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https://www.turi2.de/heute/turi2-am-morgen-04-08-2021/?newsletter=true

ZDF-Moderator Markus Lanz sagt im Interview mit Jörg Wagner, dass er keinen strategischen Plan verfolgt. Lanz sieht sich als Journalist, der Begriff “Moderator” ist ihm bis heute suspekt.

https://www.turi2.de/heute/turi2-am-morgen-04-08-2021/?newsletter=true

Markus Lanz – Unterhaltungsjournalist 2020

https://www.youtube.com/watch?v=n1z_b49R_dY

 

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https://www.nzz.ch/international/koelner-filmhaus-der-wdr-steht-unter-heftigem-beschuss-ld.1637867

Zu träge bei der Unwetterwarnung, verschwenderisch am Bau, mies im Umgang mit Mitarbeitern: Der WDR steht unter Beschuss wie lange nicht. Bei Europas zweitgrösster Sendeanstalt fühlt man sich ungerecht behandelt.

(…)

Unterlassene Hilfeleistung beim Unwetter?

Doch in den letzten Wochen gab es auch aus Kollegenkreisen mächtig Hiebe. Von «unterlassener Hilfeleistung» sprach der journalistische Branchendienst dwdl.de im Blick auf die Performance des Riesensenders unmittelbar vor der westdeutschen Flutkatastrophe. Zu träge, zu langsam, zu wenig eindringlich habe der Sender gewarnt. Kurz: «Sich auf den WDR zu verlassen, kann lebensgefährlich sein.»

https://www.nzz.ch/international/koelner-filmhaus-der-wdr-steht-unter-heftigem-beschuss-ld.1637867

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https://meedia.de/2021/07/30/gericht-hat-entschieden-youtube-muss-demonetarisierung-von-gunnar-kaiser-aufschlusseln/

„Willkür nach Gutsherren-Art“

Das Landgericht Köln hat eine einstweilige Verfügung gegen YouTube erlassen. Die Plattform soll aufschlüsseln, welche Inhalte des Kanals „Kaiser TV“ von Gunnar Kaiser gegen welche Richtlinien verstoßen. YouTube hatte Kaiser zuvor aus dem Partnerprogramm geworfen – ohne konkrete Gründe zu nennen.

Durch den „Appell für freie Debattenräume“ wurde der Autor und Creator Gunnar Kaiser einem breiten Publikum bekannt. Mittlerweile verdient er einen großen Teil seines Einkommens auf YouTube, wo er den Kanal „Kaiser TV“ betreibt. Bis vor kurzem jedenfalls: Am 10. Juni diesen Jahres hat YouTube Kaiser ohne Vorwarnung oder Abmahnung aus dem YouTube-Partnerprogramm geworfen – und ihm damit über Nacht den Geldhahn zugedreht. Demonetarisierung nennt sich das. Eine entsprechende Nachricht, die MEEDIA vorliegt, erreichte Kaiser kurz nach Mitternacht.

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https://www.achgut.com/artikel/katastrophenhilfe_nur_nach_gesinnungs_tuev

Wenn wir auf Politik, Medien und Behörden vertrauen würden, wären wir verloren, aber wir können uns immer noch aufeinander verlassen.

Da stellt sich bei der Flutkatastrophe heraus, dass Deutschlands Katastrophenhilfe auf dem Stand eines Entwicklungslandes ist, dass Politik, Medien und Behörden versagt und die Menschen nicht rechtzeitig gewarnt und evakuiert haben. Das Ausmaß der Katastrophe wäre vermeidbar gewesen, aber die Regierungen von Bund und Ländern und die Verantwortlichen vor Ort, haben Warnungen ignoriert, die schon neun Tage vor der Katastrophe ausgesprochen wurden.

Es bedurfte eines Artikels der Sunday Times, damit das in Deutschland bekannt wurde. Unsere Presse fokussierte sich lieber auf die Behauptung, es wäre alles dem Klimawandel geschuldet, um vom Staats- und Behördenversagen abzulenken. Europäische Wissenschaftler sagen, dass ein „monumentales Systemversagen“ direkt verantwortlich für Tod und Zerstörung gewesen sei. Science Files hat den Artikel übersetzt und er kann auch dort nachgelesen werden.

Nach tagelangem Dauerregen waren die Talsperren bis an den Rand gefüllt, wurden aber nicht vorsorglich abgelassen. Der Rheinisch-Bergische Kreis warnte seine Bürger absichtlich nicht mit Sirenen, weil die Berichterstattung über die Flut „noch nicht breit lief“. Die Leute hätten dann massenhaft die 112 angerufen, das wollte man verhindern. Man fasst es nicht. Ohne Berichterstattung „sorge ein Alarm für Panik“, sagte eine Sprecherin des Kreises t-online. Können die Verantwortlichen dieses Desasters noch in den Spiegel sehen?

https://www.achgut.com/artikel/katastrophenhilfe_nur_nach_gesinnungs_tuev

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https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/hessischer-rundfunk-wird-konkurrent-der-lokalzeitungen-17444969.html?GEPC=s3

Online-Angriff auf die Zeitungen durch den HR – Was macht die Schlichtungsstelle

Der Hessische Rundfunk macht hohe Verluste, startet aber auch eine Digitaloffensive. Sein werbungsfreies und kostenloses Onlineangebot stellt ihn in Konkurrenz zu den lokalen Zeitungen in Hessen. …. Mit seinen im Vergleich zu privaten Wettbewerbern auf dem Nachrichtenmarkt üppigsten Ressourcen hat der hr eine Internetredaktion für sein „hessenschau.de“-Angebot samt zugehöriger App aufgebaut, die häufig nur einen rudimentären Sendungsbezug herstellt, dafür aber umso längere Texte schreibt und einen redaktionell aufwändigen Liveticker betreibt. Der Lohn der Mühe: Mehr als 600.000 Visits an einem Durchschnittstag, wenn man alle Infoprodukte einbezieht – einschließlich der Zulieferungen zur aus denselben Gründen fragwürdigen Tagesschau-App. …. Diese Zahlen erreicht der hr mit einem Konkurrenzprodukt zu den Online-Angeboten der Tageszeitungen in Hessen. Es unterminiert die Geschäftsgrundlage privater Medienhäuser, denn es wird auf ewig „kostenlos“ und – auch nett – werbefrei bleiben, da es von allen finanziert wird. Wer dachte, es gehe beim Rundfunkbeitrag um einen solchen, der irrt längst: Es geht um Reichweite im Netz.

https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/hessischer-rundfunk-wird-konkurrent-der-lokalzeitungen-17444969.html?GEPC=s3

Aber warum hat eigentlich noch nie ein Verlag die Schlichtungsstelle für presseähnliche Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender aktiviert, die 2018 extra verabredet wurde? Will man die Probleme gar nicht lösen, sondern nur mit Texten lobbyieren?

War dieses über Jahre an der „Tagesschau“-App festgemachte Presseähnlichkeits-Problem aber nicht gelöst, durch „eine von Sender- und Zeitungsverlage-Seite paritätisch besetzte Schlichtungsstelle“?

War’s wohl. Aber nachdem diese Stelle in der gespannt erwarteten Anfangszeit gar nicht in Anspruch und demzufolge nicht einmal besetzt worden war, scheinen alle sie vergessen haben. Außer dem umtriebigen Daniel Bouhs, der sie jetzt noch mal ins Spiel brachte.

Vielleicht wär’s nicht schlecht, diese Schlichtungsstelle doch mal zu aktivieren. Es tummeln sich so viele Gremien, Kommissionen und weitere Institutionen in der Medienlandschaft, dass es auf noch eine mehr wirklich nicht ankommt. Und dieses könnte ja ein vergleichsweise sinnvolles Gremium sein.

https://www.mdr.de/altpapier/das-altpapier-2234.html

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https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/medienforscherin-troeger-das-westfernsehen-passte-nicht-zu-meiner-wirklichkeit-li.171818?pid=true

Wie Westverlage die ostdeutsche Regionalpresse übernahmen

Das in Greifswald ansässige “Katapult”-Magazin hat auf einer Landkarte die Verbreitungsgebiete größerer ostdeutscher Regionalzeitungen und deren Eigentümer eingetragen. Bis auf eine Ausnahme befänden sich alle im Besitz westdeutscher Verlage. Der Grund sei historisch bedingt: die Privatisierungswelle der Nach-Wende-Zeit Anfang der 90er-Jahre.

https://bildblog.de/129784/politik-auf-social-media-westverlage-im-osten-suesses-geliergeheimnis/

Mit nur einer Ausnahme befinden sich alle größeren ostdeutschen Regionalzeitungen im Besitz von westdeutschen Verlagen. Diese übernahmen nach der Wende die einstigen SED-Blätter mit fest abgesteckten regionalen Monopolen. Konkurrenz und Pressevielfalt? Fehlanzeige.

Als die DDR-Zeitungen Anfang der 90er privatisiert wurden, kam es mutmaßlich zu Unregelmäßigkeiten, an denen auch das Kanzleramt unter Helmut Kohl beteiligt war. Die Freie Presse aus Chemnitz etwa hatte kurz nach der Wende eine Auflage von mehr als 600.000 Exemplaren und war somit die größte Regionalzeitung der ehemaligen DDR – so viele Ausgaben verkaufen Frankfurter Allgemeine, Süddeutsche und Taz heute nicht mal mehr zusammen. Klar, dass viele an einem Blatt dieser Größe interessiert waren. Ohne Ausschreibung wurde die Freie Presse an einen CDU-nahen Verlag in Kohls Heimatstadt Ludwigshafen verkauft. Der Spiegel berichtete damals über konkrete Hinweise darauf, dass sich das Kanzleramt beim Chef der Treuhand für den Verkauf der Zeitung an einen Weggefährten Kohls eingesetzte hatte. …. Die Medienwissenschaftlerin Mandy Tröger sieht in der Art, wie die Westverlage in der ehemaligen DDR vorgingen und wie die alternativen Medien niedergewalzt wurden, auch einen von vielen Gründen dafür, warum die politischen Verhältnisse im Osten heute so sind, wie sie sind: “Die Wendeerfahrung ist auch eine Erfahrung der Desillusion, besonders der Bewegung von unten, die auf so vielen Ebenen kaputt gemacht wurde. Es zählten vor allem politische und wirtschaftliche Interessen des Westens.”

https://katapult-magazin.de/de/artikel/wie-westverlage-die-ostdeutsche-regionalpresse-uebernahmen

Mandy Tröger: „Medienrealität ist konstruiert, egal in welchem System“

Unsere Autorin hat Mediensysteme erlebt, die unterschiedlicher nicht sein könnten: in der DDR und den USA. Als Forscherin sieht sie überraschende Parallelen.

Als Kind im Ost-Berlin der 1980er-Jahre wuchs ich mit zwei Medienrealitäten auf – dem Ost- und dem Westfernsehen. Im Ostfernsehen gab es das „Sandmännchen“, die „Flimmerstunde“ und den Jugendsport, im Westfernsehen „Alf“, den „Denver Clan“, und vor allem gab es Reklame. Ich war lange überzeugt, Barbies bewegen sich von allein. Das taten sie ja in der Werbung, und die war Medienrealität ohne Realitätsabgleich.

