Fünf Polit-Talkshows, hunderte Gäste und unzählige Stunden Debatte – doch die permanente politische Gesprächsproduktion ist lediglich die Simulation demokratischer Meinungsbildung. Ein Plädoyer für eine ungewöhnliche Programmreform. […] Wer in diesen Runden Platz nimmt, gehört bereits zum „gesellschaftlichen Konsens“ oder hat zumindest bewiesen, dass er ihn nicht ernsthaft gefährdet. In der Regel ist der gute Mitdiskutant nicht zu unbequem, nicht zu randständig oder, im Zweifelsfall, gut eingerahmt von rhetorisch versierten Wohlmeinenden der Mitte. Der gelegentlich geladene Andersdenkende erfüllt dabei eine präzise Funktion: Er darf die These formulieren, die dann von drei Seiten gleichzeitig widerlegt wird, woraufhin der/die Moderator/in zusammenfasst und zum …

Ein fröhlicher Reformvorschlag für telegenes Schweigen Weiterlesen »

Ein Witz über Femizide in der Sendung „Nuhr XXL“ hat öffentliche Empörung ausgelöst. Nun hat sich Ulrike Demmer in der Rundfunkratssitzung zu dem Fall geäußert. […] 325 Beschwerden seien beim RBB zu diesem Thema derzeit in Prüfung, so Demmer, davon habe man 244 bislang als förmliche Programmbeschwerden eingestuft. Auch über andere Wege hätten den Sender zahlreiche weitere Zuschriften erreicht. […] „Wir hören die Kritik, wir verstehen die Kritik und wir nehmen sie sehr ernst“, sagte Demmer und fügte dann hinzu: „Aber in Satire-Formaten gilt es, die künstlerische Freiheit zu achten. Vor dem Hintergrund der Kunstfreiheit darf Dieter Nuhr provozierend und …

RBB-Intendantin stellt sich vor Dieter Nuhr: „Satire genießt einen sehr weiten Schutz“ Weiterlesen »

Die Landesregierung warnte vor der rechten Zeitung „Junge Freiheit“. Die drohte mit Klage – nun hat das Justizministerium eine Auflistung vermeintlich gefährlicher rechter Medien erst mal abgeschaltet. Die Landesregierung stelle „konservative und liberale Medien sowie deren Leserschaft an den Pranger“, kritisierte die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ in der vergangenen Woche in einem Artikel. Um ein Abrutschen in die rechtsextreme Szene zu verhindern, warnt die vom Land finanzierte „Aussteigerhilfe Rechts“ in einem Glossar vor bestimmten Emojis, Symbolen oder Abkürzungen, die als rechtsextreme Codes gelten – und vor 37 Medien, „die in rechten Personenkreisen Anklang finden“. Eines davon: die „Junge Freiheit“. Die …

Angriff auf die Pressefreiheit – Ministerium schaltet „Medien-Pranger“ ab Weiterlesen »

Die geplante Umwandlung des Radiosenders „COSMO“ könnte gegen das WDR-Gesetz verstoßen. Laut einem Gutachten erfüllt der Sender mit dem neuen Programm „1Live Street“ möglicherweise nicht mehr die Vorgaben für sein interkulturelles Programm. Das Gutachten des Medienrechtlers Gersdorf, das er im Auftrag der Organisation „Neue deutsche Medienmacher*innen“ erstellt hat, sieht vor allem die Neuausrichtung auf eine sehr eng definierte Zielgruppe kritisch. Laut WDR soll sich 1Live Street an eine „junge, kulturell diverse, urban orientierte Zielgruppe“ richten und sich „schwerpunktmäßig mit der Musikrichtung Hiphop“ befassen. Das sei problematisch, weil der Gesetzgeber der Anstalt mit seiner Vorgabe an den Sender, sich „vor allem …

Gutachten: Umwandlung von „COSMO“ verstößt möglicherweise gegen WDR-Gesetz Weiterlesen »

Auf dem internationalen Treffen der Faktenchecker-Organisationen GlobalFact 2026 beklagte die Szene einen rückläufigen Geldzufluss und zunehmenden politischen Gegenwind. Die Folge ist, dass deutlich mehr dieser halboffiziellen Wahrheitskontrolleure dicht machen als neue hinzukommen. Die jährlichen Konferenzen werden von der Organisation International Fact Checking Network (IFCN) aus den USA organisiert. Dieses Jahr fand sie am 18 Juni in Vilnius, Litauen, statt. Gegenüber dem bisher höchsten Wert im Jahr 2024 von 464 ist die Anzahl der aktiven Faktencheckerorganisationen weltweit bis Mitte 2026 um 27 oder 6% auf 437 zurückgegangen. Drei Viertel beklagten nach einer Umfrage des IFCN eine prekäre oder krisenhafte Finanzlage, die …

Faktencheckerbranche im Niedergang Weiterlesen »

Sachsen-Anhalts Medienminister Rainer Robra fordert neue Krimis vom MDR. https://www.turi2.de/aktuell/sachsen-anhalts-medienminister-rainer-robra-fordert-neue-krimis-vom-mdr/ Robra: Fortsetzung von „Polizeiruf 110“ wäre „wichtiges Signal“ Der MDR hat im Mai mitgeteilt, dass er die Produktion neuer Folgen für den „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg und den „Tatort“ aus Dresden aus Spargründen für drei Jahre aussetzen wird. Nun kommt in Sachsen-Anhalt Widerspruch aus der Staatskanzlei. […] Wie die Staatskanzlei in Magdeburg am Donnerstag mitteilte, schließt sich Robra dem Appell der Oberbürgermeister von Magdeburg und Dresden an, den „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg und den „Tatort“ aus Dresden fortzuführen. „Auch die Menschen in Mitteldeutschland finanzieren das Erste mit ihren Rundfunkbeiträgen“, erklärte …

Zwangspause für „Tatort“ und „Polizeiruf 110“: Stadtchefs aus Dresden und Magdeburg schreiben offenen Brief an den MDR Weiterlesen »

Noch nie hat ein WM-Gastgeber so schamlos in das sportliche Geschehen eingegriffen wie die USA. In Irans Team beklagt man fehlende Fairness. „Die WM ist eine Desaster“, sagte Mehdi Taremi, der Kapitän der iranischen Nationalmannschaft nach dem 1:1-Unentschieden im letzten Spiel der Gruppe G gegen Ägypten. „Ein Desaster“, wiederholte er noch einmal. Und dann ließ er seinen Gedanken freien Lauf und zählte auf, wie mit seinem Team vor und während des Turniers umgegangen worden ist. Sein Vorwurf: „Die Fifa hätte alle Probleme lösen müssen, das ist ihr leider von Anfang an nicht gelungen.“ Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, …

Verzerrter Wettbewerb: Nach dem WM-Aus Irans Weiterlesen »