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https://community.beck.de/2018/06/14/der-eigentliche-bamf-skandal-erst-der-rufmord-dann-die-recherche

Der eigentliche BAMF-Skandal – erst der Rufmord, dann die Recherche?

Der Umgang der Medien und der Öffentlichkeit mit Kriminalität – ein weites Feld, das auch in der Kriminologie zunehmend Beachtung findet. Es ist nämlich oft nicht die tatsächliche Kriminalität, die Reaktionen der Gesellschaft hervorruft, sondern die von den Medien vermittelte Kriminalität. Das gilt für die Berichterstattung über die Kriminalstatistik ebenso wie für die Berichterstattung in einzelnen Fällen. Sensationseifer kann dann leicht dazu führen, dass einzelne Menschen vorzeitig als „schuldig“ und „kriminell“ abgestempelt werden und dass die Recherche erst beginnt, nachdem man den Ruf der Beschuldigten schon wochenlang ruiniert hat. ….

Die Rechercheure von SZ, NDR und Radio Bremen haben etwas getan, was sie auf keinen Fall tun durften: Sie haben Menschen mit Vorwürfen maximal geschadet, um eine Geschichte zu bringen, die schlecht recherchiert und unausgegoren war und damit den Rufmord vor die Recherche gestellt. Und als sich fast zwei Monate später herausstellt, dass sie daneben lagen, haben sie sich weder entschuldigt noch ihre ursprünglichen Berichte transparent berichtigt, sondern einfach geschrieben: „Zunächst hatte es geheißen“

16 Juni, 2018

Großoffensive in Jemen

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https://kenfm.de/tagesdosis-16-6-2018-grossoffensive-in-jemen/

Während Trump in Singapur vom Weltfrieden sprach, bereiteten die US-Streitkräfte, deren Oberbefehlshaber Trump ist, mit ihren Verbündeten im Nahen Osten einen Großangriff auf die Hafenstadt al-Hudaida in Jemen vor.

Am Wochenende vor dem Gipfel wurden internationale Hilfsorganisationen in der Region angewiesen, ihr Personal abzuziehen. Am Montag wurde kurzfristig eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates anberaumt, in der die britische Delegation einen letzten Versuch unternahm, einen Angriff auf al-Hudaida zu verhindern, aber am Einspruch Katars scheiterte.

Erste Kämpfe um die Stadt hatten bereits zuvor begonnen. Allein in der vergangenen Woche starben nach Angaben von Medizinern über 100 Menschen in al-Hudaidas Vororten. 100.000 der 400.000 Einwohner haben die Stadt inzwischen verlassen, es wird mit einer Massenflucht von weiteren 200.000 Menschen gerechnet.

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https://www.heise.de/tp/features/Genie-des-Agenda-Settings-4079434.html

Am 12. Juni 2014 starb Frank Schirrmacher – sein Tod markiert das Ende einer Ära, und vier Jahre nach seinem Tod ist nichts mehr übrig geblieben von dem, was Zeitungs-Journalismus vor vier Jahren noch war.
(…)
Wichtiger für die ganze Republik und das intellektuelle Klima des Landes ist der Verlust von Schirrmacher als einem der wichtigsten öffentlichen Intellektuellen. Vor allem war Schirrmacher ein Genie des Agenda-Settings. Frank Schirrmacher setzte Probleme, stellte Fragen, schuf Debatten und vor allem fand einen Weg, Themen in die Köpfe und Herzen der Leser zu verankern.

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https://www.otto-brenner-stiftung.de/wissenschaftsportal/informationsseiten-zu-studien/deutschlands-blogger/

Deutschlands Blogger – Die unterschätzten Journalisten

Wie ähnlich sind sich Journalist*innen und Blogger*innen in Deutschland? Diese Frage hat eine von der OBS geförderte Studie der Ostfalia Hochschule untersucht. Zentrales Ergebnis: Sie sind sich ähnlicher als oftmals angenommen. „Deutschlands Blogger – Die unterschätzten Journalisten“ ist die erste empirische Untersuchung, die beide Gruppen vergleicht. Die Studie zeigt, dass Blogger*innen mit bezahlten Beiträgen genauso wie ihre journalistischen Kolleg*innen umgehen – und widerlegt damit die weit verbreitete gegenteilige Annahme. 91,6% der Blogger*innen und 91,7% der journalistischen Pendants gaben an, bezahlte Inhalte entsprechend den Vorgaben zu kennzeichnen. Gleichermaßen stark ausgeprägt ist zudem die kritische Haltung zur Pressearbeit von Unternehmen in beiden Gruppen.

