Programmbeschwerde gegen Weltspiegelbeitrag zum Maidan/Ukraine

Programmbeschwerde: Weltspiegel vom 17.02.2019 zum Thema Ukraine

http://mediathek.daserste.de/Weltspiegel/Ukraine-Die-Karpaten-f%C3%BCnf-Jahre-nach-de/Video?bcastId=329478&documentId=60357308

Wir erheben Programmbeschwerde gegen den Beitrag „Ukraine: Die Karpaten fünf Jahre nach dem Majdan“ aus der Weltspiegel-Sendung vom 17. Februar 2019, wegen Desinformation und fortgesetzter narrativer Interpretation zeitgeschichtlicher Ereignisse.

In Ihrer Anmoderation zur beanstandeten Sendung behauptet Frau Amiri, dass beim Versuch der brutalen Niederschlagung der Proteste über 80 Menschen ums Leben gekommen waren – AUCH von Scharfschützen der Spezialeinheit Berkut erschossen.

Das ist eine Falschbehauptung: Auch fünf Jahre nach dem Massaker auf dem Maidan wurde bislang niemand wegen Tötungsverbrechen an Demonstranten und Polizisten verurteilt. Die wahllosen Exekutionen von Polizisten und Demonstranten durch „Scharfschützen“ begannen am frühen Morgen des 20.02.2014 aus dem Hinterhalt vom Musikkonservatorium und vom Hotel Ukraina aus und zwar nur wenige Stunden nach einer Waffenstillstandsvereinbarung, die Präsident Janukowitsch und die Maidanführer der Opposition unterzeichnet hatten. Den meisten Maidankämpfern wurde in den Rücken geschossen.

Siehe: Interview mit dem Maidanforscher Ivan Katchanovski https://www.rubikon.news/artikel/sabotierte-untersuchungen und Monitor-Beitrag „Neue Hinweise auf Maidan-Schützen“

Zur Erinnerung: Mitarbeiter des ZDF konnten die Scharfschützen in ihrem Hotelzimmer aus nächster Nähe begutachten, unterließen es aber in Folge die Geschehnisse journalistisch sauber aufzuarbeiten. Über die Gründe hierfür darf spekuliert werden.

Quellen:
https://www.facebook.com/ivan.katchanovski/videos/vb.100000596862745/989716864391533
https://www.heise.de/tp/features/Friendly-Fire-in-Kiew-3378429.html

Birgit Virnichs Bericht führt den Zuschauer in die Karpaten. Ganze Busladungen von Demonstranten seien damals von dort nach Kiew zu den Protesten gegen Korruption und soziale Ungerechtigkeit gefahren. Roman, einer der Protagonisten des Beitrages, macht sich an einer martialisch ausgestatteten lebensgroßen Puppe zu schaffen, welche die Kleidungs- und Ausrüstungsstücke seines Bruders Oleg trägt. Atemmaske (gegen das Tränengas der Berkut*), Holzknüppel, Sturmhaube, Stahlhelm, Brustschutz, Tarnfleck. In dieser Kleidung starb er. Oleg sei auf dem Maidan dabei gewesen, bis ihn ein Scharfschütze erschoss.

*Gegen das Tränengas der Berkut?

Scharfschützen schossen auf Demonstranten, der Kampf um eine bessere Zukunft schien verloren, so Virnich. Doch dann kamen Menschen aus dem ganzen Land und stellten sich hinter die Demonstranten, erzählte Virnich hoffnungsfroh und die Filmaufnahmen zeigten Menschen ausgerechnet beim Abfüllen von Molotov-Cocktails und beim Sammeln größerer Wurfgeschosse.

Birgit Virnich insinuiert, das nur „Demonstranten“ Opfer der Scharfschützen wurden und vergisst die zahlreichen getöteten und verletzten Polizisten, nicht zuletzt Jene, die grausam durch Molotov-Cocktails in Brand gesetzt wurden.

Die oppositionelle Maidanbewegung war paramilitärisch in Hundertschaften gegliedert und ging mit äußerster Brutalität vor, wie zahlreiche Videos beweisen. Ultra-Fußballfans, Rechter Sektor und Anhänger der rechtsextremen Swoboda-Partei radikalisierten die Proteste zusätzlich. Organisiert waren diese Gewalttäter in Hooligangruppen, im paramilitärischen Bündnis „Rechter Sektor“, das sich in den ersten Tagen auf dem Maidan gründete, und in der nationalistischen Oppositionspartei Swoboda, mit ihrer Kampfeinheit „C 14″.

