Corona-Berichterstattung: Das Interesse der Medien an Aufarbeitung ist gering

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Maren
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Corona-Berichterstattung: Das Interesse der Medien an Aufarbeitung ist gering

Beitrag von Maren »

"Der Medienjournalist Timo Rieg aus Bochum hat die Berichterstattung über Corona von Anfang an als katastrophal wahrgenommen. „Wie bei einem schrecklichen Unfall wollte ich nicht glauben, was ich da sehe und höre“, so Rieg. „Aber ich war sicher, dass genügend Menschen ‚Alarm‘ rufen würden – vom einfachen Radiohörer bis zum Medienforscher –, so dass sich bald etwas ändern würde.“

Doch falsch gedacht. Es geschah kaum etwas, musste Rieg resigniert feststellen. Im Gegenteil, die wenigen honorigen Journalismusforscher, die sich zunächst geäußert hatten, wurden alsbald stumm. Mit Journalistenkritik macht man sich im Journalismus nie Freunde, das weiß Rieg nur zu genau. „Doch mit der Kritik am Corona-Journalismus wurde man sofort als ‚Schwurbler‘ abgestempelt, in einem Maß, das sofort die Karriere kosten kann.“ Nachdem die gesamte Kommunikationswissenschaft praktisch stumm blieb, hat Rieg in einer Fachzeitschrift einen Essay dazu vorgeschlagen, der angenommen wurde.

Darin thematisierte Rieg sein Entsetzen und untermauerte es mit Beispielen aus dem Journalismus. Aus dem Essay wurde dann eine 127 Seiten umfassende Fallsammlung mit ausführlichen Quellenverweisen, die Rieg im März 2023 als Preprint online stellte. Die Arbeit ist damit noch nicht von Kollegen bewertet worden. Zum Beitrag des RBB „Wanderzirkus der Corona-Leugner kommt in die Stadt“ bemerkt Rieg, dass Journalisten am Framing aller Kritiker der Corona-Politik als Corona-Leugner und damit der Etikettierung als Realitätsverweigerer und Lügner permanent gearbeitet hätten."

Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/open-so ... -li.334923
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