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Offener Brief an Tom Buhrow

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Maren

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Offener Brief an Tom Buhrow

Beitrag11. November 2022, 11:16

Westdeutscher Rundfunk
z. Hd. Herr Tom Buhrow
50600 Köln

per email vorab: redaktion@wdr.de

Ihre Rede vor dem Überseeclub, FAZ vom 02.11.2022 „Wir müssen die große Reform wagen, jetzt“

Sehr geehrter Herr Buhrow,

Sie fordern eine große Rundfunk-Reform und einen neuen Gesellschaftsvertrag für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland und machen deutlich, wie dringlich es ist, darüber einen umfassenden Diskurs
einzuleiten.

Wir sind ein Zusammenschluss von Bürgerinitiativen und Fachleuten, denen ein gemeinnütziger Rundfunk genauso am
Herzen liegt wie Ihnen. Und wir möchten ihn als die in unserer Verfassung verankerte vierte Säule unserer Demokratie
sichern und bewahren. Deshalb befassen wir uns zum Teil schon über Jahre hinweg mit der Frage, wie sich der
öffentlich-rechtliche Rundfunk weiterentwickeln, verbessern und neu gestalten lässt. Dabei hat sich herausgestellt, dass ein Punkt von zentraler Bedeutung ist: Ein gemeinnütziger Rundfunk kann nur mit der aktiven Beteiligung von uns Bürgern als Rundfunkteilnehmern gedeihen und betrieben werden.

Die zunehmende Unzufriedenheit vieler Bürger resultiert aus der wachsenden Kluft zwischen der Berichterstattung in den Medien und dem erlebten Alltag, den bekannt werdenden Skandalen von Geldverschwendung und Verflechtungen mit der Politik, sowie aus der Einschränkung des Debattenraumes in den Sendern, die zu einer Spaltung der Gesellschaft – bis hinein in die Familien – geführt hat. Die verfügbaren Instrumente der Bürgerbeteiligung, wie Programmbeschwerden, Zuschauerbefragungen etc. funktionieren nicht. Die Menschen fühlen sich nicht gehört und äußern ihren Unmut über Mahnwachen vor den Sendeanstalten, Rundfunkgebühren-Entzug und gerichtliche Klagen.

Vorschläge zur Bürgerbeteiligung liegen zahlreich vor und reichen von der Einrichtung von Publikumsräten bis zur Weiterentwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hin zu einer öffentlich-rechtlichen Medienplattform.
Sie schlagen einen Runden Tisch vor, um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus seiner Krise zu führen; sie nennen es „eine Art verfassungsgebende Versammlung“, bei der es keine Tabus und Denkverbote geben darf. Wir fordern Sie auf, Ihren Worten Taten folgen zu lassen und noch in diesem Jahr, während Ihrer Amtszeit als ARD-Vorsitzender, zu dem von Ihnen skizzierten Runden Tisch einzuladen.

Diese Bezeichnung trägt er nur zu Recht, wenn auch Bürgervertreter an diesem Tisch sitzen. Wir erklären uns ausdrücklich bereit, an diesen Beratungen teilzunehmen. Die aus unserer Sicht wichtigsten zu erörternden Punkte sind dem Anhang zu entnehmen.

Freundliche Grüße

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Maren

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