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WDR Videotextmeldung: Jugendliche randalieren im Essener Hauptbahnhof

Hier veröffentlichen wir externe Programmbeschwerden mit freundlicher Genehmigung der Beschwerdeführer. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in den Beschwerden thematisierten Anliegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Beschwerdeführer liegen und diese nicht automatisch die Meinung der Forenbetreiber wiederspiegeln.
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Maren

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WDR Videotextmeldung: Jugendliche randalieren im Essener Hauptbahnhof

BeitragFr 24. Nov 2017, 23:59

An: publikumsstelle@WDR.DE

Betreff: Programmbeschwerde zur Videotextmeldung vom 20.11.2017 im WDR-Fernsehen

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf der Seite 134 war gestern im WDR-Videotext folgende Meldung zu lesen:

„Jugendliche randalieren im Essener Hauptbahnhof

Eine Gruppe von Jugendlichen hat sich am Sonntagabend mit Ladendetektiven geprügelt und ein Geschäft verwüstet. Der Polizei gegenüber beschrieben die Ladendetektive die jungen Männer als streitlustig. Die Prügelei verlagerte sich in ein Geschäft, welches die Jugendlichen verwüsteten. Einer der Ladendetektive wurde verletzt. Gegen die sieben Beteiligten wird nun unter anderem wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung ermittelt.“


In dieser Meldung werden – wie das die WDR-Videotextredaktion häufig macht, durch gezieltes vorsätzliches Unterschlagen von Fakten falsche Fährten gelegt.

Wenn der Leser von „Jugendlichen“ hört, dann assoziiert er unweigerlich Essener Jugendliche aus der Stammbevölkerung Essens.

Doch die Täter dieser Meldung waren allesamt keine Essener, sondern eine ethnische homogene Gruppe Nicht-Essener: Syrer. Das war dem Polizeibericht zu entnehmen. „Sieben Syrer“ ist übrigens vom Platzbedarf her kürzer als zu schrieben „sieben Jugendliche“.

Schauen wir uns den Polizeibericht an und prüfen ihn darauf, was uns der WDR sonst noch alles vorenthält:

Bundespolizeidirektion Sankt Augustin

BPOL NRW: Landfriedensbruch - Körperverletzung - Sachbeschädigung - Syrer "zerlegen" Tchibo Filiale - Bundespolizei ermittelt nach Ausschreitung im Essener Hauptbahnhof

Verwüstete Geschäftsräume Foto: Bundespolizei

Essen - Mülheim - Preußisch Oldendorf (ots) - Gestern Abend (19. November) kam es zu einem Gewaltausbruch durch sieben syrische Staatsangehörige, der sich gegen die Tchibo Filiale im Essener Hauptbahnhof und zwei Ladendetektive richtete. Auf Grund der Zerstörungen musste die Filiale anschließend geschlossen werden. Die Bundespolizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort.

Um 18:41 Uhr informierten Zivilfahnder der Bundespolizei die örtliche Bundespolizeiwache über eine größere Auseinandersetzung in der Tchibo Filiale. Sofort rückten weitere Bundespolizisten an, welche in der Anfangsphase auch von Einsatzkräften der Essener Polizei unterstützt wurden. Diese konnten insgesamt sieben syrische Staatsangehörige (13/14/14/14/16/17/18) festnehmen.

In den Geschäftsräumen waren zahlreiche Verkaufsständer umgeworfen und zum Teil zerstört worden. Zudem lag im gesamten Geschäft die Auslage auf dem Boden.

Die Mitarbeiterinnen (29/32/48) der Filiale standen sichtbar unter Schock und konnten zu den Vorkommnissen kaum Angaben machen. Die beiden Ladendetektive (26/26) aus Essen und Mülheim, welche nach eigenen Angaben von den Syrern angegriffen wurden, erklärten, dass ihnen die Gruppe bereits im Personentunnel des Hauptbahnhofs aufgefallen war.

