MDR-Intendant warnt AfD vor hohen Kosten bei Staatsvertrags-Ausstieg

MDR-Intendant Ralf Ludwig sieht erhebliche Kosten und rechtliche Probleme, sollte Sachsen-Anhalt unter einer AfD-geführten Landesregierung aus medienrechtlichen Staatsverträgen aussteigen. Eine verfassungskonforme Alternative müsse das Land dann allein finanzieren. […]

Der MDR-Intendant betonte, dass ein Ausstieg Sachsen-Anhalts aus dem MDR nur dann möglich sei, wenn die Regierung eine verfassungskonforme Alternative vorweisen kann. „Das ist abgeleitet aus der Rundfunkfreiheit im Grundgesetz, und es ist untersetzt durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts“, sagte Ludwig. Sollte eine Kündigung erfolgen, werde der MDR dagegen juristisch vorgehen, kündigte er erneut an. […]

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund deutete auf MZ-Anfrage an, dass Teile des MDR fortbestehen könnten. „In welchem Umfang die bestehenden Strukturen des MDR auf dem Gebiet des Landes Sachsen-Anhalt – finanziert durch Zwangsbeiträge auch aus Sachsen-Anhalt – in den neuen Grundfunk übergehen können, wird geprüft“, sagte Siegmund. […]

Umfragen hätten gezeigt, dass 73 Prozent der Menschen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt dem MDR vertrauen, so Ludwig. „Da ist es ein Widerspruch in sich, dass so viele Menschen eine Partei wählen wollen, die uns abschaffen will.“

https://medien.epd.de/article/5076

Hinweis I: Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Die Umfragen sind nicht repräsentativ. Der MDR ist kein entscheidendes Kriterium, nach dem man sein Wahlverhakten ausrichtet.

Hinweis II: In Westdeutschland geben 58 Prozent der Befragten an, in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk großes oder sehr großes Vertrauen zu haben. In Ostdeutschland überwiegt die Skepsis. Hier sagen 41 Prozent, dass sie den Öffentlich-Rechtlichen vertrauen. 54 Prozent tun das nach eigenen Angaben nicht.

https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/medien-glaubwuerdigkeit-100.html

Anmerkung: Dass der MDR in derartige Panik verfällt, ist mit Logik nicht zu begründen. Statt dessen wird hier aktiv in den heißen Wahlkampf eingegriffen und ausgerechnet das Stamm-Klientel bedient, welches die AfD sowieso nicht wählen würde.

Der harte Kern der Mediennutzer, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausschließlich über klassisch-analoge bzw. rein lineare Wege ohne jede Internetanbindung konsumieren, ist vor allem in der Generation 70+ zu finden und fällt im Audiobereich (UKW) mit gut einem Viertel der Hörerschaft deutlich größer aus als beim Fernsehen. [1, 2] Untersuchungen zur Medienforschung der agma zeigen, dass die Wählerstruktur der CDU stark mit klassischen Informationsmedien korreliert: Die CDU (Union) wird hauptsächlich von älteren Menschen ab 60 Jahren, insbesondere in der Altersgruppe der über 70-Jährigen, gewählt. Bei der Bundestagswahl erzielte die Partei bei den Wählern ab 70 Jahren mit über 33 % ihr mit Abstand stärkstes Ergebnis, während sie bei den 18- bis 24-Jährigen lediglich rund 13 % der Stimmen erhielt. Angesichts des demografischen Wandels in Deutschland besitzen die älteren Wählergruppen ein enormes politisches Gewicht: Die Generation 60plus stellte bereits bei den letzten Wahlen über 40 % aller Wahlberechtigten. Es gilt die Faustformel: Je älter die Wählergruppe, desto höher ist der Stimmenanteil für die CDU. [1, 2, 3]