Dass deutsche Medien, allen voran die ARD, mit ihren kompromisslos tendenziös berichtenden Korrespondenten den bewaffneten, gewalttätigen rechten Mob verharmlosend als „Demonstranten“ verbrämte, verstörte bereits 2014 viele Zuschauer und führte zu einem bis dato beispiellosen Aufstand des Publikums gegen diese Art Berichterstattung. Viel Vertrauen wurde durch die erkennbar parteiische Berichterstattung zerstört, aber die „alten“ Protagonisten scheinen daraus nichts gelernt zu haben.

So auch Frau Virnich, die in ihrem Beitrag behauptete:

Der Zusammenhalt sei groß gewesen und die Regierung habe zurücktreten müssen.

Hier verwechselt Frau Virnich etwas. Bereits am 28. Januar 2014 erklärten Ministerpräsident Mykola Asarow und die gesamte ukrainische Regierung ihren Rücktritt. Janukowytsch flüchtete am 21.02.2014 und wurde aufgrund seiner Flucht vom Parlament am 22. Februar 2014 illegitim für abgesetzt erklärt, das höchste Gericht des Landes ebenso illegal aufgelöst und auf den früheren Ministerpräsidenten Asarow ein Mordanschlag verübt.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Euromaidan#16._Januar_2014_bis_Mitte_Februar_2014
http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-faktencheck-putin-und-der-legitime-praesident-a-957238.html

Frau Virnicht führt weiter aus: Roman und seine Familie werden erst zur Ruhe kommen, wenn die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Ihre Klage zieht sich bis heute hin. Auch nach fünf Jahren seien die Verbrechen auf dem Maidan nicht aufgeklärt worden, so Roman.

Frau Virnich hätte Roman und seiner Familie sagen können, aus welchen Gründen die Täter vom Maidan nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnten: Entscheidende kriminaltechnische Beweise für das Massaker am 20. Februar 2014 verschwanden plötzlich. Dazu gehörten Schilde und Helme getöteter und verwundeter Demonstranten, sowie Kugeln, die den Körpern der Demonstranten und Polizisten entnommen und in Bäumen, Blumenkästen und im Boden sichergestellt wurden. Selbst Bäume mit Kugeln und Einschusslöchern wurden kurzerhand gefällt, um Rekonstruktionen zu verhindern. Es verschwanden Aufnahmen von Live-Online-Streams und anderen Videos, welche die Schüsse auf die Polizei am frühen Morgen des 20. Februar 2014 belegen konnten,  sowie von Überwachungskameras vom Hotel Ukraina, der Bank Arkada und anderen vom Maidan kontrollierten Gebäuden zu der Zeit, als sich dort Scharfschützen befanden.

Quelle und weiterführende Links, Videos und Bilder:
https://www.rubikon.news/artikel/sabotierte-untersuchungen

Ein Ballistik-Bericht der Staatsanwaltschaft hatte bereits im Januar 2015 ergeben, dass nicht ein einziges Projektil, das aus getöteten Demonstranten entfernt wurde, mit Kugel-Proben von Berkut-Kalaschnikows übereinstimmte. Diese Analyse wurde mithilfe eines computergestützten Systems zur automatisierten Schusswaffenidentifizierung (IBIS) erstellt und im Gerichtsprozess veröffentlicht, erklärt er. Doch die ukrainische Regierung und parteiische Medien ignorierten den Report.

Quelle:
https://www.heise.de/tp/features/Woher-kamen-die-Todesschuesse-3630949.html?seite=all

Der Maidankämpfer Ivan Bubentschik gestand in Interviews 2015 und 2016, dass er am Morgen des 20. Februar 2014 mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr zwei Berkut-Kommandeure vom Musikkonservatorium aus erschossen und viele weitere Polizisten verwundet hatte. Wegen einer Generalamnestie für Maidankämpfer wird er jedoch nicht strafrechtlich dafür verfolgt. Bubentschik kommandiert heute das Bataillon Zakhid-2, das aus Mitgliedern des Rechten Sektors gebildet wurde.

