Nachrichtenunterdrückung im Monat November 2017

Nachrichtenunterdrückung im Monat November 2017

In unseren und auch in den externen Programmbeschwerden, die bei vermuteten Programmverstößen regelmäßig an ARD, ZDF und DLF gesendet werden, wird des Öfteren bemängelt, dass wichtige Kontextinformationen unterschlagen werden, sodass das Publikum Geschehnisse nicht realitätsgetreu einordnen kann.

Auch das komplette Vorenthalten wichtiger, nachrichtenwerter Informationen gibt Anlass für Beschwerden. Über die Gründe der Unterdrückung von Nachrichten möchten wir nicht spekulieren, jedoch bleibt festzuhalten, dass die Rundfunkstaatsverträge die Sender verpflichten, die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen und einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben.

Aus unserer Sicht wurden folgende Informationen in den Haupt-Nachrichtenformaten von ARD und ZDF, wie z.B. Tagesschau um 20 Uhr und heute-Journal um 19 Uhr, im Monat November 2017 unterschlagen oder nicht vollständig wiedergegeben (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Medienschlagzeilen … oder die Kunst des Ablenkens

Zwei Ereignisse haben den deutschsprachigen Medien der letzten […] Wochen – neben den täglichen «Jamaika»-Spekulationen und dem Katalonien-Drama – große Schlagzeilen beschert: der Rücktritt des britischen Verteidigungsministers, weil dieser vor ein paar Jahren eine Journalistin ans Knie gefasst hatte, und die Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts, Geschlechterwünschen jenseits von Mann und Frau so zu entsprechen, dass schon im Geburtenregister, also bei der Geburt, ein anderes Geschlecht als weiblich oder männlich unterstellt werden kann. Das höchste deutsche Gericht hatte das Urteil schon [… Mitte Oktober] gefällt. Da aber bislang niemand darüber berichtet hatte, schob es am 8. November eine Pressemitteilung nach; denn über so etwas muss wohl berichtet werden. Der NATO-Gipfel in Brüssel blieb jedoch völlig unterbelichtet. In der ZDF heute-Sendung wurde kurz mit positiv konnotierten Worten kommentiert: Die NATO vollzieht eine „Zeitenwende“, der Zeitplan für die geplanten neuen Kommandozentren sei „sportlich“ (siehe weiter unten 11.11.2017).

1965 drehte der russische Regisseur Michail Romm einen bis heute sehenswerten Film über den deutschen Nationalsozialismus. Die deutsche Fassung trägt den Titel «Der gewöhnliche Faschismus». Dort wird auch dokumentiert, wie der Rest Europas auf die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler reagiert hat: zum Beispiel mit Medienbeiträgen über die Freizeitaktivitäten der europäischen Königshäuser.

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Publikumskonferenz trifft auf öffentliche Rundfunkanstalt aus der Ukraine

Bildquelle: Goethe-Institut

Erfahrungsaustausch mit lokalen öffentlichen Rundfunkanstalten aus der Ukraine

Das Goethe-Institut Besucherprogramm führte im Auftrag des Auswärtigen Amts eine Informationsreise für eine Gruppe von acht Medienvertretern aus der Ukraine durch, die vom 26.11. bis 2.12.2017 in Deutschland weilten.

Zum Hintergrund: Das Besucherprogramm der Bundesregierung wird vom Auswärtigen Amt verantwortet. Innerhalb der politischen Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung sind diese Informationsaufenthalte von großer Bedeutung. Zweck der Einladung ist die Vermittlung eines authentischen, modernen Deutschlandbildes anhand von Themen, die die ausländischen Gäste beruflich interessieren. Die deutschen Botschaften und Generalkonsulate laden dazu wichtige Persönlichkeiten des Auslands ein. Das Goethe-Institut ist für die Programmplanung, Reisevorbereitung, Terminabsprachen und die Begleitung der Gäste verantwortlich.

Es handelte sich bei den Gästen um Vertreter des in der Ukraine neugegründeten Öffentlichen Rundfunks, der derzeit aus 26 regionalen TV-Anstalten zu 8-9 Clustern fusioniert wird. Der Erfahrungsaustausch mit hiesigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten soll diesen komplexen Fusionsprozess unterstützen.

