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Presseschau

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Maren

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Re: Presseschau

BeitragDo 9. Mär 2017, 22:50

Weniger EU-Selbstdarstellung und mehr Mittel für Journalismus

Im März vor 60 Jahren wurden die Römischen Verträge besiegelt. Allein aus diesem Anlass werden die Brüsseler Eurokraten Millionen Steuergelder für Werbung und PR europaweit verpulvern. „Wenn wir trotz aller Widrigkeiten am Europäischen Projekt festhalten wollen, braucht dieses mehr Rückhalt in der Zivilgesellschaft. Ihn könnte ein kritisch-distanzierter „europäischer“ Journalismus generieren helfen, der sich nicht einfach als Sprachrohr der EUversteht, sondern ihren Institutionen immer wieder auf die Finger guckt.“
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Maren

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Re: Presseschau

BeitragFr 10. Mär 2017, 10:31

Seit Monaten hat der Begriff "Fake News" Hochkonjunktur. Hörerinnen und Hörer, Nutzerinnen und Nutzer haben uns viele Fragen dazu gestellt und Anmerkungen gemacht. Hier der erste Teil der Antwort aus der Nachrichtenredaktion des DLF.

"Fake News" sind so alt wie die Menschheit. Sie betreffen alle Bereiche unseres Lebens. Und sie sind potentiell Massenvernichtungswaffen.

Haben Internet und soziale Medien "Fake News" groß gemacht? Alle reden jetzt über Breitbart. Aber, was ist denn mit der Boulevardpresse oder den Heftchen über Prominente? Was ist mit all den Blogs und Facebook-Gruppen mit Verschwörungstheorien? Und selbst die seriösesten der seriösen Medien, haben sie noch nie etwas berichtet, das Wahlen beeinflusst oder Politiker zum Rücktritt gezwungen hat und sich später doch als Lüge erwies?

Hinweis: Es ist löblich, dass der Deutschlandfunk endlich erkannt hat, dass fakenews potentielle Massenvernichtungswaffen sind. Auch über den DLF sind in der Vergangenheit sämtliche bekannte Kriegslügen verbreitet wurden, die in Folge zur breiten Zustimmung zu Sanktionen, Interventionen und Massenmord an Zivilisten führten. Wenn der Deutschlandfunk (vielleicht nach Einsatz eines neuen Intendanten) endlich die Verbreitung derartiger Fakenews einstellen würde, könnte man oben verlinkte Verlautbarungen ernst nehmen.
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Maren

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Re: Presseschau

BeitragSo 12. Mär 2017, 14:55

Wie man Lügen am besten bekämpft. Fake News werden im Internet zur Plage. Helfen schärfere Gesetze oder ein „Wahrheitsministerium“ dagegen? Tabea Rößner und Karl E. Hain: „Den anderen zu belügen heißt tendenziell, ihn nicht als vernunftfähiges, freies Subjekt ernst zu nehmen, ihn vielmehr als Objekt kommunikativer Fremdsteuerung zu behandeln, nicht zuletzt auch Betroffene in ihrer Ehre als Person bewusst zu verletzen. Mit dem begrifflich hochgejazzten „Postfaktischen“ geht also die Negation wesentlicher Grundlagen der Freiheit und der Demokratie einher. …. “ Insoweit bleibt er auf das kommunikative Ethos der Diskursteilnehmer verwiesen. Die Einsicht in die innere Verpflichtung zur Wahrheit und die Entschlossenheit der Bürgerinnen und Bürger, Fake News mit den Mitteln der Vernunft als Lügen zu entlarven: Beides wird dringend benötigt zur Aufrechterhaltung eines freiheitlichen und demokratischen Meinungsbildungsprozesses, der diesen Namen verdient.

