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ZDF: Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt?

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Maren

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ZDF: Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt?

Beitrag10. Juni 2021, 18:40

ZWEITES DEUTSCHES FERNSEHEN
Intendanz
Dr. Thomas Bellut
ZDF-Straße 1
55100 Mainz


Programmbeschwerde: ZDF-Nachrichten vom 26.05.2021, 15:10 Uhr - Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt?

Sehr geehrter Herr Bellut,

hiermit erheben wir Programmbeschwerde wegen des Verstoßes gegen Programmgrundsätze.
Im Beitrag von Nils Metzger „Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt?“ werden folgende Behauptungen aufgestellt:

„In mehreren EU-Staaten, wurde jetzt bekannt, dass eine Londoner PR-Agentur Influencern und anderen Social-Media-Persönlichkeiten Geld geboten haben soll, um in Videos und Posts Zweifel am Pfizer-Biontech-Impfstoff zu säen.“ …

„… angeblich hohe Todesraten nach Biontech-Impfungen und Anschuldigungen, dass Medien das vertuschen würden.“ …

„EMA-Hack sollte als Quelle dargestellt werden. … sollten die Influencer unter anderem auf einen Hackerangriff auf die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) als Quelle für ihre vermeintlich exklusiven Informationen verweisen.“


Die Spur soll angeblich nach Russland führen.

Niels Metzger insinuiert im beanstandeten Beitrag, dass es der Hilfe feindlicher PR-Agenturen, korrupter Influencer, Hacker sowie einer „Spur nach Russland“ bedürfe, um Zweifel an den in der EU bedingt zugelassenen Impfstoffen zu säen und impliziert („angeblich hohe Todesraten“), dass Berichte über Nebenwirkungen oder Todesfälle infolge der Impfung lediglich auf Desinformationskampagnen feindlicher Mächte beruhten. Dass er dafür ausgerechnet einen „Experten für Desinformation“ der Denkfabrik Atlantic Council als Kronzeugen präsentiert, entbehrt nicht einer gewissen Komik.

Zitat Experte: „‘Jeder sagt etwas anderes, die Wahrheit werde ich nie erfahren.' Für Informations-Aggressoren ist das ein bestmögliches Ergebnis."

Vielleicht ist in der ZDF-Nachrichtenredaktion und im Atlantic Council nicht bekannt, dass es nicht nötig ist, irgendetwas zu hacken, um zu erfahren wie viele Nebenwirkungen und Todesfälle es im Zusammenhang mit den neuartigen Impfstoffen gibt, denn man kann die entsprechenden Daten ganz offiziell abrufen.

Bei der EMA zum Beispiel über:
https://www.ema.europa.eu/en/documents/ ... -19_de.pdf
Ganz unten findet sich ein Link zu der Regierungsseite der nationalen Behörde mit Informationen darüber https://www.adrreports.eu/de/report_side_effect.html wie man Nebenwirkungen melden kann. Danach klickt man auf Suche, dann auf Meldungen über Verdachtsfälle von Nebenwirkungen bei Substanzen, dann auf C und wählt einen der 4 Einträge mit Covid-19 aus. Zusammen findet man Berichte über eine beachtliche Anzahl von Nebenwirkungen und Todesfälle.
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Beispiellink:
https://dap.ema.europa.eu/analytics/saw ... 1+40983312

Oberhalb der Statistiken befinden sich Reiter. Den Reiter Line Listing auswählen, dann Auswahl Death und Run Line Listing. Es werden maximal 500 Einträge angezeigt, man muss sich bis zum Ende der Liste durchklicken. Auf die gleiche Weise kann kann man schwerwiegende Nebenwirkungen recherchieren und - falls man informieren will - auch summieren. Weitere Todesfälle findet man in der ungefilterten Liste bei Symptomen mit dem Kommentar Results in Death.

