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Gniffke, Clapper und die Hacker

Hier veröffentlichen wir externe Programmbeschwerden mit freundlicher Genehmigung der Beschwerdeführer. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in den Beschwerden thematisierten Anliegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Beschwerdeführer liegen und diese nicht automatisch die Meinung der Forenbetreiber wiederspiegeln.
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Maren

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Gniffke, Clapper und die Hacker

Beitrag7. Januar 2017, 23:37

PB: Gniffke, Clapper und die Hacker

Programmbeschwerde: Hacker-Story nicht relativiert

http://www.tagesschau.de/multimedia/sen ... -4959.html

Sehr geehrte NDR Rundfunkräte, sehr geehrter Herr Intendant,

Zitat Gniffke: „Fehler muss man zugeben“. Das ist zu ergänzen: „... außer man ist ARD-aktuell-Chefredakteur. Dann muss man gar nicht. Es erweist sich zum Beispiel, dass es für die Tatarenstory der US-Geheimdienste und ihres Chefs Clapper über russisches Hacking im US-Wahlkampf keine Beweise gibt und der großangekündigte Enthüllungsbericht der Dienste eine einzige Blamage darstellt. Aber trotz dieses krachenden Offenbarungseids lässt Dr. Gniffke die 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau das Thema gnädig verschweigen und auch von den Tagesthemen die vormaligen Übertreibungen nicht richtigstellen:

Der künftige US-Präsident Trump will nach dem Regierungswechsel ein Sofortprogramm zur Abwehr von Cyberangriffen durchsetzen. Dies solle in den ersten drei Monaten seiner Amtszeit geschehen., sagte er nach einem Treffen mit US-Geheimdienst-Chefs. Auf das Ergebnis der Präsidentenwahl im November hätten solche Angriffe aber keine Auswirkungen gehabt. US-Geheimdienste hatten Russland beschuldigt- Hacker-Angriffe im Wahlkampf verübt zu haben.

Dass die Dienste außerstande waren, dafür Beweise vorzulegen, dass ARD-aktuell den schwachsinnigen Hype tagelang mitverbreitet hatte, wird nicht zugegeben, nicht erklärt. Immer noch nicht. „Fehler muss man zugeben“??? Es war, wie die US-Nachrichtendienst-Veteranen betonten, kein russischer Angriff von außen, sondern US-amerikanisches Weitersagen, ein „Leck", durch das die schändlichen E-Mails der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton bekannt wurden. Sie zeigten Korruption, Bestechlichkeit, intrigante Küchendiplomatie, schmierige private Kontakte, kriegswütige Aggressivität und weitere Schattenseiten der Clinton auf, was ihr natürlich potentielle Wähler abspenstig gemacht haben könnte. Die ARD-Gniffke-Gang aber spielte publizistisch lieber das schmutzige Spiel mit, daß nicht die Urheber von Nachrichten, sondern deren Enthüller die wahren Kriminellen sind. Eine Positionierung, die der Staatsvertrag über den NDR allerdings eindeutig nicht deckt.

Eine sachgerechte Darlegung über den Enthüllungsbericht der US-Geheimdienste und Distanzierung von der verirrten vorausgegangenen Berichterstattung seitens ARD-aktuell ist in deren Angeboten nicht zu finden, auch nicht auf der Internet-Seite tagesschau.de. Auf Suche nach ausreichender Information wird man nur bei alternativen Quellen fündig. Beispiele hier:

https://deutsche-wirtschafts-nachrichte ... n-blamage/

„Der Bericht der US-Geheimdienste über die angebliche russische Intervention in die US-Wahl ist eine einzige Peinlichkeit. ... Der Bericht wiederhole bekannte Anschuldigungen – ohne einen einzigen Beweis für die Behauptungen vorzulegen. Tatsächlich ist der Bericht eine einzige Blamage .... Doch der Bericht besteht im Grund aus einem Sammelsurium von Binsenweisheiten, die sich jeder Schüler in einer halbstündigen Internet-Recherche zusammensuchen kann. ...“

http://www.informationclearinghouse.info/46166.htm

Emails Were Leaked, Not Hacked - ...Worse still, some of the advice it offered led to a very alarmist false alarm about supposed Russian hacking ...