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Der mediale Rummel um die Paradise-Paper

Bildquelle: Cursor.org
Link zur Programmbeschwerde von F. Klinkhammer und V. Bräutigam

Schaut man genauer auf den medialen Rummel um die Paradise-Paper, dann gewinnt man den Eindruck, als würde da mehr verschleiert als wirklich aufgedeckt. Und ARD-aktuell ist, wie immer, voll dabei mit aufgeblasenen Luftnummern.

Die Paradise Papers sind eine neue Datensammlung, die der SZ zugespielt wurde und circa 13,4 Millionen Dokumente enthält – etwa 1,4 Terabyte. Es handelt sich um Kundenakten von zwei Offshore-Dienstleistern, Appleby und Asiaciti Trust, sowie um die Unternehmensregister von 19 Steueroasen. Hunderte Journalisten – darunter auch Kolleginnen und Kollegen vom „Rechercheverbund von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung“ haben die Paradise Papers weltweit untersucht und inzwischen eine Vielzahl von Fällen publiziert. Fraglos ist das begrüßen.

Auffallend an den Veröffentlichungen bei ARD-aktuell ist aber, dass fast ausschließlich und in sehr populistischer Manier Fälle abgehandelt wurden, die ausländische „Steuervermeider“ betrafen: Bono, die Queen, Hamilton, US-Persönlichkeiten. Natürlich durfte auch ein Bezug zu den bösen Russen nicht fehlen, obwohl mit der üblichen Künstelei (Muster: ein „Beschuldigen“, der in Verbindung zu Russen steht, die einen russischen Oligarchen kennen, den Putin kennt). Entlarvt wurden auch deutsche Steuerschieber, allerdings solche ohne „Namen“ (aus dem Glücksspiel-Milieu, relativ bedeutungslose Banken und Politiker, die ihre Zukunft bereits hinter sich haben, wie der Ex-Ministerpräsident Carstensen aus Kiel oder der pro-russische Watschenmann und Putin-Freund Gerhard Schröder wegen eines fünf Jahre alten Vorfalles). Bei dieser Zusammenstellung für den Pranger wurde ganz offensichtlich äußerst gezielt und manipulstiv ausgewählt, obwohl Georg Mascolo der Vormann des Rechercheverbundes von WDR, NDR und SZ das anders darstellt:

„Wie schon bei den vorherigen Kooperationen haben die beteiligten Journalisten sorgfältig erwogen, welche Daten, welche Fälle, welche Namen aus den Unterlagen publiziert werden sollen. Vieles ist privat und muss deshalb auch privat bleiben. Woran es aber ein öffentliches Interesse gibt, das wird nun auch veröffentlicht.“

Das ist nichts anderes als eine billige Schutzbehauptung, mit der Mascolo sich offensichtlich ein Hintertürchen offen halten will. Es soll zugleich verschleiern, dass andere, viel bedeutendere Steuervermeider geschont werden, die andernfalls genug gesellschaftlichen und politischen Einfluss hätten, dem investigativen Mascolo zu zeigen, wo Bartel den Most holt und ein Journalist den Mund zu halten hat.

Mascolo erklärt nicht, inwiefern an den Vermögensverhältnissen eines Hamilton oder dem Einkommen eines Ex-Kanzlers größeres öffentliches Interesse bestehe als an den Tricksereien deutscher Großkonzerne oder Milliardärsfamilien. Das könnte er auch nicht erklären. Einem Bericht der SZ zufolge tauchten in den Unterlagen unter anderem Vorgänge von Sixt, Deutsche Post, Siemens, Allianz, Bayer und Deutsche Bank auf. Details über die Praktiken dieser Unternehmen zu liefern wird vermieden. An Zufall mögen da allenfalls noch Naive glauben.
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Nachrichtenunterdrückung im Monat Oktober 2017

Nachrichtenunterdrückung im Monat Oktober 2017

In unseren und auch in den externen Programmbeschwerden, die bei vermuteten Programmverstößen regelmäßig an ARD, ZDF und DLF gesendet werden, wird des Öfteren bemängelt, dass wichtige Kontextinformationen unterschlagen werden, sodass das Publikum Geschehnisse nicht realitätsgetreu einordnen kann.

Auch das komplette Vorenthalten wichtiger, nachrichtenwerter Informationen gibt Anlass für Beschwerden. Über die Gründe der Unterdrückung von Nachrichten möchten wir nicht spekulieren, jedoch bleibt festzuhalten, dass die Rundfunkstaatsverträge die Sender verpflichten, die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen und einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben.