In Deutschland wurden vom Paul-Ehrlich-Institut in einem vier Wochen alten Sicherheitsbericht bereits in 4.916 Verdachtsfällen schwerwiegende unerwünschte Reaktionen gemeldet. In 527 dieser Verdachtsfälle sind die Personen in unterschiedlichem zeitlichem Abstand zur Impfung gestorben. Der aktuelle Sicherheitsbericht steht noch aus, obwohl in der Zwischenzeit um die 15 Mio. Impfungen verabreicht wurden.

https://www.pei.de/SharedDocs/Downloads ... onFile&v=5

Das US-amerikanische Meldesystem der Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Adverse Event Reporting System (Vaers) für Verdachtsfälle unerwünschter Wirkungen von Impfstoffen in den USA, gibt ebenfalls Aufschluss über entsprechenden Daten.

https://wonder.cdc.gov/wonder/help/vaers.html#Dates https://www.medalerts.org/vaersdb/findf ... AX=COVID19
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Die Tabelle zeigt die Nebenwirkungen und Todesfälle für Corona-Impfstoffe in den USA an. Es lassen sich auch die Todesfälle für alle Impfstoffe über einen längeren Zeitraum abrufen, hier ab 1990:
https://www.medalerts.org/vaersdb/index.php
Die Todesfälle aller Impfungen werden graphisch und tabellarisch aufbereitet angezeigt.

Auch die Datenbank der WHO, VigiAccess, dokumentiert Nebenwirkungen von Medikamenten unter anderem auch Nebenwirkungen, die sich nach einer COVID-19-Impfung einstellten. http://www.vigiaccess.org/ Gibt man bspw. den Suchbegriff Comirnaty (Comirnaty ist ein Impfstoff gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2) in die Maske ein, so erscheint eine veritable Liste von Nebenwirkungen, mit deren Seitenzahl man inzwischen ein Buch füllen könnte.
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Fazit:

Es ist offensichtlich nicht nötig offizielle Seiten zu hacken, um an Informationen über schwere Nebenwirkungen und Todesfälle im Zusammenhang mit den neuartigen Impfstoffen zu kommen.

Ein Zusammenhang zwischen öffentlich einsehbaren, offiziellen Informationen und vermeintlichen Desinformationskampagnen des russischen Staates ist nicht erkennbar.

Wir sehen im Weglassen bzw. Verschleiern gesundheitspolitisch brisanter Informationen einen Verstoß gegen die Wahrheitspflicht und eine Täuschung – wenn nicht sogar eine Gefährdung – der Bürger durch Desinformation.
Es ist Pflicht und Auftrag Ihrer Journalisten, Daten und Fakten, die in besorgniserregendem Maße auf Gefahren für Gesundheit, Leib und Leben hinweisen, mittels Recherche zu ermitteln, auszuwerten und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.


ZDF-Staatsvertrag
II. Abschnitt
Vorschriften für die Angebote des „Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF)“
§ 5
Gestaltung der Angebote


(1) In den Angeboten des ZDF soll ein objektiver Überblick über das Weltgeschehen, insbesondere ein umfassendes Bild der deutschen Wirklichkeit vermittelt werden. Die Angebote sollen eine freie individuelle und öffentliche Meinungsbildung fördern.
(2) Das ZDF hat in seinen Angeboten die Würde des Menschen zu achten und zu schützen. Es soll dazu beitragen, die Achtung vor Leben, Freiheit und körperlicher Unversehrtheit, vor Glauben und Meinung anderer zu stärken. Die sittlichen und religiösen Überzeugungen der Bevölkerung sind zu achten.
(3) Das Geschehen in den einzelnen Ländern und die kulturelle Vielfalt Deutschlands sind angemessen in den Angeboten des ZDF darzustellen. Die Angebote sollen dabei auch die Zusammengehörigkeit im vereinten Deutschland fördern sowie der gesamtgesellschaftlichen Integration in Frieden und Freiheit und der Verständigung unter den Völkern dienen und auf ein diskriminierungsfreies Miteinander hinwirken.

Medienstaatsvertrag
§ 26 Auftrag


(1) Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist, durch die Herstellung und Verbreitung ihrer Angebote als Medium und Faktor des Prozesses freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung zu wirken und dadurch die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben in ihren Angeboten einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. Sie sollen hierdurch die internationale Verständigung, die europäische Integration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bund und Ländern fördern. Ihre Angebote haben der Bildung, Information, Beratung und Unterhaltung zu dienen. Sie haben Beiträge insbesondere zur Kultur anzubieten. Auch Unterhaltung soll einem öffentlich-rechtlichen Angebotsprofil entsprechen.

(2) Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.

Quelle: https://www.zdf.de/zdfunternehmen/zdf-r ... n-100.html

Aus Gründen der Transparenz werden wir diese Beschwerde sowie die Antwort der Programmverantwortlichen auf der Webseite des Vereins https://forum.publikumskonferenz.de/ veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Quester
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Maren

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Re: ZDF: Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt?