Der Abgleich kam nach dem Fall der Mauer: Barbies waren nur dünne Puppen und ziemlich langweilig dazu. Natürlich könnte man Ähnliches über die Nachrichten sagen. Aber ich war Kind, Nachrichten interessierten mich (noch) nicht. (Paid)

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/medienforscherin-troeger-das-westfernsehen-passte-nicht-zu-meiner-wirklichkeit-li.171818?pid=true

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https://www.dwdl.de/interviews/83646/wdrnewsroomchef_brandenburg_im_nachhinein_ist_man_immer_klueger/

WDR-Newsroom-Chef Brandenburg: „Im Nachhinein ist man immer klüger“

Damit wir das bestmögliche Programm auch nachts senden können, wurde vor zwei Jahren der WDR Newsroom gegründet. Erst seitdem ist die Aktualität überhaupt rund um die Uhr besetzt – und zwar für alle Medien. …. Die Reporter:innen waren gestern am späten Abend seit zehn, zwölf Stunden ununterbrochen im Einsatz, die hatten einen Knochenjob, ihre Crews ebenso, Kamerafrauen und Kameramänner. Und mussten am nächsten Tag in der Frühe für die Primetime wieder ran. Wenn man an so vielen Orten gleichzeitig sein muss und aufgrund der dramatischen Situation auf den Straßen auch nicht die Möglichkeit hat, ohne weiteres zusätzliche Kräfte dorthin zu bringen, ist es eine ganz schwere Abwägung, wo man dann die Priorität setzt. Wir haben uns entschieden, nicht noch gegen Mitternacht eine weitere Fernsehsendung zu starten. Und dass sich die Lage so dramatisch zuspitzt an den Talsperren, war nun mal erst nach Mitternacht ersichtlich. Aber natürlich hätte man in Anbetracht des Ausmaßes in der Nacht entscheiden sollen, dass WDR 2 aus der ARD-Nachtversorgung aussteigt und eine eigene Sondersendung macht.

https://www.dwdl.de/interviews/83646/wdrnewsroomchef_brandenburg_im_nachhinein_ist_man_immer_klueger/

Nur bedingt wetterfest

Als sich die Unwetterlage gegen Mitternacht dramatisch zuspitzte, war das WDR-Fernsehen kaum präsent. Für eine Anstalt, die ihre Legitimation auch aus der regionalen Verortung zieht, ist das fatal.

https://www.spiegel.de/kultur/tv/unwetterkatastrophe-beim-wdr-nur-bedingt-wetterfest-a-e679bbc9-d0e9-4d5e-8320-acaeed615a32

Kritik wegen Unwetter-BerichterstattungWDR räumt Versäumnisse ein

Die ARD und besonders der WDR werden kritisiert, nicht angemessen über das Unwetter berichtet zu haben. Im Nachhinein hätte er gerne entschieden, im Radio nach Mitternacht ein eigenes Sonderprogramm zu machen, sagte Stefan Brandenburg, beim WDR verantwortlich für das Aktuelle, im Deutschlandfunk.

https://www.deutschlandfunk.de/kritik-wegen-unwetter-berichterstattung-wdr-raeumt.2907.de.html?dram:article_id=500315

Kritik an WDR-Berichterstattung zum Unwetter

Kritiker werfen dem WDR „unterlassene Hilfeleistung“ vor, weil der Sender sein Nachtprogramm nicht unterbrochen hatte. Der verteidigt sich nun.

Obwohl sich eine der schwersten Unwetter-Katastrophen seit 2014 ereignete, die Wupper- und Bever-Talsperre überliefen, in Düsseldorf ein Stadtteil evakuiert wurde, hatte der WDR im Nachtprogramm des Fernsehens so weitergemacht, als sei nichts geschehen. Auf den Radiowellen liefen halbstündlich monothematische Sonderausgaben der Nachrichten. Für Donnerstag wurden „Sondersendungen im Radio und Fernsehen zu Auswirkungen des Unwetters in NRW“ angekündigt.

Die Kritik in den Sozialen Medien fiel entsprechend aus. Der Branchendienst DWDL.de sprach sogar von „unterlassener Hilfeleistung“. ….

In dem Statement des Senders heißt es unter anderem: „Wir teilen die Einschätzung, dass der WDR noch umfangreicher aus Wuppertal hätte berichten müssen, allerdings war das dortige WDR-Studio selbst so stark vom Unwetter betroffen, dass es ab drei Uhr in der Nacht nicht mehr selber senden konnte.“ Die Stadt Wuppertal hatte den Strom aus Sicherheitsgründen abgestellt. Die Regionalnachrichten wurden von den Studios in Düsseldorf und Köln übernommen.

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/an-den-falschen-stellen-gespart-kritik-an-wdr-berichterstattung-zum-unwetter/27423816.html

Der WDR hätte auf drohende Überflutungen hinweisen sollen – das forderten Nutzer in den sozialen Medien. Der Sender war jedoch selbst vom Hochwasser betroffen. …. „Übernommen haben die Studios in Düsseldorf und Köln, um mit Regionalnachrichten die Bevölkerung im Bergischen Land informieren zu können. Dafür liefern WDR-Reporter, die in Wuppertal unterwegs sind, die Informationen zu. Das Studio Wuppertal wird gerade mit Hilfe alternativer Übertragungswege wieder livefähig gemacht.“

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/studio-unter-wasser-17439216.html

„Sommer-Highlights“ im Fernsehen, während draußen die Welt untergeht: Wie der WDR eine Vollkatastrophe produzierte.

Von einer „Vollkatastrophe in der Nacht“ spricht Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach mit Blick auf die Unwetterlage – besser kann man auch das Fernseh- und Radioprogramm des WDR in den Stunden von Mittwoch auf Donnerstag nicht zusammenfassen. In Rheinland-Pfalz und vor allem Nordrhein-Westfalen ertönen Sirenen, Strom fällt aus, „Land und Leute“, sonst im Fokus wirklich jeder WDR-Programmoffensive, stehen unter Wasser, Bürgerinnen und Bürger begeben sich in die Notunterkünfte, suchen Schutz vor den Flutwellen. Menschen sterben. Der WDR, sonst eine verlässliche Größe im Kameraschwenk über nordrhein-westfälische Talsperren, spielt unbeirrt launige Musik in der ARD-Popnacht, nachdem er immerhin in den eigenen Radionachrichten nachts um eins markiert hat, es gehe im Empfangsgebiet „um Leib und Leben“. … Wer verlässliche, aktuelle Nachrichten suchte, schaute besser auf Kanäle der Städte und Einsatzkräfte in den sozialen Medien. Oder gleich bei Bild. Dort hatte man früh die Systeme hochgefahren und ließ Donnerstag früh die Breaking-Muskeln spielen. Wenn Bild nächsten Monat seinen TV-Sender eröffnet, um sich statt feuilletonistischen Fragen aller Art exakt diesen Katastrophen zu widmen, wird die systematische Behäbigkeit des WDR noch schreiender auffallen.

https://www.sueddeutsche.de/medien/unwetter-wdr-abspann-1.5353263

Der Newsroom entscheidet in der Nacht für alle WDR-Angebote. Und dort wurde entschieden, dass alle 30 Minuten – zusätzlich zu Reporter:innen-Schalten in den Sendungen – Sonderausgaben der Nachrichten auf allen Radiowellen laufen.

https://www.dwdl.de/interviews/83646/wdrnewsroomchef_brandenburg_im_nachhinein_ist_man_immer_klueger/

Link:

https://www.dwdl.de/meinungen/83629/unterlassene_hilfeleistung_wdr_laesst_den_westen_im_stich/

Totalausfall nach Unwetter: WDR lässt den Westen im Stich

Sich auf den WDR zu verlassen, kann lebensgefährlich sein. Das mussten in der Nacht zu Donnerstag die Menschen in Nordrhein-Westfalen erleben, die für ihren Rundfunkbeitrag wenig von dem bekamen, wofür sich die ARD sonst rühmt: Die regionale Information.

Es ist nicht mehr vermittelbar. Nicht den Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern, nicht der Medienpolitik oder dem Fachjournalismus: Wenn der finanziell großzügig ausgestattete öffentlich-rechtliche Rundfunk wie hier im Falle des WDR es in akuten Krisensituationen nicht schafft, ein verlässliches Informationsangebot für das Sendegebiet zu liefern, was wohl unbestritten zur Kernaufgabe gehört, dann wird bei all den Sparbemühungen der Häuser, an den falschen Stellen gespart. Der WDR betont so gerne „Wir sind der Westen“, doch genau den hat man in der Nacht zu Donnerstag im Stich gelassen. …

In Wuppertal ist Radio Wuppertal, die lokale Station des Privatsenderverbunds Radio NRW, bis tief in die Nacht live on air mit einer Sondersendung. Nach eigenen Angaben will man die ganze Nacht durch on air bleiben. Aus gutem Grund, wie Chefredakteur Georg Rose erklärt: Man übernehme in der Stadt die Aufgabe des Warnradios, habe sich damit zur Ausstrahlung behördlicher Warnmeldungen verpflichtet. Vier mal in der Stunde verliest Radio Wuppertal in dieser Nacht daher die jeweils aktuelle Warnmeldung der Behörden. Zwischendurch Musik und Werbung. Und doch schaffte Radio Wuppertal, was der WDR nicht schaffte: Zu informieren.

Der WDR war beinahe ein Totalausfall. Beinahe, weil man auf der Website einen einsamen Text-Ticker aktualisiert. Und Twitter wurde irgendwann aktualisiert. Im laufenden Programm, egal ob Fernsehen oder Radio, gab es aber Dienst nach Vorschrift. ….

Es ist ein Sinnbild für absurde Prioritäten, wenn das Radioprogramm der ARD-Popnacht zwar gewohnheitsmäßig mehrfach die Stunde für Staumeldungen oder einen liegen gebliebenen Reifen auf der Fahrbahn irgendwo zwischen Frankfurt und Karlsruhe unterbrochen wird, aber die Radiohörerinnen und Radiohörer in NRW mit Katastrophenalarm und Evakuierungsanweisungen allein gelassen werden, weil in den trägen Behörden, die sich WDR Hörfunk und WDR Fernsehen nennen, gar nicht vorgesehen scheint, dass sich mal jemand in einer außergewöhnlichen Situation auf den WDR verlassen wollen könnte. ….

Wenn sich die gesamte Kompetenz des mächtig ausgestatteten Westdeutschen Rundfunk in einer Krisensituation, die weite Teile des Landes erfasst hat, in einem banalen Text-Ticker erschöpfen soll, dann ist das ein Armutzeugnis, aber nicht nur: Wenn Angebote im Netz das Angebot im Rundfunk ersetzen soll, dann untergräbt man damit selbst die Legitimation eines bis heute über TV und Radio definierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Kurz gefasst: Mit der Rechtfertigung schafft man sich selbst ab. ….