Aus unserer Sicht wurden folgende Informationen in den Haupt-Nachrichtenformaten von ARD und ZDF, wie z. B. Tagesschau um 20 Uhr und heute-Journal um 19 Uhr, im Monat Oktober 2017 unterschlagen oder nicht vollständig wiedergegeben (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Noch September/1.Oktober
Russland erfüllt Verpflichtungen aus Chemiewaffenkonvention

Russland hat Mitte September seine Verpflichtung aus der Chemiewaffenkonvention erfüllt und seine letzten Bestände vernichtet. Die Organisation zur Überwachung der Konvention, die OPCW, hat das kontrolliert und bestätigt. Besonders anerkannt wird das von Russland entwickelte „technologisch äußerst anspruchsvolle“ Verfahren der CW-Vernichtung.

Quellen:

https://www.opcw.org/news/article/opcw-deputy-director-general-visits-russia-to-mark-closure-of-kizner-chemical-weapons-destruction-facility/
http://www.n-tv.de/politik/Russland-vernichtet-letzte-Chemiewaffen-article20055698.html
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/09/30/opcw-bestaetigt-russland-hat-seine-chemiewaffen-vollstaendig-vernichtet/?nlid=bb935694fb
https://deutsch.rt.com/newsticker/58191-washington-beginnt-vernichtung-von-us-chemiewaffen-in-panama/29.09.2017
https://de.sputniknews.com/panorama/20170928317626057-usa-chemiewaffen-vernichtung-frist

4.10.2017
Syrien: Russische Luftwaffe versetzt al-Nusra-Führung einen schweren Schlag

Bei einem Luftangriff sind zwölf hochrangige Kämpfer der islamistischen Miliz Fateh al-Scham sowie Dutzende Wachleute getötet worden. Abu Mohammed al-Golani, der Anführer der zuvor als Al-Nusra-Front bekannten Dschihadistengruppe, wurde schwer verletzt.

Quellen:

https://www.heise.de/tp/features/Syrien-Russische-Luftwaffe-versetzt-al-Nusra-Fuehrung-einen-schweren-Schlag-3849780.html
http://tass.com/defense/968792

10.10.2017
Dreitägige JAPCC-Konferenz der NATO zum Thema Abschreckung in Essen

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Sitzfleisch-Journalismus – Die Tagesschau dient den Mächtigen als Propaganda-Instrument

von Friedhelm Klinkhammer, Volker Bräutigam
Fotoquelle: diy13/Shutterstock.com

Aus der Wunderlampe lächelt Antje Pieper ins bundesdeutsche Wohnzimmer. Obwohl sie nur vom ZDF-Politbarometer abliest. Schon recht, wir wissen Bescheid: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Achtung, Ausnahme: Journalistische Querbezüge zwischen Sport, Schulnoten, ausländischen Nationalfarben und inländischem Parteigerangel. Dabei ist alles erlaubt. „Beißen und Genitalien kratzen verboten“, schrieb nur der Ringelnatz vor.

Halt suchend tastest du nach den Armlehnen deines Sessels, während die holde Antje dir die Trümmer verkorkster Sprachbilder um die Ohren drischt:

„Einige der weltbesten Läufer kommen aus Jamaika. Sind auch bei uns die karibischen Farben auf Erfolgskurs? Ob eine Koalition aus Schwarz, Gelb und Grün hierzulande wirklich an den Start geht, müssen die Parteien in den kommenden Sondierungsgesprächen ausloten. Schon vorher steht fest: Die Hürden auf dem Weg nach Jamaika sind hoch.“

Na bitte. Schön locker flockig dahergeredet. Auch wenn dabei die Grätsche in diese abgenützte Metapher so gewaltsam eingesprungen wird, dass alle Logik-Gelenke im Gedankenkörper krachen: Macht doch nix! Hauptsache, du kapierst, was gemeint ist. Und guckst weiter dabei zu, wie der öffentlich-rechtliche Journalismus dich veralbert.

Wundern darfst du dich auch am Ende dieser Sendung nicht, wenn du dich mal wieder nach Absurdistan versetzt fühlst.

