MDR warnt vor eigener Abschaffung durch AfD
Die AfD will den MDR-Staatsvertrag kündigen. Der Sender warnt kurz vor der Wahl vor den Folgen. Zahlreiche Fragen dieser Zeitung beantwortet er nicht. […]
Seit Montag macht der Sender sowohl im Programm als auch auf seiner Internetseite darauf aufmerksam, was nach einer Kündigung des MDR-Staatsvertrags fehlen könnte.
Im Hörfunk ließ der MDR nach den Nachrichten zunächst mehrere Sekunden Stille laufen. Anschließend wurden die Hörer darauf hingewiesen, dass es künftig so klingen könnte, sollte Sachsen-Anhalt aus dem MDR ausscheiden. Auch auf der Sachsen-Anhalt-Seite des Senders ist die Aktion kaum zu übersehen. Dort wurden selbst Beiträge ohne Bezug zur Wahl oder zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk zeitweise mit einer schwarzen Kachel und der Aufschrift „Kein MDR mehr in Sachsen-Anhalt?“ versehen. Das betraf etwa einen Beitrag über einen Magdeburger Schokoladensommelier oder die geplatzte Ansiedlung eines Unternehmens in Barleben.
Wer die Aktion beschlossen hat, nach welchen Kriterien Beiträge dafür ausgewählt werden und wie der MDR den Eindruck bewertet, damit selbst Einfluss auf den laufenden Wahlkampf zu nehmen, ließ der Sender auf Anfrage dieser Zeitung offen. […]
Zuvor hatte der MDR die Aktion mit Reaktionen aus dem Publikum begründet. Vielen Menschen seien die Auswirkungen einer möglichen Kündigung des MDR-Staatsvertrags nicht bewusst. Deshalb habe sich der Sender dazu entschlossen, „an ausgewählten Stellen im MDR-Programm für Sachsen-Anhalt sachlich informierend darauf hinzuweisen und publizistisch einzuordnen“. Dazu gehöre, aufzuzeigen, „was fehlen würde“, wenn es die Angebote des Senders in Sachsen-Anhalt nicht mehr gäbe.
https://www.berliner-zeitung.de/article/mdr-afd-staatsvertrag-sachsen-anhalt-10324741
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