Öffentlich-Rechtliche: Götterdämmerung der Arroganz im Norden

Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gärt es. Immer mehr Journalisten melden politische Missstände. Ein besonders krasser Fall erschüttert den NDR.

Die Einsicht im Sender hat nach Ansicht der Kritiker noch nicht das Ausmaß erreicht, das notwendig wäre. Ähnlich wie beim RBB entsteht der Eindruck, Fehler werden nur eingeräumt, wenn es nicht mehr anders geht. Piraten-Politiker Breyer: „Es ist bestürzend, mit welcher Hartnäckigkeit die falsche Entscheidung bis zum heutigen Tag verteidigt wird.“ Für Breyer „ist der NDR-Skandal der größere Skandal als die Veruntreuung von Geldern“: „Bei Schlesinger ging es um das Fehlverhalten einer Person. Hier geht es um die politisch motivierte Einflussnahme auf die Berichterstattung.“ Er hoffe, dass der Rundfunkrat seine Verantwortung wahrnimmt. Es sei überfällig, dass Konsequenzen gezogen werden. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei gebührenfinanziert und müsse genau deshalb „unabhängig berichten“. Breyer: „Als tendenziöse Propagandaabteilung der Regierung verliert er seine Existenzberechtigung.“