Der Fehler liegt beim WDR im System und fängt mit der absurden Aufgabenteilung im Haus an, mit denen Intendant Tom Buhrow sowohl Jörg Schönenborn als auch Valerie Weber zufriedenstellen wollte. Sie ist verantwortlich für NRW-Themen und die Regionalstudios, er für die Information. Und für regionale Informationen aus NRW ist jetzt wer zuständig?

https://www.dwdl.de/meinungen/83629/unterlassene_hilfeleistung_wdr_laesst_den_westen_im_stich/

 

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https://www.sueddeutsche.de/medien/fernsehen-ard-politikmagazine-weltspiegel-1.5349837

Kritik an Sendezeiten: Aufstand bei der ARD

Im Ersten will man das Programm umbauen. Aber dagegen regt sich nun innerhalb der ARD ungewohnt deutlicher und prominenter Widerstand. In mehreren offenen und internen Schreiben geht es derzeit zur Sache. Vor allem der geplante Umbau der Politmagazine und des Auslandsmagazins Weltspiegel – zweier öffentlich-rechtlicher Kernmarken – sorgt für Unruhe und heftige Appelle an die Intendanten und Programmverantwortlichen. ….

Sie sehen in den Plänen eine „Marginalisierung der Auslandsberichterstattung“. Durch eine Beschädigung der Sendeplätze von Weltspiegel, Weltspiegel Reportage und Weltspiegel Extra würde die ARD „ihre Reputation als öffentlich-rechtlicher Sender selbst empfindlich beschädigen“, und das in Zeiten „einer erneuten Diskussion um die Legitimation dieses Rundfunks und die Gebührenakzeptanz“, heißt es in dem Schreiben, das sich liest wie der Einwurf eines öffentlich-rechtlichen Ältestenrats.

Programmchefin Strobl erklärt dagegen auf SZ-Anfrage, man wolle „gerade das einzigartig breite Netz der Korrespondentinnen und Korrespondenten“ nach den Tagesthemen dafür nutzen, die Themen aus dem Nachrichtenformat direkt im Anschluss zu vertiefen und zu erläutern. Der Weltspiegel bleibe Kern der ARD-Auslandsberichterstattung, deren Umfang gestärkt werden und um filmische Formate wie 30-minütige Dokus erweitert werden solle. Die ARD-Mediathek brauche in der Konkurrenz mit internationalen Streaming-Angeboten einen auch für jüngere Menschen attraktiven Doku- und Reportage-Bereich, der die Welt im Blick habe. ….

Die sechs Politmagazine im Ersten – Panorama, Monitor, Kontraste, Fakt, Report Mainz und Report München – kommen von verschiedenen ARD-Anstalten mit ihrer jeweils eigenen Handschrift unter jeweils eigenem Label auf zwei Sendeplätzen pro Woche im Ersten. Die Politmagazine gelten auch als Hort der ARD-internen politischen Vielfalt. Sie gehören zum Gründungsinventar des öffentlich-rechtlichen Auftrags und widmen sich oft Themen, die wenig gute Laune machen (vorigen Donnerstag kommentierte Monitor unter anderem das Thema „Euro 2020: Scheiterhaufen der Moral“ ). …

Nun wird offenbar überlegt, ihre Schlagzahl von 90 Sendeplätzen pro Jahr auf 66 zu reduzieren, für einen Teil der weggefallenen Magazinsendungen könnten die Redaktionen den Auftrag zu längeren Doku-Beiträgen erhalten. Programmchefin Strobl teilte auf Anfrage mit: „Wir wollen die politische Berichterstattung im Ersten und der Mediathek ausbauen und einen neuen Schwerpunkt ,investigativen Journalismus‘ schaffen.“

https://www.sueddeutsche.de/medien/fernsehen-ard-politikmagazine-weltspiegel-1.5349837

Streit um »Weltspiegel«-Sendeplatz Namhafte Korrespondenten appellieren an die ARD

»Erstklassige Auslandsberichterstattung darf nicht zweitklassigem Bundesliga-Fußball geopfert werden«: Der Streit um den ARD-»Weltspiegel« geht in die nächste Runde. Nun melden sich namhafte Korrespondenten zu Wort. …. Unterschrieben wurde das Papier unter anderem von Sonia Seymour-Mikich, Claus Kleber und Fritz Pleitgen …. In dem aktuellen Schreiben heißt es nun: »Durch eine Beschädigung dieser Sendeplätze – oder gar deren Streichung – würde die ARD ihre Reputation als öffentlich-rechtlicher Sender selbst empfindlich beschädigen – und das in Zeiten einer erneuten Diskussion um die Legitimation dieses Rundfunks und die Gebührenakzeptanz. Auch aus diesen Gründen appellieren wir dringend, auf die bekannt gewordenen Programm-Änderungspläne zu verzichten. Auf jeden Fall muss der Weltspiegel einen Zuschauer-attraktiven Sendeplatz behaltet.« Und weiter: »Erstklassige Auslandsberichterstattung darf nicht zweitklassigem Bundesliga-Fußball geopfert werden.«

https://www.spiegel.de/kultur/tv/streit-um-weltspiegel-sendeplatz-namhafte-korrespondenten-appellieren-an-die-ard-a-1d322405-8045-4654-8698-61feec18b890

Hinweis der Redaktion: Die Politikmagazine und der Weltspiegel müssen die Veränderungen aus ihrem Finanzbestand heraus finanzieren? Die ARD könnte sich auch entscheiden, die Stärkung der Mediatheken im politisch-investigativen Bereich “on Top”-finanziert voranzutreiben. (Was würde es kosten? Mehr als die Rechtekosten für ein Nations League Spiel? Oder reichen schon die Mittel für zwei Donnerstags-Krimis oder eine Florian-Silbereisen-Show?)

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https://www.mdr.de/unternehmen/qualitaetsmanagement-mdr-100.html

„Handwerk und Haltung“ – Das Qualitätsmanagement im MDR

Dietz Schwiesau leitet seit Oktober 2020 das Qualitätsmanagement im MDR. Es soll vergleichbare Qualitätssicherungsprozesse und eine Fortentwicklung der Qualitätsmaßstäbe für alle MDR-Inhalte sicherstellen. Dabei wird das Qualitätsmanagement inhaltlich und praktisch mit dem Thema Gemeinwohl verknüpft. In einem Gastbeitrag für epd medien stellt Dietz Schwiesau Ziele, Aufgaben und Erwartungen, die Organisation sowie erste Ergebnisse und Erfahrungen vor. ….

An das Qualitätsmanagement im MDR wurden drei Erwartungen formuliert:

  • Wir brauchen greifbare Qualitätsstandards und vergleichbare Maßstäbe der Qualitätssicherung für das ganze Haus. Notwendig ist eine offene Fehlerkultur.
  • Qualitätsmanagement muss Sache der Redaktionen sein und nah am Programm bleiben. Es muss auf die Bedürfnisse der einzelnen Bereiche zugeschnitten sein.
  • Qualitätsmanagement darf nicht zu bürokratischem Aufwand führen, sonst leidet die Akzeptanz.

Wir haben daraus gelernt: Unser Qualitätsmanagement muss verbindlich und flexibel sein, alltagsnah und ressourcenschonend. Wir brauchen keine parallelen Strukturen. Qualitätsmanagement im MDR ist Redaktionsmanagement. ….

Unser Konzept haben wir mehrere Monate in der Praxis erprobt. Wir haben mit vier Pilotredaktionen zusammengearbeitet und uns an den Bedürfnissen der Redaktionen orientiert. Alle Beteiligten waren überrascht, dass das Qualitätsmanagement so schnell Fortschritte bringt.  …. Als die MDR-Geschäftsleitung im Sommer 2020 beschloss, das Qualitätsmanagement einzuführen, wurden die Qualitätsbeauftragten in den Direktionen benannt. ….

Das Qualitätsmanagement verändert vieles. Ja, es geht auch um das Feedback. Aber es geht vor allem um Strukturen und Prozesse. Sie müssen gewährleisten, dass Qualität produziert und verbessert werden kann. Das Qualitätsmanagement bringt schnell erste Ergebnisse. Wir haben inzwischen mit allen Redaktionen Qualitätskriterien erarbeitet oder präzisiert und ein alltagsnahes Feedbacksystem entwickelt und in der Praxis erprobt. Darüber hinaus haben wir an ihren jeweiligen Schwerpunkten gearbeitet: Wir haben zum Beispiel gemeinsam mit der Medienforschung Strategien entwickelt, wie neue Zielgruppen erreicht werden können, wir haben redaktionelle Abläufe wie Planung, Beauftragung oder Abnahme verändert oder Konferenzen neu strukturiert.

MDR-Qualitätsmanager Dietz Schwiesau in epd medien

https://www.mdr.de/unternehmen/qualitaetsmanagement-mdr-100.html

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https://kress.de/news/detail/beitrag/147696-mitschuld-frage-wie-stephan-russ-mohl-die-corona-berichterstattung-der-medien-kritisiert.html

Wie Stephan Ruß-Mohl die Corona-Berichterstattung der Medien kritisiert – Die Menge ist das Problem

Stephan Ruß-Mohl geht hart mit deutschen Medienhäusern ins Gericht: Der streitbare Medienwissenschaftler wirft den Unternehmen Einseitigkeit und Maßlosigkeit beim Aufbereiten der Pandemiethemen vor – auch wegen der Einsparungen bei Wissenschaftsredaktionen. …. „Sie haben eine Mitschuld“, sagt Ruß-Mohl im Gespräch mit Ulrich Thiele. „Und das ist etwas, was sie partout nicht bereit sind zu konzedieren, worüber ich mich wundere. Der Tenor hat sich natürlich im Laufe der Zeit verändert, die Berichterstattung ist von regierungslammfromm zu vielfältigeren Perspektiven gelangt. Aber gerade in der Anfangszeit schürte allein schon die exzessive Menge an Berichten Panik.“ …. „Die bloße Menge ist das primäre Problem. Die Medien sind im Grunde genommen nicht in der Lage, uns vorzuschreiben, was wir denken“, so Ruß-Mohl im Cicero-Gespräch. „Aber sie sind in der Lage, uns sehr stark dahingehend zu beeinflussen, worüber wir nachdenken und womit wir uns beschäftigen. Und wenn 60 bis 70 Prozent der Nachrichten und dazu noch Sondersendungen im Anschluss an die Nachrichtensendungen sich einem einzigen Thema widmen, dann ist das eben das Thema, das die Menschheit beschäftigt. So viel wurde nicht einmal über 9/11 berichtet – und das war nun wirklich ein historischer Einschnitt.“ …. So kritisiert er, dass es oft kaum noch Wissenschaftsredaktionen gäbe. „Wenn Medienhäuser sich die nicht mehr leisten können, glauben sie natürlich umso mehr, was Virologen oder Epidemiologen von sich geben“, so Stephan Ruß-Mohl. „Dass es immer dieselben waren, obwohl es sehr viel mehr gibt, zeugt auch von Ahnungslosigkeit.“

https://kress.de/news/detail/beitrag/147696-mitschuld-frage-wie-stephan-russ-mohl-die-corona-berichterstattung-der-medien-kritisiert.html

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https://www.corodok.de/sachverstaendiger-nachweisbar-fehlentscheidungen/

Sachverständiger: „Nachweisbar schwere Fehlentscheidungen der Regierung auf Basis falscher oder nicht vorhandener Dateninterpretationen“

In der Öffentlichen Anhörung des „Parlamentarischen Begleitgremiums Covid-19-Pandemie“ des Bundestags vom 8.7. erklärte der Informatiker und Datenanalyst Tom Lausen:

