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Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

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Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Maren » 28. September 2015, 11:31

Der Saarländische Rundfunk bietet evangelischen und katholischen Geistlichen dieses spezielle Kirchenvolontariat an - als einzige ARD-Anstalt.

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Irena » 13. August 2015, 15:14

Ich bin auch Atheistin. Eine kritische Atheistin. Meine Kritik richtet sich eher gegen Intoleranz der Atheisten. Ich bin auch keine Charlie-Anhängerin, weil bin überzeugt, dass die Gefühle der anderen müssen respektiert werden. Es gehört zu meine moralischen Einstellungen.

Dieses Thread ist gutes Beispiel, wie die Weltanschauung beeinträchtigt die Wahrnehmung. Es gebe Aspekte, für die man besonders empfindlich ist (hier z.B. die Ablehnung der Religionen). So auch die Schmerzschwelle entsprechend niedrig ist, wenn gerade dieser Aspekt gehäuft – aus eigenen Empfindung – auftaucht. Ob es wirklich gehäuft ist, da habe ich mein Zweifel. Zugegebene weise meine Erfahrung bezieht sich nur auf Fernseher. Auf jedem Fall, um es zu beurteilen, muss man der gesamte Inhalt des von ÖR Medien Gesendeten in Vergleich zum diesem speziellen Thema untersuchen. Es muss statistische Daten hier, um es objektiv zu beurteilen und nicht auf eigene subjektive Empfindungen zu stützen.

Wie gesagt, die Kirche nimmt in meinem Leben kein Platz. Wenn ich auf so etwas gelegentlich stoße (es spricht, glaube ich, ein Pastor am Sonntag), dann schalte ich um, wie auch andere, was mich nicht interessiert.

Wenn ich als politisch interessierte Bürgerin nachdenke, ob man noch politisch (und finanziell) Kirchen unterstützt muss, dann gelinge ich doch zu positiver Antwort. Immerhin sind es fast 60% der Bevölkerung, die einer oder andere Konfession angehören. Sie haben ihre Rechte. Es ist die Tatsache, der man sich stellen muss. Es gibt auch latente „Gläubige“, die als Atheisten auftreten. Sie sehen in der Kirche die Wurzeln ihre Identität (objektiv gesehen stimmt es auch) und sind emotional mit ihr verbunden. So etwa, obwohl man längst sich von Elternhaus emanzipiert hat, hat man trotzdem eine emotionale Beziehung zu dem… Das Fehler der – ich nenne es – aggressiven Atheisten ist, dass sie diese emotionale Verbindung unterschätzen. Bei wirklich religiösen Menschen ist es um Potenzen größer.

Zudem, wenn ich über Radikalisierung der Kirche in USA nachdenke und ihre wachsenden Einfluss hierzulande, dann ist es notwendig diese Verbindung Staat-Kirche aufrecht zu erhalten. Weil meiner Meinung nach, bei radikalen Tendenzen, kann man auch schneller politisch eingreifen. Gehen sie s. z. von Bildfläche weg, dann kann diese Radikalisierung nicht verfolgen und notfalls eingreifen. Im Grunde müsstet ihr stolz sein (ich habe nicht dazu beigetragen, bin Einwanderer) dass ihre Kirchen moderat sind. Ich denke, es muss die Plattformen angeboten werden, wo gemäßigte Gläubige sich mit Radikalen – auf ihre eigene Ebene und „Sprache“ auseinander setzen können.
---

Das Phänomen Religion. Früher hatte ich ähnlich gesehen: die Zukunft gehört Atheisten. Mittlere Weile, habe ich verstanden, dass man auch ideologische – atheistische – Vorstellungen kann so weit idealisieren, dass sie im Grunde von der religiösen nur inhaltlich unterscheiden (ein mit plus, andere mit minus-Zeichen). So etwa, brach kommunistische sowjetische Ideologie, begannen Menschen massenhaft der Kirche sich zuwenden. Es ist doch erstaunlich, dass in Russland z. B. nach 70 Jahren Atheismus (3 Generationen hinweg), begann trotzdem der Siegeszug der orthodoxen Kirche, Buddhismus, Schamanismus, ich schweige schon über Islam. Aber auch viele Intellektuelle – Atheisten „auf Papier“ – verfallen esoterischen Vorstellungen.

Es scheint so, dass die Menschen brauchen Ideale. Dass es zu ihrer essentielle Eigenschaft gehört. So z. B. der Drang zu Missionierung der demokratischen Ideale, ist nach meine Beurteilung genau zu dieser Kategorie zu zuordnen. Oder der Phänomen der Stars in unserer Welt. Statt etwas Abstraktes (wie Gott) zu idealisieren, werden die Menschen idealisiert, s. z. Personenkult der westlichen Kultur. Wenn man die kreischenden Mädchen vor Konzert beobachtet, die ihre Idol(e) begrüßen, ähnelt es sehr der Fanatismus der Gläubigen…

Gibt es Atheismus dem Menschen das, wonach er anscheint sehnt?! Und was ist das, wonach er sehnt?! Die Fragen müssen uns beschäftigen…

Vor allem ich beobachte eine Tendenz zur Esoterik, zur verschiedenen spirituellen Praktiken, zur Bildung der Sekten etc. Dies m. E. bringt größeres Gefahr, weil unkontrollierbar ist. Insofern auch deswegen ist lieber mit einem „Ansprechpartner“ zu tun zu haben als kleine amorphen Gruppen, die genauso radikalisieren können, nur entgeht diese Radikalisierungsprozess unserer Wahrnehmung.

In allgemein halte ich den Vorwurf für Religionen für Mord und Leiden in der Geschichte unhaltbar, weil es sehr einseitig die Wirkung der Religion bewertet. Die Bedeutung der Religionen in der gesellschaftlichen evolutiven Entwicklung wird damit ausgeblendet. Das Verbrechen der Neuzeit, das komprimiert in 2 Hundert Jahren auftrat und daher auf Vielfaches die Opfer des religiösen Eifer übersteigt, die auf viele Jahrtausende verteilt sind, geht auf atheistischen Ideologien. Ein Messer nicht nur tötet. Er schneidet auch das Brot, das an Hungernden verteilt werden kann…
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Gerade in unserer Welt, wo die Konkurenzfähigkeit, die Ellenbogenmenatlität gefordert wird, sehe ich die moralische Werte, die dem Trend entgegenstehen, von der Religionen aufbewahrt zu sein. Ich will nicht jetzt Diskussion entfalten, dass Moral nicht Erfindung einer Religion ist. Ich denke, es lässt sich nicht so einfach beantworten, weil anfangs moralische und religiöse Vorstellungen untrennbar waren. Daher kann man nicht sagen, wer wem Anfang gab, weil es zwei eng verknüpfte Stränge der gesellschaftlichen Entwicklung waren, wobei die Religion sich zunehmen emanzipierte. Wie übrigens später die Wissenschaft sich von der Religion emanzipierte.

