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Eingabe: Trump - May

Hier veröffentlichen wir externe Programmbeschwerden mit freundlicher Genehmigung der Beschwerdeführer. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in den Beschwerden thematisierten Anliegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Beschwerdeführer liegen und diese nicht automatisch die Meinung der Forenbetreiber wiederspiegeln.
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Maren

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Eingabe: Trump - May

Beitrag1. Dezember 2017, 22:27

Eingabe: Trump - May

https://www.tagesschau.de/ausland/trump ... g-105.html
https://www.tagesschau.de/multimedia/au ... 49653.html
https://www.tagesschau.de/ausland/trump ... g-101.html

Sehr geehrte Rundfunkräte,

wieder einmal versuchen "Gniffke & friends" dem werten Publikum zu verklickern, wie doof und ungeschickt der US-Präsident Trump sich der Weltöffentlichkeit über Twitter zu präsentieren pflegt, als ob es nicht alle Welt längst begriffen hätte. Diesmal war es die ausgiebige Berichterstattung über eine Meinungsverschiedenheit zwischen Trump und der britischen Premierministerin May, die den begrenzten Sendeplatz von ARD-aktuell noch mehr verengte. Gleich dreimal wurden die "Kunden" mit einer Nachricht belästigt, die selbst bei denkbar großzügiger Auslegung nicht als "Weltnachricht" begriffen werden konnte, zumal sie nullkommakeinen Neugkeitswert angesichts der seit Monaten fast gepflegten monothematischen Berichterstattung über Trump als veritablen Dösbaddel und Widerling.

Es ging bei dem nebensächlichen kleinen Zoff um die mediale Unterstützung von Seiten Trumps für eine englische rechtsradikale Aktivistin, die mit drei Videos gegen die vermeintliche Grausamkeit von Muslimen agitierte, ein rassistisch motivierter Vorfall, der in allen Ländern der "Westlichen Wertegemeinschaft“ mittlerweile Normalität ist, im allgemeinen aber nur geringe Aufmerksamkeit genießt, weil bei ständiger Erwähnung derartiger Vorfälle zu befürchten ist, dass der News-Effekt sich abnützt. Warum die Meldung dennoch gleich dreimal Eingang in ARD-aktuell-Nachrichten fand, bleibt ein Rätsel, zumal Dr. Gniffkes ehernes Nachrichten-Auswahlprinzip von ihm selbst so beschrieben wird:

"Jeden Tag wird bei ARD-aktuell aufs Neue darüber diskutiert und gerungen, über welche Ereignisse in welchem Umfang berichtet wird. Nachrichten zu machen, bedeutet stets, Nachrichten zu gewichten und eine Auswahl zu treffen, denn aus Tausenden von Meldungen muss zwangsläufig eine Auswahl getroffen werden. ARD-aktuell ist sich dieser Tatsache bewusst, und wir gehen so verantwortungsvoll wie möglich damit um. Dabei sind wir keiner politischen Instanz, Partei oder sonstigen Interessengruppen verpflichtet. Das öffentlichrechtliche ARD-Gemeinschaftsprogramm wird aus Rundfunkbeiträgen finanziert und arbeitet frei von staatlicher Einflussnahme."

Da stellt sich die Frage: Was für Ringkämpfe müssen in der Redaktion stattgefunden haben, bis sie zu dem Ergebnis kam, das genannte Thema gleich dreimal (und auf so kindische Weise) aufzugreifen? Selbstverständlich hätte die Meldung auch in den Rang einer "Weltnachricht“ gebracht werden können, wenn ARD-aktuell professionell mit ihr umgegangen wäre:

Gezeigt wird in einem der Videos, wie ein Muslim eine Marienfigur zerstört.

Hätten Gniffke & Friends genau hingeschaut und sich tatsächlich als "Qualitätsjournalisten" bewährt, so wäre ihnen aufgefallen, dass es sich bei dem Muslim um Sheik Omar Raghba gehandelt hat, der am 23.10. 2013 in Jakubija, nahe der dschihadistisch beherrschten syrischen Stadt Idlib, die Marien-Statue zerstörte. Er gehörte zur von den USA unterstützten "Freien Syrischen Armee", trug jedenfalls deren Kleidung. Vermutlich wechselte er später zum IS.

https://www.youtube.com/watch?v=f8HrBOfSp54
https://twitter.com/oryxspioenkop/statu ... 1961450499

In der Region um Idlib wohnten viele Christen, die flüchten mussten, als "moderate Rebellen" wie Sheik Omar Raghba dort auftauchten und ihr Unwesen trieben, Terroristen also, die jahrelang von Gniffke, Schwenck und Co. als heldenhafte Opponenten gegen das "Assad-Regime" gefeiert wurden.

Das Video beweist nicht, wie die rechtsorientierte englische Aktivistin zu suggerieren versucht, dass alle Muslime gewalttätig sind. Aber es macht deutlich, mit welchem Gesocks die "Westliche Wertegemeinschaft“ (medial unterstützt von der ARD) in Syrien jahrelang paktiert hat.

Hierauf aufmerksam zu machen und die jahrelange prowestlich-propagandistische Berichterstattung als schweren Fehler einzugestehen wäre in diesem Fall journalistisch geboten gewesen. Die Geschichte als Streit mit Premier May dem Trump hinten an den Frack zu kleben und ihn als Blödmann vorzuführen, wird den Vorgängen in keiner Weise gerecht, entspricht allerdings dem Stil von ARD-aktuell.

Hier wurde eindeutig gegen journalistische Grundsätze verstoßen, denen die Nachrichtengebung laut Staatsvertrag zu folgen hat. Mit Blick auf die desinformierenden Passagen und das Weglassen wesentlicher Hinweise und Informationen ist ein Verstoß gegen die Programmrichtlinien nicht zu leugnen.