Dort seien die Jugendlichen mit einer unbekannten Frau, verbal, aneinandergeraten. Sie hätten jedoch von dieser später wieder abgelassen. Nach Angaben der Detektive hätte die Gruppe auf sie den Eindruck erweckt, gezielt Streit zu suchen. Daraufhin hätten sie die Jugendlichen gebeten sich ruhig zu verhalten, was diese offensichtlich zum Anlass nahmen, den Essener und den Mülheimer sofort anzugehen.

Die körperliche Auseinandersetzung hätte sich dann in die Tchibo Filiale verlagert, wo die Syrer nach Zeugenaussagen Teile der Regale herausgerissen und Stangen und Regalböden zum Angriff auf ihre beiden Opfer genutzt hätten.

Zivile Taschendiebstahlsfahnder der Bundespolizei, die ebenfalls auf die Auseinandersetzung aufmerksam wurden, schritten ein und informierten weitere Einsatzkräfte.

Der 26-jährige Essener wurde durch die Angriffe dermaßen verletzt, dass er in eine Klinik eingeliefert werden musste.

Bei der Durchsuchung der Jugendlichen konnte im Schuh eines 14-Jährigen ein sogenanntes Winzermesser sichergestellt werden. Ob das Messer zum Einsatz kam, müssen weitere Ermittlungen ergeben.

Die Bundespolizei sicherte Videosequenzen aus dem Hauptbahnhof die nun Gegenstand der Ermittlungen sind. Alle Personen waren der deutschen Sprache nicht oder nur eingeschränkt mächtig. Bis auf einen 14-Jährigen der aus Preußisch Oldendorf stammt, kommen alle Tatverdächtige aus Mülheim an der Ruhr. Die Personen wurden nach einem Gewahrsam später zeitversetzt entlassen.

Gegen alle Beteiligten leitete die Bundespolizei ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch ein.

Die Ermittlungen dauern an.

Rückfragen bitte an:

Bundespolizeidirektion Sankt Augustin
Bundespolizeiinspektion Dortmund

Volker Stall

Telefon: 0231 562247-132
Mobil: +49 (0)173 7150710
E-Mail: presse.do@polizei.bund.de


Fazit:

Der WDR unterschlägt:

1. Er schreibt unter Auslassung der Täterschaft: „ Einer der Ladendetektiv wurde verletzt.“ Von wem? Von den Tchibo-Verkäuferinnen ? Von herabfallenden Gegenständen? Der Polizeibericht gibt Antwort.: von den Syrern!

2. Die einheimischen Verkäuferinnen standen unter Schock. Das ist dem WDR nicht der Rede wert, Das gibt es beim WDR öfter, wenn das Muster „ausländische Gewalttäter versus einheimische Frauen“ in Meldungen zu Straftaten vorkommt: Als im Xantener Südbad weibliche deutsche FKK-Badende von islamistisch motivierten ausländischen Jugendlichen unter „Allhu- akbar- Rufen“ mit dem Tode bedroht wurden, meldete der WDR das gar nicht erst im Videotext. So auch hier: deutsche Frauen unter Schock- keine Meldung wert. Das kennt man ja vom WDR ja auch vom Silvesterpogrom auf der Domplatte, wo er auch erst mit Tagen Verspätung reagierte.

3. Die Syrer waren außerhalb der Tchibo-Filiale mit einer Frau aneinandergeraten, von der sie dann abließen- der WDR meldet auch das nicht.

4. Es wird auch wegen Landfriedenbruchs ermittelt. Auch das soll der WDR-Zuschauer nicht wissen.

5. Das ein 14-jähirger Syrer („Schutzsuchender?“) ein Winzermesser bei sich führte, auch das sollen wir nicht wissen.

6. Alle Täter waren Syrer. Soll aber keiner wissen.

Ziivile Taschendiebstahlsfahnder waren zum Glück im Essener Hbf unterwegs, das ist auch notwendig, denn laut einer WAZ-Meldung von Anfang November sind 90% der Taschendiebe im Essener Hbf. Ausländer- überwiegend aus Nordafrika.