„Ähnlicher als es Journalisten lieb sein darf“

Journalisten und Blogger sind sich ähnlicher als es die öffentliche Debatte vermuten lässt – zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Medienforschers Olaf Hoffjann für die Otto Brenner Stiftung. Eine Bedrohung für den Journalismus würden Blogs jedoch nicht darstellen, sagte Hoffjann im Dlf.

Studie

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https://www.dwdl.de/nachrichten/67327/ardchefredakteur_groteil_der_kritik_ist_quatsch/

ARD-Chefredakteur Rainald Becker wies die Kritik an den Talkshows von ARD und ZDF in einem Interview mit der „Welt“ (Montag) zurück. „Ich halte den Großteil der Kritik an unseren Talksendungen für Quatsch“, sagte er. „Das ist alles vollkommen übertrieben. Da wird auch manchmal ein Sündenbock gesucht.“ Den Vorschlag des Kulturrates hält er für keine gute Idee: „Uns ein Jahr Talkpause zu verordnen, das wäre so, als würden wir dem Kulturrat sagen, er solle sich ein Jahr lang nicht um Kultur kümmern. Wir finden, dass unsere Talksendungen ein bereichernder Bestandteil unseres Programmes sind.“

Hinweis:
Dieser Vergleich wäre dem Gegenstand angemessener:

“Uns ein Jahr Talkpause zu verordnen, das wäre so, als würden wir dem Kulturrat sagen, er solle sich ein Jahr lang nicht um Revuetheater kümmern.”

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https://www.rubikon.news/artikel/unser-krieg

Tausende Kämpfer ließen die Geheimdienste europäischer Staaten seit 2011 nach Syrien und in den Irak ziehen, um sich dort den Gotteskriegern von Al Khaida und dem selbst ernannten „Islamischen Staat im Irak und in der Levante“ anzuschließen. Allein aus Deutschland reisten mehr als 1.000 aus, wie die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (1) antwortete.

Zeitgleich verhängte der Europarat 2011 harte Wirtschaftssanktionen gegen die aufstrebende Wirtschaft des Mittelmeerlandes, die seitdem jährlich verschärft und ausgeweitet wurden. Führend bei dieser „anderen Art von Krieg“ (2) war die Bundesregierung. Die so genannten „Einseitigen Zwangsmaßnahmen/Beugemittel“ schaden jedem Syrer, stellte kürzlich der UN-Sonderberichterstatter Idriss Jazairy nach einer Reise durch Syrien fest.
Zeitgleich mit der zum 1. Juni 2018 erneut erfolgten Verlängerung der EU-Sanktionen erfuhr man in Wien: „Der Weg zu Gerechtigkeit (in Syrien) führt über Europa“. Thema der Veranstaltung war „Folter in Syrien“, die in Deutschland, Schweden, Österreich und Frankreich strafrechtlich verfolgt werden soll. Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe erließ am 9. Juni 2018 einen internationalen Haftbefehl gegen einen hochrangigen syrischen Militär.

Doch warum gibt es ein Verfahren wegen Folter in Syrien, die der Bundesregierung bereits vor dem Krieg 2011 bekannt und von deutschen Strafbehörden für eigene Interessen hingenommen worden war (3)? Warum gibt es keine Strafverfahren wegen der Ausreise von Kämpfern nach Syrien? Warum kommen die EU-Sanktionen, die Millionen Menschen in Syrien drangsalieren, nicht vor ein Gericht? Diese Fragen stellt sich Karin Leukefeld in Damaskus.

11 Juni, 2018

Alle Jahre wieder….

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https://www.heise.de/tp/features/Alle-Jahre-wieder-4075793.html

…treffen sich die Mächtigen dieser Welt zur Bilderberg-Konferenz. Wirklich?