Beitrag12. Juni 2021, 11:32

Notiz: Bei Eingang der Beschwerde war der aktuelle Sicherheitsbericht des PEI noch nicht online.

sicherheitsbericht-27-12-bis-31-05-21.pdf
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Maren

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Re: ZDF: Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt?

Beitrag19. Juli 2021, 20:28

Antwort vom Redaktionsleiter Digitale Nachrichten auf die Beschwerde.

Scan_ZDF_geschwärzt.pdf
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Maren

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Re: ZDF: Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt?

Beitrag1. August 2021, 17:55

ZWEITES DEUTSCHES FERNSEHEN
Gremienbüro
ZDF-Straße 1
55100 Mainz


Sehr geehrte Damen und Herren Fernsehräte,

am 10.06.2021 legten wir formal Beschwerde gegen den Beitrag „Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt?“ beim Intendanten des ZDF ein.

Im beanstandeten Beitrag von Niels Metzger wurde insinuiert, dass es der Hilfe feindlicher PR-Agenturen, korrupter Influencer, Hacker sowie einer „Spur nach Russland“ bedürfe, um Zweifel an den in der EU bedingt zugelassenen Impfstoffen zu säen und impliziert („angeblich hohe Todesraten“), dass Berichte über Nebenwirkungen oder Todesfälle infolge der Impfung lediglich auf Desinformationskampagnen feindlicher Mächte beruhten.

Wir machten Verstöße gegen Programmrichtlinien und Auftrag geltend, wonach im Weglassen bzw. Verschleiern gesundheitspolitisch brisanter Informationen ein Verstoß gegen die Wahrheitspflicht und eine Täuschung – wenn nicht sogar eine Gefährdung – der Bürger durch Desinformation vorliege und zeigten ausführlich die für jedermann zugänglichen offiziellen Quellen am Beispiel von EU, WHO und CDC auf. Ergänzend sei noch auf die Seite des National Vaccine Information Center in den USA hingewiesen. https://www.medalerts.org/vaersdb/findf ... X=(COVID19)&PRECISION=2&UNIFORMONSET=&EVENTS=ON&ESORT=&REVERSESORT=&PERPAGE=10&PAGENO=1&TABLE=ON&GROUP1=SYM&TSORT=down

Wir erhielten, entgegen der Richtlinien für formale Beschwerden, eine unbefriedigende Antwort des Redaktionsleiters für Digitale Nachrichten, Frederic Huwendiek, der uns versicherte, dass das ZDF in seinen Angeboten das Thema Nebenwirkungen breit thematisiere.
Unter Zuhilfenahme der Suchfunktion haben wir diese Aussage geprüft und sind im Sinne unserer Beschwerde nicht fündig geworden. Außer den üblichen Symptomen, wie Fieber, vorrübergehende lokale Reaktionen, Kopfschmerzen etc., die man auch von einer normalen Grippeschutzimpfung kennt, wird das Thema Nebenwirkungen der bedingt zugelassenen Impfstoffe nicht angefasst – von einer Information zu den offiziellen Quellen ganz zu schweigen.

Es sollte Pflicht und Auftrag Ihrer Journalisten sein, Daten und Fakten, die in Besorgnis erregendem Maße auf Gefahren für Gesundheit, Leib und Leben hinweisen, mittels Recherche zu ermitteln, auszuwerten und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Wir übergeben den Fall nunmehr dem Fernsehrat mit der Bitte um Prüfung, Befassung und Beantwortung der aufgeworfenen Frage, auf welcher Rechtsgrundlage der Redaktionsleiters für Digitale Nachrichten eine Beschwerde beantwortet, die explizit an den Intendanten gerichtet war.

Darüber hinaus möchten wir Sie als Kontrollgremium wiederholt darum bitten, Ihren Einfluss auf die Qualität der Beantwortung von Programmbeschwerden geltend zu machen.

Aus Gründen der Transparenz wird dieses Schreiben und weiterführender Schriftverkehr auf der Webseite des Vereins veröffentlicht.


Mit freundlichen Grüßen


Maren Müller
Vorsitzende
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Maren

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Re: ZDF: Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt?

Beitrag8. August 2021, 12:18

Sehr geehrte Frau Müller,

vielen Dank für Ihre Beschwerde vom 01.08.2021, in der Sie eine Verletzung von Programmgrundsätzen in der Sendung "ZDFheute - Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt?" vom 26.05.2021 ansprechen.