„55 Prozent der Befragten fänden eine Regierung aus CDU/CSU, FDP und Grünen gut. […] 27 Prozent dagegen bewerten das Bündnis als schlecht.“

Wer befragte da wen, fragst du dich, und woher haben die Befragten bloß ihre Weisheit? Haben sie ihre Sachkenntnis nachgewiesen? In welcher Form? Auf welche Erfahrungen und Fakten stützt sich ihr Urteil? Sie sind, lässt das ZDF dich wissen, von der „Forschungsgruppe Wahlen“ ausgeguckt worden. Das Institut beruft sich auf sozialwissenschaftlich korrekte Methodik bei seiner Empirie, nicht anders als „infratest dimap“. Genau der Laden, der seine „Demoskopie“ genannte Volksverdummung im Auftrag der ARD betreibt und die Tagesschau mit Zahlenmaterial beliefert.

Klärt das alles?

„In unseren Top Ten der zehn wichtigsten Politiker gibt es in dieser Woche nur einen Gewinner, dafür aber viele Verlierer.“

Nimm sofort die Finger weg vom Sprach-Bonbon „unsere Top Ten der zehn wichtigsten“, ja? Wir bitten dich! Es gibt nichts zu lachen, wenn die Rede von Politprofis ist, deren Namen in den Medien besonders oft genannt und jetzt erneut hervorgehoben werden.
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ARD-aktuell und die konstituierende Bundestagssitzung

Bildquelle: ARD-aktuell

ARD-aktuell und die konstituierende Bundestagssitzung
Programmbeschwerde von Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer.

Es wäre einem Wunder gleichgekommen, wenn der deutsche Rudeljournalismus über die konstituierende Sitzung einmal anders als gewohnt, nämlich kritisch distanziert und sachlich berichtet hätte, statt wie üblich personalisierend und systemfromm bis schleimig. Der nunmehrige Präsident des Bundestags, Schäuble, galt einigen journalistischen Schmieranten gar als „Herzensparlamentarierer“, vom „Präsidenten der guten Worte“ wurde berichtet, von demjenigen, der den „oft beschworenen Willen des Volkes verortet habe“. Barocke Schnörkelei statt kühler Sachlichkeit war angesagt. Dass Parteifreunde und parlamentarische Kollegen derart zeremonielle und hyperdiplomatische Floskeln abließen, war das eine; dass Parlamentsberichterstatter der Medien solche peinlichen Lobhudeleien distanzlos referierten, war das andere.

Der Tagesschau-Beitrag stellte keine Ausnahme davon dar, allenfalls graduell, nicht aber prinzipiell.

Zu Berichtsbeginn gab es zwar einen kurzen und halbwegs sachlichen Überblick über dier Ereignisse im Bundestag. Danach folgte aber gleich der Wechsel in die Schleimspur. „Parlamentarier aus Leidenschaft“ erklang es getragen aus dem Tagesschau-Off, während den Bildschirmhintergrund das Foto eines fröhlichen Schäuble zierte. Fröhlich gings dann weiter, Blumen und Gratulationscour mit einem sich tief verneigenden Cem Özdemir an der Spitze der Gratulanten. Ein kleiner Zwischenfall mit dem Präsidenten-Mikro (der noch ungeübte Schäuble hat den falschen Knopp gedrückt, hahaha), muntere Reaktion des Präsidenten, tosender Beifall im Plenum. Keine Frage, ARD-aktuell gibt es uns unmissverständlich aufs Brötchen: Wen jetzt nicht Sympathie für den neuen Präsidenten packt, der versteht einfach die Pflichtaufgabe der öffentlich-rechtlichen ARD-aktuell nicht, ihr Millionenpublikum über solche Nichtigkeiten ausgiebigst zu informieren.
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Mit zweierlei Maß – Die China-Berichterstattung von ARD-aktuell

Bildquelle: Tagesschau.de

Mit zweierlei Maß – Die China-Berichterstattung von ARD-aktuell

Rückblick: Die VR China hat Syrien ein umfangreiches Programm für den Wiederaufbau des Landes nach dem Krieg angeboten. Geplant ist unter anderem die Einrichtung eines Industrieparks mit Investitionen im Wert von zwei Milliarden US-Dollar; ein Projekt, das in Chinas Pläne für eine „Neue Seidenstraße“ einbezogen werden soll. Mehr als 150 chinesische Firmen sollen an dem Projekt teilnehmen. Die Bedingungen für Chinas Engagement in Syrien gelten nach internationalem Standard als außergewöhnlich günstig und als besonders fair. Obwohl sich die ARD auch im fernen Beijing einen Korrespondenten (NDR) leistet, berichtete ARD-aktuell in seinen sämtlichen Programmangeboten mit keinem Wort über diesen spektakulären Deal.