Übrigens habe ich mich sehr stark und intensiv mit der Frage der Evolution beschäftigt (für mich war der Ziel das evolutives Muster in unbelebten Materie entdecken, da auch sie sich bekannter weise selbstorganisiert). So habe ich mich sehr intensiv beschäftigt mit der Quantentheorie und ähnl. Nirgendwo kann man entnehmen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse gegen religiöse Vorstellungen stehen. Komische Weise stehen hier die religiösen Fundamentalisten mit aggresiven Atheisten nebenbei. Da sie die Auslegung der Religion in ihren Büchern wörtlich verstehen. Nach mein Verständnis sind Religionen nicht die Mythos-Sammlung (wobei zweifellos auch diese dort sich befinden). Viel mehr sind es die Botschaften die auf Assoziationen übermittelt werden. Es gab die Erleuchtete (die Genies ihrer Zeit) in der Geschichte, die ihre Erkenntnisse anderen übermitteln versuchten. Sie selbst waren Kinder ihrer Zeit, verfügten über das Wissen, das damals bekannt war. Ihre Erleuchtung bedeutete einen qualitativen Sprung in der Anwendung des Wissens in der Beschreibung der Welt. Dies gab gewaltigen Stoß für gesellschaftliche Entwicklung.
So etwa versuchen wir einem Kind einen komplexen Tatbestand in einer einfachen Form zu beschreiben. Am einfachsten gelingt es, wenn wir es auf etwas anlehnen, was ihn schon bekannt ist. Also eine Assoziation hervorrufen. So – bin ich überzeugt – auf Ebene der Assoziationen – keine Religion widerspricht der Wissenschaft.

Die, die mit philosophischen Fragen des Daseins sich beschäftigt, wird auch die atheistische Weltsicht hinterfragen müssen. Sicher kann man postulieren (nur postulieren – beweisen geht es nicht), dass der Geist auf der Spitze der kausalen Kette der materiellen Wechselwirkungen sich befindet. Mancher kann sich damit zufrieden stellen. Ich allerding, die wirklich sehr intensiv mit der Entwicklung der Materieformen sich beschäftigte, sehe als evolutives Muster in der Rückkoppelung der Wirkungen. Und ich denke, dass Atheismus damals mit der Ablehnung der Kirche, hat womöglich das Kind mit Badewasser ausgeschüttet… weil das Geist ist das unmittelbarste, was uns zugänglich ist, was uns ausmacht. Alles andere ist gedankliche Konstrukte…

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Bücherleser » 23. Juli 2015, 09:43

Telepolis beschreibt die Zurückweisung der BfG-Klage durch das Verwaltungsgericht als "nach hinten losgegangen":

http://www.heise.de/tp/artikel/45/45507/1.html

Ich sehe das anders:
Der Sinn der Klage bestand nicht im Sparen von Rundfunkgebühren, sondern in einer Klarstellung, was "gottesdienstlich genutzte Räume" sind.

Nun hat das Verwaltungsgericht klargestellt, daß der betreffende Passus im Rundfunkgestetz eng auszulegen ist und sich somit auf Kirchen, Moscheen und Synagogen anerkannter Religionsgemeinschaften beschränkt.
Einer Klage vor den nächsthöheren Instanzen wurde wenig Aussicht auf Erfolg vorausgesagt, weil in einem anderen Prozeß bereits die Verfassungskonformität des Rundfunkgesetzes festgestellt worden sei.

Damit ist eindeutig:
Das Rundfunkgesetz privilegiert einzelne Religionsgemeinschaften, benachteiligt damit Nicht- und Andersgläubige und verstößt damit gegen den Gleichheitsgrundsatz.
Entweder wurde dieser Fakt bei der Beurteilung der Verfassungsgemäßheit des Rundfunkgesetzes nicht berücksichtigt, womit dieses Urteil revidiert werden müsse -
oder unsere Verfassung verstößt gegen die Menschenrechte.

Da wegen der brüderlichen Verfilzung der Verfassungsrichter mit einem maßgeblichen Mitentwerfer des Rundfunkgesetzes ohnehin keine unbefangene Beurteilung von dessen Verfassungskonformität zu erwarten ist,
wünsche ich dem Kläger und seiner Anwältin einen erfolgreichen Klageweg bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Bücherleser » 21. Juli 2015, 16:27

Der Skandal ist, daß die Kirchen zwar die zwangsfinanzierten Staatsmedien mißbrauchen, um ihrer Propaganda einen unfairen Vorteil gegenüber anderen Weltanschauungen zu verschaffen,
zugleich aber selbst von den damit verbundenen Lasten befreit sind:

Während für jede Imbissbude Rundfunkgebühren fällig sind, sind "Räume, die gottesdienstlichen Zwecken dienen", von der Rundfunkgebühr befreit.

Um zu klären, was im Sinne des Gesetzes privilegierter "Gottesdienst" ist, hat der Vorsitzende des "Bunds für Geistesfreiheit" München sein Grafikbüro zum Tempel des "Fliegenden Spaghettimonsters" weihen lassen und seit zwei Jahren die dafür geforderte Rundfunkgebühr verweigert.

Im Interview mit dem Humanistischen Pressedienst:
http://hpd.de/artikel/11981

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Barish » 17. Juni 2015, 15:17

Guten Tag,

Auch wenn der Meinungsaustausch schon länger zurückliegt, will ich folgenden Beitrag des Mitnutzers Schlichting nicht unkommentiert lassen:

Schlichting hat geschrieben:
An der Argumentationskette von Christian sieht man vor allem eines: Dass christliche TV-Formate keine Bildungs- oder Kulturformate sind, sondern zur Realitätsverschleierung bis hin zu einer Realitätsverleugnung wie hier schön zu sehen ist beitragen.

Ich halte diese Formate nicht nur für falsch oder eine Zumutung für Andersgläubige und Atheisten. Ich halte sie für hochgefährlich da sie am Ende immer eigene Werte als Allmacht darstellen, womit sogar belegte wissenschaftliche Erkenntnisse wie z.B. die Evolotionsgeschichte ernsthaft in Frage gestellt werden, ohne dass der Staat oder unsere öffentlich rechtlichen Medien sich ernstlich getrauen würde, dem mit der nötigen Argumentation entgegenzutreten.

Das Ganze wird dann (wie hier auch) immer fälschlicher weise von Gläubigen auf fehlende Argumente der Atheisten zurückgeführt.

Dabei verstehen und sehen sie leider nicht, dass hier die Atheisten mit weit mehr Nächstenliebe und Respekt handeln als sie selbst, weil die Argumentationskette immer wohlwollend an die "Befindlichkeiten" der Kirche und der Gläubigen angepasst wird.

