht, sich Arbeit damit vom Hals zu halten und die Protestschreiben einfach der Chefredaktion zur Beantwortung weiterzuschieben. Wir bewundern die juristische Spitzfindigkeit, mit der Sie diese Extratour zu rechtfertigen versuchen, halten sie allerdings für untauglich, Ihre Unfähigkeit zu gründlicher eigenständiger Prüfarbeit jeder einzelnen Eingabe zu verschleiern. Auf solche Mätzchen verfällt nur, wer entweder zu bequem oder überfordert ist, seine Kontrollfunktion zu erfüllen. So oder so: Es wirft kein gutes Licht auf Sie als Repräsentanten von Gewerkschaften, Umweltschutzorganisationen, Schriftstellerverband, Parteien, Arbeitgebern, Kirchen etc. pp. Es entbehrt nicht einer inneren Logik, dass Sie Programmbeschwerden auch nur hinter verschlossenen Türen beraten und Ihre Entscheidungen gegenüber der Öffentlichkeit auch nicht begründen.

Wir fordern Sie auf, bei Behandlung unserer Programmbeschwerde wenigstens formal das seit mehr als 30 Jahren übliche Verfahren einzuhalten.


F. Klinkhammer, V. Bräutigam
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Maren

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Re: Uli Hoeneß

BeitragDi 18. Apr 2017, 18:02

PB vom 3.1.17 Uli Hoeneß

Sehr geehrte Rundfunkräte,

die Betriebsblindheit des stellvertr. Chefredakteurs überrascht, falls er tatsächlich meint, der Vorwurf der Russenfeindlichkeit an die Redaktion sei haltlos. Von Doktor Gniffke bis zur Frau Virnich: Bei allen ist schon seit Jahren Russlandfeindlichkeit zum Prinzip erhoben. Der Hamburger Journalist Hermann Gremlitza (Konkret 4/17) hat die Umtriebe der deutschen Medien treffend beschrieben. Da auch Sie - die kopfnickenden Rundfunkräte - damit gemeint sind, empfehlen seine Bemerkungen Ihrer besonderen Aufmerksamkeit:

"Statt endlich Europa von Deutschland zu befreien oder wenigstens von seinen Exporteuren und deren Schutzstaffeln, befreien die Medien zum dritten Mal in hundert Jahren die Welt von Russland - immer mit guten, ja besten Gründen: 1914, unter ihrem glorreichen Kaiser, kämpften die Zeitungen gegen den »Zarendreck, Barbarendreck / Peitscht sie weg! Peitscht sie weg« (gedichtet von Alfred Kerr für die »Frankfurter Zeitung«, die seriöse Vorgängerin der seriösen Nachfolgerin »Frankfurter Allgemeine«), 1941, unter ihrem geliebten Führer, gegen den Bolschewismus der slawischen Untermenschen und seit ein paar Jahren, als »der freieste Staat in der deutschen Geschichte« (Zitat: alle), gegen Putin, den »Wiedergänger des Zarismus« (»Welt« und alle andern) und seinen bolschewistischen Barbarendreckskreml. Das heißt: immer in der gleichen Konstellation, immer im Bund mit den nationalistischen Polen, den Balten, den Ukrainern, immer im selben Aufmarschgebiet und mit dem guten Gewissen eines Wohltäters, der sein Leben für die Menschheit opfert. Und immer um dasselbe: das endlose Land, seine Schätze und Arbeitskräfte am deutschen Wesen genesen zu lassen beziehungsweise sich anzueignen. Es gibt, so der langen Rede kurzer Sinn, nicht den geringsten Grund, der Presse, ihrer Freiheit und ihren Freiern mit dem Respekt zu begegnen, den das Publikum dem Pfleger und der Krankenschwester schuldig bleibt. Die Medien sind Teil des gesellschaftlichen und des staatlichen Herrschaftsapparats. Die Moral, die sie für sich reklamieren, ist, wie’s beliebt: Fake News oder Lüge."

Im übrigen:

Das Unterdrücken wichtiger Meldungen gehört entgegen Ihrer Auffassung nicht zum freien Programmgestaltungsrecht einer Nachrichtenredaktion, sondern verstößt gegen folgende Programmrichtlinien:

"....politische Aussagen und Analysen sind ebenso wesentliche Bestandteile des Programms wie die Information über bisher unbekannte Sachverhalte und Zusammenhänge"

bzw. "...Berichterstattung und Informationssendungen haben den anerkannten journalistischen Grundsätzen, auch beim Einsatz virtueller Elemente, zu entsprechen."

Es ist damit klargestellt, dass "Informationen zu unbekannten Sachverhalten“wesentliche Programmteile sind und die sachadäquate und angemessene Auswahl von Meldungen für Nachrichtensendungen nach "journalistischen Grundsätzen“ zu erfolgen hat. Nachrichtenunterdrückung gehört zweifelsfrei nicht zu diesen Grundsätzen. Zu überprüfen, ob die Programmrichtlinien eingehalten wurden, gehört jedoch zu den originären Aufgaben Ihres Gremiums. Sie hingegen erklären sich für dazu nicht befugt und berufen sich auf Absprachen mit der staatlichen Rechtsaufsicht über den NDR. Wir fordern Sie auf, Ihre Rechtsauffassung unter Berücksichtigung unseres Widerspruchs zu begründen.

Mit höflichen Grüßen

F.Klinkhammer, V. Bräutigam

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