Es ist traurig, dass der WDR sich wieder einmal anmaßt, Meldungen sinnentstellend zu verkürzen. Was wäre wohl passiert, wenn 5 deutsche Jugendlichen eine Döner-Stand verwüstet hätten?

Man sage bitte nicht, dass alles sei aus Platzgründen nicht zu ändern. Wo eine Wille ist, ist auch ein Weg, Wo kein Wille ist, ist auch eine Ausrede.

All das erinnert mich an den Roman „Im Westen nichts Neues“ , der genau das zum Thema hat: die Unterschlagung von Fakten über menschliches Leid.

Mit freundlichen Grüßen

xxxxxx*

* Der Name des Einsenders ist uns und dem WDR bekannt.
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Maren

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Re: WDR Videotextmeldung: Jugendliche randalieren im Essener Hauptbahnhof

BeitragDo 30. Nov 2017, 20:29

Betreff: Ihre Mail vom 22.11.2017 zur Videotextmeldung auf Seite 134 vom 20.11.2017

Sehr geehrter Herr xxxxxx*,

besten Dank für Zuschrift. Ihre Beschwerde wurde als Eingabe nach § 10 Absatz 1 WDR-Gesetz eingeordnet. Da die Videotextmeldung im WDR Studio Essen veröffentlicht wurde, bin ich gebeten worden, Ihnen zu antworten.

Wie Sie wissen, habe ich Ihnen bereits mehrfach auf Mails geantwortet, in denen Sie sich darüber beschweren, dass wir Nationalitäten von Straftätern bzw. Tatverdächtigen nicht nennen. So schrieb ich Ihnen am 07. November 2016 zum Beispiel:

„Sehr geehrter Herr xxxxxxx*,

wie ich Ihnen bereits mehrmals erläutert habe, gilt für uns, wie auch für die KollegInnen der Presse, folgender Grundsatz:

In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.


So verfahren wir auch in diesem Fall. Und selbstverständlich fragen wir auch in diesem Fall weiter nach, um mehr über die Hintergründe des Vorfalls zu erfahren. Wenn wir also mehr erfahren und das nachrichtlich relevant und interessant für unser Publikum ist, werden wir es auch veröffentlichen.“

An diesem Vorgehen hat sich seitdem nichts geändert.

Allerdings ist auch innerhalb unserer Redaktion in manchen Fällen die Auffassung darüber, wann z.B. die Nationalität oder Staatsangehörigkeit genannt werden sollte, durchaus unterschiedlich. Wir diskutieren dann selbstverständlich auch darüber. So auch in dem Fall, auf den Sie sich in Ihrem Schreiben beziehen.

Die Videotextmeldungen, die wir veröffentlichen, sind im Umfang sehr begrenzt und die RedakteurInnen sind daher angehalten, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. In diesem Fall hat der Kollege sich also auf den Vorfall und die Folgen konzentriert. Mehr war aufgrund der Längenbegrenzung nicht machbar.

In dem ausführlicheren Online-Beitrag zu dem Vorfall wurde hingegen weitaus mehr berichtet. U.a. auch die Nationalität der Jugendlichen.

https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgeb ... f-100.html

Nun kann man m.E. durchaus unterschiedlicher Auffassung darüber sein, inwieweit es hilfreich für den Hintergrund, die Einordnung oder das Verständnis des Sachverhalts ist, dass die Jugendlichen syrische Staatsangehörige sind. Allerdings hat die Bundespolizei es offensichtlich für so wichtig gehalten, dass sie in ihrer Pressemitteilung sehr offensiv damit umgegangen ist. Auch das halte ich mindestens für ungewöhnlich.

Ich möchte aber nochmal zurückweisen, dass wir Ihnen bzw. unserem Publikum absichtlich etwas vorenthalten. Wir wägen sorgfältig ab, überprüfen die Faktenlage und halten uns an journalistische Grundsätze.