Der Verlust der Heimlichkeit hat der Bilderberg-Runde nicht gutgetan. Bereits die Liste der Teilnehmer jener vermeintlichen Artus-Runde der letzten zehn Jahre zeigt deutlich: Hier tummelt sich schon lange nur noch die zweite oder dritte Garnitur der Machtträger auf diesem Globus. Multimilliardäre mit Visionen (wie seltsam diese auch sein mögen) wie George Soros, Jeff Bezos, Bill Gates oder der bizarre Richard Branson bleiben den Bilderbergern fern.

Stattdessen: farblose „Domestiken der Superreichen“ und sogar deren Unterlinge. Da sitzt die Meinungsforscherin Renate Köchel aus Allensbach neben Albert Rivera von der spanischen Partei Ciudadanos. Ach ja, ein paar Urgesteine aus besseren Tagen sind auch noch dabei, wie z.B. der hochbetagte Meisterstratege Henry A. Kissinger oder der hochdekorierte Vier-Sterne-General und ehemalige CIA-Chef David Petraeus. Dann das Milliardärs-Ehepaar Marie-Josée und Henry Kravis, die den Bilderbergern als Organisatoren und Sponsoren seit Jahren verbunden sind.

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https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2018/nr-13-5-juni-2018/geschichte-einer-medienkampagne-die-genfer-affaere-um-die-syrischen-weisshelme.html

Geschichte einer Medienkampagne: Die Genfer Affäre um die syrischen Weisshelme

Die jüngsten blutigen Konflikte überall auf der Welt, vom Donbass bis Syrien, von Afghanistan bis Libyen, haben den Begriff «Hybrid-Krieg» bekannt gemacht. In unserer heutigen Zeit beschränken sich die Kriege nicht mehr einfach auf eine «banale» militärische Auseinandersetzung, sondern sie finden auf allen Ebenen statt, auf der militärischen, zivilen, medialen, wirtschaftlichen, sozialen und religiösen. Der klassische Krieg mit seinen Helikoptern, ferngesteuerten Drohnen und Kalaschnikows wird immer begleitet von einem Informationskrieg, in welchem es um die Information der Öffentlichkeit in den Ländern geht, welche die Konflikte aus der sicheren Distanz steuern, weit weg von der Front, und dies vor allem in unseren westlichen Demokratien.

Weisshelme
jpv. Anfang 2013 wurde diese sogenannte private Zivilschutzorganisation von einem ehemaligen britischen Offizier und privaten Sicherheitsberater gegründet. Sie ist bemerkenswerterweise nur in den von Dschihadisten besetzten Teilen Syriens tätig. Nach diversen Quellen sind die Weiss­helme eine Kreation westlicher Regierungen. Eine PR-Agentur baute sie zu «Helden» auf. Sie treten für eine militärische Intervention der USA und für einen Regimewechsel in Syrien ein. Grösste Geldgeber sind die amerikanische USAID, die britische Regierung sowie Japan und diverse europäische Staaten, die seit 2013 etwa 50–80 Millionen US-Dollar spendeten.

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https://www.nachdenkseiten.de/?p=44327

Die Zeichen stehen auf Sturm – wird die Ukraine die Fußball-WM für eine Großoffensive nutzen?

Der Bürgerkrieg in der Ostukraine ist das, was man heutzutage mit dem Euphemismus “eingefrorener Konflikt” bezeichnet. Es vergeht kein Tag, an dem das löchrige Waffenstillstandsabkommen Minsk II nicht mehrfach gebrochen wird und fast täglich vermelden beide Seiten militärische und zivile Opfer.

Von einem Krieg unterscheidet sich der Konflikt nur dadurch, dass beide Seiten nicht im großen Stil schwere Waffen einsetzen und keine sogenannten Großoffensiven stattfinden. Genau dies könnte sich jedoch schon bald ändern. Vor wenigen Wochen kündigte der ukrainische Präsident Poroschenko eine militärische Großoffensive im Osten des Landes an. Zynisch betrachtet, böte die Fußball-WM dafür einen optimalen Rahmen.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Russland während eines sportlichen Großereignisses ins Visier gerät. 2008 überfielen die Georgier am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele die russische Enklave Südossetien und starteten damit den “Georgienkrieg”. 2014 nutzten die jetzigen Machthaber in Kiew die Olympischen Winterspiele von Sotchi, um die Ukraine von der russischen in die westliche Einflusssphäre zu putschen.