Man möchte niemanden verärgern oder persönlich angreifen. Das möchte auch ich nicht, aber die Gefahr, dass meine Kinder am Ende einer naiven und widerlegbaren theologischen Ideologie zum Opfer fallen ist dann doch weit größer als mein Verständnis.

Ich möchte die Erziehung meiner Kinder selbst bestimmen, ich möchte nicht, dass sie religiös beeinträchtigt werden.

Ich möchte, dass in jedem Religionsunterricht zum Thema Bibel dazu gesagt wird, dass nichts davon belegt ist und die Bibel kein wissenschaftliches Format darstellt, sondern eine Erzählungssammlung aus alter Zeit ist, in der die Menschen auf Grund fehlender Wissenschaft sich manches noch anders erklären mussten und auch Regeln gefunden werden mussten, die sich auf diesem Weg gut durchsetzen ließen. Diese Erklärung gehört IN DEN Religionsunterricht und auch vor jeden Fernseh(werbe)Spot der Kirchen!!

Wenn hier mit der Bibel und deren Thesen argumentiert wird und dann als Grundlage für diese Thesen wiederum nur die Bibel als Quelle genannt wird muss ich schon schmunzeln über ein solches Verständnis von akademischer Arbeit an Quelltexten.

Auch solche Begründungen, die mit "in Wahrheit ist...." beginnen und wieder nur mit der Bibel als Quelle enden zeigen am Ende, dass das Missionars TV im Fernsehen sehr schlechten Einfluss auf die Menschen hat und am Ende zu einer sehr naiven und unwissenschaftlichen Einstellung führt, die dann aber keinesfalls privat bleibt, sondern "in die Welt getragen werden will".Ein hochbrisantes und brandgefährliches Thema.



Auf die Problematik des Alten Testaments - AT - sowie des Neuen Testaments - NT - der Bibel als Primär- und/oder Sekundärquellen hinzuweisen mag legitim sein, nur wäre dies aufschlussreicher und nachvollziehbarer anhand einer kohärenten Quellenkritik. Dies schlöße mit ein die Frage nach der Identität der Autoren, deren sozio-kulturelles Umfeld, deren Intention, die Zeitspanne der Verfassung und Kompilierung des Texts, uvm. Diese Herangehensweise an dieses Schriftstück ist dabei nicht nur Werkzeug von Theologen, sondern auch von Historikern, insbesondere bzgl. der Epoche des Altertums.
Beim Altertum müssen wir festhalten, dass allgemein nur wenige umfassende, zusammenhängende, nicht fragmentierte schriftliche Quellen in der Überlieferung so gut erhalten sind wie das AT und NT der Bibel. Dieses von vornherein aus jeglichem Diskurs über diese Zeit rauszuhalten ist dabei als wenig zielführend anzusehen. Hinzuziehung von verschiedenen anderen Quelltexten und Funden zeigt dabei, dass die Bibel mitnichten bloße Fiktion ist. Ich will dies am Beispiel des Makkabäeraufstandes, welcher im AT beschrieben wird, erläutern:
Zu diesem finden wir nämlich sowohl bei Diodorus Siculus (Ἱστορικὴ Βιβλιοθήκη / "Library of History" 34.1) als auch bei Tacitus (Historiae 5.8) eindeutige Erwähnung. Beide gelten als primäre schrifliche Quellen der griechischen und römischen Antike. Freilich liegt bei diesen nicht wirklich das vor, was wir heutzutage unter 'unvoreingenommener Objektivität' verstehen - bei Tacitus käme das Stichwort des 'Anti-Semitismus' in den Sinn -, bei der triumphalistischen Beschreibung des Aufstands im AT sowieso nicht.
Für die damalige Zeit muss man jedoch allgemein festhalten, dass dieser Standard des 'wissenschaftlichen Diskurses' schlicht nicht vorhanden war (vgl. u.a. den "βάρβαρος / "Barbaren" -Begriff, welcher von gr. Historikern im Altertum geprägt wurde und viel über deren völkerkundliche Expertise aussagt).
Die Überlieferung des Makkabäeraufstandes ist dabei auch in jüngster Vergangenheit nach wie vor Diskussionsgegenstand in der Forschung gewesen. In seinem Aufsatz "Antiochus IV and His Jewish Subjects: Political, Cultural and Religious Interaction", erschienen in Erickson, Kyle u. Ramsey, Gillian: Seleucid Dissolution. The Sinking of the Anchor, Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2011, zeichnet Gerassimos George Aperghis ein differenziertes Bild dieses 'Kulturkampfes' zwischen Judaismus und Hellenismus, unter Einbeziehung auch der Beschreibung dieses Konflikts im AT, welche die detaillierteste in schriftlicher Form darstellt.
Darüber hinaus ist allgemein anzumerken, dass für archäologische Funde aus dieser Zeit Schriftstücke des Altertums, die Bibel inklusive, auch dahingehend ihren Wert haben, dass sie kontextgebend für diese Funde sind.

Dies behandelt noch gar nicht den Einfluss, den die Bibel allgemein auf unseren Kulturkreis gehabt hat. Interessanterweise führt der Nutzer Schlichting selbst das Stichwort der "Nächstenliebe" an, welche, zusammen mit christlichen Wertvorstellungen allgemein, auch Eingang in säkulare Ideen wie universelle Menschenrechte gefunden hat.

Will ich hiermit nun ausdrücken, dass Fernsehproduktionen über biblische Überlieferung allgemein wissenschaftlichen Standards entsprächen und über allen Zweifel erhaben seien? Mitnichten, wenn ich mir alleine andere Dokumentationen über Geschichte anschaue, gerade was Wortwahl und Aufmachung angeht. Ich hoffe jedoch, mit meinen Ausführungen folgende Aussage von Schlichting:

"Ich möchte, dass in jedem Religionsunterricht zum Thema Bibel dazu gesagt wird, dass nichts davon belegt ist und die Bibel kein wissenschaftliches Format darstellt, sondern eine Erzählungssammlung aus alter Zeit ist, in der die Menschen auf Grund fehlender Wissenschaft sich manches noch anders erklären mussten und auch Regeln gefunden werden mussten, die sich auf diesem Weg gut durchsetzen ließen. Diese Erklärung gehört IN DEN Religionsunterricht und auch vor jeden Fernseh(werbe)Spot der Kirchen!!"

hinreichend widerlegt zu haben.

