Aktuelle Zeit: 26. Oktober 2020, 05:46


Leserbriefe

Hier veröffentlichen wir externe Programmbeschwerden mit freundlicher Genehmigung der Beschwerdeführer. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in den Beschwerden thematisierten Anliegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Beschwerdeführer liegen und diese nicht automatisch die Meinung der Forenbetreiber wiederspiegeln.
  • Autor
  • Nachricht
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6461
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Bonn

Leserbrief zum Artikel "Nawalny meldet sich vom Krankenbett

Beitrag21. September 2020, 20:37

Operation »Krawalny«

Das absurde Theater des Wertewestens beleidigt die menschliche Intelligenz. Röttgen, Trittin und Maas beschimpfen die Zweifler an ihren absurden Beweisen und unterstellen ihnen Dummheit. Frau Merkel hat am 3. Septmeber bekanntgegeben, dass Alexej Nawalny (in Russland) mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden sei. Bis zum 14. September um 10.54 Uhr war aber noch kein Befund bei den russischen Behörden eingegangen. Der deutsche Kampfstoffexperte Dr. Walter Katzung, damals OPCW-Mitarbeiter, war am Abbau eines Herstellerwerkes von Nowitschok in Usbekistan, das in die USA überführt wurde, beteiligt, fasste den Stand zusammen: Klar ist nur, dass nichts klar ist – und der Fall Russland schadet.

Man hat das Drehbuch des wirren Clowns aus London zum Skripal-Fall (des Doppelagenten, der nach seiner Ausreise aus Russland für vier NATO-Dienste weitergearbeitet haben soll) fast ohne Änderungen übernommen, also eine unverhohlene Verhöhnung des Völkerrechtes, der diplomatischen Ethik und des elementaren Anstandes. Die Probenanalyse im Referenzlabor der Schweizer Armee damals war ein Witz: Man wies dort den Kampfstoff »A-234« in tödlicher Konzentration nach, aber auch Spuren des NATO-Giftes »BZ«. Das soll zur »Qualitätskontrolle« des Labores beigegeben worden sein. Fühlen Sie sich da nicht auch verklapst?

Tatort und Proben in Salisbury wurden also manipuliert. Bis heute wurde der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt, um welches Gift es sich gehandelt hat. Bei allem, was über »A-234« bekannt ist, sind Vergiftungsbild, Anwendungshandling und Therapie in beiden Fällen nicht stimmig. Der Fall wiederholt sich also. Man könne den Russen nicht sagen, welches Gift es sei, sonst würden diese auf die Nachweismethoden schließen. Blöder geht es nun wirklich nicht. Dabei wäre ein Vergleich der Befunde wichtig, um auf Gift und Tatort zu schließen. In Moskau arbeitet man mit gleichwertigen hochauflösenden Geräten wie in München und nutzt die gleiche aktuelle US-NIST-Spektrum-Bibliothek. Oder sind die Russen dümmer als der Wertewesten?

Aber bei diesem »Sakralmord(versuch)« (Märtyrertod zum Erreichen politischer Aufmerksamkeit) geht es nicht um die Lokalwahlen in Russland, wie die Diskussion im Bundestag zeigte. Nach wenigen Minuten Empörung über den Giftmischer Putin ging es dann nur noch um »Nord Stream 2«.

Gestern wurde das erste Bild von Nawalny im Kreise seiner fröhlichen Familie nach dem Erwachen aus dem Koma veröffentlicht. Ein Kampfstoffexperte und Mitentwickler der Kampfstoffgruppe Nowitschok meinte dazu: Wenn wirklich eine Vergiftung vorlag, dann sicher nicht mit Nowitschok.

Heute nun ließ die Flaschennachricht die Geheimdienstoperation »Krawalny« zur Posse verkommen. Man kann nur immer wiederholen: Es ist beleidigend, für wie blöd uns die Bande hält.

Dr. Gerd Machalett, Siedenbollentin
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6461
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Bonn

Re: Leserbriefe

Beitrag12. Oktober 2020, 08:56

Werte Qualitätsjournalisten,
erinnern Sie sich noch ?

Im Sommer diesen Jahres fanden bei den bayrischen - quasi anlaßlosen - Corona-Tests der Rückkehrer 900 positive Tests von 45.000 ihren Adressaten nicht rechtzeitig. Man darf also davon ausgehen, daß etwa 2% der Bevölkerung mit dem Virus leben. (Man darf wohl gut annehmen, daß die Rückkehrer den Virus schon bei der Ausreise mitgenommen hatten und die Reisebedingung weitreichender ist als die bisher zugrundeliegende symptomatische Testbedinung).
Bei einer Bevölkerung von 80 Millionen sind das 1-2 Millionen, die schon betroffen sind und nicht nur die aktuell offiziellen 300.000.
Bei Erhöhung der Tests um den Faktor 4 - wie nachfolgend gemeldet - erhöht sich damit auch die Zahl der nachgewiesenen "Neuinfektionen" - das ist eine Milchmädchenrechnung und bedarf keiner exponentiellen Verwirrung (die Viren sind einfach schon da).