Hinweis: „Der Internetkritiker Evgeny Morozov hat kürzlich in einem Beitrag für den Guardian geschrieben, dass die Diskussion um Fake-News den eigentlichen Gegner aus dem Blick verliere: die Tech-Giganten. Facebook, Google und Co. würden durch ihr anzeigenbasiertes Geschäftsmodell falsche Anreize setzen, mit denen Klickfarmen in Mazedonien das Netz mit Fake-News fluten und dabei kräftig Kasse machen. Der Falschmünzer profitiert, der Gewährsmann verliert – so lautet brutal zugespitzt die Rechnung im Netz. Das Problem, so Morozov, seien nicht die Fake-News, sondern ein digitaler Kapitalismus, der es profitabel mache, Falschnachrichten zu produzieren. Der Fake-News-Narrativ sei selbst falsch; es sei eine oberflächliche Betrachtung eines tiefgreifenden Problems.“
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Maren

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Re: Presseschau

BeitragDo 16. Mär 2017, 11:32

Für ZDF-Intendant Thomas Bellut sind Frauenprogramme überholt

Vielleicht trifft Belluts Diagnose also durchaus zu, dass das Format „Mona Lisa“ in der bisherigen Form nicht mehr den Zeitgeist trifft. Der Erfolg neuer, feministisch geprägter Medienangebote zeigt aber, wie antiquiert die Begründung des ZDF-Intendanten ist, ein frauenspezifisches Format als solches sei überholt. Das Gegenteil ist richtig.

http://www.djv.de/startseite/service/bl ... -ende.html

Auf Twitter

https://twitter.com/search?q=%23rettetmonalisa&src=typd
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Maren

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Re: Presseschau

BeitragDo 16. Mär 2017, 11:37

Maas will Millionen-Bußgelder für soziale Netzwerke

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpoli ... 38637.html

Bis zu 50 Millionen Euro für einen Hasskommentar

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 24079.html

Maas strebt drastische Bußgelder für soziale Netzwerke an. Bundesjustizminister Heiko Maas will soziale Netzwerke per Gesetz zwingen, strafbare Inhalte und Hass-Botschaften schneller und besser zu löschen. Wer sich nicht ausreichend um die Löschung kümmert, soll drastische Bußgelder zahlen.

http://www.fr.de/kultur/netz-tv-kritik- ... -a-1213327

Maas droht bei Hassbotschaften mit Millionen-Geldbußen: Ein Jahr nach der Ankündigung stellte Bundesjustizminister Heiko Maas seinen Gesetzentwurf vor, mit dem er Netzwerke wie Facebook und Twitter zu schärferem Vorgehen gegen Hatespeech zwingen will.

http://www.tagesspiegel.de/medien/faceb ... 13482.html

Der Digitalverband Bitkom kritisierte den Entwurf. Die Ersteller der Hassbotschaften, die Nutzer, blieben weitgehend außen vor. Die 24-Stunden-Frist für Löschungen oder Sperren hält der Bitkom wie auch der Branchenverband eco für unrealistisch. "Sollte dieses gesetzliche Zeitfenster kommen, haben wir bald eine wahllose Löschkultur im Internet", sagte eco-Vorstand Oliver Süme.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpoli ... 38637.html

Löschpraxis von Facebook, Twitter und Youtube im Januar und Februar: Bei Twitter wurde nur eine von hundert Nutzermeldungen gelöscht, in keinem Fall innerhalb von 24 Stunden. Facebook löschte oder sperrte 39 Prozent der von den Nutzern gemeldeten strafbaren Inhalte, ein Drittel davon innerhalb eines Tages; Youtube löschte 90 Prozent der als strafbar gemeldeten Beiträge, in 82 Prozent der Fälle innerhalb von 24 Stunden.