      • »Es gibt in dieser Pandemie signifikante Fehlerquellen bei der Erhebung relevanter Daten und Zahlen im deutschen Gesundheitssystem.
      • Es gibt in dieser Pandemie signifikante Fehlinterpretationen der Daten und Zahlen des deutschen Gesundheitssystems.
      • Aus meinen Datenauswertungen gehen nachweisbar schwere Fehlentscheidungen der Regierung auf Basis falscher oder nicht vorhandener Dateninterpretationen hervor. (IFSG §28b – Bundesnotbremse)
      • Meine Datenauswertungen ergeben ferner deutliche Evidenzen für schwerwiegende gesetzliche Fehlanreizbildungen seitens der Regierung bzw. des BMG, die erheblich zur negativen Beeinflussung des Pandemieverlaufes führten.“«
  • Die vollständige Stellungnahme gibt es hier.

https://www.corodok.de/sachverstaendiger-nachweisbar-fehlentscheidungen/

https://www.bundestag.de/resource/blob/850806/7bd14581e33890e68fe7d57ee67d4cbf/19_14-2_13-2-_ESV-Tom-Lausen-_Langfriste-Konsequenzen-data.pdf

Link:

https://coronaaussoehnung.org/wp-content/uploads/2021/07/Corona_ins_Verhaeltnis_setzen_Veroeffentlichungsversion_7-Juli-2021.pdf

16 Autoren und Autorinnen für Kurskorrektur in der Corona-Politik – „Covid-19 ins Verhältnis setzen“Berlin/Wien, 7. Juli 2021. – 16 Expert*innen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen aus Deutschland und Österreich haben sich heute mit einem über 60-seitigen Text an die Öffentlichkeit gewandt. Ihr Ziel: Die aufgeladene öffentliche Debatte zu Covid-19 zu versachlichen, ins Verhältnis zu setzen und so in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext zu bringen. Sie fordern einen wertschätzenden Gedankenaustausch, die Überprüfung der bisher getroffenen Maßnahmen und empfehlen „Alternativen zu Lockdown und Laufenlassen“.

(…)

Konkret geht der Text auf elf „Unverhältnismäßigkeiten“ ein und benennt 16 „Ungereimtheiten“ in de Kommunikation zur Pandemie. Diese verstören die Menschen, lösen weitere Ängste aus und gefährdendie körperliche und psychische Gesundheit. Die Autor*innen listen 27 Kollateralschäden der Zwangsmaßnahmen an Leib und Leben auf und raten dazu, diesen genauso viel Aufmerksamkeit zu schenken wie den Schäden an Gesundheit und Leben, die SARS-CoV-2 verursacht. Menschen, die bereits vor der Krise benachteiligt und marginalisiert waren, seien von deren negativen Auswirkungen sowie von den Maßnahmen überproportional betroffen, was die soziale Ungleichheit noch verstärke. Schließlich sollten alle großen Gesundheitsgefahren in den Blick genommen werden und auf den Dashboards der Gesundheits-minister*innen übersichtlich aufscheinen.

Pressemitteilung: https://coronaaussoehnung.org/wp-content/uploads/2021/07/Presseinformation_2021-07-07n_Website.pdf

Link:

https://www.sueddeutsche.de/medien/bundesverband-regie-offener-brief-ard-1.5345340

08.07.2021

Beschwerden erreichen die ARD unentwegt, das sind die öffentlich-rechtlichen Sender gewohnt. Nicht alle Kritik an ihnen ist substanziell. Die offenen Briefe von Autoren und Regisseuren, die zuletzt an die ARD adressiert worden sind, haben jedoch eine andere Qualität. Denn darin geht es nicht um Petitessen und Partikularinteressen, schon gar nicht um ein Querulantentum. Sondern um die grundlegenden Bedingungen für künstlerisches Arbeiten in den Sendern. Damit zusammen hängt der Respekt vor kreativer Leistung und der Umgang mit Auftragnehmern, die beinahe immer am kürzeren Hebel sitzen.

In Summe offenbaren die Proteste sowohl der Hörspiel- wie der Drehbuchautoren und nun auch noch der Filmregisseure, dass grundsätzlich etwas im Argen liegt in der Zusammenarbeit der ARD mit all jenen, die Spiel- und Dokumentarfilme, Hörspiele und künstlerische Features für sie realisieren. Mit deren Hilfe und Kunstschaffen die Öffentlich-Rechtlichen also einen beträchtlichen Teil ihres Programmauftrags in den Bereichen Kultur, Bildung und Unterhaltung erfüllen. ….

Die Fälle, in denen die Arbeit von Regisseurinnen und Regisseuren inzwischen zu einer reinen Dienstleistung für die Sender verkomme, würden sich massiv häufen, sagen sie. Aus Sicht der Regisseure stellt sich für die öffentlich-rechtlichen Sender die Frage, ob sie in Zukunft überhaupt noch filmische Werke haben möchten, die die Handschrift jener tragen, die sie geschrieben und inszeniert haben – oder nur noch austauschbare Massenware. ….

Es fehle der kreative Austausch zwischen den Filmredakteuren der Sender, den Produzenten, den Autoren und den Kreativen am Set. In den Gesprächen mit den Redaktionen stünden statt Diskussionen über Inhalte, Erzählhaltungen, ästhetischer Überlegungen stets formale Punkte im Zentrum: die Zahl der Drehtage, Formatfragen, Budgets. ….

Es sei ja nicht so, dass die Regisseure und Autoren, die Kameraleute und Cutter, die Schauspielerinnen und Schauspieler zu Hunderten ihre Jobs nicht verstünden. Man lasse sie sie inzwischen bloß immer seltener ordentlich machen. Das führe zu einer Frustration, die sich nun für alle sichtbar in dem offenen Brief niederschlägt. Etliche Regisseure beobachten auch, dass es immer schwieriger werde, Fachkräfte zu finden, Produktionsleiter etwa oder Oberbeleuchter.

https://www.sueddeutsche.de/medien/bundesverband-regie-offener-brief-ard-1.5345340

Link:

https://kress.de/news/detail/beitrag/147677-gehalts-ranking-das-haben-die-ard-intendanten-2020-verdient-und-das-bekommt-programmchefin-christine-strobl.html

ARD-Programmdirektorin Christine Strobl verdient soviel wie ein Intendant

https://meedia.de/2021/07/06/ard-programmdirektorin-christine-strobl-verdient-soviel-wie-ein-intendant/

Tom Buhrow ist der Spitzenverdiener des Ersten

Die Intendantinnen und Intendanten von ARD und ZDF sind nicht unterbezahlt. Ihre Grundvergütung hat die ARD jetzt turnusmäßig publik gemacht. Steigerungen zum Vorjahr sind unverkennbar.

Die Grundvergütung stellt nur einen Teil der Bezüge der Intendantinnen und Intendanten dar. Hinzu kommen Sachbezüge und zusätzliche Leistungen für Tätigkeiten bei Tochterfirmen der Sender oder der ARD. Diese zusätzlichen Bezüge veröffentlicht der Senderverbund seit dem vergangenen Jahr nicht mehr.

Die Mehrzahl der Intendanten erhielt im Jahr 2020 eine höhere Grundvergütung als noch 2019.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/das-gehaltsgefuege-an-der-spitze-von-ard-und-zdf-17424628.html

Gehalts-Ranking: Das haben die ARD-Intendanten 2020 verdient – und das bekommt Programmchefin Christine Strobl

Sie bezieht demnach ein jährliches Grundgehalt von 285.000 Euro – und liegt damit vor den Intendanten Wille, Gerner, Schlesinger und Kleist. Vor Strobl hatte noch kein Vorgänger in dem Amt seinen Verdienst offengelegt. ….

Die durchschnittliche Monatsgehälter 2020 der Direktorinnen und Direktoren der Landesrundfunkanstalten der ARD (Grundvergütung) lagen zwischen 14.912 Euro (SR) und 20.347 Euro (BR). Zur Spitzengruppe zählen hier auch WDR (20.041 Euro), NDR (19.989) und SWR (19.000 Euro).

Eine Spanne von 10.457 Euro (SR) bis 14.151 Euro (NDR) gibt es bei den Bezügen der Gruppe  der Programmbereichsleiterinnen und Programmbereichsleitern sowie Hauptabteilungsleiterinnen und Hauptabteilungsleitern.

Beim Monatsgehalt von Redakteurinnen und Redakteuren nennt die ARD 3.837 Euro bis 10.856 Euro (Vorjahr: 3.681 Euro bis zu 10.728 Euro)

https://kress.de/news/detail/beitrag/147677-gehalts-ranking-das-haben-die-ard-intendanten-2020-verdient-und-das-bekommt-programmchefin-christine-strobl.html

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https://www.otto-brenner-stiftung.de/wissenschaftsportal/informationsseiten-zu-studien/tragische-einzelfaelle/

Tragische Einzelfälle oder strukturelles Problem? OBS-Studie über Gewalt gegen Frauen in Medien

Die Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen bleibt in deutschen Medien oft auf den „Einzelfall“ fixiert, strukturellen Hintergründen wird wenig Raum gegeben, „Familientragödie“ oder „Ehedrama“ verlieren als verharmlosende Begriffe an Bedeutung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Otto Brenner Stiftung.

Gewalt gegen Frauen ist in Deutschland stark verbreitet, sie betrifft Frauen allen Alters und aus allen sozialen Schichten. Die mit zwei Dritteln „alltäglichste“ Form der Gewalt ist dabei die Körperverletzung, Täter sind in über der Hälfte der Fälle (Ex-)Partner oder Männer aus dem nahen sozialen Umfeld. Allerdings wird über diese alltäglichen Formen von Gewalt kaum in den Medien berichtet, wie die Untersuchung „Tragische Einzelfälle – Wie Medien über Gewalt gegen Frauen berichten“ nun zeigt: Lediglich 18 Prozent der Berichte themati-sieren Körperverletzungsdelikte und weniger als jeder vierte Artikel handelt von partner-schaftlicher Gewalt. „Offensichtlich ist Gewalt gegen Frauen und vor allem Gewalt in intimen Beziehungen immer noch ein großes Tabu – in der Gesellschaft wie auch bei den Medien-schaffenden“, konstatiert Studienautorin Dr. Christine Meltzer. Gewalt gegen Frauen werde nur dann in den Medien aufgegriffen, so Meltzer weiter, wenn sie eine besonders brutale Form annimmt und etwa mit dem Tod des Opfers ende – was in der Realität aber nur einen Bruchteil (weniger als 1 Prozent) der verübten Gewalt ausmache. ….