Ganz anders im Falle vermeintlicher Menschenrechtsverletzungen oder anderer einzigartiger Vergehen, wie Meinungs- und Informationsunterdrückung, Drangsalierung politisch unbequemer Bürger, flächendeckende Überwachung, Verstöße gegen das Post- und Bankgeheimnis, Gewalt gegen Demonstranten oder gar Netzzensur, die im Westen natürlich samt und sonders unbekannt sind.

Der Beitrag „China baut digitale Mauer aus“ ist ein typisches Beispiel für propagandistischen und regierungsnahen Journalismus.
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Die ARD manipuliert die Bundestagswahl

Beitrag von Friedhelm Klinkhammer, Volker Bräutigam
Fotoquelle: SvetaZi/Shutterstock.com

Entscheidend ist, was hinten herauskommt…

Erinnerst du dich an diesen prachtvoll missratenen Satz des einstigen Bundeskanzlers Helmut Kohl? Beeindruckend zeitgeistreich, stimmt‘s? Und so entwaffnend richtig.

Jetzt reg dich bloß nicht darüber auf, dass ARD-aktuell und die anderen Opiumlieferanten des Volkes das Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“ seit jeher als gebotene Maxime betrachten. Es passt doch zu ihnen. Nimm es locker, dass sie beispielsweise fleißig und ausgiebig über die FDP berichten, und zwar schon seit Monaten, obwohl bei den „Liberalen“ vor der Bundestagswahl nichts außer Lindner und warmer Luft stattfand und seither ebenfalls nicht wesentlich mehr. Nun sitzen die trotzdem wieder dicke im Parlament. Die korporierten Medien haben sehr effizient ihren schmierigen Beitrag zur kosmetischen Veränderung unserer Republik geleistet.

Bereits Mitte Januar 2017 haben wir uns über den Rummel beschwert, den ARD-aktuell zugunsten der FDP veranstaltete. Endgültig beschieden hat uns der Rundfunkrat bis heute nicht. Spekulation: Für den Vorgang ist erst 2018 der Zieleinlauf geplant. Gingen dir die ausufernden Benefiznachrichten in Tagesschau und Tagesthemen zugunsten der FDP eigentlich auch so wie uns auf den Wecker? Weil vorherzusehen war, was dabei hinten herauskam?

Die kostenlosen TV-Werbegeschenkkörbe waren, wie erinnerlich, nicht erst nach dem sogenannten „Dreikönigstreffen“ der Liberalen geliefert worden. Das sichtbar zugrundeliegende Motiv des medialen Jubilate: die FDP wieder salonfähig machen und zu „Änschiiis“ Koalitionspartner hochschreiben. Für eine rein schwarz-gelbe Regierung, wenn möglich.

ARD-aktuell trägt die Lakaien-Livree einer regierungsfrommen TV-Redaktion. Sie ist sich des Dienstleistungsauftrags wohl bewusst, den sie zur Herrschaftsabsicherung des neoliberal-konservativen Geldadels zu erfüllen hat. Dessen politisches Funktionspersonal hat seit jeher im Reichstag das Sagen.
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Nawalny und kein Ende

Dass die Nachrichtengebung des deutschen Mainstream – egal ob privat oder öffentlich-rechtlich – erwiesenermaßen immer dann Sympathien für Rechtsbrecher entwickelt, wenn nur das Recht zu Lasten eines „uns“ genehmen Gegners gebrochen wird, sollte in einer demokratisch verfassten Gesellschaft beratende Juristen und/oder Gesellschaftsanalytiker auf den Plan rufen. Wenn einer der Lieblings-Rechtsbrecher diversen Russlandkorrespondenten öffentlich-rechtlicher Anstalten für ihre Berichterstattung seit Jahren als Indikator für angebliche Demokratiemängel in Russland dient, spricht diese Art der Informationpolitik weder für die Achtung des Programmauftrages noch für journalistisch-ethische Sorgfalt. Seit über zwei Jahren beobachten wir nun schon mit wachsender Besorgnis die Glorifitzierung des Antisemiten, Rassisten, Aktivisten der nationalistischen Bewegung Narod (Nationale russische Befreiungsbewegung), Waffennarren und notorischen Provokateurs Nawalny durch beitragsfinanzierte Nachrichtenkanäle.