Die Verantwortung für das Programm des ZDF trägt gemäß § 27 Abs. 1 des ZDF-Staatsvertrages der Intendant. Entsprechend der Beschwerdeordnung (§ 21 Abs. 2 der ZDF-Satzung) habe ich deshalb zunächst dem Intendanten Gelegenheit zu geben, Ihre Programmbeschwerde zu prüfen und innerhalb eines Monats zu beantworten. Hier bitte ich Sie um etwas Geduld. Zu Ihrer Information finden Sie die Beschwerdeordnung in der Anlage.

Ich habe aber sichergestellt, dass ich als Vorsitzende des Fernsehrates über den Fortgang der Angelegenheit unterrichtet bleibe. Sollten Sie mit der Antwort des Intendanten nicht zufrieden sein, so können Sie innerhalb eines Monats nach Zugang des Schreibens des Intendanten eine Behandlung Ihrer Beschwerde im Fernsehrat fordern. Ich werde diese dann an den zuständigen Programmausschuss des Fernsehrates als Beschwerdeausschuss weiterleiten.

Mit freundlichem Gruß

Marlehn Thieme
Fernsehratsvorsitzende
___________________________________________

ZDF
55100 Mainz
Deutschland

Web: http://www.zdf.de und http://www.fernsehrat.zdf.de
Mit dem Zweiten sieht man besser
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Maren

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Re: ZDF: Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt?

Beitrag29. August 2021, 14:29

Antwort vom Intendanten des ZDF, dessen Einschätzung vom Fernsehrat satzungsgemäß einzuholen war.

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Maren

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Re: ZDF: Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt?

Beitrag12. September 2021, 13:47

ZWEITES DEUTSCHES FERNSEHEN
Gremienbüro
Frau Marlehn Thieme
ZDF-Straße 1
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Antwort des Intendanten Dr. Bellut vom 23.08.2021 auf die Programmbeschwerde: ZDF-Nachrichten vom 26.05.2021, 15:10 Uhr - Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt?

Sehr geehrte Damen und Herren Fernsehräte,

die Antwort des Intendanten auf unsere Programmbeschwerde ist nicht zufriedenstellend, da sie auf den Kern der Beanstandung nicht eingeht und stattdessen neue Problemfelder erschließt.

Wir halten fest an der Einschätzung, dass der Beitrag dazu geeignet ist, die real existierenden Befunde schwerer Impf-Nebenwirkungen, die für jedermann offiziell einsehbar und leicht zu ermitteln sind, herunterzuspielen, was insbesondere durch die u. M. n. unzulässige Verknüpfung zu vermeintlichen Desinformationskampagnen aus Richtung Russland versucht wird.

1.) Der von Dr. Bellut angesprochene Hack der Daten auf der Plattform der EMA fand bereits Ende 2020 statt. Unter den geleakten Daten befanden sich auch etliche E-Mails, die zwischen dem 10. und 25. November 2020 von verschiedenen Beamten der Agentur ausgetauscht wurden. Unter den E-Mails, die ordnungsgemäß datiert und mit den verschiedenen Empfängern versehen sind und daher von vornherein weniger wahrscheinlich manipuliert wurden, lassen fünf den Druck erkennen, dem die Agentur ausgesetzt war, so schnell wie möglich einen ersten Impfstoff gegen Covid-19 zu genehmigen. https://www.lemonde.fr/planete/article/ ... _3244.html

Hinweise auf „angeblich hohe Todesraten nach Biontech-Impfungen“ konnten die geleakten Inhalte somit aus rein zeitlichen Aspekten nicht liefern: Erst am 21. Dezember 2020 wurde der Impfstoff Comirnaty® des deutschen Herstellers BioNTech in Kooperation mit US-Konzern Pfizer von der Europäischen Kommission zugelassen. Die Impfungen haben erst am 27. Dezember 2020 begonnen. Seit dem 6. Januar 2021 ist mit dem Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna der zweite COVID-19-Impfstoff und seit dem 29. Januar 2021 der dritte Impfstoff Vaxzevria® des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca in der EU zugelassen. Am 11. März 2021 wurde der vierte Corona-Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson von der EU zugelassen.
https://www.zusammengegencorona.de/impf ... erteilung/

2.) Der Hinweis, dass das National Vaccine Information Center sich seit Jahren impfkritisch äußert, betrachten wir als Nebelkerze in der Argumentation, da in der Programmbeschwerde die wichtigsten Institutionen (EMA, PEI, CDC, VigiAccess) genannt wurden, auf die sich auch jeder Journalist bei der Recherche berufen könnte.