Die Ergebnisse der empirischen Erhebung zeigen eine deutliche Überbetonung bestimmter Gewalttaten, während andere viel zu wenig in den Medienberichten ausgeleuchtet werden – es klaffen große Lücken zwischen den Zahlen aus der Kriminalstatistik und deren medialer Relevanz. Ein weiter Befund ist, dass die überwiegende Mehrheit der Artikel (ca. 70 Pro-zent) auf der Ebene einer reinen Einzelfallbeschreibung verbleibt.

www.otto-brenner-stiftung.de/gewalt-gegen-frauen

 

Link:

https://www.heise.de/tp/features/Bleiben-Sie-ARD-aktuell-gewogen-3379301.html?seite=all

Maaßen fordert Gesinnungstest für ARD-Journalisten

Der ehemalige Präsident des Verfassungsschutzes und CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen hat in einem Interview gefordert, Mitarbeiter der „Tagesschau“ auf Ihre Gesinnung abzuklopfen. Maaßen sprach im Gespräch mit dem Sender „TV Berlin“ am Donnerstag davon, dass es Verbindungen von Mitarbeitern des Nachrichtenprogrammes der ARD und der linken und linksextremen Szene gebe: „Dann wäre das auch eine Untersuchung wert, dass auch die Biographie von einigen Redakteuren auf den Prüfstand gestellt wird“, sagte Maaßen in dem Gespräch. …. Maaßen gab darüber hinaus an, dass mehr als 90 Prozent der Volontäre der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten die SPD, die Linke oder die Grünen unterstützen. Eine konkrete Quelle nannte er allerdings auch hier nicht. Zuletzt hatten Volontäre der ARD im vergangenen Jahr die politischen Einstellungen ihrer Kollegen abgefragt: Dabei erhielten die genannten drei Parteien insgesamt tatsächlich mehr als 90 Prozent der Stimmen, während die CDU bei gerade einmal drei Prozent lag. Allerdings hatten von den damals 150 Nachwuchsjournalisten nur 77 die Frage beantwortet. ….

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_90382226/hans-georg-maassen-fordert-gesinnungstest-fuer-ard-journalisten.html

Der frühere Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen wirft den öffentlich-rechtlichen Sendern „Meinungsmanipulation“ und „Tricks“ vor. In seinem Visier: der NDR, der die „Tagesschau“ produziert. … Maaßen hatte den öffentlich-rechtlichen Sendern in einem bereits am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem Fernsehsender tv.berlin „Meinungsmanipulation“ vorgeworfen, etwa über das Weglassen von Tatsachen und die Anwendung von „Tricks“. „Ich halte es für eine Schande, dass die Aufsichtsbehörden diesen öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht in der Hinsicht wirklich mal korrigieren und dafür sorgen, dass so etwas nicht mehr stattfindet“, sagte Maaßen. Er brachte einen „NDR-Untersuchungsausschuss“ ins Gespräch. … NDR-Sprecherin Barbara Jung teilte auf dpa-Anfrage mit, die „Tagesschau“ habe einen „hohen Anspruch an Objektivität und Sorgfalt in der Berichterstattung“. Sie folge bei der Nachrichtenauswahl ausschließlich journalistischen Kriterien. „Die „Tagesschau“ steht damit für ausgewogenen, nachvollziehbaren und durch Fakten belegten Journalismus.“ … Auch die Rundfunkkommission der Länder wies die Kritik zurück. „Wir haben in Deutschland eine starke, freie und pluralistische Medienlandschaft. Die Unterstellung von Maaßen ist infam und hat nur ein Ziel: die Glaubwürdigkeit in den Journalismus und insbesondere in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu erschüttern“, teilte die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD), am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur mit. „Es ist ein Angriff auf die Pressefreiheit, eine wichtige Säule unserer Demokratie.“

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/maassen-kritisiert-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-17421350.html

Zur Erinnerung:

100 Programmbeschwerden in den letzten 2 Jahren: Zwei ehemalige NDR-Mitarbeiter zu ihren Programmbeschwerden bei den Öffentlich-Rechtlichen, die Partei ergreifen und Objektivität hintanstellen

Regierungsfromm, tendenziös, defizitär, agitatorisch, propagandistisch und desinformativ: Die ehemaligen NDR-Mitarbeiter Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam kommen im Telepolis-Interview zu einem vernichtenden Urteil, was die Fernsehberichterstattung angeht. Von einigen Lichtblicken einmal abgesehen, attestieren Klinkhammer und Bräutigam den Öffentlich-Rechtlichen eine schwere Schlagseite im Hinblick auf den Informationsauftrag, der den Sendern zukommt. ….

Hilfreiche Veränderungen wären, den Rundfunkanstalten eine externe, unabhängige Programmaufsicht beigeben. Transparenz bei deren Kontrollarbeit. Über Publikumsbeschwerden nicht den Intendanten und erst recht nicht den quasi beklagten Chefredakteur mitreden lassen. Nicht die vom betroffenen Sender pauschal bezahlten Rundfunkrats-Honoratioren hinter verschlossenen Türen, erst nach monatelangem Zeitverzug, auf Basis der hausinternen Darstellungen entscheiden lassen. Wenn unabhängige Mediengerichte die Beschwerden öffentlich beraten und unmittelbar und aus eigener Anschauung und Überlegung beurteilen könnten, dann wären wir einen riesigen Schritt weiter.

Und da wir schon kommerzielle Rundfunkanbieter zugelassen haben, sollte einmal kritisch darüber diskutiert werden, ob sie aufgrund ihrer Profitorientierung überhaupt die Kompetenz für objektive Informationssendungen erbringen können. Es wäre darüber zu nachzudenken, welchen politischen Folgen es hat und welche Weltbilder sich das deutsche Publikum macht, wenn Multimilliardäre wie Friede Springer oder Liz Mohn TV-Nachrichtenkanäle in ihrem Privatbesitz halten. Medienmogule, die mit ihrer „Freundin“, der Bundeskanzlerin, in engem Kontakt stehen. (03. April 2016)

https://www.heise.de/tp/features/Bleiben-Sie-ARD-aktuell-gewogen-3379301.html?seite=all

Link:

https://www.zdf.de/zdfunternehmen/gremien-102.html

Vorher:

Beim ZDF wird am Freitag einE neueR IntendantIn gewählt. Solche Wahlen um den höchsten Posten in Mainz sind eine heikel. Weshalb das ZDF wahrscheinlich ganz froh ist, dass es nicht so viele mitkriegen und die Berichterstattung eher dünne ist.

Eigentlich schien die Sache so haus- wie ausgemacht. Wie im Märchen soll in anstalts­dynastischer Folge Programmdirektor Norbert Himmler neuer Chef werden. Schließlich war schon der amtierende Thomas Bellut, bevor er Intendant wurde, Programmdirektor und bei seinem Vorgänger Markus Schächter wiederum war es auch schon so. Das ZDF als gelebtes Erbkaisertum mit dem Fernsehrat als Senat, der den Cäsaren kürt. …. Außerdem ist noch zu hören, dass sie ja gerne noch andere KandidatInnen präsentiert hätten. Die wären aber nur bei Gewinngarantie angetreten. Ansonsten bleibt alles schön intransparent.

https://taz.de/Archiv-Suche/!5783585&s=Grimberg&SuchRahmen=Print/

Norbert Himmler oder doch Tina Hassel?

Am Freitag entscheidet sich im ZDF-Fernsehrat, wer an die Spitze des Mainzer Senders rückt. Vielleicht sollte sich Favorit Norbert Himmler nicht zu sicher sein. … Es dürfte vielmehr auf den persönlichen Geschmack der Wahlmänner und -Frauen ankommen. Fraglich ist, inwiefern die oft gescholtene Links-Rechts-Lagerbildung im öffentlich-rechtlichen Gremium zum Tragen kommt. Himmler gilt als Kandidat des konservativen-bürgerlichen Freundeskreises, Tina Hassel als Kandidatin des roten Freundeskreises. Dem Fernsehrat gehören Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und der Politik an. …. Die Wahl soll um neun Uhr starten, weitere Wahlgänge nicht ausgeschlossen.

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/das-ringen-um-die-zdf-intendanz-norbert-himmler-oder-doch-tina-hassel/27382830.html

Die Sitzung des Fernsehrates startet um 9 Uhr und ist bis 15 Uhr angesetzt. Getagt wird in Präsenz in der Rheingoldhalle Mainz. Voraussichtlich um 9:20 Uhr wird es ernst, dann nämlich startet man mit dem Tagesordnungspunkt, in dem es um die Wahl geht. Norbert Himmler und Tina Hassel haben dann noch einmal die Möglichkeit, sich vor den Fernsehrats-Mitgliedern vorzustellen und ihre Konzepte und Visionen zu präsentieren. Einiges davon ist ja bereits durchgesickert

https://www.dwdl.de/nachrichten/83456/das_ist_der_fahrplan_zur_wahl_des_zdfintendanten/

in echter Verdienst von Himmler ist sein Dirigieren der verschiedenen Genres und Redaktionen. Von außen betrachtet dauerte sicher manches länger als nötig, von innen betrachtet ging es so schnell wie möglich. Die Erwartungen von außen mit den Gegebenheiten in der Anstalt in Einklang zu bringen, braucht eben einen Dirigenten mit Gespür für die richtige Tonlage.

Eine Qualität, die auch als Intendant nicht schaden kann. Tina Hassel mag sie auch besitzen. Im ZDF kann man darüber nur rätseln. Sie bleibt dort vorerst die große Unbekannte. Aus dem Haus heißt es: Sollte Norbert Himmler die Wahl im ZDF-Fernsehrat, wisse man woran man sei. Sollte Tina Hassel die Wahl gewinnen, wird man am Lerchenberg versuchen, aus ihren ersten Worten als gewählte Intendantin so viel wie möglich zu deuten. Auch das sei möglich. Die schlimmste aller Varianten wäre jedoch die Hängepartie, wenn der ZDF-Fernsehrat an diesem Morgen zu keiner Mehrheit kommt und die Entscheidung um Monate vertagt wird. Das würde das ZDF auf der Höhe des Erfolgs lähmen – und das ganz ohne Not.

https://www.dwdl.de/meinungen/83440/wahl_der_neuen_zdfintendanz_der_dirigent_und_die_quereinsteigerin/

Die Sitzung des Fernsehrats, und damit auch die Wahl selbst, wird auf der Webseite des Gremiums gestreamt.

https://www.zdf.de/zdfunternehmen/gremien-102.html

Nachher:

Norbert Himmler wird Intendant – eine hervorragende Nachricht ist das

Die Karriere von Himmler ist geprägt davon, dass er das ZDF-Programm nicht durch „Traumschiff“-Gefilde, sondern durch die erste Welle der Digitalisierung, den großen Umbruch des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gelotst hat. Wenn das ZDF heute in vielem moderner wirkt und technisch oft weiter ist als die ARD-Sender, hat das auch viel mit Strategien des Duos Bellut/Himmler zu tun. Man traut der Anstalt mit ihm eine ähnlich ruhige, aber radikale Entwicklung zu. …

Als Intendant muss Himmler mehr Zeit mit strategischer Diplomatie verbringen. Er muss diejenigen überzeugen, die eines der beiden abgabenfinanzierten bundesweiten TV-Programme abschaffen wollen, oder das öffentlich-rechtliche System überhaupt. Er muss Sparmaßnahmen durchsetzen. Er braucht mehr Frauen in Spitzenpositionen. Beim Programm wird es darum gehen, ob Zuschauer es in der Mediathek und auf Social Media finden.

https://www.sueddeutsche.de/meinung/norbert-himmler-zdf-intendant-neuer-intendant-1.5340727

Treffen hinter Absperrband: ZDF-Freundeskreise

Das Schöne bei der Wahl in Mainz war auch, dass man einmal die sogenannten Freundeskreise leibhaftig sehen konnte, die im ZDF-Fernsehrat neuerdings viel Wert darauf legen, überparteilich zu sein. Der schwarze, geleitet vom ehemaligen Verteidigungsminister Franz Josef Jung, CDU, versammelte sich in der Pause nach dem ersten Wahlgang hinter einem Absperrband auf der Terrasse vor der Halle. Der rote, von Verdi-Chef Frank Werneke geleitet, beriet sich im Sitzungssaal. Das ist deshalb bemerkenswert, weil ansonsten alle an diesem Tag so taten, als gebe es diese Lagerbildung nicht in dem mächtigen Aufsichtsgremium.