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Maren » 21. Mai 2015, 12:34

Maren hat geschrieben:Kleine Anfragen und die entsprechenden Antworten aus der Sächsischen Staatskanzlei:

Drs 6/1420
Fernsehsendezeit des MDR für die Evangelischen Kirchen - Einnahmen
Antw SK 13.05.2015 Drs 6/1420

Drs 6/1414
Hörfunksendezeit des MDR für die Evangelischen Kirchen - Einnahmen
Antw SK 13.05.2015 Drs 6/1414

Drs 6/1419
Fernsehsendezeit des MDR für die Katholische Kirche - Einnahmen
Antw SK 13.05.2015 Drs 6/1419

Drs 6/1415
Hörfunksendezeit des MDR für die Katholische Kirche - Einnahmen
Antw SK 13.05.2015 Drs 6/1415


Die Antworten können wir allerdinsg nicht so stehen lassen.

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Maren » 20. Mai 2015, 14:18

Kleine Anfragen und die entsprechenden Antworten aus der Sächsischen Staatskanzlei:

Drs 6/1420
Fernsehsendezeit des MDR für die Evangelischen Kirchen - Einnahmen
Antw SK 13.05.2015 Drs 6/1420

Drs 6/1414
Hörfunksendezeit des MDR für die Evangelischen Kirchen - Einnahmen
Antw SK 13.05.2015 Drs 6/1414

Drs 6/1419
Fernsehsendezeit des MDR für die Katholische Kirche - Einnahmen
Antw SK 13.05.2015 Drs 6/1419

Drs 6/1415
Hörfunksendezeit des MDR für die Katholische Kirche - Einnahmen
Antw SK 13.05.2015 Drs 6/1415

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Maren » 20. Mai 2015, 09:27

Einfluss der Kirchen auf Medien: Keiner wagt den Konflikt

Die beiden Amtskirchen stärken ihren Einfluss in den öffentlich-rechtlichen Medien. Bei der Deutschen Welle und dem ZDF landeten sie zwei Coups.

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Maren » 19. Mai 2015, 12:58

Kleine Anfragen des sächsischen Abgeordneten Andre' Schellbach (LINKE) zu Sendezeiten für die Katholische Kirche im Programm des MDR.

http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.a ... os_dok=202
http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.a ... os_dok=202

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Bücherleser » 18. Mai 2015, 08:58

Was motiviert Petra Ensminger vom Deutschlandfunk dazu, zur Frage der Glaubwürdigkeit deutscher Politiker ausgerechnet und ausschließlich einen katholischen Theologen zu interwiewen?

http://www.deutschlandfunk.de/wahrheit- ... _id=320003

Ausgerechnet zum Thema Datenschutz, Geheimdienste und parlamentarische Kontrolle vermutet sie Kompetenz bei dem Vertreter einer totalitären Institution, die mit der Nötigung zur Beichte das perfekte Ausforschungs- Überwachungs- und Herrschaftsinstrument geschaffen hat?

Die ihre Irrlehre über Beschaffenheit und Genese der Welt und uns Menschen gegen erwiesene Erkenntnisse verteidigt und die Verfehlungen ihrer eigenen Funktionsträger verleugnet?

Ist der Deutschlandfunk unfähig oder nicht willens, echte objektive Wissenschaftler als Interviewpartner zu gewinnen?

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Maren » 7. Mai 2015, 10:24

Leipzig (epd). Der katholische Magdeburger Bischof Gerhard Feige hat eine teils oberflächliche Berichterstattung über kirchliche Themen in den Medien kritisiert. Er sehe einerseits ein besonderes Interesse an religiösen Themen, beklage aber andererseits "manche Klischees, die in den Medien sind", sagte Feige am Mittwoch beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig. Auch befremde ihn die gelegentlich zu hörende Argumentation, dass Kirche in den Medien weniger vorkommen sollte, da etwa in Ostdeutschland inzwischen 80 Prozent der Menschen konfessionslos seien, sagte der Ökumene-Bischof in einer Diskussionsrunde zum Thema "Glaube in den Medien. Aufmerksamkeit und Wertevermittlung".

"Wir wollen kritisch betrachtet werden, aber auch ehrlich und fair", mahnte Feige. Kirche selbst solle sich dabei auch mehr als "Anwalt für Fragen" verstehen, etwa bei der Sinnsuche von Menschen.

Der sächsische Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer zeigte sich auf dem Medienkongress insgesamt dagegen zufrieden mit der Darstellung kirchlicher Inhalte in den Medien. Das Thema Religion sei wieder interessant geworden, es gebe einen "atmosphärischen Wandel" im Vergleich zu vor einigen Jahren. Bauer, der einer von vier Kandidaten für die Ende Mai anstehende Wahl eines neuen sächsischen Landesbischofs ist, sieht etwa für den MDR sowohl die kritische Auseinandersetzung mit Kirche, als auch die Vermittlung religiöser Inhalte und Werte als gut erfüllt an.

Auch der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen konstatierte für seinen Sender eine große Vielfalt kirchlicher Inhalte, von Gottesdienst-Übertragungen und der Vermittlung von Werten bis hin zu fiktionalen Programmen wie "Herzensbrecher". Jan Dieckmann vom NDR machte für den öffentlich-rechtlichen Bereich weniger Konflikte zwischen Kirchenredaktionen und anderen Redaktionen als noch vor einigen Jahren aus.

Beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland diskutierten seit Montag 200 Referenten und etwa 1.000 Teilnehmer über das Thema "Neue Balance" in der Medienlandschaft. Veranstalter des Kongresses sind unter anderem die Landesmedienanstalten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der MDR und die Stadt Leipzig.

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Bücherleser » 27. April 2015, 18:18

Die heute veröffentlichte FOWID-Studie beweist:
Die Mehrheit der Bürger, sogar der religiösen, ist gegen eine stärkere Vertretung konfessioneller Organisationen in den Rundfunkräten:
http://www.giordano-bruno-stiftung.de/m ... fernsehrat

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Bücherleser » 18. Januar 2015, 13:06

Obwohl mittlerweile über ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland nicht gläubig ist,
genießen die christlichen Kirchen vollkommen unverhältnismäßige Privilegien,
die öffentlich-rechtlichen, mit Zwangsgebühren finanzierten Medien für ihre Propaganda zu mißbrauchen.

Damit werden sie gegenüber allen anderen Weltanschauungsrichtungen ungerechtfertigt bevorzugt.

Statt nun diese einseitige Bevorzugung abzubauen, soll sie "ausgeglichen" werden,
indem man ausgewählten einzelnen anderen Glaubensgemeinschaften ebenfalls solche Privilegien einräumt,
in diesem Fall dem Islam:

http://taz.de/Kirche-im-Rundfunk/!152965/

Sollte dieser vermeintliche "Gerechtigkeitswettlauf" Schule machen und der Eindruck entstehen,
der durch alle Bürger zwangsfinanzierte öffentliche Rundfunk "schulde" jedweder Glaubensrichtung,
so sie nur zahlreich und lautstark genug ihre Interessen einfordert, eine angemessene Sendezeit,
so bliebe vor lauter parteiischer Aberglaubens-Propaganda kaum noch Platz für Aufklärung.

