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Tagesthemen-Ausgaben im Februar 2017: Anti-Trump-Tendenzberichterstattung

Hier veröffentlichen wir externe Programmbeschwerden mit freundlicher Genehmigung der Beschwerdeführer. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in den Beschwerden thematisierten Anliegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Beschwerdeführer liegen und diese nicht automatisch die Meinung der Forenbetreiber wiederspiegeln.
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Maren

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Tagesthemen-Ausgaben im Februar 2017: Anti-Trump-Tendenzberichterstattung

BeitragMo 12. Jun 2017, 20:23

Die abgehobene Tagesthemen-Berichterstattung

Februar 2017

Sehr geehrter Intendant Marmor,

wir haben, angeregt von der Harvard-Studie über die Anti-Trump-Tendenzberichterstattung der Mainstream-Medien, die Tagesthemen-Ausgaben im Februar 2017 auf ihre Schlagseite hin untersucht. Wir sehen unsere statistischen Ergebnisse nicht im Vergleich zu der besagten Studie, halten unser Zahlenmaterial für sich genommen aber auch für erhellend:

Die transatlantisch orientierte Berichterstattung (einschließlich aller Nachrichten über die NATO und die sog. Münchener Sicherheitskonferenz) belief sich auf 80 Minuten = 12 % der Gesamtzeit aller Februar TT-Sendungen. Es handelt sich um 34 Berichte und Nachrichten im Komplex mit US-Präsident Trump.

Nur ganz vereinzelt tauchten Nachrichten über das sonstige Geschehen in den USA (Glamour-Events und Sport) auf.

5 der 34 Berichte waren im Bezug auf Trump und seine Regierung neutral bzw. positiv. Sie drehten sich u.a. um die Besuche der deutschen Verteidigungsministerin und des deutschen Wirtschaftsministers in den USA und um die Forderung Trumps nach Erhöhung der Rüstungsaufgaben. Diesbezüglich war ein deutliches Wohlwollen erkennbar.

Die restliche Berichterstattung über Trump war kritisch-negativ, zwar sachlich nicht falsch, aber ersichtlich ausgesucht, um Zweifel an der politischen Kompetenz und Regierungsfähigkeit des US-Präsidenten zu verbreiten. Auch diese ständig negativ akzentuierte Berichterstattung hat Methode: Sie dient der Dämonisierung des Präsidenten. Dass das Ansehen der USA in der deutschen Bevölkerung inzwischen auf das Niveau des Ansehens Russlands „herunter berichtet“ wurde, ist eine der Folgen dieser Nachrichtengestaltung.

Der Glaubwürdigkeit der ARD-aktuell dient es wohl kaum, dass das das Trump "abmeiern" die Berichterstattung dermaßen dominiert.

Die Anstöße des „Harvard Kennedy School’s Shorenstein Center“ für die Journalisten, wie sie ihr arg ramponiertes öffentliches Ansehen wiederherstellen könnten, sollten auch die Redakteure von ARD-aktuell und die aller andren deutschen Mainstream-Medien beherzigen:

"Journalisten konzentrieren sich auf die Macht-Spielchen in Washington - wer ist gerade oben und wer ist unten, wer ist immer besser als andere, wer kann eine faszinierende Geschichte liefern. Am Ende des Tages ist das nur interessant für Polit-Junkies. Solch eine Berichterstattung ist zu weit entfernt vom Leben der US-Bürger, um sie zu lehren, dass das politische System nicht für sie da ist oder auch nur für sie spricht."


Dass ARD-aktuell auch für den ganz überwältigenden Teil der Bevölkerung in Deutschland nicht da ist, zeigen die weiteren Zahlen unserer kleinen Auswertung. Zum Thema Soziales (Arbeitskämpfe, Armut, Rente, Kinder) stellte Dr. Gniffke gerade einmal 12 Minuten Sendezeit (1,8%) für den ganzen Monat Februar zur Verfügung. In 36 Sekunden (0,2%) durften sich Bürger auch mal selbst äußern.

Regierungsverlautbarungen und Wirtschaftsnachrichten sind fester Bestandteil in den Tagesthemen.

Börsennachrichten, interessant für die Wohlbetuchten, gibt es werktäglich von Montag bis Donnerstag, das Sendevolumen hierfür war im Februar mit 17 Minuten rund 50 % höher als das über die soziale Situation der Gesamtbevölkerung. Das ist ein unbezweifelbarer Beleg dafür, dass und wie an den Interessen der Bevölkerung vorbei berichtet wird.