https://www.sueddeutsche.de/medien/norbert-himmler-zdf-zdf-intendantenwahl-1.5340916

Tina Hassel, 57, gab nach dem zweiten Wahlgang in einer kurzen Rede ihren Rückzug als Kandidatin für die ZDF-Intendanz bekannt. Sie sagte an die Fernsehratsvorsitzende und den Fernsehrat gewandt: „Herzlichen Dank Frau Thieme, herzlichen Dank an Sie alle hier. Im zweiten Wahlgang hat es noch keine Mehrheit gegeben. Vier Stimmen trennen Herrn Doktor Himmler und mich. Und ich möchte im Sinne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und eines starken ZDF, dass aus einer kleinen Mehrheit eine große Mehrheit wird, dass Sie alle für Herrn Doktor Himmler stimmen können. Ich auf jeden Fall danke, ich werde an dieser Stelle das Rennen beenden. Ich danke ganz herzlich allen, die für mich gestimmt haben, die mir das Vertrauen ausgesprochen haben. Eine Wahl mit echten Alternativen ist die Krone der Demokratie – genauso ist es. Und insofern reite ich sehr erhobenen Hauptes hier vom Hofe und danke Ihnen allen, aber gratuliere vor allem Herrn Doktor Himmler ganz herzlich, wünsche ihm gutes Gelingen für die großen Aufgaben, die vor ihm liegen. Und wir wollen, glaube ich, beide dasselbe, er jetzt an der Stelle und ich, wo immer ich arbeite: einen starken, modernen, agilen, krisenfesten öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dafür brauchen wir auch sie alle, die unsere Arbeit begleiten und auch in möglicherweise noch stürmischeren Zeiten weiter begleiten. Und, das gestatten Sie mir noch zum Abschied: Wir brauchen beide öffentlich-rechtlichen Systeme. So, das war’s. Herzlichen Dank!“

https://www.medienkorrespondenz.de/politik/artikel/norbert-himmler-im-dritten-wahlgang-zum-naechsten-zdf-intendanten-gewaehlt.html

 

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https://www.dwdl.de/nachrichten/83424/sicherheitskonferenz_bei_der_ard_unabhaengig_oder_unnoetig/

Warum kooperiert die ARD mit der Münchner Sicherheitskonferenz?

Im ARD-Hauptstadtstudio fand vor wenigen Tagen ein Triell zwischen Baerbock, Laschet und Scholz statt. Zustande kam es jedoch mit Unterstützung der Münchner Sicherheitskonferenz. Warum eigentlich? …. Wie mächtig die MSC ist, zeigt auch eine Veranstaltung vom vergangenen Wochenende. Noch bevor sich Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz in den TV-Triellen gegenüberstehen werden, waren die drei zu Gast beim „MSC-Gespräch zur Zukunft deutscher Außen- und Sicherheitspolitik“. Das Gespräch fand, dem Konferenz-Namen zum Trotz, nicht in München statt, sondern in Berlin. Genauer gesagt im Hauptstadtstudio der ARD. Und die Fragen stellte neben Wolfgang Ischinger, dem Chef der Sicherheitskonferenz, auch die ARD-Studioleiterin Tina Hassel.

Es ist ein etwas befremdliches Opening, eine Art Werbefilm für die MSC, der unter anderem Bilder von Angela Merkel, Benjamin Netanjahu und dem belarusischen Diktator Alexander Lukaschenko zeigt. …. Doch wie passt das eigentlich zusammen, eine Veranstaltung der MSC in den Räumlichkeiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, noch dazu moderiert von einer wichtigen ARD-Frau, die sich in diesen Tagen zugleich um das Amt der ZDF-Intendantin bewirbt? Über die Konstellation zeigte sich auch der Journalist Daniel Bouhs, der etwa für den NDR und RBB arbeitet, verwundert. „Warum kooperiert die ARD mit der MSC?“, fragte er auf Twitter. Und: „Wie will sie da noch unabhängig über die doch wichtige Konferenz und zum Beispiel eine mögliche Agenda berichten?“ …

Neu ist die Verbindung mit der Münchner Sicherheitskonferenz freilich nicht. Schon seit vielen Jahren ist der Bayerische Rundfunk der sogenannte Host Broadcaster, überträgt also in dieser Funktion eine singuläre Veranstaltung und stellt diese über die Europäische Rundfunkunion nationalen und internationalen Partnermedien zur Verfügung. „Da die MSC dieses Jahr coronabedingt nicht wie gewohnt vor Ort stattfinden konnte, entstand 2021 in gemeinsamen Gesprächen zwischen der Münchner Sicherheitskonferenz und dem ARD-Hauptstadtstudio die Idee, stattdessen etwas anzubieten, das im Vorfeld der Bundestagswahl einen Mehrwert für alle bietet“, erklärt Eva Werner, die Kommunikationschefin des ARD-Hauptstadtstudios, gegenüber DWDL.de. …

Wer sich diese besagten Highlights rückwirkend noch einmal anschauen möchte, wird in der ARD-Mediathek übrigens nicht fündig. Dafür gut versteckt auf den Social-Media-Kanälen der „Tagesschau“, vor allem aber in der Mediathek der Münchner Sicherheitskonferenz.

https://www.dwdl.de/nachrichten/83424/sicherheitskonferenz_bei_der_ard_unabhaengig_oder_unnoetig/

Zum Video

https://securityconference.org/mediathek/album/beyond-westlessness-deutschlands-rolle-in-der-welt/

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https://www.deutschlandfunk.de/us-fernsehen-star-trek-legende-shatner-bekommt-show-im.2849.de.html?drn:news_id=1276454

Der aus der Fernsehserie „Raumschiff Enterprise“ als Captain Kirk bekannte Schauspieler William Shatner bekommt beim russischen Staatssender RT in den USA eine eigene Show.

„I don’t understand“ (Ich verstehe das nicht) ist der Titel der Sendung, die am 12. Juli startet. Mit Unverständnis haben auch viele Fans des heute 90 Jahre alten Shatners auf Twitter reagiert. Der Vorwurf: Er legitimiere mit seiner Person einen Propaganda-Sender des Kremls.

Shatner verteidigte sich: „Wie kann ich ein Sprachrohr sein, wenn sie keinen Einfluss auf den Inhalt, die Gäste, das Drehen und den Schnitt haben?“ Er forderte seine Kritiker auf, sich zu beruhigen. Und er wehrt sich in einem Tweet gegen die Unterstellung, die künftigen Zuschauenden seiner Show seien dumm.

RT: „Captain Kirk ist auf die Seite des Guten gewechselt.“

Der vom russischen Staat finanzierte Auslandssender RT (bis 2009 „Russia Today“) feierte den Neuzugang. RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan verkündete stolz: „Captain Kirk ist auf die Seite des Guten gewechselt.“

In der Sendung, die Shatner nach eigenen Angaben RT verkauft hat, gehe es um die Suche nach Antworten auf Phänomene des Weltalls und um die Beschaffenheit des Universums, hieß es.

(Quelle: DLF-Kultur, 02.07.21)

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https://presse.wdr.de/plounge/wdr/unternehmen/2021/06/20210629_digitalstrategie.html

WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn: Öffentlich-rechtliche Angebote brauchen einen vielfaltsgetriebenen öffentlich-rechtlichen Algorithmus, der Filterblasen platzen lässt

Jörg Schönenborn, WDR-Programmdirektor für Information, Fiktion und Unterhaltung, hat in der heutigen Sitzung des Rundfunkrates (29.6.2021) seine Überlegungen zur Weiterentwicklung der Mediathek vorgestellt. Die Nutzerinnen und Nutzer müssten in der Mediathek ein auf ihre persönlichen Wünsche und Interessen zugeschnittenes Programm finden – und gleichzeitig mehr Raum für Kommentare und Debatten bekommen. Wichtig hierfür sei eine schnelle technische Weiterentwicklung. Hierzu solle auch das im Rahmen der ARD-Digitalagenda beschlossene Kompetenzzentrum Künstliche Intelligenz beitragen, das im WDR aufgebaut werde.

Jörg Schönenborn: „Wir brauchen einen vielfaltsgetriebenen öffentlich-rechtlichen Algorithmus, der dem Auftrag verpflichtet ist, zu informieren und zu bilden – einen Algorithmus, der gerade nicht dazu dient, das Publikum in Blasen zu fangen, sondern diese Blasen platzen zu lassen.“ …. „Jetzt geht es darum, bestehende Programme für die digitale Nutzung umzuwandeln und gleichzeitig in neue digitale Formate zu investieren“, so Schönenborn. Der WDR als öffentlich-rechtlicher Sender mache Programm für alle und müsse deshalb gezielt auch diejenigen Menschen ansprechen, die er bislang nicht oder nur wenig erreiche. Dabei gehe es nicht darum, immer mehr Inhalte zu produzieren, sondern passgenaue Inhalte: „Angebotsvielfalt sollten wir nicht daran messen, wie viel wir herstellen. Sondern wie viel davon das Publikum erreicht“, erklärte Schönenborn.

https://presse.wdr.de/plounge/wdr/unternehmen/2021/06/20210629_digitalstrategie.html

Unter dem Titel „Vom linearen Programm zum Content-Netzwerk“ lieferte Jörg Schönenborn dem Rundfunkrat den dritten Teil einer Reihe strategischer Ausblicke, die das Gremium von der Geschäftsleitung des WDR erbeten hatte. …. Mitglieder hinterfragten die Umstellung von linearen zu nicht-linearen Angeboten, die Sicherung der Qualität, Recherchetiefe und Auftragskonformität von Inhalten auf digitalen Ausspielwegen sowie den Einfluss von Algorithmen auf die Themensetzung und Auffindbarkeit öffentlichrechtlicher Programme.

https://www1.wdr.de/unternehmen/rundfunkrat/newsletter-250.pdf

 

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https://uebermedien.de/61660/ard-intendanten-ueberlegen-seltener-politmagazine-auszustrahlen/

„Informationskompetenz stärken“: ARD-Intendanten überlegen, seltener Politmagazine auszustrahlen

„Panorama“, „Monitor“, „Kontraste“, „Fakt“, „Report Mainz“ und „Report München“ sollen nach Plänen, über die die Intendantinnen und Intendanten des Senderverbundes gerade beraten, jeweils statt 15- nur noch 11-mal im Jahr laufen. Insgesamt entspräche das einer Reduzierung der Sendetermine von 90 auf 66.

Für einen Teil der wegfallenden Termine sollen die betroffenen Redaktionen nach diesen Plänen Dokumentationen statt Magazine zuliefern: je zwei pro Format und Jahr. In der Diskussion ist offenbar auch, den festen Sendeplatz der Doku-Reihe „Die Story im Ersten“ am Montagabend nach den „Tagesthemen“ aufzugeben.

https://uebermedien.de/61660/ard-intendanten-ueberlegen-seltener-politmagazine-auszustrahlen/

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https://www.sueddeutsche.de/medien/wdr-rundfunkrat-sondersitzung-1.5333807

Außerordentliche Sitzung des WDR-Rundfunkrats: Wie viel Kultur darf’s sein?

