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72 Jahre Dresden-Bombardement

Hier veröffentlichen wir externe Programmbeschwerden mit freundlicher Genehmigung der Beschwerdeführer. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in den Beschwerden thematisierten Anliegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Beschwerdeführer liegen und diese nicht automatisch die Meinung der Forenbetreiber wiederspiegeln.
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Maren

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72 Jahre Dresden-Bombardement

BeitragDo 16. Feb 2017, 21:48

Programmbeschwerde: 72 Jahre Dresden-Bombardement

http://www.tagesschau.de/multimedia/sen ... 18367.html

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Tagesschau-Sendung heisst es über den Dresdener-Gedenktag:

„Dresden hat heute an die Zerstörung der Stadt durch Luftangriffe der Alliierten vor 72 Jahren erinnert. Bei Bombardements durch britische und amerikanische Flugzeuge im Februar 1945 wurden laut jüngsten Schätzungen bis zu 25.000 Menschen getötet. Weite Teile der Altstadt wurden wenige Monate vor Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört. Dresden war damals wichtiger Verkehrsknotenpunkt, Standort von Rüstungswerken und galt als Nazihochburg.“

Mit dieser Formulierung wird der Eindruck erweckt, das Bombardement habe vorrangig der Vernichtung industrieller Infrastrukturen gegolten. Das ist falsch. Den Ausführungen im englischen Wikipedia-Text ist zu entnehmen, dass es um industrielle Ziele gar nicht ging:

https://en.wikipedia.org/wiki/Bombing_o ... al_profile

"Die Absicht der Angriffe lag darin, den Gegner dort zu treffen, wo er es am stärksten spüren würde. Hinter einer bereits teilweise zusammengebrochenen Front… und nebenbei den Russen bei ihrer Ankunft zu zeigen, was das Bomber Kommando anrichten kann. Während des Angriffs wurden wichtige industrielle Gebiete in den Vororten, die sich über Kilometer erstreckten, nicht ins Ziel genommen."

Es war also ein Angriff, der ein Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung darstellt. ARD-aktuell versuchte mit der unklaren Formulierung offenkundig zu vertuschen, dass die USA und Großbritannien schon immer zu Kriegsverbrechen bereit waren (siehe Hiroshima, Koreakrieg, Vietnam, Irakkrieg, Libyen, Syrien), auch als es um die Befreiung vom Faschismus ging.

Weiter wird in dem TS-Beitrag über das Denkmal der drei Aleppo-Busse berichtet, die als Mahnmal für Frieden und gegen Krieg gelten sollen. ARD-aktuell verschweigt in dem Beitrag, dass das "Mahnmal" drei Bussen in Aleppo nachgebildet ist, die von der islamistischen Terrororganisation Ahrar al-Sham aufgestellt worden waren. Es ist eine Manipulation, die sich – auch nach der Befreiung Aleppos - nahtlos in die bisherige pro-terroristische Berichterstattung von ARD-aktuell einfügt.

Im Staatsvertrag ist als Programmrichtlinie festgelegt:

"Ziel aller Informationssendungen ist es, sachlich und umfassend zu unterrichten und damit zur selbstständigen Urteilsbildung der Bürger und Bürgerinnen beizutragen".

Weder die Ausführungen über die Bombardements noch die Anmerkungen zum Busmahnmal sind so umfassend, dass eine selbstständige Urteilsbildung möglich wäre. Deswegen ist von einem Verstoß gegen die Programmrichtlinien auszugehen.

F. Klinkhammer, V. Bräutigam
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Maren

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Re: 72 Jahre Dresden-Bombardement

BeitragMo 19. Jun 2017, 22:37

Von: l.marmor@ndr.de
Betreff: Ihre E-Mail vom 16. Februar 2017

Sehr geehrter Herr Klinkhammer,
sehr geehrter Herr Bräutigam,

in Ihrer E-Mail vom 16. Februar 2017 kritisieren Sie die Berichterstattung der "Tagesschau" über das Gedenken an die Bombardierung Dresdens vor 72 Jahren.

