von Maren » 12. März 2016, 18:15
Folgende Antworten gingen in Folge der Anfrage ein:
Antwort Claus Kleber, ZDF:
Sehr geehrter Herr XXXXX,
es gehört zu unserem täglichen Geschäft die Veröffentlichungen des Institutes von George Friedman im Auge zu behalten (Stratfor). Seine oft interessanten Kenntnisse fließen in unsere Überlegungen ein. So wie die vielen anderen Institute und thinktanks. Einfach über eine Rede eines Fachmanns (unter vielen) zu berichten, entspricht nicht unserem Format.
Mit Zensur oder Parteilichkeit hat das nichts zu tun - Im Gegenteil.
Herzliche Grüße
Ihr Claus Kleber
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Antwort DIE ZEIT:
Sehr geehrter Herr XXXXXXX,
ich weiß nicht, wer George Friedmann ist. Auf jeden Fall sollten wir nicht Thinktanks mit offizieller Politik verwechseln. Gerade in Amerika gibt es Hunderte, und sie füllen das gesamte Rechts-Links-Spektrum, mit einer Neigung nach Links. Wenn Sie glauben, dass Journalisten, z.B. ich, die in transatlantischen Institutionen zugange sind, „Befehlsempfänger" einer US-Verschwörung sind und die dann manipulativ in die deutsche Öffentlichkeit tragen, dann kann ich Ihnen beim besten Willen nicht zustimmen. Denn: Verschwörungstheorien sind grundsätzlich nicht falsifizierbar, also mit Fakten zu widerlegen.
Bleibe Sie uns trotzdem treu und gewogen.
Ihr
Josef Joffe
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Antwort ARTE:
Sehr geehrter Herr XXXXXX,
vielen Dank für Ihr Interesse am Europäischen Kulturkanal ARTE.
Zuschauerreaktionen sind für jeden Fernsehsender ein Gradmesser der Zuneigung bzw. Ablehnung durch das Publikum und ARTE weiß diese zu schätzen. Ihre Kommentare haben wir daher gerne an die verantwortliche Abteilung weitergegeben.
Für weitere Informationen zu unserem Programm stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung,
Herzliche Grüße
Ihr ARTE-Zuschauerdienst
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Antwort Das Erste:
Sehr geehrter Herr XXXXX,
vielen Dank für Ihren Brief, den der ARD-Programmbeirat zuständigkeitshalber an uns weitergegeben hat.
Wir freuen uns sehr über Ihre engagierte Teilhabe an der Programmgestaltung des Ersten. Die öffentlich-rechtlichen Sender befinden sich seit einiger Zeit unter erhöhtem Legitimationsdruck. Ursache dafür ist die zunehmende Fragmentarisierung de sMedienmarkts, für die auch die Konkurrenz im Internet verantwortlich ist.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer stellen den beitragsfinanzierten Rundfunk in Frage, weil sie vermeintlich Gratisinformationen gleicher Qualität im Internet finden und nutzen. Genauso wie immer mehr Abos seriöser Zeitungen gekündigt werden, wächst die Zahl der Menschen, die nicht mehr bereit sind, für unabhängigen Journalismus von ARD und ZDF zu bezahlen.
Erschwerend kommt hinzu, dass diesen Userinnen und Usern im Internet genau diejenigen Informationen angeboten werden, die ihrem Weltbild und ihren Vorlieben entsprechen, ihre Haltung also in erster Linie verstärken und unterstützen. ARD und ZDF vermitteln für alle Zuschauerinnen und Zuschauer dasselbe Programm in identischer Qualität.
Menschen, die gewohnt sind, stets in Ihren Auffassungen bestärkt zu werden, sind für unabhängige Informationen nur schwer zugänglich, da sie nicht ihrem eigenen Weltbild entsprechen. Auf dieser Grundlage gedeiht die Diffamierung von ARD und ZDF als „Lügenpresse".
Es ist eine der dringlichsten Aufgaben der Programmverantwortlichen von ARD und ZDF, dieser ernsten Legitimationskrise auf breiter Ebene zu begegnen. Dazu zählt selbstverständlich auch, ein Programm Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland anzubieten, das diesen Vorwürfen trotzt und die journalistische Qualität wahrt, die öffentlich-rechtliche Arbeit auszeichnet. Eine der wichtigsten Errungenschaften ist in diesem Zusammenhang die Unabhängigkeit der Berichterstattung.
