Die ÖR Sender brauchen mehr als charakterfeste Intendanten
Die Sender brauchen mehr als charakterfeste Intendanten
Vertrauenskrise beim NDR, Vetternwirtschaft an der RBB-Spitze, schwierige Intendantensuche – Medienexperten fordern, dass Öffentlich-Rechtliche auf ihr Publikum zugehen sollen. …
Nun hat Sachsen-Anhalts Medienminister Rainer Robra (CDU) im „Zeit“-Gespräch neue Machtverhältnisse an der Spitze der ARD-Sender geforderte: „Die Intendanten sind zu machtvoll. Dieses monokratische ,Alles schaut auf den Intendanten´ bei uns ist nicht mehr zeitgemäß“. Wir bräuchten in den Sendern stattdessen einen ans Aktienrecht angelehnten Vorstand, in dem die Macht verteilt ist.“ Der Schweizer Rundfunk hat das bereits.
Die zutage getretenen Missstände beim RBB seien „systembedingt“, kritisiert Robra. Das System setze an seiner Spitze charakterlich sehr starke Persönlichkeiten voraus, weil es Versuchungen schafft, die man nicht schaffen sollte. …
Die Öffentlich-Rechtlichen müssen nach Ansicht von Fachleuten viel stärker den Dialog mit dem Publikum suchen. Bei einer Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung zu „Öffentlich-rechtliche Medien: Grundpfeiler einer demokratischen Gesellschaft“ sagte Jürgen Betz von der Historischen Kommission der ARD, die Öffentlich-Rechtlichen, seien wertvoller denn je, müssten aber mehr daraus machen. Die Menschen müssten in einer komplexen Welt stärker mitgenommen, es müsse mehr erklärt werden.
Der rheinland-pfälzischen Staatssekretärin Heike Raab, die Koordinatorin der Rundfunkkommission der Länder ist, fehlen Kanäle der Diskussion zwischen Öffentlich-Rechtlichen und Bevölkerung. Kritik aus dem Publikum müsse ernst genommen werden.
CDU-Minister will ARD-Intendanten entmachten
Sachsen-Anhalts Medienminister Rainer Robra stellt sich öffentlich-rechtliche Sender mit einem ans Aktienrecht angelehnten Vorstand anstelle eines Intendanten vor. Damit die Akzeptanz „nicht gegen null“ gehe, müssten Reformen her. … „Wir brauchen in den Sendern stattdessen einen ans Aktienrecht angelehnten Vorstand, in dem die Macht verteilt ist. Der Schweizer Rundfunk hat das bereits“, schlägt Robra vor. Letztlich seien auch die Missstände innerhalb des RBB „systembedingt“, wie es der Medienminister nannte. „Das System setzt an seiner Spitze charakterlich sehr starke Persönlichkeiten voraus, weil es Versuchungen schafft, die man nicht schaffen sollte“, behauptet Robra, der allgemein als eher ARD-kritisch gilt.
https://www.dwdl.de/nachrichten/89464/cduminister_will_ardintendanten_entmachten/