http://www.informationclearinghouse.info/46174.htm

Congress Grovels Before the CIA as it Escalates “Russian Hacking” Hysteria

http://www.informationclearinghouse.info/46173.htm

“Hacking” to influence election results? Ridiculous! ...It’s an evil invention of the evil losers of the evil Hillary camp, supported by a criminal departing President Obama ...

http://www.washingtonsblog.com/2017/01/ ... art-2.html

The main U.S. intelligence official pushing claims that Russia hacked the Democratic party is James Clapper, the Director of National Intelligence. But Clapper was responsible for a lot of the bogus intelligence which led to the Iraq war.

http://www.n-tv.de/politik/Die-US-Gehei ... 96711.html

Rundfunkrat und Intendant des NDR sind befugt, Anregungen fürs Programm zu machen. Wenn Sie, wie es bisher den Anschein hat, das ARD-aktuell-Angebot für faktengerechten und nötigenfalls sich selbst korrigierenden Qualitätsjournalismus halten, dann empfehlen Sie doch bitte auch gleich eine marktgerechte und kriegszielführende Verpackung. Aufschrift:

PUTIN HAT MASSENVERNICHTUNGSWAFFEN!

Mehr braucht es doch nicht. Sparen Sie uns Zeit! Dann reichen ein paar zusätzliche Photoshop-Grafiken aus, endlich über Moskau eine Flugverbotszone zu beantragen. Die NATO schickt ja schon ihre Panzerarmee an die russische Grenze. Mit einem robusten friedensmissionarischen Mandat der EU, versteht sich. Wie die hetzerische Berichterstattung von ARD-aktuell mit dem in den Programm-Richtlinien vorgesehenen Gebot der Völkerverständigung in Einklang zu bringen ist, bleibt ein Geheimnis.

Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer
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Maren

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Re: Gniffke, Clapper und die Hacker

Beitrag28. Januar 2017, 15:29

Von: l.marmor@ndr.de
Betreff: Ihre E-Mail vom 2. Januar 2017

Sehr geehrter Herr Klinkhammer,
sehr geehrter Herr Bräutigam,

in Ihrer E-Mail vom 2. Januar 2017 kritisieren Sie erneut die Berichterstattung von ARD-aktuell.

Ich habe die verantwortliche Redaktion von ARD-aktuell gebeten, zu Ihrer Kritik Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme finden Sie im Anhang.
Stellungnahme_Hacker_geschwärzt.pdf
(2.53 MiB) 108-mal heruntergeladen


Mit freundlichen Grüßen

Lutz Marmor

Intendant des Norddeutschen Rundfunks
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Re: Gniffke, Clapper und die Hacker

Beitrag28. Januar 2017, 15:30

PB vom 2. Januar 2017

Sehr geehrte Rundunkräte,

wenn ein Chefredakteur bei Beantwortung einer Programmbeschwerde über missbräuchliche Verwendung des Adjektivs „mutmaßlich" zeigt, dass er selbst der deutschen Sprache nicht mächtig ist - er kennt offenbar auch den Unterschied zwischen „mehrfach“ und „mehrmals“ nicht – kann er füglich nicht erwarten, dass seine Stellungnahme ernst genommen wird. Zu behaupten, es sei üblich, in der ersten Meldung der Tagesschau und im ersten Satz das Staatsoberhaupt Russlands nicht korrekt als „Präsident“ zu titulieren, sondern die Floskel „Kreml-Chef“ sei vertretbar, zeugt von der absoluten Diskussionsunfähigkeit dieses Herrn. Wir haben längst die Erfahrung gemacht, dass Dr. Gniffke sich keiner kritischen Argumentation als zugänglich erweist. Die von ihm zu verantwortetenden Sendungen zeigen die dementsprechenden Mängel auf. Möge der Rundfunkrat sich mit der Angelegenheite befassen. Dass er sich als verständiger erweist, erwarten wir allerdings ebenfalls nicht mehr.

