Norddeutscher Rundfunk
Gremienbüro
Frau Ute Schildt
Rothenbaumchaussee 132
20149 Hamburg
Norddeutscher Rundfunk
Intendanz
Herrn Lutz Marmor
Rothenbaumchaussee 132
20149 Hamburg
Hinweis/Vorschlag
Sehr geehrter Herr Marmor,
sehr geehrte Frau Schildt,
in der Tagesschau vom 26.08.2014 wurde der Politologe Andreas Umland als Experte zum Ukraine-Konflikt interviewt. Laut Anmoderation von Caren Miosga arbeite Umland als Politologe in Kiew und berät dort das ukrainische Parlament. http://www.tagesschau.de/multimedia/vid ... 19817.html
Die Ständige Publikumskonferenz möchte der ADR, explizit den Redaktionen der einschlägigen Nachrichtenformate, im Interesse von Transparenz, Neutralität, Unabhängigkeit und der Einhaltung journalistischer Standards, einen Vorschlag unterbreiten:
Für die Fernsehzuschauer ist es oft schwierig einzuschätzen, welche Expertenmeinungen im Kontext als hilfreich für die Informationsgewinnung einzuordnen sind. Die Journalisten sind daher in der Pflicht, komplexe Sachverhalte für das Publikum transparent zu gestalten und die freie Meinungsbildung nicht durch die Nähe zu bestimmten Interessengemeinschaften zu gefährden.
Um die Wortbeiträge innerhalb der Anmoderation im Interesse der Sendezeit nicht über die Maßen in die Länge zu ziehen, wäre es hilfreich, künftig mit Hilfe von Untertiteln eine ausführlichere Vorstellung der Experten vorzunehmen. Die Informationen könnten im Telegrammstil während des entsprechenden Beitrages am unteren Ende des Bildschirmes laufen.
Im Beispiel von Andreas Umland könnten die Untertitel ggf. folgende Angaben enthalten:
+++ Politologe Andreas Umland sieht bei Putin einzelne Ideen und Praktiken, die an die Politik des Dritten Reiches erinnern +++ Mitgliedschaft in: International Political Science Assocation (IPSA) +++ American Political Science Association (APSA) +++ NATO Fellow an der Hoover Institution on War, Revolution and Peace +++ American Assocation for the Advancement of Slavic Studies (AAASS) +++ British Association for Slavic and East European Studies (BASEES) +++ Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) +++ Institut für Euro-Atlantische Zusammenarbeit +++ Neuste Veröffentlichung: Sind die rechtsradikalen Minister der ukrainischen Regierung "Faschisten"? +++
Quelle: http://www.boell.de/de/2014/03/28/recht ... faschisten
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Umland
Im Internet bietet seit einiger Zeit die Initiative Cahoots eine Informationsgrundlage, um spezielle Einordnungen von Interessen aufzuzeigen, die der freien Meinungsbildung abträglich sein könnten. Cahoots zeigt Verbindungen von Journalisten zu Vereinen, Organisationen und Unternehmen und setzt damit neue Maßstäbe um Transparenz im Journalismus herzustellen.
http://cahoots-extension.github.io/index.html#how
Ähnlich konstruktive Informationen über Journalisten und Experten sollten auch dem Fernsehpublikum (insbesondere den Offlinern) der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zur Verfügung stehen.
Eine Untertitelung der jeweiligen Beiträge mit relevanten Informationen scheint uns dabei die technisch einfachste Variante zur Sicherstellung der im Programmauftrag definierten Grundsätze der Objektivität, Unparteilichkeit und Meinungsvielfalt zu sein.
Wir würden uns sehr über eine Meinungsäußerung der Programmverantwortlichen zu unserm Vorschlag freuen.
Zum Zwecke der Transparenz werden wir diese Anregung sowie die eventuelle Antwort der Programmverantwortlichen auf der Webseite des Vereins http://forum.publikumskonferenz.de/ veröffentlichen.
Mit freundlichen Grüßen
i. A. Maren Müller
ARD - Mehr Informationen über Experten
Re: ARD - Mehr Informationen über Experten
Antwort vom Chefredakteur von ARD-aktuell Kai Gniffke. Dass er diesen netten Vorschlag als Beschwerde umdeutet, kann ich überhaupt nicht verstehen. Wir sehen diesen Schriftwechsel als Beitrag zum Bildungsprogramm und legen ihn mit einem Augenzwinkern zu den Akten.
- Dateianhänge
-
- Inserts.pdf
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Re: ARD - Mehr Informationen über Experten
Militärexperten in Medien: Was Zuschauer oft nicht erfahren
Britische Studie belegt systematisch fehlende Offenlegung bei Sicherheitsexperten. Auch in Deutschland bleiben relevante Verbindungen oft ungenannt.
Wenn ein ehemaliger General im Fernsehen höhere Verteidigungsausgaben fordert, sehen Zuschauer in der Einblendung meist nur Rang und früheren Posten. Dass derselbe Experte inzwischen Rüstungsfirmen berät oder in Aufsichtsräten von Sicherheitsunternehmen sitzt, erfahren sie häufig nicht.
Die britische Organisation Action on Armed Violence (AOAV) hat dieses Phänomen erstmals systematisch untersucht – mit einem Ergebnis, das auch für deutsche Redaktionen unbequeme Fragen aufwirft.
AOAV identifizierte 33 hochrangige britische Ex-Offiziere, die zwischen 2015 und Mai 2026 kommerzielle Rollen in Rüstungs-, Sicherheits- oder Technologieunternehmen übernahmen und zugleich als Medienkommentatoren auftraten.
Bei 19 von ihnen – 58 Prozent – nannten die Medien mindestens einmal ausschließlich den militärischen Rang, ohne Beratungsverträge, Vorstandsmandate oder finanzielle Interessen zu erwähnen.
https://www.telepolis.de/article/Milita ... 18831.html
Britische Studie belegt systematisch fehlende Offenlegung bei Sicherheitsexperten. Auch in Deutschland bleiben relevante Verbindungen oft ungenannt.
Wenn ein ehemaliger General im Fernsehen höhere Verteidigungsausgaben fordert, sehen Zuschauer in der Einblendung meist nur Rang und früheren Posten. Dass derselbe Experte inzwischen Rüstungsfirmen berät oder in Aufsichtsräten von Sicherheitsunternehmen sitzt, erfahren sie häufig nicht.
Die britische Organisation Action on Armed Violence (AOAV) hat dieses Phänomen erstmals systematisch untersucht – mit einem Ergebnis, das auch für deutsche Redaktionen unbequeme Fragen aufwirft.
AOAV identifizierte 33 hochrangige britische Ex-Offiziere, die zwischen 2015 und Mai 2026 kommerzielle Rollen in Rüstungs-, Sicherheits- oder Technologieunternehmen übernahmen und zugleich als Medienkommentatoren auftraten.
Bei 19 von ihnen – 58 Prozent – nannten die Medien mindestens einmal ausschließlich den militärischen Rang, ohne Beratungsverträge, Vorstandsmandate oder finanzielle Interessen zu erwähnen.
https://www.telepolis.de/article/Milita ... 18831.html
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