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Buhrufe wichtiger als Inhalte

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Maren

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Buhrufe wichtiger als Inhalte

Beitrag1. Februar 2018, 21:05

Sehr geehrte Rundfunkräte,

ARD-aktuell hat erneut unter Beweis gestellt, dass Trump zu ihren Lieblingsopfern gehört und bei Auswahl und Präsentation von Beiträgen über ihn das gemacht, was diese Redaktion besonders gut kann: Dämonisieren, Manipulieren, Aufbauschen, Meinung machen. Dabei übersieht sie, dass es ihre gesetzliche Aufgabe ist, objektiv und fair über wichtige Ereignisse zu berichten. Dass im Rundfunkstaatsvertrag sogar der hehre Begriff der Wahrheitsverpflichtung steht, man mag es schon gar nicht mehr mit aufzählen.

Wie das Medienmagazin "Meedia" nun berichtete, war das Gniffke-Qualitätsjournalistenteam der Versuchung erlegen, mit Manipulationen die Unbeliebtheit des amerikanischen Präsidenten beim deutschen Publikum zu verstärken.

http://meedia.de/2018/01/29/tagesschau- ... raezision/

Die „Tagesschau“ hat in ihrem Social Media-Kanälen in einem O-Ton-Ausschnitt zu Donald Trumps Auftritt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Buhrufe aus dem Publikum lauter gemischt, um sie deutlicher hörbar zu dokumentieren.

Gniffkes Rudeljournalisten-Kumpan Julian Reichelt (BILD) sagte dazu:

"Die Tagesschau hilft ein bisschen nach, damit Buh-Rufe gegen Trump lauter und deutlicher zu hören sind. Klare Grenzüberschreitung bei einer Nachrichtensendung, Und schwer vorstellbar, dass Sie dasselbe bei Applaus getan hätten."


Wir haben verschiedene Sendungen gecheckt, konnten aber nirgends feststellen – auch bei Merkel-Auftritten nicht -, dass der Ton bei Buhrufen verstärkt worden wäre. Man muss deshalb davon ausgehen, dass das Sound-Manöver eine besondere Manipulation war, die sehr bewusst gegen Trump verwendet wurde. Sie war, wie fast die gesamte Trumpberichterstattung bisher, ein Beleg für einseitige und parteiische Berichterstattung, zu der ARD-aktuell als Nachrichtensendung nicht berechtigt ist. Auch nicht bei einem Politiker, den man aus guten Gründen für problematisch hält.

Typisch ist Gniffkes Reaktion und sein Reinwaschungsversuch. Anstatt einzuräumen, dass die Tonverstärkung ein Fehler war, versucht er, sich mit ungeeigneten Vergleichen ( rote Kreise und Bilder) herauszureden. Insoweit verweisen wir auf "Meedia“. Statt einfach einmal zuzugeben, dass sich seine Redaktion wahrlich kein Ruhmesblatt erworben hat und Besserung bzw. Ausschluss von Wiederholungen zu geloben, wird „erklärt“ und finassiert, bis sich die Balken biegen. Eine unappetitliche Zurschaustellung uneingestandener Rechthaberei.

Besonders peinlich das Blog-Schlusswort des Chefredakteurs, eine betonte Bezugnahme auf Selbstverständlichkeiten, die ihn selbst als diskurswillig herausstreichen soll: „Ich finde es gut, dass wir solche Dinge offen diskutieren. Und die ‚Tagesschau‘ muss ihre Arbeitsweise immer wieder offenlegen und sich bei Fragen oder Kritik dem Diskurs stellen“. Völlig zu Recht kommentiert "Meedia": "Das ist gut und richtig. Noch besser wäre es, man würde aus Fehlern der Vergangenheit lernen." Insoweit wird auf Bild-Manipulatonen früherer Beiträge von Gniffke verwiesen:

http://meedia.de/2014/11/18/angeblich-e ... itiker-ab/
http://meedia.de/2015/01/14/die-tagessc ... auer-wird/

Wir sind der Auffassung, dass auch in diesem Fall gegen die Programmrichtlinien verstoßen wurde.

Mit freundlichen Grüßen

F. Klinkhammer, V. Bräutigam
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Maren

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Re: Buhrufe wichtiger als Inhalte

Beitrag7. März 2018, 21:20

Von: l.marmor@ndr.de
Betreff: Ihre E-Mail

Sehr geehrter Herr Klinkhammer,
sehr geehrter Herr Bräutigam,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 1. Februar 2018. Sie kritisieren darin die Berichterstattung von ARD-aktuell zur Trump-Rede in Davos.

Ich habe die verantwortliche Redaktion gebeten, Ihre Kritikpunkte zu prüfen und dazu Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme finden Sie im Anhang.
Stellungnahme_Buhrufe_geschwärzt.pdf
(5.5 MiB) 65-mal heruntergeladen

Aus meiner Sicht liegt kein Verstoß gegen die Programmgrundsätze des NDR oder sonstige Vorschriften vor. Durch die Übersendung dieser Stellungnahme bringe ich dies zum Ausdruck.