Link:

https://www.zeit.de/kultur/film/2018-06/ard-zdf-talkshows-kulturrat-qualitaet-pause

Der Deutsche Kulturrat hat ARD und ZDF dazu aufgefordert, ihre Talkshows zu überarbeiten und ein Jahr lang keine mehr zu senden. Der Geschäftsführer Olaf Zimmermann kritisierte in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung die einseitige Berichterstattung in den Sendungen. „Mehr als 100 Talkshows im Ersten und im ZDF haben uns seit 2015 über die Themen Flüchtlinge und Islam informiert und dabei geholfen, die AfD bundestagsfähig zu machen“, sagte Zimmermann.

Und mal ehrlich: Wo kommt nur dieser Hass her?

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https://augenaufunddurch.net/2018/06/07/wie-unabhaengig-ist-sohr/

Wie unabhängig ist die von westlichen Medien so gern und so oft zitierte „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, auch unter dem Kürzel SOHR bekannt? Der britische Journalist Peter Hitchens hat dazu nun eine sehr interessante Information veröffentlicht.

Hitchens, ein eher konservativer Zeitgenosse, der durch seine eigenwilligen und alles andere als „mainstreamigen“ Kommentare immer wieder für Aufsehen sorgt, berichtete am 13. Mai 2018 in seiner Kolumne in der „Mail on Sunday“, dass sich SOHR auf seiner Website als unabhängig darstelle, wörtlich: „not associated or linked to any political body“.

Wie aber, so fragt Hitchens, ist es mit dieser angeblichen Unabhängigkeit zu vereinbaren, dass das britische Außenministerium SOHR die beachtliche Summe von £194.769,60 zur Verfügung gestellt hat, um das Unternehmen mit „communications equipment and cameras“ auszustatten? Das Foreign Office habe ihm diese Zahl bestätigt, sagt Hitchens, um dann süffisant hinzuzufügen: „That’s quite a lot, isn’t it?“

Link:

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/06/05/die-liste-der-bilderberg-teilnehmer-2018/?nlid=2d235430bd&utm_source=Das+DWN+Telegramm+f%C3%BCr+Abonnenten&utm_campaign=df3a61fcef-RSS_EMAIL_CAMPAIGN&utm_medium=email&utm_term=0_e60fb08c41-df3a61fcef-107401145

Die Liste der Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz ist immer auch ein interessanter Index der politischen Hoffnungsträger. Ein Blick auf die Liste der Teilnehmer von 2017 zeigt, dass es einige Aufsteiger und einige Absteiger gibt. Aus Deutschland waren 2017 sieben Teilnehmer auf der offiziellen Liste, in diesem Jahr sind es nur noch vier. Nicht mehr geschafft haben es Verdi-Chef Frank Bsirske, CDU-Hoffnungsträger Jens Spahn, Carsten Kengeter (Deutsche Börse), Oliver Bäte (Allianz) und Werner Baumann (Bayer). Neu auf der Liste aus Deutschland ist Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Das Programm gibt Aufschlüsse über die politische Agenda der kommenden Jahre.

Die Tagesschau meinte noch bis gestern, dass dieses Thema für das Publikum ohne Relevanz wäre.

Vielleicht überdenkt die Redaktion während des täglichen „Ringens“ um Themenplatzierungen ihre Meinung noch einmal. Sollte Platzmangel der Grund für die Nachrichtenunterdrückung sein, gäbe es mannigfaltige Vorschläge für die Neusortierung von Relevanzkriterien aus Publkumssicht.

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http://www.taz.de/Oeffentlich-Rechtliche-in-Skandinavien/!5507744/

Öffentlich-Rechtliche in Skandinavien: Schweden schafft Rundfunkgebühr ab

Bisher zahlt nur, wer ein TV-Gerät besitzt. Jetzt soll es eine Steuer geben. Die Öffentlich-Rechtlichen fürchten um ihre Unabhängigkeit.

„TV-avgift“, die sich 2018 auf umgerechnet 235 Euro beläuft, soll ab dem 1. Januar 2019 durch eine Public-Service-Steuer ersetzt werden. Die wird ein Prozent des individuellen Einkommens betragen, höchstens aber 1.300 Kronen (ca. 125 Euro). Die Steuer wird fällig, egal, ob man das Public-Service-Angebot persönlich nutzt oder nicht.