Quellen:
https://www.heise.de/tp/features/Maidan-Ich-schoss-ihnen-ins-Genick-3378569.html

Protagonist Roman, der Bruder des toten Maidankämpfers Oleg, behauptete zu guter Letzt, dass man Fotos habe, auf denen man sehen könne, dass die Scharfschützen russische Waffen hatten und russische Militäruniformen trugen.

Frau Virnich hat diese Fotos bestimmt gesehen, eventuell kopiert oder anderweitig gesichert, denn diese Beweise wären für die noch immer im Dunkeln tappende ukrainische Generalstaatsanwaltschaft von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Der Generalstaatsanwalt Viktor Schokin äußerte sich 2016 gegenüber der BBC noch folgendermaßen:

„Wir haben keine russische Spur. Die Materialien, die wir jetzt haben, machen es unmöglich, einen solchen Schluss zu ziehen. Nicht, weil wir diesen Schluss nicht ziehen wollten, sondern weil es keine Grundlage dafür gibt.“

Quelle:
https://www.bbc.com/ukrainian/politics/2015/11/151030_anniversary_maidan_revolution_sd

Vielleicht war diese gänzlich neue Unbekannte in der Causa Maidan am Ende des Beitrages aber nur die Überleitung zur Abmoderation, in der Frau Amiri wiederum faktenfrei und ohne Belege behauptet:

„Bis heute kommt die Ukraine nicht zur Ruhe, AUCH weil die Regierung von Wladimir Putin in Moskau das nicht will. Nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim führt Russland auch heute noch Krieg im Osten der Ukraine.“

Reportagen von Frau Virnich zeigen selten das ganze Bild. In der beanstandeten Sendung machte Frau Virnich zwar den Versuch, die trotz Regierungswechsel noch immer grassierende Korruption in der Ukraine anzuprangern, schaffte es aber wiederholt nicht, die wahren Ursachen dafür zu benennen, obwohl diese einer langjährigen Korrespondentin bekannt sein dürften.

Zur Erinnerung, bereits im Oktober 2014, anlässlich einer Abstimmung zum Gesetz gegen Korruption, „übersah“ Frau Virnich in ihrem Bericht aus Kiew Wesentliches und unterlies es, das Publikum über brisante Entwicklungen zu unterrichten. Fünf Jahre danach hat sich weder die Situation in der Ukraine noch der Zustand in den Redaktionsstuben der ARD zum Positiven geändert.

Wir argumentierten bereits damals, dass Auslandskorrespondenten, die kein Gespür für Relevanz und Dimension von Ereignissen aufbringen, insbesondere für den an brisanten europapolitischen Entwicklungen interessierten Beitragszahler nicht von Nutzen sind. Warum im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, welches Kraft eindeutigen gesetzlichen Informationsauftrages, nach fünf Jahren Forschung, Recherchen und hinreichend Primärquellen zum Maidan, noch immer eine unverfrorene Fehl- und Lückenberichterstattung stattfindet, wird wohl ein redaktionelles Geheimnis bleiben.

4 Programmauftrag

(2) Der WDR hat in seinen Angeboten einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben.

(6) Die Nachrichtengebung muss allgemein, unabhängig und sachlich sein. Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Inhalt, Herkunft und Wahrheit zu prüfen.

Diese Verpflichtung zur Wahrheit beinhaltet auch die Pflicht, vollständige Informationen zu geben, d.h. nichts wegzulassen, was wichtig ist (Flechsig in: HahnNesting, Beck’scher Kommentar zum Rundfunkrecht, München 2012, § 10 RStV Rdnr 56/57).

Link zur Beschwerde

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Was geschieht tatsächlich in Venezuela?

Hände weg von Venezuela!

Was geschieht tatsächlich in Venezuela?

Beitrag von Harri Grünberg, AG Cuba Si, Parteivorstand Die Linke

Verschiedene Friedensorganisationen bringen es auf den Punkt, manche Linke hingegen sind desorientiert oder verweigern die Solidarität mit Venezuela. Sie fallen auf die Fake News der orchestrierten bürgerlichen Journaille herein. Worum geht es in Venezuela:

Die USA, die EU und viele europäische Staaten versuchen mit allen Mitteln, in Venezuela einen Regimewechsel durchzusetzen. Putsch- und Mordversuche, Destabilisierung, Sanktionen, Desinformation, Manipulation sozialer Medien, Unterstützung paramilitärischer Organisationen haben bisher nicht vermocht, die venezolanische Regierung zu stürzen (Bremer Friedensforum).

