Iran: Propaganda statt Analyse – Die Anstalt zwischen Profit, Propaganda und Pro-Imperialismus
Satire trifft Iran-Krieg – doch Die Anstalt lieferte zuletzt Propaganda statt Analyse. Die Leerstellen der Sendung lassen aufhorchen. Eine Replik.
Am 18. März widmete sich die Satiresendung Die Anstalt unter dem Titel „Das Iran-Dilemma: Zwischen Profit, Protest und Prinzipien“ der aktuellen Weltlage.
Die Folge ist sehenswert – leider vor allem jedoch als Lehrstück dafür, wie sich die Apologetik deutscher Iran-Politik selbst reproduziert. Wer wissen will, wie Stimmungsmache funktioniert, findet hier ein Anschauungsbeispiel. […]
Eine große Stärke der Anstalt war ihre Fähigkeit zur historischen Einordnung. Zwar erfahren wir einiges – nicht alles – über die deutsch-iranischen Beziehungen, dafür allerdings nichts über die seit 2001 stattfindenden Kriege in der Region: Afghanistan, Irak, Syrien, Jemen, Libyen, Palästina. Wer hat diese Kriege geführt, finanziert, beeinflusst? Wie haben sie sich auf die iranische Innenpolitik ausgewirkt?
Und vor allem: Wie ist die islamische Republik überhaupt entstanden? Dass es für die verhängnisvolle Geschichte der US-Interventionen im Nahen Osten in dieser monothematischen Sendung kein Platz mehr gewesen sein soll, erscheint kaum plausibel. Warum sonst aber sollte man diesen wichtigen Kontext ausblenden?
