„Expertencanceln“, elitäre Zirkel – aber auch überzogenes Misstrauen: Was ein „Tagesschau“-Insider erzählt

„Expertencanceln“, elitäre Zirkel – aber auch überzogenes Misstrauen: Was ein „Tagesschau“-Insider erzählt

Sag mir, wie hältst du es mit …. der „Tagesschau“? Gerade die 20-Uhr-Ausgabe der ARD-Nachrichten ist noch immer ein TV-Fixpunkt. 40,5 Prozent Marktanteil zur Primetime ermittelte der NDR für das Jahr 2024. Aber die Antwort auf die eigentlich harmlose Eingangsfrage kann mittlerweile ein Politikum sein. Es gibt Stimmen, die das öffentlich-rechtliche Newsflaggschiff für politisch gefärbt halten. […]

Dennoch: „Aus einzelnen Fehlern wird oft etwas konstruiert und eine ‚Systemfrage‘ gestellt. Da heißt es dann, müsste man gleich den ganzen öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschalten“, sagt Teske. „Das sehe ich nicht so. Auch, weil eine Frage immer lautet: Was kommt danach oder stattdessen?“

https://www.fr.de/panorama/expertencanceln-aber-auch-ueberzogenes-misstrauen-ein-tagesschau-insider-berichtet-zr-93526408.html

Es erstaunt mich nicht, wenn viele Gebührenzahler im Osten den Eindruck haben, es werde auf sie herabgeschaut, sofern man sie überhaupt zur Kenntnis nehme. Ich sehe das bei meinem Vater. Er hatte irgendwann den Eindruck, die ‚Tagesschau‘ blende bestimmte Sachen aus und berichte meist auf Regierungslinie. Ihn erinnert das an die Propaganda, die er aus DDR-Zeiten kennt. Ich finde diesen Vergleich übertrieben, auch wenn ich vieles kritisiere

https://www.nzz.ch/feuilleton/ex-tagesschau-redaktor-alexander-teske-inside-tagesschau-haltungsjournalismus-aktivismus-corona-migration-ard-ld.1866083

„Elitär, unausgewogen, aktivistisch“: Ehemaliger ARD-Mitarbeiter veröffentlicht Insider-Bericht über die Tagesschau

Sechs Jahre lang hat Alexander Teske für die Tagesschau gearbeitet, nun veröffentlicht er 300 Seiten Kritik. Der Sender prüft rechtliche Schritte und geht der öffentlichen Diskussion mal wieder aus dem Weg.

https://www.tagesspiegel.de/kultur/elitar-unausgewogen-aktivistisch-ehemaliger-ard-mitarbeiter-veroffentlicht-insider-bericht-uber-die-tagesschau-13061929.html

Der NDR hat nach Erscheinen des Buches am 20. Januar folgende Stellungnahme veröffentlicht, die hier im ganzen Wortlaut dokumentiert ist:

„Die im Buch erhobenen Vorwürfe gegenüber ARD-aktuell und der ARD sind einseitig und beruhen auf den subjektiven Erinnerungen eines einzelnen, ehemaligen Mitarbeiters. Alexander Teske war von Anfang 2018 bis Ende 2023 bei ARD-aktuell befristet beschäftigt.

Er hatte sich 2022 ohne Erfolg um eine ausgeschriebene unbefristete Stelle beworben. Seine Klage gegen die Entscheidung wurde vom Arbeitsgericht Hamburg vollumfänglich abgewiesen. Teske schildert im Buch seine persönliche Sichtweise und gibt persönliche Bewertungen wieder. Die Positionen der ARD, von ARD-aktuell und den im Buch dargestellten Mitarbeitenden zu seinen Schilderungen wurden von ihm nicht angefragt und sind entsprechend nicht abgebildet. Eine Einladung der Chefredaktion zur internen Diskussion zu seinem Buch ließ Teske unbeantwortet. Das Buch wird derzeit auf mögliche Rechtsverletzungen geprüft. Über Themen wird bei ARD-aktuell in Redaktionskonferenzen entschieden, im Zusammenspiel mehrerer Teams. Redaktionelle Entscheidungen sind das Ergebnis von vorherigen Diskussionen.

Die Redaktion von ARD-aktuell arbeitet unabhängig. Insgesamt arbeiten bei ARDaktuell mehr als 300 Mitarbeitende für tagesschau, tagesthemen, tagesschau24, tagesschau.de und das Social Media Team der tagesschau. Interne Feedbackrunden, in denen die eigene Arbeit hinterfragt wird, sind fester Bestandteil des Redaktionsalltags.“

https://www.welt.de/kultur/medien/plus255177442/Insider-Bericht-zur-Tagesschau-Das-Protokoll-einer-Desillusionierung.html

Hinweis I: Eine erfolglose Klage um die Bewerbung auf „eine ausgeschriebene unbefristete Stelle“ sagt nichts über den Wahrheitsgehalt des Buches aus. Dies trifft auch darauf zu, vor Veröffentlichung ein Gespräch mit der Chefredaktion zu führen.

Hinweis  II: Kürzer wurden die Probleme der Redaktion im NDR Klimabericht (2023) beschrieben. 

Aus unterschiedlichen Gründen knirscht es in den Redaktionen. Das Klima ist wenig freundlich. „Die Stimmung bei ARD-aktuell war noch nie so schlecht. Die Kluft zwischen der Chefredaktion und dem gesamten Rest der Redaktion ist gewaltig.“ […]

– Hoher Anspruch an Qualität und Perfektion, wenig Fehlertoleranz

– Ausweitung der Angebote und Schichten, neue Teams sind noch nicht eingespielt

– Viele neue Angebote, viele tagesaktuelle Brennpunktthemen, hohes Arbeitsaufkommen

– Ringen um neue Dienstpläne offenbart Kräftemessen mit der Chefredaktion:

– Wechselnde Chefredakteure, wenig langfristige Konstanz in der Führung:

– Botschaften der Chefredakteure kommen nicht an, es gibt kaum Verständigung:

– Generationenkonflikte sowie respektloser Umgang zwischen Kolleg*innen

Klimaanalyse Norddeutscher Rundfunk, S. 50 f.

https://www.ndr.de/der_ndr/unternehmen/klimabericht120.pdf