Deutschland und seine „Friedenspreise“ – Orwellsches Neusprech für Anfänger

Manipulation, politisches Framing, Sprache, Narrative, Meinungsbildung, Deutungshoheit
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Maren
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Deutschland und seine „Friedenspreise“ – Orwellsches Neusprech für Anfänger

Beitrag von Maren »

Deutschlands Friedenspreise
  • Friedenspreis des deutschen Buchhandels
  • Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg
  • Internationaler Preis des Westfälischen Friedens
  • Augsburger Friedenspreis
  • Geschwister-Scholl-Preis
  • Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung
  • Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis
  • Preis der Walther-Rathenau-Stiftung
1. Kostprobe: Augsburger Friedenspreis 2023

Das sich selbst als Friedensstadt bezeichnende Augsburg lässt verlauten: „Der mit 12.500 Euro dotierte Preis zeichnet Persönlichkeiten aus, die sich um ein tolerantes und friedvolles Miteinander von Angehörigen vielfältiger Kulturen und Religionen verdient gemacht haben.“
„Befremdlich sind jene Leute, die meinen, die ukrainische Regierung müsse sich jetzt mit Russland an einen Tisch setzen und einen Friedensvertrag schließen.“
„Die Russen sind kein modernes europäisches Volk.“ Die Ukraine muss bedingungslos unterstützt werden: „Jedes einzelne gepanzerte Fahrzeug, das geliefert wird, kann einen Unterschied ausmachen“
Solche Sätze sagt etwa die ZDF-Kriegsreporterin Katrin Eigendorf und bekommt dafür den Augsburger Friedenspreis 2023.

2. Kostprobe: Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung
„Jede bloße Erwähnung von Russland-Bezügen verfügt dabei über das Potenzial, einen großen Streit auszulösen.“
Die jüdisch-russische Lyrikerin Maria Stepanova wurde im vergangenen Jahr mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet, mit dem laut Statut „Persönlichkeiten gewürdigt (werden), deren geistiges und literarisches Werk sich in hervorragendem Maße um das gegenseitige Verständnis in Europa und darüber hinaus verdient gemacht hat ….

https://www.nachdenkseiten.de/?p=118746
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Maren
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Wie man einen Preis zerstört

Beitrag von Maren »

Kleine Lobbygruppen machten Druck gegen Stimmen, die Narrativen der israelischen Regierung zum Gaza-Krieg entgegenstehen könnten.

https://www.mdr.de/altpapier/das-altpapier-4322.html

Donnepp Media Award wegen Antisemitismusvorwürfen aberkannt

Im vergangenen Januar wurden die vom “Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises” gestifteten Donnepp Media Awards verliehen. Ein Preis ging an die Abiturientin Judith Scheytt, die sich unter anderem kritisch mit der deutschen Nahost-Berichterstattung beschäftigt. Nun sei Scheytt der Preis aberkannt worden. Ihr werde vorgeworfen, die Hamas-Rhetorik auszublenden und Israel pauschal Kriegsverbrechen vorzuwerfen. Scheytt hat dem auf Instagram widersprochen. Es sei “nicht die Aufgabe von Medienkritik, Verständnis für militärische Operationen zu zeigen.” Teile der Jury seien deutlich gegen die Aberkennung der Preises gewesen.

https://bildblog.de/150475/eklat-um-don ... ivatsache/

Heimlich eingeknickt: Die fragwürdige Aberkennung von Judith Scheytts Ehrung

Erst zeichnet der Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises die Aktivistin Judith Scheytt aus – dann nimmt er ihr den Preis wieder weg. Offenbar beugte er sich Druck von außen. Der Vorwurf: Scheytt äußere sich antisemitisch. Ein bemerkenswerter Vorgang, der einen großen Schaden hinterlässt. […]

Nadia Zaboura hat 2024 den Bert-Donnepp-Preis (der erst seit diesem Jahr Donnepp Media Award heißt) für ihren medienkritischen Podcast „quoted“ zusammen mit Nils Minkmar bekommen und war so dieses Jahr automatisch Juryvorsitzende. Die Kommunikationswissenschaftlerin gilt als Expertin für das Thema Nahostberichterstattung und hatte nach Informationen von Übermedien Judith Scheytt damals als Preisträgerin vorgeschlagen. Sie und Grimberg können die Antisemitismusvorwürfe gegen Scheytt nicht nachvollziehen.