Es geht nicht um Demokratie, sondern um Rohstoffe, und die Linksregierung soll beseitigt werden, weil die einen eigenständigen Entwicklungsweg beschreitet, der sich auf die Zusammenarbeit mit Russland, China, Indien und vielen anderen blockfreien Staaten stützt. Venezuela erfährt jedoch auch Solidarität aus dem globalen Süden. Das Instrument der Zuspitzung soll die vermeintliche „Humanitäre Krise“ sein.

Welches „Verbrechen“ haben die venezolanischen Regierungen unter Chávez und Maduro begangen? Sie haben versucht, die Lebenssituation der armen Bevölkerung zu verbessern. Sie haben versucht, einen Teil des Reichtums des Landes der Bevölkerung zu Gute kommen zu lassen. Die Oligarchie in Venezuela, zwanzig Familien, die sich seit Jahrhunderten Reichtum und Macht im Land teilen, hat begriffen, dass den Armen nur geben kann, wer den Reichen nimmt (Bremer Friedensforum). Das soll wieder verändert werden, und zwar mit Gewalt.

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Das ARD-Manual – Wie man die Leute für dumm verkauft

Dr. Gniffkes Macht um acht

Wie man die Leute für dumm verkauft
Die ARD-Manager ließen sich anleiten, die Selbstdarstellung ihres Vereins zu schniegeln – und nicht etwa das Programm.

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Die schiere Selbstachtung hätte die ARD-Oberen davon Abstand nehmen lassen müssen, aber nein: Ihr anscheinend doch nicht ganz sauberes Gewissen wegen des häufig miesen Programmangebots diktierte ihren Beschluss. Ein Strategiepapier fürs Schönreden musste her. Sie gaben es bei einem Beratungsinstitut in Auftrag. Sie, Repräsentanten des Ersten Deutschen Fernsehens, wollten sich sprachlich aufrüsten lassen für ihren Krieg um die politische Deutungshoheit im Lande. Sie bekamen ein ausgefeiltes Manual. Es rät ihnen dazu, den abgrundtief verlogenen Anspruch „Die ARD ist der verlängerte Arm des Bürgers“ in die Köpfe ihres Publikums zu dengeln. (1) So lange und so nachdrücklich, dass viele bedauernswerte Leute das tatsächlich immer noch glauben.

Die ARD sieht sich mit wachsender Kritik und zunehmendem Ansehensverlust konfrontiert. An die Substanz geht das zwar noch längst nicht, aber es schmerzt. Das Publikum lässt sich nicht mehr alles bieten und reagiert auf bestimmte Programmangebote und -defizite lauter und gereizter. Beispielsweise lässt sich sein begründeter Vorwurf der illegitimen Meinungsmache, der transatlantisch genormten Nachrichtenmanipulation, der antirussischen Hetze, der Regierungshörigkeit und der auch sprachlich-formal grottenschlechten Berichterstattung nicht einfach wegwischen. (2) Doch statt sich Mittel und Wege zu einer deutlichen Verbesserung der Programmqualität zu überlegen, fanden die ARD-Herrschaften es angeraten, sich zwecks sprachlich schönerer Außendarstellung ihres Ladens professionelle Anleitung zu kaufen.

Der Gedanke dabei: Veränderte, edlere Verpackung täuscht auch höherwertigen Inhalt vor, obwohl der gleich bleibt. Ein klassischer Verkaufstrick. So lassen sich mit dem Müll das ARD-Ansehen und der Umsatz steigern. Statt also – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – eigenes Gehirnschmalz auszubraten, ließen sich die ARD-Manager das Haupthaar toupieren. Das Eine hätte dem Programm vielleicht gedient. Das Andere soll Eindruck schinden.

