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ARD-aktuell: Kein Wort zu Gorbatschow

Hier veröffentlichen wir externe Programmbeschwerden mit freundlicher Genehmigung der Beschwerdeführer. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in den Beschwerden thematisierten Anliegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Beschwerdeführer liegen und diese nicht automatisch die Meinung der Forenbetreiber wiederspiegeln.
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Maren

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ARD-aktuell: Kein Wort zu Gorbatschow

BeitragDo 20. Apr 2017, 13:27

Sehr geehrte NDR-Rundfunkräte,

in vielen Programmbeschwerden geht es darum, dass ARD-aktuell in sehr ausgeprägter Art und Weise russophoben Journalismus betreibt. Dabei werden russlandfreundliche Einschätzungen und Verlautbarungen unter den Tisch gekehrt, (z. B. Prominenten-Appell April 2014) im gleichen Zuge wie Stimmen, die den Westen kritisieren ebenso unter den Tisch gekehrt werden.

Seit dem Beginn des militärischen Konfliktes in der Ukraine, und dem militärischen Eingreifen Russlands im September 2015 in Syrien ist ein zutiefst erschreckendes Ausmaß an Russlandhetze von ARD-aktuell zu verzeichnen. 2015 schrieb der stellvertretende Chefredakteur des Wochenmagazins STERN einen bemerkenswerten Beitrag, den sich vor allem der Chefredakteur von ARD-aktuell Dr. Gniffke mal durchlesen und genauso hinter die Ohren schreiben soll.

Ein Auszug daraus:

7.5.2015
"Umso beschämter war ich, als ich nun, im Ukrainekonflikt, lesen, sehen und hören musste, wie unbefangen junge Kollegen über einen neuen Krieg gegen Russland schwadronierten. So einseitig, so geschichtslos, so propagandistisch hatte ich das für undenkbar gehalten. VORNEWEG jene, die für Aufklärung stehen wollen,
Reporter ÖFFENTLICH-RECHTLICHER Sender."


So geht das bis heute.

Nun hat sich Michail Gorbatschow voller Sorge zu Wort gemeldet:

15.4.2017

"Es sind alle Anzeichen eines Kalten Krieges festzustellen"


"Michail Gorbatschow kritisiert, die deutsche Führung habe „eine Verschlechterung der Beziehungen“ zu Russland zugelassen. Außerdem betrachtet er mit Sorge, dass mancherorts ein Wettrüsten bereits im vollen Gange sei."
Gorbatschow weiter:

„Ich bin fest davon überzeugt, dass die Deutschen, die Menschen in Deutschland, keine neue Feindschaft mit den Russen wollen“, sagte der Friedensnobelpreisträger in einem Interview. "Wir dürfen nicht zulassen, dass das, was unsere beiden Nationen gemeinsam aufgebaut haben, zerstört wird.“

Eine Umfrage, die in Deutschland vor ein paar Monaten veröffentlicht wurde, zeigt, dass Gorbatschows Worte die Mehrheit der Deutschen interessiert. Fast 60 Prozent aller befragten Deutschen sagten, sie hätten Angst vor einem weiteren Weltkrieg.

Die bemerkenswerten Worte Gorbatschows wurden im Mainstream veröffentlicht:

https://www.welt.de/politik/deutschland ... ellen.html
http://www.huffingtonpost.de/2017/04/15 ... 26352.html
http://www.focus.de/wissen/mensch/gesch ... 65545.html
https://web.de/magazine/politik/gorbats ... s-32274546

Kein einziges Wort jedoch von ARD-aktuell darüber. Ausgerechnet. Wo der dafür verantwortliche Chefredakteur doch sonst so gerne damit argumentiert, die "anderen" haben es doch ebenso berichtet. Aber hier wird ja mal nicht gegen Russland gehetzt, was besonders ARD-aktuell "auszeichnet", wie es ja Hans-Ulrich Jörges auch so trefflich formuliert hat.

Kurzum: Hier handelt es sich um einen Verstoß gegen Programmrichtlinien im Rundfunkstaatsvertrag, wo es heißt:

"Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrages die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen."

"....politische Aussagen und Analysen sind ebenso wesentliche Bestandteile des Programms wie die Information über bisher unbekannte Sachverhalte und Zusammenhänge"

Bernhard Moser

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