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IGLU-Berichterstattung

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Maren

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IGLU-Berichterstattung

Beitrag9. Dezember 2017, 13:52

Eingabe: IGLU-Berichterstattung

https://www.tagesschau.de/multimedia/se ... 23061.html
https://www.tagesschau.de/multimedia/po ... 49845.html
https://www.tagesschau.de/multimedia/vi ... 53611.html
https://www.tagesschau.de/multimedia/po ... 49845.html


Sehr geehrte Rundfunkräte,

wie ungenau und desinformativ ARD-aktuell mit Fakten umgeht, zeigt die Redaktion wieder einmal auf Tagesschau.de in der Berichterstattung über das desaströse Abschneiden von Viertklässlern in der IGLU-Studie über die Lesekompetenz deutscher Grundschüler im internationalen Vergleich:

In einem Beitrag wird getitelt: "Studie: Deutsche Grundschüler fallen beim Lesen zurück".

Im zweiten Beitrag dagegen: "Iglu-Studie: Deutsche Viertklässler verbessern sich nicht".

Im Kommentar des WDR wird dagegen Tacheles geredet und die IGLU-Studien-Ergebnisse werden als das bezeichnet was sie sind: Eine staatlich verursachte Katastrophe.

Damit stellt sich die Frage, was das Nebeneinanderstellen und die unterschiedlichen Bewertungen beim Zuschauer auslösen und zu welcher „selbständigen“ Meinungsbildung sie führen sollen, da sie doch nichts anderes sind als Nebelwerferei und Schönrednerei.

Es wird einerseits behauptet, die Lesefertigkeiten seien gegenüber 2001 konstant geblieben, aber zwanzig Nationen seien im internationalen Vergleich "an Deutschland vorbeigezogen". Im anderen Beitrag ist die Rede davon, dass Viertklässler sich nicht verbessert hätten, obwohl Experten (z.B. Prof. Bos) von "einer einzigen Schande" reden und auch der Kommentar der WDR-Redakteurin dieser Kritik (zu Recht) nicht nachsteht.

Zu vermuten ist, dass ARD-aktuell sich wieder einmal aufgefordert sah, Staatsfunkaufgaben wahrzunehmen und Kritik abzufangen, indem sie desinformierte und relativierte, um das bildungspolitische Desaster der dafür Verantwortlichen nicht gar zu deutlich werden zu lassen. Erkennbar wird das auch an dem Hinweis in der Hauptausgabe der Tagesschau (5.12.17), dass Zuwandererkinder das Ergebnis beeinflusst hätten – als ob das in früheren Jahren anders gewesen wäre. Hier scheint bereits etwas von der Ideologie der AfD – möglicherweise unbewusst - abgefärbt zu sein: Ausländer haben an allem Schuld.

Was weiter an dem Beitrag auffällt: Es wird mit keinem Wort erwähnt, dass das von ARD-aktuell zum Feindstaat erkorene Russland im Ranking der 50 Nationen Platz 1 belegt und Putins Bildungsexperten mit ihren Panzertorten-Events die Merkel-Republik damit um Längen abhängt haben. Diese auffällige Verschwiegenheit ist eine Peinlichkeit für sich. "Gniffke and friends", ständig um ein wie auch immer geartetes Putin-Bashing bemüht, drehen hier eine kleine Extra-Runde, sie unterschlagen einfach eine wesentliche Information über die IGLU-Studie. Man stelle sich vor: Merkel-Deutschland hätte Platz 1 erreicht und und Putin-Russland wäre auf Platz 26 gelandet. Das russophobe Triumphgeheul des Moskauer ARD-Studios mit Adler, Lielischkies, Krause, Virnich und Atai wäre auch ohne elektronische Übertragung nach Deutschland hierorts unüberhörbar gewesen.

Der Beitrag verstößt gegen das Gebot, sachlich, umfassend und unabhängig zu berichten.


Freundliche Grüße

F.Klinkhammer, V. Bräutigam
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Maren

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Re: IGLU-Berichterstattung

Beitrag8. Januar 2018, 20:16

Betreff: Ihre E-Mail

Sehr geehrter Herr Klinkhammer,
sehr geehrter Herr Bräutigam,

in Ihrer E-Mail vom 8. Dezember 2017 kritisieren Sie erneut die Berichterstattung auf tagesschau.de.