Wie heißt es so hübsch im Staatsvertrag über das ARD-Programmangebot:

„Die Programme und Angebote der ARD haben der Allgemeinheit einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. Die ARD soll hierdurch die internationale Verständigung, die europäische Integration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bund und Ländern fördern.“

Wir meinen, dass ARD-aktuell gegen diese Verpflichtung massiv verstößt.


F. Klinkhammer, V. Bräutigam
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Maren

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Re: Tagesthemen-Ausgaben im Februar 2017: Anti-Trump-Tendenzberichterstattung

BeitragDo 15. Jun 2017, 18:28

Betreff: Tagesthemen-Berichterstattung

Sehr geehrte Herren,

Herr Marmor hat mich gebeten, Ihnen eine Antwort zukommen zu lassen.

die von Ihnen zitierte Vorschrift aus dem Rundfunkstaatsvertrag bezieht sich auf das Gesamtprogramm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und nicht auf einzelne Sendungen. Ihre E-Mail wurde daher an die zuständige Redaktion abgegeben mit der Bitte um Kenntnisnahme und ggf. Berücksichtigung.

Der Vorgang ist damit abgeschlossen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Heiko Neuhoff
NORDDEUTSCHER RUNDFUNK
Justitiariat
Rothenbaumchaussee 132
20149 Hamburg
Tel.: 040/4156-2236
Fax: 040/4156-3172
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Maren

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Re: Tagesthemen-Ausgaben im Februar 2017: Anti-Trump-Tendenzberichterstattung

BeitragDo 15. Jun 2017, 18:30

Sehr geehrter Herr Dr. Neuhoff,

wo steht im Staatsvertrag, dass Programmbeschwerden sich nur gegen einzelne Beiträge richten können?

Mit freundlichen Grüßen

F. Klinkhammer, V. Bräutigam
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Maren

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Re: Tagesthemen-Ausgaben im Februar 2017: Anti-Trump-Tendenzberichterstattung

BeitragDi 4. Jul 2017, 21:59

Sehr geehrte Damen und Herren des Rundfunkrates,

in der Anlage finden Sie die bisherige Korrespondenz zwischen der "Leitung des Hauses" und uns, betreffend die Berichterstattung der "Tagesthemen" im Februar 2017. Wir meinen, dass es sich bei dem Vorgang um ein besonders deutliches Beispiel für Programmverstöße des NDR handelt. Erwartungsgemäß sehen das Intendant Marmor und sein juristischer Beistand aus dem Justiziariat anders (auch dort ist seit Prof. Berg und Dr. Hahn ein offensichtlicher Qualitätsverlust eingetreten).

Wir weisen Sie daraufhin, dass die Eingabe sehr wohl im Rundfunkrat zu behandeln ist, selbst dann, wenn es sich - entgegen unserer Auffassung - um keine Staatsvertragsverletzung handeln sollte.

In § 7 Ihrer GO NDR RR heisst es: ".... Bezieht sich die Eingabe allgemein auf die Programmgestaltung oder betrifft sie Programmfragen von grundsätzlicher Bedeutung, erfolgt die Beratung im Programmausschuss...." Sicherlich werden Sie nicht bestreiten wollen, dass es sich bei einer Eingabe auf der Grundlage einer Programmbeobachtung von 28 Tagen mindestens um eine Eingabe handelt, die die Programmgestaltung betrifft und deshalb auch vom Programmausschuss zu behandeln ist.

Eine Anmerkung: Wir finden es absurd, wie Sie und die NDR-Leitung sich verhalten; dass Sie als "Vertreter der Allgemeinheit“ in dieser Form zum weiteren Glaubwürdigkeitsverlust des öffentlich-rechtlichen Rundfunks beitragen, scheint Sie wenig zu stören. Kritik mit juristischen Tricks und Spitzfindigkeiten entgegenzutreten statt sich in der Sache ernsthaft und gewissenhaft damit auseinanderzusetzen ist ein Zeichen fehlender Souveränität und ein unausgesprochenes Schuldeingeständnis.

Besonders peinlich für Sie, dass die oft gescholtenen russischen Medien unsere Programmbeschwerden nutzen, um Sie öffentlich vorzuführen. Ein Vorbild für russische Medien ist ARD-aktuell offensichtlich nicht.

https://deutsch.rt.com/inland/53286-pro ... ter-jemen/

Mit freundlichen Grüßen

F. Klinkhammer, V. Bräutigam

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