Diese ist aber nach meiner Auffassung die einzig mögliche Legitimation für zwangsfinanzierte Staatsmedien:

Eine den wissenschaftlichen und historischen Fakten verpflichtete Aufklärung!

Die Zwangsfinanzierung jedweder Weltanschauungspropaganda verstößt gegen die grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit, welche auch das Recht beinhaltet, von unerwünschter Religionspropaganda weder belästigt zu werden, noch zu deren Finanzierung verpflichtet zu werden!

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Telekinese » 9. Dezember 2014, 09:29

Staat und Kirche sind nach §140 GG in Deutschland doch getrennt! Es besteht keine Staatskirche und es herrscht Glaubensfreiheit! Wenn die Kirchen also möchten, das ihre Versanstaltungen im Fernsehen übertragen werden, dann sollen sie dafür auch die Kosten zahlen. Ich weiss zwar nicht genau was im Staatsvertrag steht, sollte dort aber drin stehen, sie sind zu solchen Sendungen verpflichtet, dann ist es an der Zeit, diesen Punkt dringend zu ändern.
Und sollte der ÖR aber verpflichtet sein, kirchliche Sendungen zu übertragen, wo bleibt dann die Gleichberechtigung. In Deutschland gibt es mehrere Kirchen, nicht nur katholische oder evangelische. Müssten dann nicht auch Sendungen aus Freikirchen bzw. Moscheen gezeigt werden? (ironisch gemeint) ;)

130000€ für die Übertragung EINES Gottesdienstes (Dauer 1-2 Stunden), das ist echt eine enorme Hausnummer. Aber der gemeine Gebührenzahler hat es ja.

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Maren » 22. November 2014, 11:49

Bücherleser hat geschrieben:Der MDR überträgt 2 Stunden lang direkt den Festgottesdienst zur Amtseinführung des neuen Bischofs von Erfurt:
http://hpd.de/artikel/10571


Seltsam. Das stand doch garnicht im Plan. Danke für die Information, Bücherleser.

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Bücherleser » 22. November 2014, 02:56

Der MDR überträgt 2 Stunden lang direkt den Festgottesdienst zur Amtseinführung des neuen Bischofs von Erfurt:
http://hpd.de/artikel/10571

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Bücherleser » 8. November 2014, 23:36

Der hpd schreibt, daß nach der Verherrlichung der rituellen Vorhautamputation durch den "Kinderkanal" nun auch Arte sich zu den Genitalverstümmlungs-Verharmlosern gesellt:

http://hpd.de/artikel/10480

Ich kann die Sendung nicht selbst beurteilen, weil mein Programm bei Aufruf von Arte abstürzt.

Sollte sie aber wirklich so einseitig sein wie vom hpd beschrieben, so wäre das eine krasse Mißachtung des Rechtsempfindens der großen Mehrheit der Bevölkerung.
Diese ist ganz überwiegend der Ansicht, daß das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit uneingeschränkt für alle Kinder gilt.

Nur die Bundespolitiker haben sich dem Druck einer bestimmten Lobby unterworfen und ein verfassungswidriges Gesetz durchgepeitscht, welches die Genitalverstümmlung an nicht einwilligungsfähigen männlichen Babys und Kleinkindern legalisieren soll.

Wenn nun Arte sich dazu hergibt, diesen barbarischen Ritus zu beschönigen,
ist damit der einzige öffentliche Sender, der bisher in meinen Augen noch eine Existenzberechtigung hatte,
für mich ein für alle Mal diskreditiert.

Somit ist die zwangsweise Mitfinanzierung des Öffentlichen Rundfunks für mich endgültig nicht mehr mit meinem Gewissen zu vereinbaren.

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Schlichting » 24. September 2014, 23:20

Maren hat geschrieben:Ich meinte natürlich 1 Million und nicht 1.000.000 Million.

Ansonsten ist meine Argumentation in der Tat nicht besonders schlüssig. Da geb ich dir recht, Christian. Allerdings ist es angesichts hunderter verschiedener Religionen weltweit, von denen die jeweils Gläubigen nur IHREN Gott als den Wahrhaftigen anerkennen, schwierig individuelle Lehren auf historische Glaubwürdigkeit abzuklopfen. Als Atheistin fehlt mir dazu sowohl der spirituelle Zugang als auch das Interesse.

(...)da es die Folge hätte, dass man jemanden anerkennen müsste, der Größer ist. (...)

Kurz: Nein. Das ist völlig abwegig.



An der Argumentationskette von Christian sieht man vor allem eines: Dass christliche TV-Formate keine Bildungs- oder Kulturformate sind, sondern zur Realitätsverschleierung bis hin zu einer Realitätsverleugnung wie hier schön zu sehen ist beitragen.

Ich halte diese Formate nicht nur für falsch oder eine Zumutung für Andersgläubige und Atheisten. Ich halte sie für hochgefährlich da sie am Ende immer eigene Werte als Allmacht darstellen, womit sogar belegte wissenschaftliche Erkenntnisse wie z.B. die Evolotionsgeschichte ernsthaft in Frage gestellt werden, ohne dass der Staat oder unsere öffentlich rechtlichen Medien sich ernstlich getrauen würde, dem mit der nötigen Argumentation entgegenzutreten.

Das Ganze wird dann (wie hier auch) immer fälschlicher weise von Gläubigen auf fehlende Argumente der Atheisten zurückgeführt.

Dabei verstehen und sehen sie leider nicht, dass hier die Atheisten mit weit mehr Nächstenliebe und Respekt handeln als sie selbst, weil die Argumentationskette immer wohlwollend an die "Befindlichkeiten" der Kirche und der Gläubigen angepasst wird.

Man möchte niemanden verärgern oder persönlich angreifen. Das möchte auch ich nicht, aber die Gefahr, dass meine Kinder am Ende einer naiven und widerlegbaren theologischen Ideologie zum Opfer fallen ist dann doch weit größer als mein Verständnis.

Ich möchte die Erziehung meiner Kinder selbst bestimmen, ich möchte nicht, dass sie religiös beeinträchtigt werden.

Ich möchte, dass in jedem Religionsunterricht zum Thema Bibel dazu gesagt wird, dass nichts davon belegt ist und die Bibel kein wissenschaftliches Format darstellt, sondern eine Erzählungssammlung aus alter Zeit ist, in der die Menschen auf Grund fehlender Wissenschaft sich manches noch anders erklären mussten und auch Regeln gefunden werden mussten, die sich auf diesem Weg gut durchsetzen ließen. Diese Erklärung gehört IN DEN Religionsunterricht und auch vor jeden Fernseh(werbe)Spot der Kirchen!!

Wenn hier mit der Bibel und deren Thesen argumentiert wird und dann als Grundlage für diese Thesen wiederum nur die Bibel als Quelle genannt wird muss ich schon schmunzeln über ein solches Verständnis von akademischer Arbeit an Quelltexten.

