Ausgezeichnete Anklage: Was Gazas Kinder-Köpfe erzählen
Eine preisgekrönte Recherche enthüllt erschreckende Muster von Israels Kriegsführung in Gaza. Doch Deutschlands Medien schweigen sich aus. Warum?
Am 3. Juni wurde in Lissabon der Europäische Pressepreis 2026 verliehen, das paneuropäische Äquivalent zum Pulitzer-Preis. In der Kategorie „Herausragende Berichterstattung“ gewann die Recherche „What the Wounds Are Telling Us“ (deutsch: Was die Wunden uns erzählen) der niederländischen Journalisten Maud Effting und Willem Feenstra, erstmalig erschienen am 13. September 2025 in der Zeitung De Volkskrant.
Ihr zentraler Befund: Schusswunden an Kopf und Brust von 114 minderjährigen, palästinensischen Kindern deuten auf systematisch gezielte Tötungen durch israelische Kräfte hin, sie können kein Zufall sein.
Der deutsche Blätterwald schweigt, sowohl zur Recherche, zur Preisverleihung als auch zu den gen Israel gerichteten Vorwürfen aller Art – mit Ausnahme von dezidiert linken Tageszeitungen berichtete kein größeres deutsches Qualitätsmedium auch nur eine Silbe. […]
Somit hat die deutsche Stille Gründe wie System. Auch international griff lediglich die türkische Nachrichtenagentur Anadolu die Preisverleihung auf. Das ist kein Versehen, sondern politisch gewollte Nicht-Berichterstattung.
