Nutzung ist nicht gleich Vertrauen: Warum junge Menschen Medien anders bewerten

– und weshalb die Bruchlinie politisch verläuft. Der Vertrauensverlust junger Menschen in Medien ist kein TikTok-Problem. Er ist ein Systemproblem.

Wer die Zukunft der Medien verstehen will, muss deshalb genauer hinsehen. Denn die verbreitete Erzählung – junge Menschen hätten sich von Qualitätsjournalismus abgewandt und würden nun blind sozialen Plattformen vertrauen – greift zu kurz.

Zwar folgen nur 15 Prozent der 18- bis 29-Jährigen Nachrichten „die ganze Zeit“ oder „meistens“ – bei den über 65-Jährigen sind es 62 Prozent. Gleichzeitig geben 76 Prozent der jungen Erwachsenen an, zumindest manchmal Nachrichten über soziale Medien zu beziehen. Bei den Älteren sind es nur 28 Prozent.

Die Zahlen stammen aus mehreren aktuellen Studien: dem Reuters Institute Digital News Report 2025, der deutschen Teilstudie des Leibniz-Instituts für Medienforschung und einer Untersuchung von Pew Research. Sie alle zeichnen ein ähnliches Bild: Junge Menschen folgen Nachrichten seltener als alle anderen Altersgruppen – nutzen aber ausgerechnet jene Plattformen am stärksten, denen sie selbst am wenigsten vertrauen.

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