Mit freundlichen Grüßen

Lutz Marmor

Intendant des Norddeutschen Rundfunks
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Maren

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Re: Buhrufe wichtiger als Inhalte

Beitrag7. März 2018, 21:30

Sehr geehrte Rundfunkräte,

nun spielt Herr Bornheim den Stellungnahmen-Onkel der Redaktion. Wir sind gespannt, wann Dr. Gniffke endlich den Intendanten oder einen der Rundfunkräte mit der Bearbeitung von Programmbeschwerden beauftragen wird. Wahrscheinlich traut er es ihnen noch nicht zu.

Die Stellungnahme des Gniffke-Vertreters ist genauso so dilletantisch wie die seines Chefs. Überraschend war daran nur: ARD-aktuell möchte sich diesmal nicht den Ausführungen des BILD-Vorbildes Reichelt anschließen.

Wir hatten angemerkt:

"Typisch ist Gniffkes Reaktion und sein Reinwaschungsversuch. Anstatt einzuräumen, dass die Tonverstärkung ein Fehler war, versucht er, sich mit ungeeigneten Vergleichen (rote Kreise und Bilder) herauszureden. Insoweit verweisen wir auf "Meedia“.

Statt einfach einmal zuzugeben, dass sich seine Redaktion wahrlich kein Ruhmesblatt erworben hat und Besserung bzw. Ausschluss von Wiederholungen zu geloben, wird „erklärt“ und finassiert, bis sich die Balken biegen. Eine unappetitliche Zurschaustellung uneingestandener Rechthaberei.
Besonders peinlich das Blog-Schlusswort des Chefredakteurs, eine betonte Bezugnahme auf Selbstverständlichkeiten, die ihn selbst als diskurswillig herausstreichen soll: „Ich finde es gut, dass wir solche Dinge offen diskutieren. Und die ‚Tagesschau‘ muss ihre Arbeitsweise immer wieder offenlegen und sich bei Fragen oder Kritik dem Diskurs stellen“. Völlig zu Recht kommentiert "Meedia": "Das ist gut und richtig. Noch besser wäre es, man würde aus Fehlern der Vergangenheit lernen." Insoweit wird auf Bild-Manipulatonen früherer Beiträge von Gniffke verwiesen:

http://meedia.de/2014/11/18/angeblich-e ... itiker-ab/
http://meedia.de/2015/01/14/die-tagessc ... auer-wird/

Dem ist nur dies noch hinzuzufügen. Aus der Selbstverständlichkeit, dass auch eine Kamera nur Ausschnitte eines Vorgangs aufnehmen könne und das in gleicher Weise für Mikrofon und Töne gelte, eine Rechtfertigung für Tonmanipulationen herzuleiten, ist an Stupidität nicht zu überbieten. Wenn an Bildmaterial manipuliert wird, gibt es, wenn´s auffliegt, ordentlich was auf den Deckel und werden öffentliche Entschuldigungen fällig. Und bei Tonaufnahmen soll das nun anders sein? Was würden Sie von dem Grundsatz halten, dass Manipulation Manipulation und indiskutabel bleibt, gleich, an welchem Detail sie vorgenommen wird?

Die Chefredaktion ARD-aktuell hat offenbar nicht nur Nachhilfe im logischen Denken nötig, ein wenig Charakterbildung wäre auch nicht von Schaden.
Wir bleiben bei unserer Auffassung, dass auch in diesem Fall gegen die Programmrichtlinien verstoßen wurde.

Mit freundlichen Grüßen

F. Klinkhammer, V. Bräutigam
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Maren

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Re: Buhrufe wichtiger als Inhalte

Beitrag23. März 2018, 21:57

Von: gremienbuero@ndr.de
Betreff: Ihre Programmbeschwerde vom 01.02.2018 / Ihr Schreiben vom 07.03.2018

Ihre Programmbeschwerde vom 01.02.2018 über die Berichterstattung von ARD-aktuell zur Trump-Rede in Davos

Sehr geehrter Herr Klinkhammer, sehr geehrter Herr Bräutigam,

die o.g. Beschwerde habe ich an den Rechts- und Eingabenausschuss des Rundfunkrates mit der Bitte um Beratung überwiesen. Der Rechts- und Eingabenausschuss wird sich voraussichtlich in einer seiner nächsten Sitzungen mit Ihrem Anliegen befassen. Die abschließende Beratung erfolgt voraussichtlich in der darauffolgenden Sitzung des Rundfunkrates.

Über das Ergebnis der Beratungen werde ich Sie unterrichten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günter Hörmann
Vorsitzender NDR Rundfunkrat
_____________________________
NORDDEUTSCHER RUNDFUNK
Gremienbüro

Rothenbaumchaussee 132
20149 Hamburg
Tel. (040) 4156-3506
Fax (040) 4156-3452
E-Mail: gremienbuero-beschwerden@ndr.de
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