Auch solche Begründungen, die mit "in Wahrheit ist...." beginnen und wieder nur mit der Bibel als Quelle enden zeigen am Ende, dass das Missionars TV im Fernsehen sehr schlechten Einfluss auf die Menschen hat und am Ende zu einer sehr naiven und unwissenschaftlichen Einstellung führt, die dann aber keinesfalls privat bleibt, sondern "in die Welt getragen werden will".Ein hochbrisantes und brandgefährliches Thema.

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Schlichting » 24. September 2014, 21:10

Maren hat geschrieben:Hallo Christian,

du triffst mich mit deinem Posting gerade auf dem richtigen Fuß. Vor einigen Tagen hat der Stadtrat in Leipzig nach einer erbitterten Debatte einer entsprechenden Verwaltungsvorlage zugestimmt, den Katholikentag 2016 mit einer Summe von 1.000.000 Euro zu sponsern. Meine Empörung darüber will sich nicht legen, weil diese Stadt im Gegensatz zur Katholischen Kirche arm und chronisch klamm ist und selbst bei Pflichtaufgaben knausert. Leipzigs Bevölkerung weist nach Statistiken nicht einmal 5 % Katholiken auf und ein Teil der Bevölkerung geht zu Recht auf die Barrikaden.
Warum soll ich als Christ (weder katholisch, noch evangelisch) meine Überzeugung und meinen Glauben nicht öffentlich mitteilen dürfen?

Genau da liegt der Hase im Pfeffer. Unser aller Bundespräsident hat in seinem kläglichen Versuch, die Worte seines Vorgängers: "Der Islam gehört zu Deutschland", zu widerlegen, eingeräumt, dass Muslime zwar in Deutschland lebten und deshalb auch irgendwie hierher gehörten, ihre Religion jedoch nicht. Kippa-Träger müssen sich in Deutschland (wieder) überlegen, ob sie ihr sichtbarstes religiöses Merkmal nach außen tragen, Kopftuchträgerinnen werden schief angesehen und der Turbanträger ist eh Terrorist. Damit sich, zumindest innerhalb unseres Rechtssystems, kein Gläubiger diskriminiert fühlen muss, hat der Staat streng säkular verfasst zu sein. Glauben ist Privatsache, ich würde sogar noch weiter gehen und behaupten, dass Glauben das Privateste überhaupt ist.
Ich bin getauft und trotzdem atheistisch erzogen worden. Meine Mutter hat ewig gezweifelt, mein Vater war strenger Atheist. Mit 18 hab ich mir die Freiheit genommen und bin aus der evangelischen Kirche ausgetreten, der ich nur auf dem Papier angehörte.
Das bedeutet aber nicht, dass es wirklich nur Mythen sind, obwohl es so dargestellt wird und zwar weil es Deiner Weltanschauung nicht entspricht.

Ich bin da sehr unromantisch und verlasse mich beispielsweise auf Wissenschaftler, die nachgeweisen haben, dass entscheidende Passagen, auf denen angeblich die christliche Lehre basiert, nachträglich in die Evangelien eingefügt worden sind. Auferstehung, Erlöserrolle, Himmelfahrt etc. werden durch keinerlei glaubwürdige Textstellen belegt und somit kann der "ungläubige" Mensch davon ausgehen, dass für den christlichen Glauben weit und breit kein geschichtliches Fundament verfügbar ist. Teilweise barbarische Passagen in der Bibel sowie nachgewiesene Gräueltaten im Namen der zahlreichen Götter belegen, dass es innerhalb der Religionen mehr um Macht und Unterdrückung geht, denn um Nächstenliebe.
Ich habe einige Freunde, die in den verschiedensten Richtungen konfessionell unterwegs sind. Komischerweise lässt sich keiner auf die wissenschaftliche Diskussion ein oder erklärt mir gewisse Diskrepanzen. Ein Indiz mehr dafür, dass Religion Privatsache ist.

Viele Grüße
Maren



Maren,
ich kann Ihren ganzen Beitrag hier nur ausführlich unterstützen! Ihre Argumentation ist richtig und umfassend und es gehören noch viel mehr Bereiche dazu, die hier noch nicht einmal angesprochen worden sind. Während wir in anderen Kulturkreisen dauernd den Zeigefinger :roll: erheben und nach der Trennung von Staat und Religion rufen haben wir diese im eigenen Land nie konsequent vollzogen.

Die Dinge, die Sie hier anpranger insbesondere in Leipzig (was ja leider nur ein Beispiel von vielen ist) sind eigentlich unerträglich in einer rechtsstaatlichen demokratischen Gesellschaft, in der der Glaube per Gesetz als Privatangelegenheit definiert wird.

Die kirchlichen Lobbyisten die in meinen Augen keinen Unterschied mehr darstellen zu anderen Wirtschaftsorganisationen und auch ihre eigene Daseinsberechtigung im sozialen Sektor immer wieder selbst in Frage stellen, weil sie eben nicht mehr uneingeschränkt helfen, sondern von Armut und Leid selbst profitieren, gehören in keinster Weise in Fernsehräte und auch Formate wie das Wort zum Sonntag sind eine Zumutung für alle Nicht- und Andersgläubigen und daher einfach nicht mehr zu rechtfertigen.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass im Zuge der "deutschen Teapartybewegung" auch hier Zulande die Aggression, mit der solche Lobbyarbeit verteidigt und als soziokulturelle Bereicherung dargestellt wird stark zunimmt. Oftmals ist eine unaufgerecgte und sachliche Diskussion schwierig oder unmöglich, da viele Menschen den Trennstrich zwischen Wissenschaft und Glauben eben auch hier schon nicht mehr ziehen wollen.

Hinzu kommt, dass Kirchen jeglicher Couleur ihre Lobbyisten in allen wichtigen Positionen der Länder, Gemeinden, Kommunen und in allen öffentlichen Gremien positioniert haben, von wo aus sie gegen jegliche Anstrengung in diese von Ihnen hier angedachte Richtung operieren. :evil:

Die finanziellen Mittel die dahinter stehen (und auch eingesetzt werden) sind so immens, dass ich mich frage, wie man ein solches Anliegen (Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten zu unterbinden und entsprechende Lobbyvertreter aus den Entscheiderpositionen zu entmachten. Wo also müsste man Ihrer Meinung nach ansetzen, um hier einen Anfang zu schaffen oder zumindest in der Öffentlichkeit den Zuspruch derer einzuholen, die bisher auf Grund von hilfloser Frustration gegenüber finanzstarker Wirtschaftsunternehmen wie der Kirche ihre Meinung als nichtig und unerheblich betrachten?

Viele Grüsse und noch mal Danke für Ihr tolles Engagement hier :lol: !

