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HSH Nordbank

Hier veröffentlichen wir externe Programmbeschwerden mit freundlicher Genehmigung der Beschwerdeführer. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in den Beschwerden thematisierten Anliegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Beschwerdeführer liegen und diese nicht automatisch die Meinung der Forenbetreiber wiederspiegeln.
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Maren

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HSH Nordbank

BeitragDo 5. Jan 2017, 20:00

HSH Nordbank

Sehr geehrte NDR-Rundfunkräte, sehr geehrter Herr Intendant,

die Qualitätsjournalisten von ARD-aktuell produzieren und liefern täglich eine Menge Meldungen, bei deren Rezeption man sich fragt, welche Auswahlkriterien für sie sprachen. Am 09.12.2016 berichtete das Flaggschiff der ARD in Tagesschau.de zum Beispiel:

"Wie es um die Bestechung der Welt steht", "Wie gefährlich sind Filterblasen" und "Plattencover-Ausstellung".

Am selben Tag erklärte der Chef der Pleiten-Bank HSH Nordbank, Stefan Hermisch, auf einer Pressekonferenz, dass seine Bank nunmehr die Garantie von 10 Milliarden Euro der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein vollständig in Anspruch nehme. 1,9 MRD Euro wurden bereits eingesackt. Die Aussage ist vor dem Hintergrund des bekannt unverantwortlichen Finanzgebarens dieses Bankinstituts zu werten. Quellen dazu u.a.:

http://www.nachdenkseiten.de/
http://www.diedeutschenbadbanks.de/10-m ... rgarantie/
https://www.welt.de/regionales/hamburg/ ... ahler.html

Klartext: Der Chef der HSH Nordbank teilt erstmals offen mit, dass für die Versäumnisse dieser Bad-Bank die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden. 10 MRD Euro, das ist das zehnfache der Baukosten für das Eurograb Philharmonie,von der Summe könnte Hamburg zwanzig Jahre lang Sozialhilfe zahlen. Das hochverschuldete Schleswig-Holstein dürfte mit dieser Schuldenlast endgültig in die Knie gehen.

ARD-aktuell schweigt zu dem Skandal und verschweigt auch, dass die Vorstandsriege der Bank den Reedern kürzlich noch eine halbe Milliarde Schulden erlassen hatte.

http://www.newsdeutschland.com/n/Deutsc ... er-HSH.htm

An diesem Vorfall zeigt sich ein weiteres Mal, wie wenig der öffentlich-rechtliche Rundunk bereit und in der Lage ist, die ihm zugeschriebene Aufgabe der „Vierten Gewalt“ im Staate zu erfüllen, des kritischen Gegenparts der Öffentlichkeit zum Handeln der Staatsgewalten Gesetzgeber, Regierung und Justiz. Statt Konrolle von Politik und Wirtschaft zu praktizieren und zu demonstrieren, schläft ARD-aktuell vor sich hin oder betreibt eine völlig unkritische Hof-Berichterstattung.

ARD-aktuell hätte zwingend über die gigantische Inanspruchnahme der Steuerzahler durch eine Bad-Bank informieren müssen. Das Versäumnis ist ein Verstoß gegen die Programmrichtlinien.

F. Klinkhammer V. Bräutigam
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Maren

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Re: HSH Nordbank

BeitragSa 11. Mär 2017, 00:56

Von: publikumsservice@tagesschau.de
Betreff: Ihre Nachricht vom 05.01.2017

Sehr geehrter Herr Klinkhammer,
sehr geehrter Herr Bräutigam,

in Ihrer E-Mail vom 05.01.2017 kritisieren Sie die Nachrichtenauswahl auf tagesschau.de am 09.12.2016 und führen an, an diesem Tag hätte die Redaktion über eine Pressekonferenz des HSH Nordbank und die Ankündigung berichten müssen, dass das Geldinstitut die Staatsbürgschaften vollständig in Anspruch nehmen will. Gestatten Sie mir dazu zunächst folgende grundsätzlichen Anmerkungen:

Jeden Tag wird bei ARD-aktuell aufs Neue darüber diskutiert und gerungen, über welche Ereignisse in welchem Umfang berichtet wird. Nachrichten zu machen, bedeutet stets, Nachrichten zu gewichten und eine Auswahl zu treffen, denn aus Tausenden von Meldungen muss zwangsläufig eine Auswahl getroffen werden. ARD-aktuell ist sich dieser Tatsache bewusst und wir gehen so verantwortungsvoll wie wir können damit um. Dabei sind wir keiner politischen Instanz, Partei oder sonstigen Interessengruppen verpflichtet. Das öffentlich-rechtliche ARD-Gemeinschaftsprogramm wird aus Rundfunkbeiträgen finanziert und arbeitet frei von staatlicher Einflussnahme. Ob und in welchem Umfang über ein Thema berichtet wird, hängt auch davon ab, was sich an dem jeweiligen Tag noch alles ereignet hat. So kommt es vor, dass bestimmte Begebenheiten an einem Tag Einzug in unser Nachrichtenangebot erhalten, an einem anderen Tag dagegen nicht. Die Relevanz eines Themas ist gewissermaßen relativ und kann nur im Zusammenhang mit anderen tagesaktuellen Themen bewertet werden.

Natürlich kann man geteilter Meinung darüber sein, für wie wichtig man welche Themen hält. Über das Ihnen so am Herzen liegende Thema HSH Nordbank hat übrigens tagesschau.de kurze Zeit später mit einem ausführlichen Hintergrundartikel berichtet - und gerade auch den von Ihnen kritisierten Punkt aufgegriffen, dass offensichtlich die Rettung der deutschen Banken in der öffentlichen Diskussion keine Rolle mehr spielt. Ich möchte Ihnen diesen Beitrag empfehlen:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ba ... 5e673.html


Mit freundlichen Grüßen

Christian Nitsche
Zweiter Chefredakteur ARD-aktuell
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Maren

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Re: HSH Nordbank

BeitragSa 11. Mär 2017, 00:57

PB vom 05.01.2017-HSH

Sehr geehrte Rundfunkräte,

ARD-aktuell hat nach eigener Beurteilung natürlich wieder Recht, dass über den HSH-Skandal nicht berichtet wurde, führt dann aber einen Tagesschau.de -Beitrag an, der kurze Zeit nach der Programmbeschwerde gesendet wurde und sich mit dem HSH-Fall befasst. Diese Nitsche-Pirouette belegt nachhaltig wie die Gehirnwindungen von "Qualitäts-Journalisten" funktionieren und wie ausgeprägt die Rechthaberei das Denken beherrschen kann.

Vielleicht lassen Sie sich den Vorgang zur Warnung dienen, dass der bisherige arrogante Umgang Ihrer Redaktionsleitung mit Kritik aus dem Publikum längst überprüfungs- und änderungsbedürftig ist. Vielleicht auch lassen Sie in der Chefredaktion der Einsicht Raum, dass ARD-aktuell nicht immer Recht haben kann. Wir gehen allerdings nicht von einer so vernünftigen Reaktion Ihrerseits aus.

Mit höflichen Grüßen
F. Klinkhammer, V. Bräutigam

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