Warum wird auf die Wochenendabhängigkeit der Neuinfektionen hingewiesen, der Faktor 4 höherer Teste ausgeblendet ?
Warum wird nicht thematisiert, was mit dem veränderten Testmodus erreicht werden soll ? China wurde zu Beginn des Jahres durch den bundesdeutsche Regierungslautsprecher harsch für das veränderte Testszenario kritisiert.
Warum kommen Sie Ihrer Aufklärungspflicht nicht nach ?
Dateianhänge
grafik.png
grafik.png (942.68 KiB) 270-mal betrachtet
Offline
Benutzeravatar

Maren

  • Beiträge: 6461
  • Registriert: 31. Januar 2014, 21:01
  • Wohnort: Bonn

Re: Leserbriefe

Beitrag18. Oktober 2020, 15:04

Guten Tag, Frau Müller und Mitarbeiter,

nachfolgend eine E-Mail bezüglich eines von 3sat in die Mediathek eingestellten Kurzinterviews mit Professor Otto F. Kernberg, dem international wichtigsten Vertreter des Berufsstandes der Psychiater und Psychoanalytiker der Gegenwart, zu Trump und Putin. Die E-Mail ging an Professor Kernberg selbst und beinhaltet eine Anfrage zum Wahrheitsgehalt des von 3sat veröffentlichten Beitrags, da Kernberg an relevanten Stellen nicht selbst zu Wort kommt, sondern paraphrasiert wird. Ich bin nicht sicher, ob diese journalistische Technik eine Programmbeschwerde rechtfertigt und denke auch nicht, dass sich Professor Kernberg diesbezüglich klarstellend zu Wort melden wird. Ich leite meine E-Mail an Sie weiter, falls Sie eine entsprechende Nachfrage oder Beschwerde an 3sat verfassen wollen.

Herzliche Grüße und weiterhin einen langen Atem!
xxxxxxx


Betreff: Wahrheitsgehalt Ihres skype-Gesprächs mit 3sat im September 2020

Sehr geehrter Herr Professor Kernberg,

ich wende mich an Sie mit großer Hochachtung vor Ihrem Lebenswerk, dem ich mich lediglich als interessierte Laiin genähert habe, dessen Präzision mich jedoch stark beeindruckt.

Angesichts der Ihre schriftlichen Beiträge und Veröffentlichungen kennzeichnenden Gründlichkeit wundere ich mich derzeit über einen 6,5-minütigen Beitrag mit Ausschnitten eines über skype stattgehabten Gesprächs zwischen Ihnen und einer Journalistin des öffentlich-rechtlichen deutschen Senders 3sat - ein Beitrag, der es an der für Sie typischen Gründlichkeit vermissen lässt, sodass ich mich frage, ob etwaige Aussagen Ihrerseits nicht vielleicht sinnentstellend verkürzt und/oder schlimmstenfalls nicht wahrheitsgemäß wiedergegeben wurden.

Da Europa seit geraumer Zeit unter dem Dach der NATO und dem Einfluss der USA-Regierung unter ganz wesentlicher, aktiver Beteiligung Deutschlands eine Wiederauflage des Kalten Kriegs zu Russland betreibt und den russischen Präsidenten Wladimir Putin konsequent medial und diskursiv dämonisiert (und dies in einer Weise, die - wie bereits durch Untersuchungen belegt - eine gefährliche Gleichschaltung der öffentlich-rechtlichen Medien offenbart), stellt sich mir die Frage nach dem Wahrheitsgehalt des von 3sat ausgestrahlten Beitrags, welchen Sie hier abrufen können:

https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/p ... p-100.html

Wie Sie sehen, wird der Beitrag textlich wie folgt vorgestellt:

"Psychoanalytiker Otto Kernberg über Trump

Otto Kernberg, Psychoanalytiker und einer der bedeutendsten Narzissmus-Experten der Welt, lebt nur wenige Hundert Meter vom Trump-Tower in New York entfernt. Wir haben mit ihm über Donald Trump, Wladimir Putin und bösartigen Narzissmus gesprochen."

In den Teilen des Gesprächs, in denen Sie zu Wort kommen, äußern Sie sich sehr wohl direkt zu Donald Trump; zu Wladimir Putin findet sich jedoch kein direkter Redebeitrag von Ihnen. Die 3sat-Redaktion kommentiert ab Minute 03:55 lediglich mit den Worten:

"Aber der bösartigste und gefährlichste Mensch ist für Kernberg Wladimir Putin. Fast zwei Jahrzehnte dauert nun die Ära Putin an. Machtmenschen wie er, die an der Spitze eines autoritären Regimes stünden, seien gefährlich für die Demokratie, sagt Kernberg. Deshalb ist es ihm wichtig, entgegen seines Berufsethos, Putin und andere Machthaber aus der Ferne auf die Couch zu legen."

In der darauffolgenden Aussage beziehen Sie sich in direkter wörtlicher Rede auf die Gefährlichkeit "fundamentale[r] Unehrlichkeit, Grausamkeit, Kriminalität" bei Staatschefs - jedoch, ohne Putin explizit zu erwähnen.

Angesichts des derzeitigen politischen Klimas fände ich es ungeheuerlich, wenn etwaige, von Ihnen getroffene Aussagen zu Putin von der 3sat-Redaktion entstellend resümiert, überspitzt oder gar verfälscht im Sinne der medialen Förderung des bereits erwähnten Kalten Krieges instrumentalisiert worden wären und möchte Sie recht herzlich um eine Meldung an den Sender bitten, sollte dies tatsächlich der Fall sein. Ich persönlich vertrete - wie zahlreiche weitere, medial bedauerlicherweise leider zunehmend unsichtbare Bürger auch - die Ansicht, dass ein dauerhafter Frieden in der Welt nur gemeinsam mit Russland und nicht im Handeln gegen oder mittels der Provokation von Russland hergestellt werden kann und finde die konsequente Dämonisierung Putins durch die deutschen öffentlich-rechtlichen Medien ausgesprochen bedenklich.

Herzlichen Dank für die Beachtung dieser E-Mail und des ihr zugrunde liegenden Anliegens.

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihre Gesundheit und Ihre weitere Arbeit

xxxxxxxx
Vorherige

Zurück zu Sammlung externer Beschwerden

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 7 Gäste

cron