Analyse: So gefährlich ist das neue Hate-Speech-Gesetz für die Meinungsfreiheit

Das geplante Gesetz würde Facebook zum Richter über die Meinungsfreiheit machen und eine ausgefeilte Zensurinfrastruktur etablieren.


https://netzpolitik.org/2017/analyse-so ... sfreiheit/

Geplantes Netzwerkdurchsetzungsgesetz soll Hatespeech bekämpfen: Es besteht damit die Gefahr, dass in großem Umfang auch rechtmäßige Inhalte gelöscht werden, um eine Ahndung als Ordnungswidrigkeit von vornherein auszuschließen. Denn die ebenfalls nicht rechtskonforme Löschung legaler und rechtmäßiger Inhalte durch Facebook bleibt sanktionslos, während die Nichtlöschung rechtswidriger Inhalte als Ordnungswidrigkeit bußgeldbewehrt ist. Hierdurch schafft das Gesetz ein gewisses Ungleichgewicht, das durchaus zu einem zensurähnlichen Effekt führen könnte.

http://www.internet-law.de/2017/03/gepl ... mpfen.html
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Re: Presseschau

BeitragDo 16. Mär 2017, 21:32

Im Kino: Der Dokumentarfilm »Die letzten Männer von Aleppo«

Fassbomben und Kulleraugen

Die Dokumentation »Die letzten Männer von Aleppo« über die »Weißhelme« in Syrien ist ein Film gegen das Denken – und für ein diffuses Gefühl, das schamlos mit Blut, Geigen und Kindertränen geschürt wird.
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Re: Presseschau

BeitragSo 19. Mär 2017, 22:40

Es ist gar nicht so schwer herauszufinden, was Donald Trump auf der Pressekonferenz mit Angela Merkel am Freitag im Weißen Haus gesagt hat. Die Pressekonferenz wurde im Fernsehen übertragen. Sie ist im Netz an vielen Stellen in voller Länge nachzusehen. Das Transkript steht auf der Seite des Weißen Hauses.


Und trotzdem scheitern führende deutsche Journalisten daran, den Inhalt richtig wiederzugeben.
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Re: Presseschau

BeitragDi 21. Mär 2017, 20:02

Welt am Sonntag“ gibt Trumps Fake-News-Vorwurf falsch wieder

http://uebermedien.de/14000/welt-am-son ... ch-wieder/

Leider passt ins Bild, dass ausgerechnet im berechtigten Überschwang einige deutsche Journalisten es wieder nicht so genau nehmen und die Donald-Trump-Antwort auf Dunz' weltberühmt gewordene Frage falsch wiedergeben. N24 hatte beim Live-Senden der Merkel-Trump-Pressekonferenz den Präsidenten falsch übersetzt:

http://www.evangelisch.de/blogs/altpapi ... 20-03-2017

Trump spricht nicht davon, welche Zeitung die Journalistin vertritt, sondern welche sie liest. Der konkreten Inhalt, auf den sich Trump bei seinem Vorwurf der „Fake News“ bezieht, wird vollständig weggelassen, so dass es wirkt, als habe Trump schon das Stellen einer kritischen Frage als „Fake News“ bezeichnet.

http://uebermedien.de/14000/welt-am-son ... ch-wieder/

Wie oft journalistisches Lob für Journalismus fehlschlägt, weil Details nicht stimmen, ist aber schon ein wenig tragisch. Wenn Journalisten Zusammenhänge nicht genau darstellen, wer denn dann?

http://www.evangelisch.de/blogs/altpapi ... 20-03-2017
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Re: Presseschau

BeitragDo 23. Mär 2017, 22:30

Drei Monate nach dem Lastwagenanschlag vom Berliner Breitscheidplatz mit vielen Toten und Verletzten eine Taktlosigkeit sondergleichen: Lokführer Schulz, der in primitiver Computeranimation auf seinem Weg ins Kanzleramt möglichst viele Trumps, Putins und Petrys überrollt. Dieses widerliche "Spielzeug" zeigt in seiner ganzen Brachialität, wie sehr sich die vermeintlich wohlgesinnten Verteidiger des demokratischen Rechtsstaats selbst radikalisiert haben.
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Re: Presseschau

BeitragFr 24. Mär 2017, 22:10

Pressestimmen zum Presserat - Nennung der Herkunft von Straftätern

Propagandaschau: Wo zuvor ein Sachbezug nötig war, reicht nun ein schwammiges öffentliches Interesse. Ein Sachbezug ist im Allgemeinen eine Frage, die schnell geklärt werden kann und an der sich Journalisten somit orientieren können. Im aktuellen Fall in London wäre es beispielsweise geboten, religiösen, ethnischen oder staatlichen Hintergrund des Attentäters zu nennen, weil es sich schon aufgrund des Anschlagsortes und der Ausführung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einen politischen Terrorakt handelt, bei dem die Herkunftsmerkmale des Täters eine Rolle spielen. Es ist also ein Sachbezug vorhanden und zweifellos auch ein öffentliches Interesse.