Zaboura selbst sagt, sie habe erst durch das Video von Judith Scheytt von der erfolgten Aberkennung erfahren. Der Jury sei die Entscheidung aus der Hand genommen worden, sagt Zaboura im Gespräch mit Übermedien. Man sei „erstaunt über diese jüngsten Entwicklungen“, vor allem auch, weil „Jury und Vereinsvorstand verabredet hatten, dass bei einer Preisrücknahme eine gemeinsame Kommunikation stattfindet, aus der hervorgeht, dass ein Teil der Jury diese Entscheidung nicht mitträgt“.

https://uebermedien.de/109057/heimlich- ... ts-ehrung/

Warum ich den Donnepp Media Award zurückgebe

Meine Eltern waren im Januar sehr stolz auf mich. Sie waren dabei, als ich im Grimme-Institut einen Journalistenpreis entgegennehmen durfte: eine silberne Statuette, eine imposant gerahmte Urkunde und 5.000 Euro. […]

Ich gebe deswegen meine Auszeichnung zurück. Zum einen aus Solidarität mit Judith Scheytt. Die Vereinsvertreter haben sich offensichtlich mit ihrer Arbeit und ihren Themen nicht ausreichend auseinandergesetzt, weder vor noch nach der Preisverleihung. Sonst hätten sie gewusst, dass die Auszeichnung Kritiker auf den Plan rufen wird – und sich dafür besser gewappnet. Sonst hätten sie verstanden, dass ihr Einknicken genau die Schieflage beweist, die Judith Scheytt immer wieder kritisiert.
Das zeugt von wenig Respekt gegenüber der Arbeit einer jungen Medienmacherin und ist leider typisch für weite Landstriche in der hiesigen Medienlandschaft, in der die Bezeichnung als „junge Frau“ oft ein als Kompliment getarntes Synonym für Inkompetenz ist. Hätte der Verein mir meinen Preis auch weggenommen, wenn ein paar Aktivisten sich nur laut genug beschwert hätten?
Noch mehr ärgert mich aber ein zweiter Punkt: Medienjournalismus lebt davon, Inhalte zu inspizieren. Vorwürfe unvoreingenommen zu durchleuchten. Vor öffentlichem Druck und harscher Kritik nicht zu kuschen.
Im Fall Judith Scheytt ist nichts davon passiert. Ich möchte mich nicht für „guten Medienjournalismus“ auszeichnen lassen von einem Verein, der dessen Prinzipien selbst nicht einhält.

https://www.annikaschneider.de/%C3%BCbe ... dia-award/

Klar ist jedenfalls: Einen Preis für Medienkritik abzuerkennen und ein Dokument mit derartigen inhaltlichen und formalen Schwächen als Argumentationsgrundlage heranzuziehen, ist unprofessionell. Und weshalb der Preis, der immer öffentlichkeitswirksam vergeben wird, in diesem Fall heimlich kassiert wurde, erklärt Schieb mit fehlenden Ressourcen für Pressearbeit. Was angesichts eines Medien-Vereins auch nicht ganz nachvollziehbar ist. Und normalerweise werden Pressemitteilungen des Vereins auch immer über das Grimme-Institut verteilt, wo es diese Ressourcen gibt.
Vielmehr wirkt es nun so, als habe man die einzelne Kritik von außen leise abfedern wollen, ohne Aufsehen zu erregen.

https://uebermedien.de/109057/heimlich- ... ts-ehrung/

Dass ein Institut, das vorgibt, sich für mediale Verantwortung einzusetzen, dazu nach wie vor schweigt, ist für mich der eigentliche Skandal und lässt mich daran zweifeln, ob der Preis von so einem Verein überhaupt noch etwas wert ist.


https://www.nd-aktuell.de/artikel/11937 ... ncelt.html

Wie kann das passieren? Donnep Media Award wird zurückgenommen – Interview mit Jörg Schieb


https://www.deutschlandfunk.de/wie-kann ... n-100.html
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Maren
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Re: Deutschland und seine „Friedenspreise“ – Orwellsches Neusprech für Anfänger

Beitrag von Maren »

Der Westfälische Friedenspreis 2026 wird am 1. Oktober 2026 im Historischen Rathaus in Münster an die NATO (stellvertretend durch Generalsekretär Mark Rutte) sowie die Jugendorganisation socioMovens verliehen.

Die mit insgesamt 100.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt das Bündnis als friedensstiftend, stößt jedoch im Vorfeld auch auf öffentliche Proteste und Kritik.
Hintergründe zur VerleihungVeranstalter: Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V. (WWL) vergibt den Preis.

Termin & Ort: 1. Oktober 2026 im Festsaal des Historischen Rathauses zu Münster.
Laudatio: Bundeskanzler Friedrich Merz hält die Lobrede auf den NATO-Generalsekretär Mark Rutte.
Glaubwürdige Sicherheit: Die Veranstalter betonen, dass verlässliche Abschreckung und Sicherheit die grundlegende Basis dafür sind, den Frieden in Europa zu sichern.
Schutz vor Aggression: Ein Angreifer müsse genau kalkulieren, welche Kosten ein militärisches Vorgehen verursacht; darin liege die schützende Funktion des Bündnisses.Kritik und Debatte
Gegenstimmen: Die Entscheidung, ein Militärbündnis mit einem Friedenspreis zu ehren, sorgt für Diskussionen und Widerspruch aus Teilen der Zivilgesellschaft sowie Friedensinitiativen, die alternativen Protest planen.
Haltung der Veranstalter: Die WWL verteidigt die Auszeichnung und lehnt Forderungen ab, den Dialog mit kriegsführenden Parteien wie Russland zu suchen, da man hierfür kein Mandat besitze.

https://www1.wdr.de/nrw/ostwestfalen-lippe/westfaelischer-friedenspreis-2026-preistraeger-108.html
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