Wir können Ihnen versichern, dass die ARD-Programmverantwortlichen sehr bemüht sind, dafür Sorge zu tragen, diesen Mehrwert des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu bewahren. Festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verpflichtet, für etwaige Nebentätigkeiten eine Genehmigung einzuholen. Bei dieser Gelegenheit wird überprüft, ob die jeweilige Nebentätigkeit mit der journalistischen Unabhängigkeit im Einklang steht.
Wenn Sie den Eindruck haben, dass es Nebentätigkeiten von ARD-Kolleginnen und -Kollegen gibt, die diese Unabhängigkeit
beeinträchtigen könnten, wenden Sie sich am besten mit dieser Beobachtung an die zuständige Redaktion.
Mit freundlichen Grüßen
Zuschauerredaktion Das Erste
______________________________________________________________________________________________________
Antwort ARD-Programmbeirat:
Sehr geehrter Herr XXXXX,
vielen Dank für Ihre aufmerksame Beobachtung des Ersten und für Ihre o. g. Schreiben.
Sie beklagen im Wesentlichen, dass die Leitmedien, darunter Das Erste, eine Rede von George Friedman verschwiegen hätten, und äußern die Vermutung, dass, da viele Journalisten in transatlantischen Thinktanks aktiv seien, möglicherweise deren journalistische Unabhängigkeit nicht gewährleistet sei.
Die Journalisten der ARD betreiben - wie alle seriösen Journalisten - ihre Arbeit äußerst verantwortungsvoll und den journalistischen Grundsätzen verpflichtet. Zu ihren grundlegenden Aufgaben gehört es, aus der Fülle der tagtäglich eingehenden Nachrichten die relevanten auszuwählen, und das tun sie sehr gewissenhaft. Wenn nun nicht nur die Programme der ARD, sondern, wie Sie schreiben, nahezu alle Leitmedien die Rede Friedmans nicht in ihre Berichterstattung aufgenommen haben, so liegt die Vermutung nahe, dass ihnen diese Meinungsäußerung eines einzelnen, darüber hinaus nicht Unumstrittenen, als Nachricht nicht relevant erschienen ist.
Als mangelnde journalistische Unabhängigkeit ist dies kaum zu interpretieren.
Eine Liste von in Thinktanks organisierten ARD-Journalisten kann ich Ihnen nicht zur Verfügung stellen, da solch eine Liste nicht existiert.
Mit freundlichen Grüßen
Geschäftsstelle des ARD-Programmbeirats
______________________________________________________________________________________________________
Antwort Deutschlandradio:
Sehr geehrter Herr XXXXX,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 19. September.
Darin äußern Sie die Sorge, der Journalismus in Deutschland sei möglicherweise nicht unabhängig, weil viele einflussreiche Journalisten in transatlantischen Thinktanks organisiert seien. Im Blick auf Deutschlandradio kann ich Sie beruhigen: Weder sind unsere Führungskräfte in großer Zahl in solchen Thinktanks organisiert noch ist die journalistische Unabhängigkeit in Gefahr.
Die von Ihnen zitierte Rede des US-amerikanischen Politologen George Friedman vom 16. März wurde in den deutschen Medien nicht totgeschwiegen. Vielmehr ist sie - wie vieles, was gesagt oder geschrieben wird - nicht als besonders relevant eingestuft und deshalb nicht rezipiert worden.
Ich werde Ihren Brief aber als Anregung an unseren Korrespondenten in Washington weiterleiten und ihn fragen, ob es sich aus seiner Sicht lohnen würde, die strategischen Überlegungen von Herrn Friedman - mit der gebotenen Distanz - darzustellen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Willi Steul
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Antwort MONITOR:
Sehr geehrter Herr XXXXX,
wir haben Ihr Schreiben mit Interesse gelesen.
Vielen Dank für den darin enthaltenen Hinweis auf die Rede von George Friedman sowie Ihren Brief an den amerikanischen Botschafter.
Von unseren Zuschauerinnen und Zuschauern erhalten wir täglich viele Themenvorschläge, die in den Redaktionskonferenzen diskutiert werden. Da MONITOR jedoch nur alle drei Wochen Gelegenheit hat, in höchstens vier bis fünf Filmbeiträgen aktuelle politische Themen aufzugreifen, sind wir gezwungen, eine Auswahl zu treffen. Es handelt sich dabei jedoch keinesfalls um eine „selbstauferlegte Zensur", wie Sie in Ihrem Schreiben andeuten.
Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir eine Veröffentlichung aller uns vorgestellten Themen oft nicht realisieren können.
In jedem Fall bedanken wir uns auf diesem Weg für das Interesse an unserer Sendung MONITOR und hoffen, dass Sie uns als Zuschauer gewogen bleiben.