Wie genau die Mittel verteilt werden sollen, werde ebenfalls langfristig, nämlich in acht- bis zehnjährigen Lizenzperioden festgelegt. …

Angesichts seiner Budgethoheit stehe es dem Parlament nämlich frei, jährlich zu entscheiden, welcher Teil des Steueraufkommens den Sendern tatsächlich zugute kommen solle. An vorangegangene Beschlüsse könne es nicht zwingend gebunden werden.

http://www.taz.de/Oeffentlich-Rechtliche-in-Skandinavien/!5507744/

Link:

https://www.heise.de/tp/features/Todesgruesse-aus-Moskau-Presserat-weist-Beschwerde-wegen-Spiegel-Cover-vorerst-ab-4068342.html

Der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Michael Haller, der selbst lange für den Spiegel und die Zeit schrieb und der heute als Wissenschaftlicher Direktor dem Europäischen Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung vorsteht, sieht das Vorgehen des Presserats auf Nachfrage kritisch:

“Wir beobachten bei unseren westlichen Medien seit rund 15 Jahren in der Wahrnehmung Putins einen engen Frame. In dieser einseitigen, mitunter verzerrten Sicht gilt die oft pejorative, an Unterstellungen reiche Beschreibung Putins quasi als Normalität. Der Presserat ist Teil des Systems und denkt innerhalb dieses Frames. Darum wird ihm die verzerrte Aussage des fraglichen Covers kaum weiter auffallen. Sprachanalytisch gedacht, bezieht sich die Unterzeile ‚Der Giftanschlag‘ zweifelsfrei auf den Fall Skripal und damit beziehen sich die ‚Todesgrüße aus Moskau‘ eindeutig auf diesen Giftanschlag. Damit wird mit der Gesamtaussage des Titelkomplexes behauptet, dass der Giftanschlag ‚aus Moskau‘ kam.“

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https://www.heise.de/tp/features/Hinter-den-Kulissen-des-politisch-instrumentalisierten-Falls-Magnitsky-4063854.html

Das Magnitsky-Narrativ und das Bild vom Putin-Russland. Was ist so brisant an dem Dokumentarfilm des putinkritischen Filmemachers Andrei Nekrasov?

Finanziert wurde der Film „The Magnitsky Act – Behind the Scenes“ von namhaften Kulturfonds und öffentlich-rechtlichen Sendern, aber dann entwickelte er sich zum politischen Skandal und Förderer kneifen. Im Europaparlament wurde die Vorführung nicht gestattet, wie Piraya Film mitteilt.

„Die erste Filmvorführung sollte am 27. April 2016 im Europäischen Parlament in Brüssel stattfinden. ARTE/ZDF hat die Veranstaltung mitorganisiert, aber kurz vor dem Beginn wurde die Filmvorführung auf Grund der rechtlichen Intervention von Bill Browder und der Grünen-Abgeordnete Marieluise Beck abgesagt. Alle saßen im Plenarsaal und diskutierten über den Film, den sie nicht sehen durften.“

Der nächste Telepolis-Salon „Hinter den Kulissen des Falles Magnitsky“ zeigt den Dokumentarfilm „The Magnitsky Act – Behind the Scenes“ (engl. Original mit deutschen Untertiteln). Als Gäste werden Regisseur Andrei Nekrasov und seine Mitarbeiterin Vetta Kirillova erwartet. Die Veranstaltung findet in der House-Top-Bar im Münchener Lovelace in der Kardinal-Faulhaber-Str. 1 am 13. Juni um 18:30 statt. Eintritt: 5 EUR, ermäßigt 3 EUR

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https://www.nachdenkseiten.de/?p=44227

Ein journalistischer Gau

Der russische Journalist Arkadi Babtschenko ist tot. Der russische Journalist Arkadi Babtschenko ist nicht tot. Der russische Journalist Arkadi Babtschenko ist… ja was eigentlich? Wer sich als Mediennutzer auf die Berichterstattung zum angeblichen Mord an Babtschenko in den vergangenen Tagen verlassen hat, war verlassen. Der Umgang von Journalisten mit dem Fall Babtschenko ist ein Lehrstück, das zeigt: Große, reputierte Medien liefern eine Berichterstattung ab, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Diese Feststellung ist weitreichend. Sie zeigt: Mediennutzer müssen alles, was Medien berichten, kritisch hinterfragen.