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Bücherleser » 24. September 2014, 01:42

Mich als Atheisten ärgert es maßlos, daß ich durch Drohungen und Erpressungen der Mittel beraubt werde, um wissenschaftliche Zeitschriften und Bücher zu erwerben oder humanistische Online-Portale zu unterstützen.

Mein Geld wird mir gestohlen, um damit die Lügenpropaganda zweier schwerreicher, höchst einflußreicher Kirchen zu finanzieren.
Diese Kirchen mißbrauchen mein Geld, um über Transgender wie mich und Homosexuelle die übelsten Lügen zu verbreiten und unsere Menschenrechte zu verletzen.

Das kann und will ich nicht tolerieren.

Ebenso will ich nicht tolerieren, daß mein Staat in dem von mir zwangsweise mitfinanzierten Rundfunk und Fernsehen die Verbreitung von wissenschaftlich widerlegten Unwahrheiten über die Entstehung unseres Sonnensystems, der Lebewesen und des Menschen duldet.

Ebenso habe ich es satt, daß mein Staat in den von mir zwangsfinanzierten Medien einen ausufernden Personenkult um Leute betreibt, die noch als Erwachsene ein bronzezeitliches, patriarchalisches Legenden-Sammelsurium allen Ernstes für wahr halten
- und daß mein Staat mir solche törichten Leute allen Ernstes als Autoritätspersonen verkaufen will, denen Sitze und Stimmrechte in allen möglichen Gremien zustünden.

Besonders verwerflich finde ich, daß mein Staat in den von meinen Steuern mitfinanzierten öffentlichen Kitas und Schulen Kinder der Indoktrinierung durch Anhänger irrationaler Glaubenslehren ausliefert.

Das Schlimmste daran ist, daß mein Staat nun aus "Gleichbehandlungsgründen" nun dieselben "Rechte" einer weiteren Gruppe von Legenden-Anhängern einräumen will, die diese Machtposition absehbar dazu nutzen werden, unsere verfassungsmäßig garantierten Grundrechte zu zerstören.

Daraus kann ich eigentlich nur ableiten, daß es sich bei weiten Teilen der handelnden "Elite" in Staat und Staatsmedien um Verfassungsfeinde handelt, gegen die das grundgesetzliche Recht auf Widerstand legitim ist.

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Maren » 23. September 2014, 23:40

Ich meinte natürlich 1 Million und nicht 1.000.000 Million.

Ansonsten ist meine Argumentation in der Tat nicht besonders schlüssig. Da geb ich dir recht, Christian. Allerdings ist es angesichts hunderter verschiedener Religionen weltweit, von denen die jeweils Gläubigen nur IHREN Gott als den Wahrhaftigen anerkennen, schwierig individuelle Lehren auf historische Glaubwürdigkeit abzuklopfen. Als Atheistin fehlt mir dazu sowohl der spirituelle Zugang als auch das Interesse.

(...)da es die Folge hätte, dass man jemanden anerkennen müsste, der Größer ist. (...)

Kurz: Nein. Das ist völlig abwegig.

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von naitsirch » 22. September 2014, 21:44

Vor einigen Tagen hat der Stadtrat in Leipzig nach einer erbitterten Debatte einer entsprechenden Verwaltungsvorlage zugestimmt, den Katholikentag 2016 mit einer Summe von 1.000.000 Million Euro zu sponsern.

Hierbei muss ich Dir Recht geben. Das finde ich auch seltsam.

Kippa-Träger müssen sich in Deutschland (wieder) überlegen, ob sie ihr sichtbarstes religiöses Merkmal nach außen tragen, Kopftuchträgerinnen werden schief angesehen und der Turbanträger ist eh Terrorist. Damit sich, zumindest innerhalb unseres Rechtssystems, kein Gläubiger diskriminiert fühlen muss, hat der Staat streng säkular verfasst zu sein. Glauben ist Privatsache, ich würde sogar noch weiter gehen und behaupten, dass Glauben das Privateste überhaupt ist.

Dein Argument, warum Glauben Privatsache sein soll, kann ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. Weil eine Muslimin mit einem Kopftuch schief angesehen wird, bedeutet das, dass das Privatsache sein soll?

Ich bin da sehr unromantisch und verlasse mich beispielsweise auf Wissenschaftler, die nachgeweisen haben, dass entscheidende Passagen, auf denen angeblich die christliche Lehre basiert, nachträglich in die Evangelien eingefügt worden sind. Auferstehung, Erlöserrolle, Himmelfahrt etc. werden durch keinerlei glaubwürdige Textstellen belegt

Du verlässt Dich auf Wissenschaftler, die nachgewiesen haben... haben sie das genauso gut nachgewiesen, wie die ARD ihre Beiträge zumThema Ukraine? Hast Du deren Nachweise auch so kritisch untersucht, wie die Medienbeiträge? Natürlich werden atheistische bzw. ungläubige Wissenschaftler Dir beweisen, dass die Schriften der Bibel verfälscht sind.

Die Wahrheit ist jedoch, dass es keine besser belegten Schriften aus der Antike gibt, wie die der Bibel. Tausende Manuscipte und Fragmente wurden an unterschiedlichen Orten Europas, Nordafrikas und Asiens gefunden, die teilweise aus dem 2. Jahrhundert kommen (siehe http://de.pluspedia.org/wiki/Biblische_Manuskripte und https://de.wikipedia.org/wiki/Codex_Sinaiticus).

Ich habe einige Freunde, die in den verschiedensten Richtungen konfessionell unterwegs sind. Komischerweise lässt sich keiner auf die wissenschaftliche Diskussion ein oder erklärt mir gewisse Diskrepanzen. Ein Indiz mehr dafür, dass Religion Privatsache ist.

Nun, dann liegt das vielleicht an Deinen Freunden. Ich diskutiere liebend gerne mit Freunden und Kollegen über den Glauben und die Bibel und stelle dabei fest, dass viele Leute sehr schlecht informiert sind.

Aber auch hier kann ich Deinen Gedankengang nicht nachvollziehen. Weil Deine Freunde nicht gerne über Religionen diskutieren und Dir Dinge nicht erklären können, sind sie Privatsache? - Ich denke, Du wirst mir Recht geben, wenn ich sage, dass Horoskope ziemlicher Unsinn sind. Trotzdem glauben viele daran und richten ihr Leben darauf aus und sämtliche Zeitschriften drucken ihre Horoskope ab. Ist das dann auch Privatsache? Hast Du Dich bei denen schonmal beschwert?

Ich glaube eher, dass das Problem ein ganz anderes ist - der Glaube stellt den Menschen vor eine Entscheidung - entweder dafür oder dagegen und es hat weitreichende Folgen. Das ist natürlich unangenehm. Du und viele andere Menschen wollen nicht glauben, da es die Folge hätte, dass man jemanden anerkennen müsste, der Größer ist. Selbst wenn jemand Dir beweisen würde, dass es Gott gibt, und dass die Bibel von ihm inspiriert ist, würdest Du nichts damit zu tun haben wollen.