Freundliche Grüße

F. Klinkhammer, V. Bräutigam
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Maren

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Re: Eingabe: Trump - May

Beitrag9. Januar 2018, 19:56

Betreff: Ihre E-Mail

Sehr geehrter Herr Klinkhammer,
sehr geehrter Herr Bräutigam,

in Ihrer E-Mail vom 1. Dezember 2017 kritisieren Sie erneut die Berichterstattung von ARD-aktuell.

Ich habe die verantwortliche Redaktion gebeten, zu Ihrer Kritik Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme finden Sie im Anhang.
Stellungnahme-Twitterstreit.pdf
(1.41 MiB) 40-mal heruntergeladen


Aus meiner Sicht liegt kein Verstoß gegen die Programmgrundsätze des NDR oder sonstige Vorschriften vor. Durch die Übersendung dieser Stellungnahme bringe ich dies zum Ausdruck.

Mit freundlichen Grüßen

Lutz Marmor

Intendant des Norddeutschen Rundfunks
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Maren

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Re: Eingabe: Trump - May

Beitrag9. Januar 2018, 19:57

Sehr geehrte Rundfunkräte,

die Stellungnahme des NDR belegt erneut, wie ungenau und einseitig die Hauptabteilung ARD-aktuell mit Nachrichten umgeht. Der Chefredakteur schreibt:

"Dass es sich bei dem Mann auf einem der Videos, der eine Marienstatue zerstört, um Sheik Omar Raghba handele, ist - anders als die Beschwerdeführer erklären - keine Tatsache, sondern wurde u. a. von dem britischen rechtsgerichteten Aktivisten Tommy Robinson auf Twitter behauptet. Belege gibt es dafür nicht, die Echtheit der Videos ist insgesamt nicht belegt."

Mit dieser Formulierung versucht Dr. Gniffke den Eindruck hervorzurufen, wir würden uns bei unseren Beschwerden auf rechtsradikale Quellen stützen. Dieser Diffamierungsversuch ist typisch. Er hat das Ziel, Kritik von vorherin zu delegitimieren. Es ist ein ebenso typisches wie letztlich unergiebiges Mittel der Vertreter des "Rudeljournalismus", die eigene Deutungshoheit zu erhalten.

Besonders unverfroren ist der Versuch deshalb, weil Dr. Gniffke das deutsche Fernsehpublikum selbst jahrelang mit Informationen aus unglaubwürdigen und einseitigen Quellen wie die Syrische Beobachtungsstelle oder das terror-nahe Aleppo-Medien-Center über den Syrienkrieg gefüttert und manipuliert hat. Keine der fraglichen Informationen wurde in all den Jahren auf ihre Echtheit hin überprüft. Gniffke und Schwenck räumten das gelegentlich sogar selbst ein, es hinderte sie aber nicht daran, mögliche Falschinformationen in Deutschland an ein Millionen-Publikum zu verbreiten.

Dass es sich bei dem Mann auf einem der Videos, der eine Marienstatue zerstört, um Sheik Omar Raghba handelte, ist am 23.10.2013 von der MEMRI verbreitet worden

Als nach eigenen Angaben unabhängige Nichtregierungsorganisation wurde MEMRI 1998 in den USA mit Sitz in Washington, D.C. von der jüdischen Amerikanerin Meyrav Wurmser und dem Israeli Yigal Carmon gegründet. Meyrav Wurmser ist eine neokonservative Beraterin rechter israelischer und amerikanischer Politiker und Yigal Carmon ist ehemaliger Offizier des israelischen Geheimdienstes.

Gemessen an den journalistischen Standards von ARD-aktuell ist diese Quelle mehr als glaubwürdig, so dass für Dr. Gniffke kein vernünftiges Aurgmuent bleibt, die Information über Sheik Omar Raghba ernsthaft anzuzweifeln.

Über den Trump-Quatsch in der nervigen Breite zu berichten zeigt, wie weit ARD-aktuell sich von den Grundsätzen des seriösen Journalismus entfernt und sich dem Bouelvard-Journalismus angeglichen hat.

Wir bleiben bei unserem Vorwurf des Verstoßes gegen die NDR-Programm-Richtlinien.

Mit freundlichen Grüßen

F. KLinkhammer, V. Bräutigam
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Maren

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Re: Eingabe: Trump - May

Beitrag21. Januar 2018, 00:37

Von: gremienbuero-beschwerden@ndr.de
Betreff: Ihre Programmbeschwerde vom 01.12.2017 / Ihr Schreiben vom 08.01.2018

hre Programmbeschwerde vom 01.12.2017 über die Berichterstattung über Differenzen zwischen Trump und May auf tagesschau.de vom 29./30.11.2017


Sehr geehrter Herr Klinkhammer, sehr geehrter Herr Bräutigam,

die o.g. Beschwerde habe ich an den Rechts- und Eingabenausschuss des Rundfunkrates mit der Bitte um Beratung überwiesen.

Der Rechts- und Eingabenausschuss wird sich voraussichtlich in einer seiner nächsten Sitzungen mit Ihrem Anliegen befassen.
Die abschließende Beratung erfolgt voraussichtlich in der darauffolgenden Sitzung des Rundfunkrates.

Über das Ergebnis der Beratungen werde ich Sie unterrichten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günter Hörmann
Vorsitzender NDR Rundfunkrat
_____________________________
NORDDEUTSCHER RUNDFUNK
Gremienbüro

Rothenbaumchaussee 132
20149 Hamburg
Tel. (040) 4156-3506
Fax (040) 4156-3452
E-Mail: gremienbuero-beschwerden@ndr.de
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