Wir berichten über ein Ereignis und bringen dieses nicht in falsche Zusammenhänge mit anderen Straftaten oder Vorkommnissen. Und wir nutzen Statistiken immer nur dann, wenn sie glaubwürdig, ordentlich geprüft und im Zusammenhang mit dem Ereignis stehen.

Freundliche Grüße

Ralf Becker
stellv. Studioleiter

WDR Studio Essen
www.wdr.de
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Maren

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Re: WDR Videotextmeldung: Jugendliche randalieren im Essener Hauptbahnhof

BeitragDo 30. Nov 2017, 20:32

Replik:

An: 'Ralf Becker'

Betreff: AW: Ihre Mail vom 22.11.2017 zur Videotextmeldung auf Seite 134 vom 20.11.2017

Sehr geehrter Herr Becker,

Ihre Zuschrift geht, wie auch schon in der Vergangenheit, auf einige Punkte nicht ein.

Es geht dabei keineswegs allein um das Verschweigen von ausländischen Nationalitäten, wie ich hier wohl extra noch einmal darlegen muss.

Wenn Sie sich aus Platzgründen „auf das Wesentliche beschränken“, wie Ise schreiben, ist damit mein Argument, dass das Wort „Syrer“ viel kürzer ist als „Jugendliche“ keineswegs entkräftet, im Gegenteil.

Meine Beschwerde richtet sich auch darauf, dass das strafrechtlich schwerste Delikt, nämlich der Landfriedensbruch, zugunsten der Syrer völlig unter den Tisch fällt. Wenn schon, dann muss doch aus Platzgründen das gravierendste Delikt gemeldet werden, oder?

Nicht entkräftet ist ferner der Vorwurf, dass die Sicherheitskräfte URSÄCHLICH durch die Syrer verletzt wurden und dies auch wieder unter den Tisch fällt.

Unter den Tisch fällt auch die Traumatisierung der – ja „nur“ einheimischen Tchibo-Verkäuferinnen – durch die Gewalt der Syrer. Wie finden diese Verkäuferinnen wohl Ihre gebührenfinanzierte „Berichterstattung“?

Da nützt es wenig, wenn auf andere Informationsquellen verwiesen wird.

Ich bin mir ab er ganz sicher, dass Ihre Informationspolitik zu den 12,6% AfD im Bundestag geführt hat und dass Ihre Politik der Faktenbeschönigungen am weiteren Aufstieg der AfD weiterhin großen Anteil haben wird.

Sie sind ja damit keineswegs allein. Beim Anschlag auf den Altenaer Bürgermeister wurde ja sofort die deutsche Staatsangehörigkeit des Täters genannt (da geht es also). Beim Messer-Mord an der Oberhausener Haltestelle am letzten Wochenende wurde zunächst noch nach „Südländern“ (darf die Polizei das noch?) gefahndet, nach deren Festnahme mutierten diese wieder zu lediglich Jugendlichen.

Viele Grüße und weiter so.

Wie gesagt „Im Westen nichts Neues“

Mit freundlichen Grüßen

xxxxxx*


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Maren

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Re: WDR Videotextmeldung: Jugendliche randalieren im Essener Hauptbahnhof

BeitragDi 5. Dez 2017, 20:40

An: publikumsstelle@WDR.DE

Guten Tag,

meine Beschwerde , die im Anhang nachzulesen ist, enthalt in einer Aufzählung 6 - in Worten sechs - Vorwürfe gegen die Videotextredaktion wegen Unterschlagung von Fakten, die aufgrund des Polizeiberichts bekannt waren, deren bewusste Unterschlagung der WDR also geplant hatte.

Ich hatte bereits geschrieben, dass Platzmangel kein Grund sein kann, denn Herr Becker schreibt ja lieber das längere Wort „Jugendliche“ statt „Syrer“.

Warum der Landfriedensbruch verschwiegen wird zugunsten der strafrechtlich weniger schlimmen Körperverletzung, harrt auch noch der Klärung.

Weitere Fragen (einheimische Verkäuferinnen traumatisiert) sind nach wie vor offen.

xxxxx*

*Der Name des Einsenders ist dem WDR und uns bekannt.

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