Aber ich wollte eigentlich nicht darüber diskutieren. Der Glaube ist nicht beweisbar und man kann seitenweise darüber diskutieren, ohne zu einem Ziel zu kommen. Ich wollte mit meinem Beitrag lediglich aufzeigen, dass es auch Menschen gibt, die anders denken als Du und auch ihre Gründe dafür haben. Aber das lustige ist, dass die, die immer so für Toleranz stehen, Christen gegenüber keine Toleranz zeigen.

Christian

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Maren » 21. September 2014, 17:42

Weil wir gerade beim Thema sind: viewtopic.php?f=30&t=126

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von Maren » 21. September 2014, 17:39

Hallo Christian,

du triffst mich mit deinem Posting gerade auf dem richtigen Fuß. Vor einigen Tagen hat der Stadtrat in Leipzig nach einer erbitterten Debatte einer entsprechenden Verwaltungsvorlage zugestimmt, den Katholikentag 2016 mit einer Summe von 1.000.000 Euro zu sponsern. Meine Empörung darüber will sich nicht legen, weil diese Stadt im Gegensatz zur Katholischen Kirche arm und chronisch klamm ist und selbst bei Pflichtaufgaben knausert. Leipzigs Bevölkerung weist nach Statistiken nicht einmal 5 % Katholiken auf und ein Teil der Bevölkerung geht zu Recht auf die Barrikaden.
Warum soll ich als Christ (weder katholisch, noch evangelisch) meine Überzeugung und meinen Glauben nicht öffentlich mitteilen dürfen?

Genau da liegt der Hase im Pfeffer. Unser aller Bundespräsident hat in seinem kläglichen Versuch, die Worte seines Vorgängers: "Der Islam gehört zu Deutschland", zu widerlegen, eingeräumt, dass Muslime zwar in Deutschland lebten und deshalb auch irgendwie hierher gehörten, ihre Religion jedoch nicht. Kippa-Träger müssen sich in Deutschland (wieder) überlegen, ob sie ihr sichtbarstes religiöses Merkmal nach außen tragen, Kopftuchträgerinnen werden schief angesehen und der Turbanträger ist eh Terrorist. Damit sich, zumindest innerhalb unseres Rechtssystems, kein Gläubiger diskriminiert fühlen muss, hat der Staat streng säkular verfasst zu sein. Glauben ist Privatsache, ich würde sogar noch weiter gehen und behaupten, dass Glauben das Privateste überhaupt ist.
Ich bin getauft und trotzdem atheistisch erzogen worden. Meine Mutter hat ewig gezweifelt, mein Vater war strenger Atheist. Mit 18 hab ich mir die Freiheit genommen und bin aus der evangelischen Kirche ausgetreten, der ich nur auf dem Papier angehörte.
Das bedeutet aber nicht, dass es wirklich nur Mythen sind, obwohl es so dargestellt wird und zwar weil es Deiner Weltanschauung nicht entspricht.

Ich bin da sehr unromantisch und verlasse mich beispielsweise auf Wissenschaftler, die nachgeweisen haben, dass entscheidende Passagen, auf denen angeblich die christliche Lehre basiert, nachträglich in die Evangelien eingefügt worden sind. Auferstehung, Erlöserrolle, Himmelfahrt etc. werden durch keinerlei glaubwürdige Textstellen belegt und somit kann der "ungläubige" Mensch davon ausgehen, dass für den christlichen Glauben weit und breit kein geschichtliches Fundament verfügbar ist. Teilweise barbarische Passagen in der Bibel sowie nachgewiesene Gräueltaten im Namen der zahlreichen Götter belegen, dass es innerhalb der Religionen mehr um Macht und Unterdrückung geht, denn um Nächstenliebe.
Ich habe einige Freunde, die in den verschiedensten Richtungen konfessionell unterwegs sind. Komischerweise lässt sich keiner auf die wissenschaftliche Diskussion ein oder erklärt mir gewisse Diskrepanzen. Ein Indiz mehr dafür, dass Religion Privatsache ist.

Viele Grüße
Maren

Re: Missionierung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Beitrag von naitsirch » 20. September 2014, 16:48

Hallo Maren,
ich bin gerade zufällig auf Deinen Beitrag gestoßen und kann Deine Meinung nicht teilen.

"Ob im ZDF-Onlineangebot Godscloud http://godscloud.zdf.de/artikel/abraham Kirchenwerbung auf Kosten der BeitragszahlerInnen betrieben wird"
Bei dem Video wird die Geschichte Abrahams aus der Bibel zusammengefasst und erzählt. Worin besteht dabei Werbung für eine Kirche? Zudem wird auch über den Zusammenhang zwischen Abraham, dem Judemtum und dem Islam berichtet. Hört sich für mich relativ neutral an.

"Stattdessen liegt der Schwerpunkt auf dem Versuch, alte Mythen in medientauglicher Verpackung zu präsentieren."
Herr Hartmann und vermutlich auch Du, halten die Inhalte der Bibel für Mythen. Das bedeutet aber nicht, dass es wirklich nur Mythen sind, obwohl es so dargestellt wird und zwar weil es Deiner Weltanschauung nicht entspricht.

"Ich z.B. fühle mich schon belästigt vom ausufernden Aberglauben und den entsprechenden missionarischen Sendungen dazu und finde, dass die Ausübung von Religion ausschließlich Privatangelegenheit sein sollte."
Was genau verstehst Du unter "missionarischen Sendungen"? Die von Dir genannte Sendung hat jedenfalls nichts mit Missionierung zu tun, wie bereits erklärt.
Du bist der Meinung, dass Ausübung von Religion ausschließlich Privatangelegenheit sein soll. Warum sollte es das? Warum soll ich als Christ (weder katholisch, noch evangelisch) meine Überzeugung und meinen Glauben nicht öffentlich mitteilen dürfen? Andere "private" Themen werden doch genauso in der Öffentlichkeit diskutiert. Bspw. das von Dir angesprochene Thema Homosexualität. Warum soll eine so private Angelegenheit, wie die Sexualität in der Öffentlichkeit so thematisiert werden? Medien propagieren doch gerade die Homosexualität in diversen Sendungen und Filmen? Das ist dann wohl erlaubt.

Ich fühle mich dagegen von Sendungen wie "Götter wie wir" vom ZDF (http://goetterwiewir.zdf.de/goetter-wie ... 21502.html) "belästigt", wo der Chrsitliche Glaube mit Trans- und Homosexualität vermischt und lächerlich gemacht wird und frage mich ebenfalls wie Du, wie es sein kann, dass mein Geld für so etwas missbraucht wird.

Christian

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