Für Ihre persönliche Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute.
Mit freundlichen Grüßen
Georg Restle
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Antwort Spiegel:
Sehr geehrter Herr XXXXX,
haben Sie vielen Dank für Ihren Brief und für den Hinweis bezüglich der Friedman-Rede.
Wir leiten die Unterlagen an das zuständige Ressort weiter, die Kollegen werden der Sache nachgehen.
Mit freundlichem Gruß
Klaus Brinkbäumer
Chefredakteur
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Antwort Freie Presse:
Sehr geehrter Herr XXXXX,
vielen Dank für Ihren Brief. Die Rede von Georg Friedman liegt eine Weile zurück und ist auch nicht im Kern das Thema, mit dem sich eine Regionalzeitung ununterbrochen beschäftigt und worauf sie ihren Fokus richtet.
Deshalb bitte ich um Verständnis, wenn wir darauf nicht eingegangen sind. Ich kann nicht für die überregionalen „Leitmedien" sprechen, warum die Rede dort keinen Niederschlag fand.
Friedman an sich ist ab und an Thema dieser Blätter. Mit seinen Prognosen lag er manchmal richtig, manchmal auch völlig daneben. Im Kern beschreibt er nichts anderes als eine eher logische, wenngleich wenig erfreuliche Entwicklung: Warum sollte hier in Europa die Geschichte zu Ende sein und der Status Quo auf Dauer bestehen bleiben? Das wäre sicher wünschenswert, aber wenig wahrscheinlich. Wir werden Veränderungen - zu denen auch Konflikte zählen - nicht verhindern können. Aber wir können darauf Einfluss nehmen, wie wir sie austragen.
In unserer Gesellschaft und auch darüber hinaus, Sie überfordern uns mit der Bitte, als Regionalzeitung die tatsächliche geopolitische Strategie der USA (oder irgendeines anderen Landes) offenzulegen. Nur eines ist klar: Außenpolitik ist Interessenpolitik geblieben, trotz Vereinter Nationen usw. Und das werden wir auch in Zukunft thematisieren müssen.
Dabei wird sich sicherlich die Gelegenheit bieten, auch auf die Friedman-Rede einzugehen.
Mit freundlichen Grüßen
Torsten Kleditzsch
Chefredakteur
Folgende Antworten gingen in Folge der Anfrage ein:
[b]Antwort Claus Kleber, ZDF:[/b]
Sehr geehrter Herr XXXXX,
es gehört zu unserem täglichen Geschäft die Veröffentlichungen des Institutes von George Friedman im Auge zu behalten (Stratfor). Seine oft interessanten Kenntnisse fließen in unsere Überlegungen ein. So wie die vielen anderen Institute und thinktanks. Einfach über eine Rede eines Fachmanns (unter vielen) zu berichten, entspricht nicht unserem Format.
Mit Zensur oder Parteilichkeit hat das nichts zu tun - Im Gegenteil.
Herzliche Grüße
Ihr Claus Kleber
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[b]Antwort DIE ZEIT:[/b]
Sehr geehrter Herr XXXXXXX,
ich weiß nicht, wer George Friedmann ist. Auf jeden Fall sollten wir nicht Thinktanks mit offizieller Politik verwechseln. Gerade in Amerika gibt es Hunderte, und sie füllen das gesamte Rechts-Links-Spektrum, mit einer Neigung nach Links. Wenn Sie glauben, dass Journalisten, z.B. ich, die in transatlantischen Institutionen zugange sind, „Befehlsempfänger" einer US-Verschwörung sind und die dann manipulativ in die deutsche Öffentlichkeit tragen, dann kann ich Ihnen beim besten Willen nicht zustimmen. Denn: Verschwörungstheorien sind grundsätzlich nicht falsifizierbar, also mit Fakten zu widerlegen.
Bleibe Sie uns trotzdem treu und gewogen.
Ihr
Josef Joffe
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[b]Antwort ARTE:[/b]
Sehr geehrter Herr XXXXXX,
vielen Dank für Ihr Interesse am Europäischen Kulturkanal ARTE.
Zuschauerreaktionen sind für jeden Fernsehsender ein Gradmesser der Zuneigung bzw. Ablehnung durch das Publikum und ARTE weiß diese zu schätzen. Ihre Kommentare haben wir daher gerne an die verantwortliche Abteilung weitergegeben.
Für weitere Informationen zu unserem Programm stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung,
Herzliche Grüße
Ihr ARTE-Zuschauerdienst
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[b]Antwort Das Erste:[/b]
Sehr geehrter Herr XXXXX,
vielen Dank für Ihren Brief, den der ARD-Programmbeirat zuständigkeitshalber an uns weitergegeben hat.