Ich habe die verantwortliche Redaktion von ARD-aktuell gebeten, zu Ihrer Kritik Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme finden Sie im Anhang.
Stellungnahme_IGLU_geschwärzt.pdf
(778.83 KiB) 88-mal heruntergeladen


Aus meiner Sicht liegt kein Verstoß gegen die Programmgrundsätze des NDR oder sonstige Vorschriften vor. Durch die Übersendung dieser Stellungnahme bringe ich dies zum Ausdruck.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Arno Beyer
Stv. Intendant
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Norddeutscher Rundfunk
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Maren

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Re: IGLU-Berichterstattung

Beitrag8. Januar 2018, 20:18

Sehr geehrte Rundfunkräte,

die Stellungnahme des NDR stellt uns nicht zufrieden, weil auf die zentralen Vorwürfe nicht eingegangen wird. Wir hatten ausgeführt:

"In einem Beitrag wird getitelt: "Studie: Deutsche Grundschüler fallen beim Lesen zurück".

Im zweiten Beitrag dagegen: "Iglu-Studie: Deutsche Viertklässler verbessern sich nicht"....

Damit stellt sich die Frage, was das Nebeneinanderstellen und die unterschiedlichen Bewertungen beim Zuschauer auslösen und zu welcher „selbständigen“ Meinungsbildung sie führen sollen, da sie doch nichts anderes sind als Nebelwerferei und Schönrednerei."

Der NDR sieht in diesen unterschiedlichen Darstellungen keinen Widerspruch und kein Problem für das Verständnis der Zuschauer- und Zuschauerinnen. Wir sehen das anders, so dass wir keine Veranlassung sehen, von unserer Kritik abzuweichen.

Auch unsere Kritik an den Ausführungen zur Lesefertigkeit von Zuwandererkindern ist nicht widerlegt, da es keinen Sinn macht, diesen Nebenaspekt in einer Hauptnachrichtensendung besonders zu erwähnen. Offensichtlich ging es ARD-aktuell darum, die politisch Verantwortlichen vor Kritik zu schützen und Sündenböcke für das schlechte Ergebnis zu finden. Diesmal mit einer Prise AFD-Geschmack. Die Ausführungen Dr. Gniffkes widerlegen unsere Kritik nicht.

Weiterhin hatten wir ausgeführt:

"Es wird mit keinem Wort erwähnt, dass das von ARD-aktuell zum Feindstaat erkorene Russland im Ranking der 50 Nationen Platz 1 belegt und Putins Bildungsexperten mit ihren Panzertorten-Events die Merkel-Republik damit um Längen abhängt haben. Diese auffällige Verschwiegenheit ist eine Peinlichkeit für sich. "Gniffke and friends", ständig um ein wie auch immer geartetes Putin-Bashing bemüht, drehen hier eine kleine Extra-Runde, sie unterschlagen einfach eine wesentliche Information über die IGLU-Studie. Man stelle sich vor: Merkel-Deutschland hätte Platz 1 erreicht und und Putin-Russland wäre auf Platz 26 gelandet. Das russophobe Triumphgeheul des Moskauer ARD-Studios mit Adler, Lielischkies, Krause, Virnich und Atai wäre auch ohne elektronische Übertragung nach Deutschland hierorts unüberhörbar gewesen."

Dr. Gniffke redet sich in diesem Fall also damit heraus, dass die Sendung einen anderen Fokus gehabt habe. Klar: Um Ausreden ist der Herr Chefredakteur nie verlegen, wenn es um die Tarnung seiner hetzerischen Russland-Berichterstattung geht. Wir meinen: Es ist lächerlich, über eine internationale Vergleichs-Studie in verschiedenen Formaten zu berichten und nicht mindestens zu erwähnen, wer die Nr.1 des Rankings war. Dümmer gehts nimmer.

Wir bleiben bei unserem Vorwurf, dass gegen bestehende Programmrichtlinien verstoßen wurde.

Mit freundlichen Grüßen

F. Klinkhammer, V. Bräutigam
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Maren

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Re: IGLU-Berichterstattung

Beitrag21. Januar 2018, 00:57

Von: gremienbuero@ndr.de
Betreff: Ihre Programmbeschwerde vom 08.12.2017 / Ihr Schreiben vom 08.01.2018

Ihre Programmbeschwerde vom 08.12.2017 über die Berichterstattung auf tagesschau.de über die Veröffentlichung der IGLU-Studie


Sehr geehrter Herr Klinkhammer, sehr geehrter Herr Bräutigam,

die o.g. Beschwerde habe ich an den Programmausschuss des Rundfunkrates mit der Bitte um Beratung überwiesen.

Der Programmausschuss wird sich voraussichtlich in einer seiner nächsten Sitzungen mit Ihrem Anliegen befassen.
Die abschließende Beratung erfolgt voraussichtlich in der darauffolgenden Sitzung des Rundfunkrates.

Über das Ergebnis der Beratungen werde ich Sie unterrichten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günter Hörmann
Vorsitzender NDR Rundfunkrat
_____________________________
NORDDEUTSCHER RUNDFUNK
Gremienbüro

Rothenbaumchaussee 132
20149 Hamburg
Tel. (040) 4156-3506
Fax (040) 4156-3452
E-Mail: gremienbuero-beschwerden@ndr.de
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