Nawalny und kein Ende
Link zur Programmbeschwerde

Wieder einmal fällt ARD-aktuell mit antirussischer Hetze vollkommen aus dem Rahmen. Thema auch diesmal, wie so oft, marginale Demonstrationen gegen Präsident Putin, initiiert vom Intimfeind Nawalny, einem verurteilten Straftäter, den sich der Westen als Präsidentschaftskonkurrenten gegen Putin heranpäppeln möchte. Einen konkreten politischen Anlass für die in der Tagesschau umfänglich und mit Filmbeitrag referierten Demos gab es nicht, nur einen persönlichen: den 65. Geburtstag des russischen Präsidenten. Und an Umfang kamen sie auch nicht an die Friedensdemonstrationen in Deutschland heran, die jedoch bei ARD-aktuell keine Beachtung fanden. Chefredakteur Dr. Gniffke bezeichnete diese Friedensdemonstrationen als „Event mit nur regionaler Bedeutung“. Möglicherweise lag für ihn die geopolitische Bedeutung des lokalen Moskauer „Events“ darin, dass nicht auszuschließen ist, dass der Multimilliardär und Pate etlicher „Farben-Revolutionen“. George Soros, auch diesmal den Kern der Demonstranten in Russland finanziell bedachte, es sich bei denen also um „Jubelperser“ handelte. Die hätten demnach höheren Nachrichtenwert als hergelaufene deutsche Friedensfans.

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Nachrichtenunterdrückung im Monat September 2017

Nachrichtenunterdrückung im Monat September 2017

In unseren und auch in den externen Programmbeschwerden, die bei vermuteten Programmverstößen regelmäßig an ARD, ZDF und DLF gesendet werden, wird des Öfteren bemängelt, dass wichtige Kontextinformationen unterschlagen werden, sodass das Publikum Geschehnisse nicht realitätsgetreu einordnen kann.

Auch das komplette Vorenthalten wichtiger, nachrichtenwerter Informationen gibt Anlass für Beschwerden. Über die Gründe der Unterdrückung von Nachrichten möchten wir nicht spekulieren, jedoch bleibt festzuhalten, dass die Rundfunkstaatsverträge die Sender verpflichten, die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen und einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben.

Aus unserer Sicht wurden folgende Informationen in den Haupt-Nachrichtenformaten von ARD und ZDF, wie z. B. Tagesschau um 20 Uhr und heute-Journal um 19 Uhr, im Monat September 2017 unterschlagen oder nicht vollständig wiedergegeben (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Anhaltend
Der Krieg Saudi-Arabiens gegen die eigene Bevölkerung

Saudi-Arabien geht im eigenem Land gewaltsam gegen eine schiitische Minderheit vor. Seit einigen Monaten tobt nun bereits ein Aufstand in der Stadt Awamiya im Herzland der Shia in Ostarabien.

Quellen:
Neue Züricher Zeitung
Publikumskonferenz
Counterpunch

Ende August
Mehrheit der US-Bürger ist laut Umfrage bereit, andere Länder mit Atomwaffen anzugreifen

60% der US-Bürger würden laut einer Umfrage einen atomaren Angriff auf den Iran unterstützen und dabei 2 Millionen tote Iraner (zwangsläufig hauptsächlich Zivilisten) akzeptieren, wenn damit 20.000 US-Soldaten das Leben „gerettet“ werden könnte.

Quellen:
Mitpressjournals
Theantimedia

01.09.2017
Korrupte Think-Tanks: Vereinigte Arabische Emirate kaufen sich in die US-Außenpolitik ein

Wie geleakte Dokumente zeigen, werden US-Denkfabriken wiederum von finanziellen Zuwendungen ausländischer Regierungen beeinflusst – in diesem Fall von den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Quelle und weiterführende Links:
RTdeutsch

05.09.2017
Belagerung von Deir-ez-Zor durchbrochen

Syrische Streitkräfte haben die Belagerung der ostsyrischen Stadt Deir-ez-Zor durch den IS durchbrochen. Es wurden große Teile von Deir-ez-Zor befreit und zur Versorgung der befreiten Zivilbevölkerung humanitäre Hilfslieferungen gestartet. Am 5. September ist es den vereinten Kräften Syriens und Russlands gelungen, den Belagerungsring zu durchbrechen und die Stadt an der Durchgangsstraße zum Irak vom IS weitgehend zu befreien. Dieser Sieg ist nach der Befreiung Aleppos der bedeutendste Erfolg Syriens und Russlands im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und zugleich von erheblicher geostrategischer Bedeutung.

Quelle und weiterführende Links:
Publikumskonferenz

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