Wir freuen uns sehr über Ihre engagierte Teilhabe an der Programmgestaltung des Ersten. Die öffentlich-rechtlichen Sender befinden sich seit einiger Zeit unter erhöhtem Legitimationsdruck. Ursache dafür ist die zunehmende Fragmentarisierung de sMedienmarkts, für die auch die Konkurrenz im Internet verantwortlich ist.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer stellen den beitragsfinanzierten Rundfunk in Frage, weil sie vermeintlich Gratisinformationen gleicher Qualität im Internet finden und nutzen. Genauso wie immer mehr Abos seriöser Zeitungen gekündigt werden, wächst die Zahl der Menschen, die nicht mehr bereit sind, für unabhängigen Journalismus von ARD und ZDF zu bezahlen.
Erschwerend kommt hinzu, dass diesen Userinnen und Usern im Internet genau diejenigen Informationen angeboten werden, die ihrem Weltbild und ihren Vorlieben entsprechen, ihre Haltung also in erster Linie verstärken und unterstützen. ARD und ZDF vermitteln für alle Zuschauerinnen und Zuschauer dasselbe Programm in identischer Qualität.
Menschen, die gewohnt sind, stets in Ihren Auffassungen bestärkt zu werden, sind für unabhängige Informationen nur schwer zugänglich, da sie nicht ihrem eigenen Weltbild entsprechen. Auf dieser Grundlage gedeiht die Diffamierung von ARD und ZDF als „Lügenpresse".
Es ist eine der dringlichsten Aufgaben der Programmverantwortlichen von ARD und ZDF, dieser ernsten Legitimationskrise auf breiter Ebene zu begegnen. Dazu zählt selbstverständlich auch, ein Programm Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland anzubieten, das diesen Vorwürfen trotzt und die journalistische Qualität wahrt, die öffentlich-rechtliche Arbeit auszeichnet. Eine der wichtigsten Errungenschaften ist in diesem Zusammenhang die Unabhängigkeit der Berichterstattung.
Wir können Ihnen versichern, dass die ARD-Programmverantwortlichen sehr bemüht sind, dafür Sorge zu tragen, diesen Mehrwert des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu bewahren. Festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verpflichtet, für etwaige Nebentätigkeiten eine Genehmigung einzuholen. Bei dieser Gelegenheit wird überprüft, ob die jeweilige Nebentätigkeit mit der journalistischen Unabhängigkeit im Einklang steht.
Wenn Sie den Eindruck haben, dass es Nebentätigkeiten von ARD-Kolleginnen und -Kollegen gibt, die diese Unabhängigkeit
beeinträchtigen könnten, wenden Sie sich am besten mit dieser Beobachtung an die zuständige Redaktion.
Mit freundlichen Grüßen
Zuschauerredaktion Das Erste
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[b]Antwort ARD-Programmbeirat:[/b]
Sehr geehrter Herr XXXXX,
vielen Dank für Ihre aufmerksame Beobachtung des Ersten und für Ihre o. g. Schreiben.
Sie beklagen im Wesentlichen, dass die Leitmedien, darunter Das Erste, eine Rede von George Friedman verschwiegen hätten, und äußern die Vermutung, dass, da viele Journalisten in transatlantischen Thinktanks aktiv seien, möglicherweise deren journalistische Unabhängigkeit nicht gewährleistet sei.
Die Journalisten der ARD betreiben - wie alle seriösen Journalisten - ihre Arbeit äußerst verantwortungsvoll und den journalistischen Grundsätzen verpflichtet. Zu ihren grundlegenden Aufgaben gehört es, aus der Fülle der tagtäglich eingehenden Nachrichten die relevanten auszuwählen, und das tun sie sehr gewissenhaft. Wenn nun nicht nur die Programme der ARD, sondern, wie Sie schreiben, nahezu alle Leitmedien die Rede Friedmans nicht in ihre Berichterstattung aufgenommen haben, so liegt die Vermutung nahe, dass ihnen diese Meinungsäußerung eines einzelnen, darüber hinaus nicht Unumstrittenen, als Nachricht nicht relevant erschienen ist.
Als mangelnde journalistische Unabhängigkeit ist dies kaum zu interpretieren.
Eine Liste von in Thinktanks organisierten ARD-Journalisten kann ich Ihnen nicht zur Verfügung stellen, da solch eine Liste nicht existiert.
Mit freundlichen Grüßen
Geschäftsstelle des ARD-Programmbeirats
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[b]Antwort Deutschlandradio:[/b]
Sehr geehrter Herr XXXXX,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 19. September.