V. Bräutigam, F. Klinkhammer
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Re: Gniffke, Clapper und die Hacker

Beitrag11. März 2017, 01:08

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind mit der Stellungnahme nicht einverstanden und halten den Vorwurf der Russlandhetze und des Programmverstoßes aufrecht.

Mit freundlichen Grüßen
F. Klinkhammer, V. Bräutigam
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Maren

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Re: Gniffke, Clapper und die Hacker

Beitrag11. Dezember 2017, 21:28

Von: gremienbuero@ndr.de
Betreff: Ihre Programmbeschwerden

Sehr geehrter Herr Klinkhammer,
sehr geehrter Herr Bräutigam,

der Rundfunkrat hat sich in seiner Sitzung am 01.12.2017 mit Ihren nachfolgend aufgeführten
Programmbeschwerden befasst:

Programmbeschwerde vom 03.11.2016 über den Artikel „Weitere Waffenruhe für Aleppo:
Moskau will Luftangriffe am Freitag aussetzen“ vom 02.11.2016 auf „tagesschau.de“

Programmbeschwerde vom 17.11.2016 über die Berichterstattung über den Internationalen
Strafgerichtshof in Den Haag in der Sendung „Tagesschau“ vom 16.11.2016

Programmbeschwerde vom 19.11.2016 über den Artikel „Koalition setzt Angriffe aus:
Brüchige Feuerpause im Jemen“ vom 19.11.2016 auf „tagesschau.de“

Programmbeschwerde vom 02.01.2017 über die Meldung „Nach Hacker-Vorwürfen:
Spannungen zwischen den USA und Russland“ in der Sendung „Tagesschau“ vom 30.12.2016

Programmbeschwerde vom 07.01.2017 über die Meldung „Treffen mit US-Geheimdiensten:
Trump will gegen Cyberangriffe vorgehen“ in der Sendung „Tagesthemen“ vom 06.01.2017


Programmbeschwerde vom 11.01.2017 über den Artikel „Russische Hacker am Werk? BSI
warnt Parteien vor Cyberangriffen“ vom 20.09.2016 auf „tagesschau.de“

Programmbeschwerde vom 05.02.2017 über die Ukraine-Berichterstattung von ARD-aktuell

Programmbeschwerde vom 15.02.2017 über die Berichterstattung auf tagesschau.de über
belagerte syrische Städte

Programmbeschwerde vom 21.02.2017 über die Berichterstattung von ARD-aktuell über die
Lage in Montenegro

Programmbeschwerde vom 26.02.2017 über die Berichterstattung auf tagesschau.de über
Äußerungen von Kanzlerkandidat Martin Schulz zur Agenda 2010

Mit den oben aufgeführten Programmbeschwerden hatten Sie sich an den Rundfunkrat des
Norddeutschen Rundfunks gewandt und einen Verstoß gegen den NDR-Staatsvertrag geltend
gemacht.

Nach intensiver Diskussion, der jeweils eine ausführliche Beratung im Programmausschuss bzw.
im Rechts- und Eingabenausschuss vorausgegangen war, und sorgfältiger Prüfung der
Sachverhalte weist der Rundfunkrat Ihre Programmbeschwerden zurück. Der Rundfunkrat kann in
keinem der oben genannten Fälle einen Verstoß gegen die für den NDR geltenden
Rechtsvorschriften feststellen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günter Hörmann
Vorsitzender NDR Rundfunkrat
_____________________________
NORDDEUTSCHER RUNDFUNK
Gremienbüro
Rothenbaumchaussee 132
20149 Hamburg
Tel. (040) 4156-3506
Fax (040) 4156-3452
E-Mail: gremienbuero@ndr.de
_____________________________

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