Udo Stiehl: Von einem begründbaren Sachbezug ist keine Rede mehr. Es fällt also genau das Kriterium weg, welches bisher ziemlich präzise Argumentationen zuließ, um das Weglassen oder Hinzufügen von religiöser oder ethnischer Zugehörigkeit redaktionell zu rechtfertigen. Klare Kriterien sind in der Neufassung der Richtlinie 12.1 also nicht mehr vorhanden, es ist Erwägenssache der Redaktionen geworden.

SZ: Sprachlich erscheinen die Änderungen klein: "In der Regel nicht" statt "nur dann, wenn"; "begründetes öffentliches Interesse" statt "begründbarer Sachbezug". Auch künftig müssen Redaktionen also in jedem Einzelfall sorgfältig erwägen, ob sie die Nationalität oder die Religion eines Straftäters nennen. Auch künftig ist bloße Neugier "kein geeigneter Maßstab für presseethisch verantwortliche Abwägungsentscheidungen", heißt es in einer Mitteilung des Presserats, der die Neufassung am Mittwoch mit 16 Ja-, drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen beschlossen hat.

Evangelisch: Dass die Sächsische Zeitung ihre Entscheidung überdenken wird, sich in diesem Punkt nicht mehr an den Pressekodex zu halten, ist unwahrscheinlich. FAZ.net zitiert dazu den Chefredakteur Uwe Vetterick. Der begründet die Linie seiner Zeitung

"(...) mit den Ergebnissen einer repräsentativen Befragung der Zeitung: Sie habe gezeigt, dass viele Leser davon ausgingen, die Täter seien Asylbewerber, wenn keine Nationalität genannt sei".


Und wenn das stimmt, bedeutet das, dass das eigentliche Problem nicht die vermeintliche Bevormundung von Lesern ist, sondern schlicht und einfach Fremdenfeindlichkeit.

TAZ: Presseratsrichtlinie 12.1.: Die Richtlinie zur Diskriminierung stammt von Anfang der 1970er Jahre. Anlass war damals nicht Kriminalität: Medien hatten regelmäßig die Hautfarbe von US-Soldat*innen genannt, was diese als diskriminierend empfanden. Daraufhin wurde die Richtlinie eingeführt.
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Maren

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Über die Wahrheit

BeitragMo 27. Mär 2017, 19:38

Politics sells: "Was ist wichtiger, die Wahrheit oder die Auflage? Schwierige Frage…, aber dann doch lieber die Auflage. „Man kann zahlende Kunden nur binden, wenn man ihre Produkterwartung erfüllt. Die Kunden, besonders die Neukunden, bezahlen für die New York Times und den Spiegel und auch für meine ff nicht, um die objektive Wahrheitsfindung serviert zu bekommen. Sie zahlen, damit ihre subjektive Vorerwartung vergütet wird. Sie zahlen nicht für Ausgewogenheit, sondern für Einseitigkeit.“

Stefan Aust & die Wahrheit

""Aust, Herausgeber und Chefredakteur der Tageszeitung Die Welt und demzufolge immer noch an zentraler Stelle des deutschen Journalismus, bekennt, dass er ein Problem mit diesem Begriff habe. Dieser ist allerdings nicht philosophisch gemeint, sondern, so Aust, liegt darin begründet, dass man viele Informationen auf unterschiedliche Art inter­pretieren könne. Es sei immer im Auge des Betrachters, wie man etwas sehe. Demzufolge, so die Schlussfolgerung, kann es keine »Wahrheit« geben bzw. der Wahrheitsbegriff sei dehnbar."
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