Warum der WDR-Rundfunkrat am Dienstag in einer Sondersitzung tagt. ….

Es ist ein ungewöhnlicher Vorgang: Am kommenden Dienstag tritt der Rundfunkrat des WDR zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Beantragt haben dieses dreistündige Sondertreffen mehr als ein Drittel seiner 60 Mitglieder. Bei der Zusammenkunft des kompletten Plenums soll sehr öffentlich über den Programmauftrag des WDR diskutiert werden und darüber, wie die größte der ARD-Landesrundfunkanstalten diesen künftig zu erfüllen gedenkt.

Ausgangspunkt dieser Initiative von Teilen des Rundfunkrats sind Debatten, die Anfang des Jahres losgetreten worden sind und die bis heute andauern: über den Kulturauftrag und den Kulturbegriff der Öffentlich-Rechtlichen und speziell des WDR. Änderungen im Radioprogramm von WDR 3 sowie Gastbeiträge und Interviews des Intendanten Tom Buhrow und der für NRW, Wissen und Kultur verantwortlichen Programmdirektorin Valerie Weber in der Presse hatten teilweise für Irritation und Protest gesorgt. … Es ist eine Diskussion, die längst nicht mehr bloß um das Verhältnis des WDR zu Kunst und Kultur kreist. Es geht ganz grundlegend um die Gestaltung des Programmauftrags. …

Klärungsbedarf sehen die Initiatoren der Aussprache beispielsweise bei der von Tom Buhrow proklamierten Online-first-Strategie, schließlich nutze die Mehrheit des Publikums die Programme nach wie vor linear. Außerdem müsse geredet werden über Programmkooperationen mit anderen Sendern, über die regionale Berichterstattung und den finanziellen Beitrag, den der WDR für das gemeinschaftliche TV-Programm Das Erste leistet.

https://www.sueddeutsche.de/medien/wdr-rundfunkrat-sondersitzung-1.5333807

 

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https://norberthaering.de/die-regenten-der-welt/novelle-infektionsschutzgesetz/

Die Bundesregierung hat sich das Recht erschlichen, die Reisefreiheit dauerhaft zu beschneiden

25. 06. 2021

Eine Novelle des Infektionsschutzgesetzes wurde im letzten Moment an ein Gesetz zur Harmonisierung des Stiftungsrechts angehängt und gestern Nacht um 23 Uhr vom Bundestag angenommen, ohne nennenswerte Aussprache im Parlament und ohne dass die Öffentlichkeit vorher etwas davon erfahren hätte. Dabei geht es um sehr weitreichende Einschränkungen der Grundrechte. Es gab 412 Ja-Stimmen, 212 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen.

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https://www.turi2.de/heute/turi2-morgen-22-06-2021/?newsletter=true

Ex-Intendanten vermissen bei ARD und ZDF gemeinsame Strategie.

ARD-Ältere ächten Änderungswillen: Die ehemaligen ARD-Intendanten Jobst Plog (NDR) und Heinz Glässgen (Radio Bremen) sowie die frühere HR-Chefredakteurin Lukrezia Jochimsen holen in einem “FAZ”-Gastbeitrag zum Rundumschlag gegen ARD und ZDF aus. Die Sender hätten “keine erkennbare” und schon gar keine gemeinsame Strategie “für die anstehenden Auseinander­setzungen”. Stattdessen würden ARD und ZDF den Ist-Zustand verteidigen und vielfach betonen, lediglich politische Entscheidungen umzusetzen. Auch Privatsender und die Presse kommen nicht gut weg, die bei der Reform­debatte als “Lobbyist ihrer eigenen kommerziellen Interessen” ausfallen und konsequent versuchten, von der “Formschwäche und der angeschlagenen Position” der öffentlich-rechtlichen Sender zu profitieren.

https://www.turi2.de/heute/turi2-morgen-22-06-2021/?newsletter=true

Rundfunk auf der grünen Wiese

Wie sollen die öffentlich-rechtlichen Sender der Zukunft aussehen? Wer soll sie entwerfen? Eine Blaupause.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird seit geraumer Zeit aus unterschiedlichen Gründen infrage gestellt, teilweise als überholt bezeichnet oder sogar abgelehnt. Immer lauter, immer vielfältiger werden die Forderungen nach Reformen. Die Frage nach Stellenwert und Bedeutung eines der Gesellschaft verpflichteten Rundfunks und seiner Bedeutung für das Zusammenleben der Menschen in einer Demokratie wird dabei meist vernachlässigt.

Zweifellos stellt sich die Frage, ob in einer im Vergleich zur Gründungssituation total veränderten Welt die Ideen von damals auch heute noch gelten können. (Paid)

https://zeitung.faz.net/faz/medien/2021-06-22/rundfunk-auf-der-gruenen-wiese/626041.html

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https://www.zeit.de/news/2021-06/23/normenkontrollantrag-gegen-saar-mediengesetz-eingegangen

Normenkontrollantrag gegen Saar-Mediengesetz eingegangen

Am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ist ein Normenkontrollantrag gegen das saarländische Mediengesetz eingegangen. Dieser sei von Abgeordneten der Bundestagsfraktionen von FDP, Linken und Grünen gestellt worden, sagte eine Sprecherin des Gerichts am Mittwoch in Karlsruhe. Zuvor hatte der «Saarländische Rundfunk» darüber berichtet. …. In einer Mitteilung der FDP-Fraktion im Bundestag vom Mittwoch hieß es mit Blick auf den Normenkontrollantrag: «Wir sind der festen Überzeugung, dass die aktuellen Regelungen zur Wahl einer Direktorin oder eines Direktors der Saarländischen Landesmedienanstalt nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sind.» Eine Wahl aus dem Landtag heraus sei alles andere als staatsfern und «keineswegs qualifiziert für die Besetzung einer zentralen Instanz einer Rundfunk- respektive Medienaufsicht».

https://www.zeit.de/news/2021-06/23/normenkontrollantrag-gegen-saar-mediengesetz-eingegangen

Zu staatsnah? Klage gegen saarländisches Landesmediengesetz [AUDIO]

https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2021/06/23/zu_staatsnah_klage_gegen_saarlaendisches_dlf_20210623_1553_9168d1c4.mp3

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https://www.medienkorrespondenz.de/dokumentation/artikel/in-sachen-hoerspiel-offener-brief-der-autorinnen-und-autoren-an-die-oeffentlich-rechtlichen-sendeanst.html

ARD: Es drohen sowohl die Repräsentation als auch die Produktion von Kunst und Kultur Schaden zu nehmen

Der Rundfunk macht derzeit seine größte Medientransformation durch, indem er vom linearen Senden auf Online umstellt. Das ist richtig und zeitgemäß. In diesem Prozess aber drohen sowohl die Repräsentation als auch die Produktion von Kunst und Kultur Schaden zu nehmen – und damit nicht zuletzt die Arbeitsgrundlagen für Auto­rinnen und Autoren.

Anlass für diesen offenen Brief sind der neue Medien­staatsvertrag und der bevorstehende Abschluss neuer Honorarregelungen für Hörspielautor:innen. Kunst und Kultur werden in den neuen Medienstaatsverträgen nicht mehr als Auftrag des Rundfunks definiert, sondern lediglich als ‘Angebote’. Die ARD nimmt damit Abschied vom Gedanken der Grundversorgung und wandelt sich schrittweise in einen quasi kommerziellen Anbieter um, der Einzelangebote auf den Markt bringt wie beispielsweise Audible oder Netflix. Damit aber verliert die künstlerische Produktion ihren Anspruch auf Schutz und Pflege, die sie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Form des Kulturauftrags immer gehabt hat. Nur vor diesem Hintergrund der kulturellen Grundversorgung aber können die Klangkörper der Sendeanstalten, kann das Feature, die Lesung und insbesondere das Hörspiel als Genre existieren.

Die neuen, zwischen dem Verband der Bühnenverleger und ARD/DLF ausgehandelten Vergütungsregeln für Hörspielautor:innen sind weder zeitgemäß – weil sie aufs lineare Senden ausgerichtet sind – noch sozial gerecht – weil sie die Sparbemühungen der Sender auf den Rücken der Künstlerinnen und Künstler austragen. Die Art und Weise, wie die Sender durch Deckeln der Ersthonorarsätze, durch Veränderung von Übernahme- und Wiederholungssätzen zu ihren Gunsten und vor allem durch wirklichkeitsfern niedrige Online-Zuschläge die schöpferische Arbeit von Schreibenden ausbeuten, ist nicht hinnehmbar. Die Honorare sind ohnehin schon niedrig, bei den Übernahme- und Wiederholungshonoraren herrscht die reine Willkür. ….

Die öffentlich-rechtlichen Sender werden zunehmend ‘kulturvergessen’, indem sie dem Primat der Klick- und Downloadzahlen folgen und sich am vermeintlichen Mainstream orientieren. So entsteht die Echoblase der ewigen Krimis und Bestseller-Adaptionen. Auf der Strecke bleiben Kunst und Vertiefung.

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Die Vorwürfe sind massiv: Von einem Schaden für Kunst und Kultur ist die Rede. Dass dem Genre Hörspiel die Auflösung droht und dem Autorenberuf die Entprofessionalisierung. Weiterhin, dass der öffentlich-rechtliche Hörfunk die Kultur nicht mehr als seinen Auftrag definiert, sondern nur noch als ein Angebot. Es ist die Rede von prekärer Bezahlung, dem Wegfall der Arbeitsgrundlage. Das alles gipfelt in dem Satz: „Die öffentlich-rechtlichen Sender werden zunehmend kulturvergessen.“

So steht es in einem Offenen Brief der Hans-Flesch-Gesellschaft und des Verbandes der Theaterautor:innen, adressiert an ARD und Deutschlandradio. …. Die Misere für die Autoren ist eine dreifache: Der Wegfall etlicher Sendeplätze – zuletzt hat der NDR eine von zwei Hörspiel-Ausstrahlungen am Wochenende gestrichen – hat zur Folge, dass weniger Stücke neu produziert und dann auch seltener wiederholt werden. Immer häufiger handelt es sich dabei um Bestseller-Adaptionen statt um original fürs Hörspiel entwickelte Stoffe. Und schließlich wird, was gesendet wird, in Summe schlechter bezahlt. Die ARD verweist auf Anfrage in einer Stellungnahme schlicht auf die geltenden Tarifverträge.

Zwar haben sich die Öffentlich-Rechtlichen mit dem Verband der Bühnenverleger mit Wirkung von Mitte 2019 darauf geeinigt, das Ersthonorar moderat anzuheben und einen zehnprozentigen Aufschlag zu bezahlen für die Online-Verwertung. Die Honorare für Wiederholungen und Übernahmen durch andere Sender wurden im selben Zug jedoch massiv gesenkt. Die ARD argumentiert, dadurch würden Anreize für zusätzliche Wiederholungen geschaffen. …

Die ARD errechnet den Online-Zuschlag laut eigener Aussage aus dem Verhältnis der Abrufzahlen im Netz zur Livenutzung von Radio, die demnach zehnmal höher ist. Nur liegt die Reichweite von Hörspielen im linearen Programm unter dem Durchschnitt der meisten Kulturwellen. In den Audiotheken sind das jedoch die am häufigsten abgerufenen Programme. ….