Eine Analyse von Marcus Klöckner.

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https://www.nachdenkseiten.de/?p=44210

Wieviel Unsinn und unreflektierte, volksverhetzende Vorurteile und Lügen muss das Publikum ausgerechnet von jenen noch ertragen, die sich stets im Besitz der reinen Wahrheit und Unfehlbarkeit wähnen? Diese Leute treiben uns mit ihrer Agenda in Feindschaft und Krieg. Das muss aufhören!

Es wird Zeit für die Etablierung einer Kontroll- und Qualitätsinstanz, die demokratisch organisiert und fachlich kompetent begleitet wird.

„Es ist nicht das erste Mal, dass der DJV mit offenen antirussischen Ressentiments auffällt. Besonders aggressiv geht der Verband gegen das russische Auslandsmedium RT vor. Diese (laut DJV) „Reporter des Kreml-treuen Propagandakanals RT“ haben auch dann kein Mitgefühl verdient, wenn sie zusammengeschlagen werden. Und das, obwohl der DJV verpflichtet wäre, die Interessen der zum Teil deutschen Mitarbeiter von RT ebenso zu schützen wie jene von „Bild“- oder „Spiegel“-Redakteuren. Auch um Entspannung bemühte Politiker wie Matthias Platzeck werden vom DJV diffamiert wenn sie es wagen, der „Putin treuen Propagandaschleuder RT“ Interviews zu geben. Es ist überraschend, dass nicht noch mehr Journalisten dem hier beschriebenen Beispiel folgen, und einem Verband, der seine Verpflichtung zu Neutralität und Distanz mit Füßen tritt, den Rücken kehren.“

Link:

https://medienblog.hypotheses.org/1435

„Qualität ist messbar, auch im Journalismus – allerdings nicht über Umfragen, in denen es um Glaubwürdigkeit geht. Die Aufregung um solche Studien ist in letzter Zeit groß. „Glaubwürdigkeit der Informationsangebote deutscher Medien deutlich gestiegen“, meldete der WDR Anfang März. 65 Prozent – und damit acht Punkte mehr als 2016 und sogar dreizehn mehr als 2015. …. Was solche Studien messen, ist allerdings ein Artefakt. Ein Kunstprodukt, nach Deutschland gebracht von den US-Amerikanern, die nach 1945 die neue Ordnung legitimieren müssen (Demokratisierung, Re-Education) und dabei Konzepte wie Vertrauen und Glaubwürdigkeit nutzen, die dafür überhaupt nicht geeignet sind. Wer die Menschen fragt, ob sie den Medien glauben oder ihnen gar vertrauen, bekommt das, was er verdient: eine Antwort, die allenfalls die Zufriedenheit mit dem gesellschaftlichen System insgesamt ausdrückt und im Zweifel vor allem denen hilft, die die Studie bezahlen. Glaubwürdigkeit ist keine Eigenschaft von Journalisten, Sendungen oder Medieneinrichtungen, sondern Ergebnis einer Zuschreibung (vgl. Meyen 2004: 234-240). Wir, die Nutzer, lesen einen Text und schätzen dabei ein, was wir davon halten. Wie alle Bewertungen schwankt dieses Urteil: Es hängt vom Kontext ab und von den Kriterien. …“

„Eigentlich waren die Studien zu Vertrauen und Glaubwürdigkeit, zu Wahrheitstreue und Objektivität Mitte der 1990er Jahre tot – kein Wunder nach den desaströsen Ergebnissen (Tabellen 3, 4, vgl. Meyen 2004: 238). 1995 sagte nur noch jeder Fünfte, dass die Medien die Dinge so wiedergeben, „wie sie wirklich sind“. Das ist lange vor Facebook, Fake News und Lückenpresse.

ARD und ZDF haben den Fragebogen damals stillschweigend geändert und in ihrer Langzeitstudie fortan die relative Glaubwürdigkeit auf Gattungsebene untersucht (Fernsehen, Radio, Zeitung, Zeitschrift, Internet). Auf Nummer sicher gehen, sozusagen….“