Die Manager beauftragten das in Berlin ansässige „Berkeley International Framing Institute“, die sprachlichen Benimm-Regeln zusammenstellen. Dessen Leiterin, Elisabeth Wehling, ist promovierte Linguistin (3), ihre Spezialität und besondere Eignung für diesen Auftrag kommen im Titel ihres Hauptwerks klar zum Ausdruck: „Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht.“ (4)

Frau Wehling im Gespräch mit Anja Reschke vom NDR:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Sprache-und-Ressentiment-haengen-zusammen,zapp11596.html Weiterlesen ›

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Schweinejournalismus übers „Tierwohl-Label“

Dr. Gniffkes Macht um acht

Bildquelle: https://fachinfo-schwein.de/schweineproduktion

Schweinejournalismus übers „Tierwohl-Label“

ARD-aktuell macht Reklame für die Bauernlobby und deren Handpuppe, die Landwirtschaftsministerin Klöckner

 Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Wieder einmal hat es eine pure Zirkusnummer in die Hauptnachrichtensendung des Ersten Deutschen Fernsehens geschafft:  Die Tagesschau berichtete über eine Pressekonferenz, auf der Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ihr Reklameprojekt „Tierwohl-Label“ vorstellte. (1) Das Siegel soll angeblich dazu beitragen, die unsägliche Quälerei in der Massentierhaltung zu reduzieren. Natürlich nur ein bisschen und auf Freiwilligkeit beruhend. Dementsprechend war auch die Tagesschau-Berichterstattung nur ein bisschen informativ. Für den denkenden Verbraucher ein ebenso alberner Täuschungsversuch wie Klöckners dummdreiste Zumutung.

Das Thema Tierschutz kam in jüngerer Zeit wiederholt in den Nachrichtensendungen vor. Offenkundig nehmen Interesse und Sensibilität dafür in der Bevölkerung zu. Wortlaut des neuesten Tagesschau-Beitrags:

„Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner will mit einer Freiwilligen-Initiative die Haltung von Tieren in der Landwirtschaft verbessern. Dazu stellte sie heute ein staatliches Tierwohl-Label vor. Mit ihm soll Fleisch gekennzeichnet werden, bei dem die Tiere besser gehalten werden, als der gesetzliche Mindeststandard vorsieht. (1)

Sehen wir vom miesen Nachrichtenagentur-Deutsch mal ab – „Fleisch, bei dem die Tiere besser gehalten werden“! – , entscheidender ist, worauf das Ganze hinausläuft:

Klöckner hofft, dass Verbraucher bereit sind, hierfür mehr zu zahlen (ebd).

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Untergehen mit Mann und Maas – Per Völkerrechtsbruch soll Venezuela „demokratisiert“ werden

Dr. Gniffkes Macht um acht

Untergehen mit Mann und Maas
Per Völkerrechtsbruch soll Venezuela „demokratisiert“ werden / Große Nebelwerfer und kleine Lichter bei ARD-aktuell

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Die AgitProp-Bastler der ARD-aktuell haben zum Thema „Machtkampf in Venezuela“ bereits soviel Pfusch geliefert, dass ein Ziel ihrer Meinungsmache weitgehend verfehlt wird: darüber hinwegzutäuschen, dass die USA in Caracas putschen lassen. Washingtons Vasallen in Lateinamerika – und in der Europäischen Union – unterstützen die repressive Einmischung. Der Völkerrechtsbruch ist evident, aber die Nachrichtenschreiber vermeiden peinlichst, darüber gründlich zu informieren. Der Propagandakrieg des Westens zielt nicht nur darauf ab, diesen oder jenen Präsidenten, Maduro oder Putin, Xi oder Kim, als das personifizierte Böse darzustellen. Absicht ist, dass am Ende niemand mehr irgendeinem irgendetwas glaubt. Eine Gesellschaft der Orientierungslosen ist einfacher beherrschbar.

Ähnlich, wie Kriege nicht mehr für den Sieg einer Nation über eine andere geführt werden, sondern zwecks Chaotisierens einer ganzen Region, die dann von der internationalen Kapitalelite hemmungslos ausbeutet wird, geht es im AgitProp-Krieg um die Zerstörung von Wertvorstellungen und Wertmaßstäben. Der Rechtsnihilismus wird zur Normalität erhoben, Orientierungslosigkeit zum Regelfall. Am Ende kann beispielsweise die Tagesschau schamfrei einen Regierungssprecher in Berlin mit der Bemerkung zitieren, er wisse nichts Genaueres von Verfassung und Wahlsystem Venezuelas, aber Maduro müsse zurücktreten und Neuwahlen ausschreiben, weil seine Präsidentschaft nicht legal sei. Der Sprecher muss nicht fürchten, dass die Journaille ihn und seinen Dienstherrn dafür öffentlich zur Schnecke macht.

