Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit reiche ich formell Beschwerde gegen den Artikel „Proteste gegen Hass und Hetze in Belfast“ auf tagesschau.de ein (Stand: 13. Juni 2026, 17:34 Uhr).
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/proteste-belfast-rassismus-100.html
Die beanstandete Berichterstattung verstößt gegen die journalistischen Sorgfaltspflichten gemäß § 6 MStV sowie gegen den Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nach § 26 MStV (Wahrheits- und Sorgfaltspflicht, Ausgewogenheit, Trennung von Nachricht und Kommentar).
Im Abschnitt „Untersuchungen zu Rolle Musks“ heißt es wörtlich: „Unsere Untersuchungen zeigen, dass er die Tragödie von Belfast dazu nutzte, migrationsfeindliche Narrative an Millionen Nutzer zu verbreiten“ und zu Gewalt anzustacheln. Niemand habe bei der Verbreitung der Inhalte auf X eine größere Rolle gespielt als Musk selbst, erklärte CCDH-Gründer und Geschäftsführer Imran Ahmed.
Diese Darstellung ist sachlich falsch und grob irreführend.
Elon Musk hat keine Gewalt angestachelt. Sein zitierter Beitrag lautet wörtlich: „Nur wenn wir wiederholt und laut protestieren, wird sich etwas ändern.“ Das ist ein Aufruf zu friedlichen, wiederholten Protesten – kein Aufruf zu Gewalt, Brandstiftung oder Angriffen auf Personen.
Die von der Tagesschau zitierte Organisation CCDH stellt in ihrer Studie „The Owner Amplifier“ lediglich fest, dass es in den Replies (Kommentaren Dritter) unter relevanten Musk-Posts etwa 240 Aufrufe zu Gewalt gegeben hat. (Link: https://counterhate.com/research/the-owner-amplifier/)
Musk selbst hat diese Kommentare weder verfasst noch geliked oder weiterverbreitet. Die Verantwortung für Kommentare Dritter liegt bei den jeweiligen Nutzern, nicht beim Plattformbetreiber oder dem Verfasser eines friedlichen Aufrufs.
Die Tagesschau vermischt hier durch unkritische Übernahme der CCDH-Darstellung:
- den friedlichen Protestaufruf von Musk,
- die Weiterverbreitung von Inhalten Dritter (Tommy Robinson, Rupert Lowe) und
- Gewaltaufrufe in fremden Kommentaren.
Dadurch entsteht beim Leser der unzutreffende Eindruck, Musk habe selbst zu den Krawallen in Belfast aufgerufen. Dies stellt eine klassische Suggestion dar und verstößt gegen die journalistische Sorgfaltspflicht.
Verletzung der Programmgrundsätze:
Wahrheits- und Sorgfaltspflicht: Die Tagesschau präsentiert eine einseitige Interpretation einer CCDH-Studie als Faktum, ohne zwischen Musks eigenem Posting und fremden Kommentaren zu unterscheiden.
Ausgewogenheit: Es fehlt die Einordnung, dass Musk die Ursache in der Migrationspolitik sieht, statt pauschal „zu Gewalt anzustacheln“.
Trennung von Nachricht und Kommentar: Die Formulierung „zu Gewalt anzustacheln“ ist eine wertende Zuschreibung, die als Tatsachenbehauptung präsentiert wird.
Solche Berichterstattung untergräbt das Vertrauen in die öffentlich-rechtliche Berichterstattung und trägt zur Polarisierung bei, statt sie zu mindern. Ich fordere Sie daher auf:
Den beanstandeten Abschnitt zu korrigieren oder zu entfernen.
Eine Richtigstellung auf tagesschau.de zu veröffentlichen.
Die Redaktion intern auf die Einhaltung der journalistischen Sorgfaltspflichten hinzuweisen.
Mit freundlichen Grüßen,
XXXXXXX*
* Der Name des Einsenders ist uns und dem Sender bekannt.
PS in eigener Sache: Gestern am 12.06.2026 habe ich gegenüber Ihren Kollegen von ZDF Heute (17 Uhr Ausgabe) zum gleichen Thema eine förmliche Programmbeschwerde eingereicht. Dort ist das Zitat des CCDH im Sinne einer Tatsachenbehauptung verwendet worden. Der Medienrechtsanwalt Carsten Brennecke von der Kanzlei Höcker sieht gute Aussichten für Herrn Musk, das ZDF auf Unterlassung und ggf. sogar auf Geldentschädigungsansprüche zu verklagen.
Ich nehme zur Kenntnis, dass tagesschau.de trotz des Eingeständnisses einer unpräzisen und missverständlichen Formulierung durch den ZDF-Programm- und Pressesprecher Thomas Hagedorn das Framing gegenüber Herrn Musk unverändert übernimmt. Die Redaktion entzieht sich dabei lediglich durch einen Zitatverweis der juristischen Verantwortung. Ich bitte Sie daher, auch diesen Vorgang auf seine journalistische Redlichkeit zu prüfen. Ich möchte diesen Aspekt ebenfalls dem Rundfunkrat zur Klärung vorlegen.
NDR - Proteste gegen Hass und Hetze in Belfast
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