Die Öffentlich-Rechtlichen, aufgrund des Rundfunkbeitrags verschont vom freien Markt, rechnen ihren Autoren vor, wie häufig deren Sendungen gehört werden und begründen damit die Honorarsätze. Was angemessen ist, entscheiden nicht Wert und Relevanz einer künstlerischen Arbeit sowie der Aufwand, sondern die Einschaltquoten. ….

Als Audiotheken noch keine Rolle gespielt haben, sei es durchaus üblich gewesen, dass ein Hörspiel durch das Ersthonorar, das im mittleren vierstelligen Bereich liegt, sowie diverse Wiederholungen und Übernahmen um die 20 000 Euro eingebracht habe. Heute seien es oft nur noch 12 000 Euro. Kein Vergleich mit den Honoraren, die Drehbuchautoren beim Fernsehen verdienen: Hier liegt die Grundvergütung für einen 90-minütigen Spielfilm bei 65 000 Euro.

https://www.sueddeutsche.de/medien/protest-hoerspielautoren-ard-1.5327697

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https://www.otto-brenner-stiftung.de/wissenschaftsportal/informationsseiten-zu-studien/qualifiziert-fur-die-zukunft/

Blinde Flecken und Leerstellen in der wirtschaftsjournalistischen Ausbildung

Ob Finanzmarktkrise, Euro- oder Griechenland-Krise: In den vergangenen Jahren hat die Qualität der wirtschaftsjournalistischen Berichterstattung immer wieder zu Auseinandersetzungen und Kontroversen geführt. Auch angesichts aktueller politischer und gesellschaftlicher Umwälzungen, die mit komplexen wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Fragen einhergehen, steht der Wirtschaftsjournalismus vor der Herausforderung, mit vielfältigen Perspektiven zu einer demokratischen Meinungsbildung beizutragen.

Doch die Kritik, dass im Wirtschaftsjournalismus einseitige Sichtweisen dominieren und er die Vielfalt wirtschaftswissenschaftlicher Strömungen, Forschungen und Expertise nicht genügend abbildet, ist im Kern geblieben. Während in seiner Bezugsdisziplin, der Wirtschaftswissenschaft, seit Jahren eine breite Pluralismus-Debatte geführt wird, blieb offen, ob sich dieser Wandel auch im Wirtschaftsjournalismus zeigen lässt …. Die ökonomische Pluralität wurde nach zwei Maßstäben untersucht: Im ersten überwiegt durchschnittlich der Mainstream mit etwa 54 Prozent, während sich beim zweiten, kritischeren Maßstab mit durchschnittlich fast 80 Prozent eine überdeutlich orthodoxe Dominanz zeigt. Das bedeutet, dass als ökonomische Fachkenntnisse überwiegend „neoklassische“ Inhalte mit abstrakt-mathematischen Modellierungen vermittelt werden. Solche Inhalte beruhen dabei auf umstrittenen Annahmen. Sie gehen beispielsweise davon aus, der Mensch sei ein „rationaler Nutzenmaximierer“ oder Staatsausgaben seien eher als Schulden statt als Investitionen zu betrachten. Bei beiden Maßstäben gibt es den Trend, dass Wahlmodule im Vergleich zu Pflicht- und Basismodulen etwas pluraler sind. ….

„Vermutlich ist den wenigsten angehenden Wirtschaftsjournalist: innen bewusst, dass sie in ihrer Ausbildung in Deutschland statt einem fundierten, breitgefächerten ökonomischen Fachwissen überwiegend eine neoklassische Monokultur vermittelt bekommen. Eine Berichterstattung, die sich allein auf solche Expertise stützt, ist im besten Fall fachlich inadäquat, im schlechtesten Fall ist sie unabsichtlich politisch gefärbt.“

Stiftung und Autor bleiben aber nicht bei einer Beschreibung der Defizite stehen, sondern schlagen einen Mindeststandard für die Qualifizierung vor, der drei Bausteine umfasst: Die Vermittlung eines Überblicks- und Kontextwissens zur pluralen Ökonomik, die Förderung der Fähigkeit zur Meta-Reflexion über Ökonomik sowie die Thematisierung aktueller Vielfaltsund Pluralitätsdebatten in der Ökonomik und im Wirtschaftsjournalismus.

https://www.otto-brenner-stiftung.de/wissenschaftsportal/informationsseiten-zu-studien/qualifiziert-fur-die-zukunft/

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https://presse.rundfunkbeitrag.de/pressreleases/beitragsservice-stellt-jahresbericht-2020-vor-konstante-beitragsertraege-und-neue-online-services-3107776

Erträge aus dem Rundfunkbeitrag blieben 2020 mit 8,1 Milliarden Euro stabil

Im Geschäftsjahr 2020 lagen sie bei rund 8,1 Milliarden Euro, was gegenüber 2019 einem leichten Zuwachs von 0,5 Prozent entspricht. Das teilte der Beitragsservice in einer Pressekonferenz am Dienstag mit. Durch die Pandemie und die dadurch resultierende Arbeitslosigkeit in vielen Branchen war mit einem Rückgang der Beitragserträge gerechnet worden. Nun flossen insgesamt 7,9 Milliarden Euro an ARD, ZDF und Deutschlandradio, 153 Millionen Euro erhielten die Landesmedienanstalten.

Bisher hatte die Corona-Krise auch keine Auswirkungen auf die Zahl der Personen, die aus sozialen Gründen vom Beitrag befreit sind. Mit 2,6 Millionen Menschen lag sie Ende des Jahres sogar 2,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.

https://www.sueddeutsche.de/medien/rundfunkbeitrag-einnahmen-2020-1.5322526

Zuletzt lag der Ertrag im Jahr 2015 höher (8,13 Milliarden Euro), was sich dadurch erklärt, dass im ersten Quartal 2015 der höhere Beitragssatz von 17,98 Euro galt.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/rundfunkbeitrag-8-11-milliarden-euro-fuer-ard-und-zdf-17390453-p2.html

2020 trotz Corona mit 8,111 Milliarden Euro gegenüber 2019 (8,068)

ARD-Anstalten insgesamt rund 5,7 Milliarden.

ZDF zwei Milliarden

Deutschlandradio 232 Millionen Euro

Landesmedienanstalten 152 Millionen Euro

Wie kann es sein, dass Corona derart spurlos am öffentlich-rechtlichen System vorbeigeht? Roßkopf nannte zum einen Maßnahmen wie das Kurzarbeitergeld, die dazu beigetragen haben, dass bisher eine höhere Massenarbeitslosigkeit verhindert wurde. Zum anderen werden die Folgen der Pandemie auf der Einnahmeseite von ARD, ZDF und Deutschlandradio erst mit Verzögerung zu spüren sein.  …. Wer seinen Job 2020 verloren hat, gehört noch zu den ALG-I-Empfängern. Ende des Jahres 2020 waren sogar mit 2,6 Millionen rund 61000 Personen weniger aus sozialen Gründen von der Beitragszahlung befreit als Ende 2019. Für 2021 rechnet der Beitragsservice allerdings mit steigenden Zahlen. …. Der Beitragsservice meldet zum Ende des vergangenen Jahres 4,04 Millionen angemeldete Betriebsstätten, rund 80000 mehr als Ende 2019. …. Ende 2020 befanden sich 2,12 Millionen von knapp 46 Millionen Beitragskonten in einer Mahnstufe. Dies sei „ein historischer Tiefstand seit vielen Jahren“, kommentierte Roßkopf. Vier Jahre zuvor waren es noch knapp drei Millionen.

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/erhoehung-der-rundfunkgebuehren-drohen-pandemie-folgen-fuer-ard-und-zdf-mit-verzoegerung/27288320.html

Michael Krüßel, seit einem Jahr Geschäftsführer des Beitragsservice, fügte in der Pressekonferenz hinzu, dass es Verweigerungen zwar gebe, viel häufiger aber vorkomme, dass in wirtschaftliche Not geratene Bürger ihren Beitrag nicht zahlen könnten oder aufgrund von Sprachbarrieren die Anschreiben nicht verstünden. Da sei der weitere Verlauf durch Mitwirkung zu beeinflussen. Eine Vollstreckung sei „kein Automatismus“.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/rundfunkbeitrag-8-11-milliarden-euro-fuer-ard-und-zdf-17390453.html

Konstante Beitragserträge und neue Online-Services

Die Zahl der zum Rundfunkbeitrag angemeldeten Wohnungen sank 2020 um ein halbes Prozent auf rund 39,7 Millionen. Hauptgrund ist der Abschluss des 2018 gestarteten bundesweiten Meldedatenabgleichs. Dabei gleicht der Beitragsservice auf gesetzlicher Grundlage alle vier Jahre ausgewählte Daten der Einwohnermeldeämter zu allen volljährigen Personen mit seinen Bestandsdaten ab. …. „Der kommende bundesweite Meldedatenabgleich im Jahr 2022 wird den rückläufigen Trend im Wohnungsbestand des Beitragsservice voraussichtlich wieder auffangen“, schätzt Bernd Roßkopf, Leiter des Geschäftsbereichs Finanzen und Services beim Beitragsservice. …. Mit Stichtag 31. Dezember hatte der Beitragsservice insgesamt 1.412 Betriebsstätten aufgrund einer gesetzlich oder behördlich angeordneten Schließung wegen Corona von der Beitragspflicht freigestellt.

https://presse.rundfunkbeitrag.de/pressreleases/beitragsservice-stellt-jahresbericht-2020-vor-konstante-beitragsertraege-und-neue-online-services-3107776

 

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https://meedia.de/2021/06/11/ard-und-zdf-sollen-vertraglich-zu-einer-neuen-sachlichkeit-verpflichtet-werden/

ARD und ZDF sollen vertraglich zu einer neuen „Sachlichkeit“ verpflichtet werden

Die Rundfunkkommission der Länder hat einen neuen Entwurf des Medienstaatsvertrags ausgearbeitet. Wie Kollege Christian Meier in der „Welt“ schreibt (€), sollen ARD und ZDF künftig zur „Sachlichkeit“ und einer „nicht-spaltenden Kommunikation“ verpflichtet werden. Aha. Als „Spalter“ sind die Öffis meiner Wahrnehmung nach bisher nicht sehr unterwegs. Über die neue „Sachlichkeit“ kann man reden. Das gilt sowohl für die Repräsentanz unterschiedlicher gesellschaftlicher Strömungen im Programm (auch konservative Positionen!) als auch für die Frage, was machen die prominenten ARD- und ZDF-Köpfe so den ganzen Tag auf Twitter. Ebenfalls neu in dem Vertragsentwurf: Die Spartenkanäle von ARD und ZDF sowie Phoenix und Kika sollen nicht mehr „beauftragt“ werden. Bisher wurde jeder einzelner Minisender konkret von der Politik beauftragt. Würde dies wegfallen, bedeutet das nicht automatisch, dass Sender gestrichen würden. Vielmehr würde die Kompetenz für das Gründen und Streichen von Sendern von der Politik in die Hände der Anstalten übergehen. Sprich: Die durchaus beliebte „Ausrede“ von Intendanten, dass ja die Politik bestimmen muss, welche Sender es gibt und man da leider nix machen kann, würde wegfallen. Das könnte sehr interessant werden.

https://meedia.de/2021/06/11/ard-und-zdf-sollen-vertraglich-zu-einer-neuen-sachlichkeit-verpflichtet-werden/