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Bayerischer Rundfunk, Tagesgespräch: Geißler - CDU/CSU mit ihren NS-Beziehungen

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Bayerischer Rundfunk, Tagesgespräch: Geißler - CDU/CSU mit ihren NS-Beziehungen

BeitragMi 13. Sep 2017, 16:59

http://www.br.de/radio/bayern2/sendunge ... r-100.html
13.09.17 12:58
Geißler versuchte zu verhindern, dass sich CDU/CSU mit ihren NS-Beziehungen auseinandersetzen.

Der wichtigste Mann im Kabinett Adenauer, Globke, war ein hochrangiger Nazi. Er war wesentlich am Zustandekommen der Nürnberger Rassengesetze beteiligt.
In der Diskussion wurde völlig ausgeblendet, dass das (katholisch-christliche) Zentrum geschlossen für Hitlers Ermächtigungsgesetz gestimmt hatte. Das waren also gerade nicht die linken Pazifisten.
Und vermutlich war das auch der Grund, warum mit einem ähnlichen Konzept die "C"-Parteien gegründet wurden und man sich nicht als "Zentrum" neu gegründet hatte.

PS.: In Bayern wird die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" als verfassungsfeindliche Organisation vom Verfassungsschutz beobachtet.

Anmerkung: Anlass der Hörerdiskussion war das unsägliche Geißler-Zitat, die Pazifisten seien für Auschwitz verantwortlich.
Meiner Meinung nach versuchte Geißler seinerzeit von der offenkundigen historischen Verbindung der "C"-Parteien mit Zentrum und NSDAP abzulenken.

Konrad Adenauer spielte als Zentrumsmann eine entscheidende Rolle beim Zustandekommen einer Regierung mit NSDAP-Beteiligung.
Am 1.08.1932 schrieb A. eine Leitlinie für die Beratung "führender Persönlichkeiten des Zentrums am 2. August 1932 in Köln".
Danach signalisiere das Zentrum seine Bereitschaft, "das Zustandekommen einer Regierung aus Nationalsozialisten und Deutschnationalen unter Hitler als Reichskanzler zu tolerieren und ihn ganz unvoreingenommen nur nach seinen Taten zu beurteilen". (Rudolf Jungnickel, Kabale am Rhein, Der Kanzler und sein Monsignore, 1994)
Adenauer traf sich mit Göring am 16./17. März 1933. Jungnickel geht nach eingehenden Studien der Umstände davon aus, dass Adenauer dort die Zustimmung des Zentrums zur Unterstützung einer Regierung Hitlers und auch des Ermächtigungsgesetzes aushandelte.
Ausnahmsweise zitiert hier auch Wikipedia richtig: "Um seinen Pensionsanspruch zu wahren, verwies Adenauer in einem zehnseitigen Brief vom 10. August 1934 an den preußischen Innenminister in Berlin auf sein bisheriges Verhalten gegenüber der NS-Bewegung: Er habe die NSDAP „immer durchaus korrekt behandelt“ und beispielsweise „jahrelang entgegen der damaligen Verfügung des preußischen Innenministers der NSDAP die städtischen Sportplätze zur Verfügung gestellt und ihr bei ihren Veranstaltungen auf diesen das Hissen ihrer Hakenkreuzfahnen an den städtischen Flaggenmasten gestattet“. Weiterhin habe er sich einer Anordnung des preußischen Staatsministeriums widersetzt, nationalsozialistische Beamte „zwecks Disciplinierung“ namhaft zu machen, „da (er) sie für unberechtigt und für ungerecht hielt“. Er sagte in diesem Brief auch, 1932 erklärt zu haben, „daß nach (s)einer Meinung eine so große Partei wie die NSDAP unbedingt führend in der Regierung vertreten sein müsse“.

Erklärbar ist dann die im Nachkriegsdeutschland auffällige Bevorzugung z.B. von NS-Beamten in staatlichen Stellen.
Vgl. Ingo Müller, Furchtbare Juristen, 1987 mit heute beinahe unglaublichen Beispielen für die Verfolgung ehemaliger Nazigegner in der NAchkriegsbundesrepublik.

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