Darin äußern Sie die Sorge, der Journalismus in Deutschland sei möglicherweise nicht unabhängig, weil viele einflussreiche Journalisten in transatlantischen Thinktanks organisiert seien. Im Blick auf Deutschlandradio kann ich Sie beruhigen: Weder sind unsere Führungskräfte in großer Zahl in solchen Thinktanks organisiert noch ist die journalistische Unabhängigkeit in Gefahr.
Die von Ihnen zitierte Rede des US-amerikanischen Politologen George Friedman vom 16. März wurde in den deutschen Medien nicht totgeschwiegen. Vielmehr ist sie - wie vieles, was gesagt oder geschrieben wird - nicht als besonders relevant eingestuft und deshalb nicht rezipiert worden.
Ich werde Ihren Brief aber als Anregung an unseren Korrespondenten in Washington weiterleiten und ihn fragen, ob es sich aus seiner Sicht lohnen würde, die strategischen Überlegungen von Herrn Friedman - mit der gebotenen Distanz - darzustellen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Willi Steul
______________________________________________________________________________________________________
[b]Antwort MONITOR:[/b]
Sehr geehrter Herr XXXXX,
wir haben Ihr Schreiben mit Interesse gelesen.
Vielen Dank für den darin enthaltenen Hinweis auf die Rede von George Friedman sowie Ihren Brief an den amerikanischen Botschafter.
Von unseren Zuschauerinnen und Zuschauern erhalten wir täglich viele Themenvorschläge, die in den Redaktionskonferenzen diskutiert werden. Da MONITOR jedoch nur alle drei Wochen Gelegenheit hat, in höchstens vier bis fünf Filmbeiträgen aktuelle politische Themen aufzugreifen, sind wir gezwungen, eine Auswahl zu treffen. Es handelt sich dabei jedoch keinesfalls um eine „selbstauferlegte Zensur", wie Sie in Ihrem Schreiben andeuten.
Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir eine Veröffentlichung aller uns vorgestellten Themen oft nicht realisieren können.
In jedem Fall bedanken wir uns auf diesem Weg für das Interesse an unserer Sendung MONITOR und hoffen, dass Sie uns als Zuschauer gewogen bleiben.
Für Ihre persönliche Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute.
Mit freundlichen Grüßen
Georg Restle
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[b]Antwort Spiegel:[/b]
Sehr geehrter Herr XXXXX,
haben Sie vielen Dank für Ihren Brief und für den Hinweis bezüglich der Friedman-Rede.
Wir leiten die Unterlagen an das zuständige Ressort weiter, die Kollegen werden der Sache nachgehen.
Mit freundlichem Gruß
Klaus Brinkbäumer
Chefredakteur
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[b]Antwort Freie Presse:[/b]
Sehr geehrter Herr XXXXX,
vielen Dank für Ihren Brief. Die Rede von Georg Friedman liegt eine Weile zurück und ist auch nicht im Kern das Thema, mit dem sich eine Regionalzeitung ununterbrochen beschäftigt und worauf sie ihren Fokus richtet.
Deshalb bitte ich um Verständnis, wenn wir darauf nicht eingegangen sind. Ich kann nicht für die überregionalen „Leitmedien" sprechen, warum die Rede dort keinen Niederschlag fand.
Friedman an sich ist ab und an Thema dieser Blätter. Mit seinen Prognosen lag er manchmal richtig, manchmal auch völlig daneben. Im Kern beschreibt er nichts anderes als eine eher logische, wenngleich wenig erfreuliche Entwicklung: Warum sollte hier in Europa die Geschichte zu Ende sein und der Status Quo auf Dauer bestehen bleiben? Das wäre sicher wünschenswert, aber wenig wahrscheinlich. Wir werden Veränderungen - zu denen auch Konflikte zählen - nicht verhindern können. Aber wir können darauf Einfluss nehmen, wie wir sie austragen.
In unserer Gesellschaft und auch darüber hinaus, Sie überfordern uns mit der Bitte, als Regionalzeitung die tatsächliche geopolitische Strategie der USA (oder irgendeines anderen Landes) offenzulegen. Nur eines ist klar: Außenpolitik ist Interessenpolitik geblieben, trotz Vereinter Nationen usw. Und das werden wir auch in Zukunft thematisieren müssen.
Dabei wird sich sicherlich die Gelegenheit bieten, auch auf die Friedman-Rede einzugehen.
Mit freundlichen Grüßen
Torsten Kleditzsch
Chefredakteur