SRG-Ombudsstelle: So viele Beanstandungen wie noch nie
Die unabhängige Schlichtungsstelle der SRG Deutschschweiz verzeichnete 2025 einen Rekord von 1408 Beanstandungen. Der markante Anstieg ist auf gezielte Kampagnen in sozialen Medien zurückzuführen, die zu organisierten Massenbeanstandungen führten. […]
513 Beanstandungen richteten sich gegen die Satiresendung «Late Night Switzerland» vom 13. April 2025, die von der Ombudsstelle unterstützt wurde. Eine «Impact»-Reportage vom 24. September 2025 über die Zürcher Tantra-Schule «Bodywerk Center» wurde 138 Mal beanstandet und in zwei Kritikpunkten unterstützt. Insgesamt wurden 9,9 Prozent der Fälle ganz oder teilweise unterstützt, gegenüber 8,7 Prozent im Vorjahr, heisst es in einer Mitteilung.
Knapp ein Viertel aller Beanstandungen entfiel auf den Nahost-Konflikt. […]
Die Zahl der Beanstandungen gegen Online- und Social-Media-Beiträge stieg von 40 im Vorjahr auf 154 Fälle. Die Ombudsstelle weist auf vermeidbare problematische Titel hin, die durch starke Verkürzungen komplexer Sachverhalte entstehen können. Überraschend stark im Fokus standen 2025 Kultursendungen, beanstandet wurden historische Ungenauigkeiten, die Auswahl von Expertinnen und Experten sowie der Umgang mit Archivmaterial.
https://www.persoenlich.com/medien/so-viele-beanstandungen-wie-noch-nie-1
Hinweis: Die Einwohnerzahlen berücksichtigt, würde das in Deutschland ca. 12.600 Programmbeschwerden entsprechen.
Hinweis II: Im Jahr 2024 ist die Zahl der offiziellen Programmbeschwerden gegen ARD, ZDF und das Deutschlandradio stark gestiegen. Die Sender und ihre Rundfunkräte, die sie beaufsichtigen, haben rund 60 Prozent mehr davon registriert. Insgesamt waren es 1.129, die Räte haben fünf davon stattgegeben.
Der Anstieg geht vor allem auf konzertierte Massenbeschwerden zurück, die über das Portal rundfunkalarm.de kamen. Auf diesem Weg gingen bei ARD und ZDF im vergangenen Jahr rund 48.000 Beschwerden ein. Die waren aber hauptsächlich an die Sender selbst gerichtet und konnten dort wie Hörerpost beantwortet werden.
Die Zahl der Beschwerden bei den Rundfunkräten, die offizielle Verfahren einleiten können mit ggf. stärkeren Konsequenzen für die Sender, ist dagegen nur leicht gestiegen.