3.) Der Einwand des Intendanten, dass es wichtig zu wissen sei, dass bei VigiAccess „jede Person“ selbstständig Einträge über Nebenwirkungen vornehmen könne, ist geradezu absurd angesichts der unerforschten Langzeitwirkungen der neuartigen Impfstoffe mit bedingter Marktzulassung. Schon lange vor Corona trägt jede einzelne Meldung dazu bei, mehr über Risiken eines Arzneimittels zu erfahren. Warnhinweise für bestimmte Patientengruppen oder Angaben zu Nebenwirkungen auf der Packungsbeilage einer jeden banalen Schmerztablette beruhen auf Nebenwirkungsmeldungen. Auch Entscheidungen für Marktrücknahmen wegen Sicherheitsbedenken und natürlich auch aus Haftungsgründen wurden schon aufgrund von Nebenwirkungsmeldungen getroffen und tragen zur künftigen Vermeidung von Schäden bei. Warum sollten seit Jahrzehnten gängige und sinnvolle Maßnahmen im Verbraucherschutz plötzlich in „Coronazeiten“ nicht mehr gelten?
https://www.pei.de/DE/arzneimittelsiche ... nhalt.html

„Warum sollte man eine Nebenwirkung melden?
Arzneimittel und Impfstoffe werden vor der Zulassung in klinischen Prüfungen umfassend auf ihren Nutzen und möglichen Risiken untersucht. Diese Untersuchungen können nicht alle Informationen über Risiken und Nebenwirkungen, die im Zusammenhang mit der Arzneimittelgabe / Impfung auftreten könnten, zum Zeitpunkt der Zulassung darstellen. Hierzu ist eine intensive Überwachung der Risiken und Nebenwirkungen nach der Zulassung notwendig. In dem Sie einen Verdachtsfall einer Nebenwirkung melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über Arzneimittel / Impfstoffe zur Verfügung gestellt werden. Dies hilft dabei, Arzneimittel / Impfstoffe in ihrer Anwendung sicherer zu machen."
https://nebenwirkungen.bund.de/nw/DE/ho ... 6bodyText1


4.) Schlussendlich möchten wir unser Befremden darüber ausdrücken, dass Zensurweltmeister Facebook vom ZDF als Kronzeuge für russische Desinformationskampagnen ins Feld geführt wird. Die ungleich heftigere und in Teilen wahrheitswidrige offene Kampagne westlicher Medien gegen den Impfstoff SputnikV dürfte bei den Menschen in Russland vollkommen zu Recht als „Desinformationskampagne feindlicher Mächte“ angekommen sein.

Wir halten an der Beschwerde fest und bitten die Mitglieder des Fernsehrates unter Berücksichtigung der genannten Quellen um Befassung.


Mit freundlichen Grüßen

Maren Müller
Vorsitzende


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Re: ZDF: Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt?

Beitrag19. September 2021, 22:27

Programmbeschwerde vom 01.08.2021 zur Sendung ZDFheute - Agentur mit Russland-Verbindung - Influencer für Impfstoff-Kritik bezahlt? vom 26.05.2021 (ZDFmediathek)

Sehr geehrte Frau Müller,

auf Ihr Schreiben vom 12.09.2021 habe ich entschieden, Ihre Programmbeschwerde zur o. g. Sendung gemäß § 21 Absatz 3 der ZDF-Satzung (Beschwerdeordnung) dem zuständigen Programmausschuss Chefredaktion als Beschwerdeausschuss zur Sitzung am 19.11.2021 vorzulegen.

Nach Behandlung der Beschwerde durch den Beschwerdeausschuss und einer entsprechenden Beschlussempfehlung an den Fernsehrat wird dieser in seiner Sitzung am 10.12.2021 über Ihre Programmbeschwerde beraten.

Über das Beratungsergebnis werden Sie im Nachgang zur Sitzung informiert.

Mit freundlichen Grüßen

Marlehn Thieme
Fernsehratsvorsitzende
____________________________________________
ZDF
55100 Mainz
Deutschland

Web: www.zdf.de und www.fernsehrat.zdf.de
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