Ich habe die verantwortliche Redaktion von ARD-aktuell gebeten, zu Ihrer Kritik Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme finden Sie im Anhang.
Stellungnahme_Dresden_geschwärzt.pdf
(716.68 KiB) 24-mal heruntergeladen


Aus meiner Sicht liegt kein Verstoß gegen die Programmgrundsätze des NDR oder sonstige Vorschriften vor. Durch die Übersendung dieser Stellungnahme bringe ich dies zum Ausdruck.

Mit freundlichen Grüßen

Lutz Marmor

Intendant des Norddeutschen Rundfunks
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Maren

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Re: 72 Jahre Dresden-Bombardement

BeitragMo 19. Jun 2017, 22:38

Sehr geehrte Rundfunkräte,

wir nehmen die Programmbeschwerde vom 16.2.17 hinsichtlich unserer Ausführungen zur Zerstörung Dresdens zurück. Es wäre an dieser Stelle zu umfangreich, sich mit Gniffkes Ausführungen auseinanderzusetzen.

Zum Mahnmal (drei Busse) ist folgendes anzumerken: Wie es scheint, hatten Bürger Aleppos sich mit den Bussen gegen Scharfschützen der dschiadistischer Miliz "Ahrar al-Scham" zu wehren versucht, die von deutschen Gerichten als ausländische terroristische Vereinigungen einzustufen sind, aber dennoch vom jetzigen Bundespräsidenten Steinmeier als Verhandlungspartner in Genf akzeptiert werden sollten, weil er sie – wie ARD-aktuell auch – als "moderate Rebellen" ansah. Der syrischen Bevölkerung sollte also eine Mördertruppe als legitime Vertretung zugemutet werden, die in Deutschland aufgrund ihrer Massaker an Angehörigen von Minderheiten zu Recht verfolgt wird.

Das wirft ein bezeichnendes Licht auf die Doppelmoral der Bundesregierung und der ARD-aktuell. Auch wenn die Busse in Aleppo nicht von der Verbrecher-Miliz aufgestellt sein sollten (aber mit ihren Fahnen vorübergehend "geschmückt" waren) , bleibt es ein Versäumnis der Gniffke-Redaktion, dass keinerlei Einordnung dieser Information vorgenommen wurde. Nach all den Jahren der Märchenerzählungen von ARD-aktuell über "moderate Rebellen" wäre es in diesem Fall angebracht gewesen auf die eigene und auf die Verlogenheit des seinerzeitigen Außenministers und nachmaligen Bundespräsidenten hinzuweisen. Stattdessen verbirgt man sich hinter dem Geschrei von "Pegida" und Co, zeigt mit dem Zeigefinger auf andere und fühlt sich ok. Wir sehen dieses Vorgehen als ein gravierendes Versäumnis und als Verstoß gegen die Verpflichtung zur umfassenden Information.

Da das Mahnmal inzwischen abgebaut wurde, aber keine Aktualisierung der entsprechenden Seite auf Tagesschau.de erfolgte, ist ein weiterer Verstoß gegeben:

"5.11 Für tagesschau.de gilt Ziffer I der „Grundsätze für die Zusammenarbeit im ARD-Gemeinschaftsprogramm“ entsprechend. Jede Veröffentlichung von tagesschau.de – auch eine bereits in anderen Medien verbreitete Veröffentlichung – ist hinsichtlich der globalen Zugänglichkeit der Inhalte über das Internet stets nach Maßgabe dieser Vereinbarung zu prüfen.

Bei jeder Veröffentlichung im Internet ist der Sicherung des Aktualitätsbezuges Rechnung zu tragen. Durch geeignete Verfahren und Absprachen ist eine fortlaufende Überprüfung inhaltlicher Richtigkeit bei anhaltender Veröffentlichungsdauer zu gewährleisten. "

Mit freundlichen Grüßen


F. Klinkhammer, V. Bräutigam

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