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Zu Gast bei KenFM: GEZ – Was bekommt der Kunde für die Zwangsabgabe?

Beitrag von Maren Müller

Am 19.01.2019 hatte ich die Gelegenheit zu Gast im Talk „Zur Sache“ bei KenFM in Berlin zu sein. Noch von der Partie war Sabine Schiffer vom Institut für Medienverantwortung und Olaf Kretschmann, der gerade mit seiner Initiative „rundfunk-frei“ ziemlich für Furore sorgt. Sowohl das professionelle Team von KenFM, als auch die Atmosphäre im Studio mit überaus freundlichem (Zufalls-) Publikum und einem – wie immer – perfekt vorbereiteten Moderator machten das Ganze zu einem echten Erlebnis.

Ich möchte meine Anmerkungen zum Projekt „Rundfunkfrei“ von Olaf Kretschmann noch etwas präzisieren, da ich in der Sendung leider die richtigen Worte nicht gefunden habe.

Das Projekt ist optisch und inhaltlich hochprofessionell, klug durchdacht und sympathisch begründet. Insbesondere die Vielzahl der Protagonisten mit bürgerlichem und intellektuellem Background erstaunt. Hat uns doch der Mainstream jahrelang in Bild und Ton vermittelt (und dabei auch schon mal aktiv nachgeholfen), dass nur Spinner und „Reichsbürger“ die „GEZ“ kritisieren. Die Rundfunk-Volksentscheide werden nicht nur den Beitragszwang aufs Trapez heben, sondern auch dringend benötigte Diskursräume eröffnen, was beim derzeitigen Zustand unserer Gesellschaft durchaus überfällig ist.

Denn, würde der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch nur annähernd seine gesetzlichen Pflichten erfüllen, dann hätten wir keine sinkende Wahlbeteiligung, weniger prekäre Arbeitsverhältnisse, bessere Renten, keine Zustimmung für Kriege und imperiales Gebaren und mehr Solidarität innerhalb unserer Gesellschaft. Generell sehe ich daher die ausschließliche Fokussierung auf den Zwangsbeitrag sehr kritisch. Mit den öffentlich-rechtlichen Anstalten haben die anspruchsberechtigten Bürger ein Pfund in der Hand, welches für den Zusammenhalt der demokratischen Gesellschaft nicht zu unterschätzen ist.

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Neonazis und Breitmaulfrösche gibt´s in Kiew nicht

Bildquelle: Bundestagsradar

Dr. Gniffkes Macht um acht

Neonazis und Breitmaulfrösche gibt´s in Kiew nicht
ARD-aktuell berichtet nicht über das Scheitern der ukrainischen Staatsführung und die Machtergreifung von Oligarchen und Faschisten

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Seit dem Maidan-Putsch hat ARD-aktuell über die Ukraine meist nur dann berichtet, wenn sich zugleich anbot, gegen Russland zu polemisieren und zu hetzen. Über die desaströsen Zustände, die schiere Not der Bevölkerung, die krasse Korruption, das Versagen der Justiz sowie die Raffgier und Macht der vom Westen gepäppelten Oligarchen schwiegen sich Tagesschau & Co. hingegen weitgehend aus. Meldungen über die mörderischen Umtriebe der Neonazis und ihren beherrschenden Einfluss auf Parlament und Regierung sind vollends tabu. Umfassende Nachrichten darüber halten nur die bewussten Medien im Internet bereit. Noch greift erst eine Minderheit regelmäßig darauf zu.

Unmittelbar nach dem Putsch hatten unsere öffentlich-rechtlichen Medien – nach eigenen Angaben! – Materialien des transatlantischen Propaganda-Instituts der “Open Society Foundations” (1) des US-Milliardärs Soros genutzt und dort abrufbare Texte dem deutschen Publikum als „objektive und unabhängige Nachrichten” untergejubelt. (2) Deren propagandistischer Kern: “Behauptungen einer rechtsradikalen Gefahr in der Ukraine sind reine russische Propaganda“. Motto: “Der Russe ist immer schuld” …

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