Miosga und NDR: Ulmens Anwalt: „Das Fernsehgericht tagt“

Bei Caren Miosga treten Collien Fernandes, die gegen ihren Ex Christian Ulmen schwere Vorwürfe erhebt, und Justizministerin Stefanie Hubig auf. Ulmens Anwalt hält das angesichts laufender Ermittlungen für „eklatant rechtswidrig“. Miosgas Redaktion widerspricht vehement.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/ulmens-anwalt-das-fernsehgericht-tagt-accg-200682565.html

Caren Miosga lädt weiteren Gast in Fernandes-Talk ein: Ulmens Anwalt ist es nicht

Christian Ulmens Anwalt kritisiert den NDR für die einseitige Gästeauswahl bei „Caren Miosga“. Jetzt gibt es ein Update bei der Besetzung – und die Kritik wird noch lauter. […]

Via FAZ hat sich auch Christian Ulmens Anwalt zu Wort gemeldet. Christian Schertz zeigte sich dem Bericht zufolge erstaunt, dass Moderatorin Miosga und der NDR in einem laufenden Rechtsverfahren ausschließlich eine Seite zu Wort kommen ließen. „Das Fernsehgericht tagt mit der höchsten Vertreterin der Justiz in Deutschland und der Anzeigenerstatterin“, sagte Schertz auf Anfrage der Zeitung. „Und das bei einem gerade erst eingeleiteten Ermittlungsverfahren gegen einen Beschuldigten.“ Schon das sei „eklatant rechtsstaatswidrig“. […]

Das gelte auch mit Blick auf die Programmgrundsätze des NDR und den NDR-Staatsvertrag. Nur eine Seite bei laufenden staatsanwaltlichen Ermittlungen einzuladen, sei nicht akzeptabel.

Schertz sagte laut dem Bericht, er habe angeboten, in die Sendung zu kommen. „Dies wurde jedoch abgelehnt. Die Runde stehe schon fest.“ […]

Dass die Runde indes durchaus noch nicht feststeht, zeigte sich am Sonntagnachmittag auf den offiziellen Social-Media-Kanälen des Miosga-Talks. Dort wurde nur wenige Stunden vor der Live-Sendung ein Update zur Gästebesetzung verkündet.

Doch wer nun glaubt, dass Christian Ulmens Anwalt noch dazu geholt wurde, irrt. Neben Hubig, Fernandes und Steinke kommt stattdessen Theresia Crone ins Studio in Berlin-Adlershof.

https://www.berliner-zeitung.de/panorama/caren-miosga-laedt-weiteren-gast-in-fernandes-talk-ulmens-anwalt-ist-es-nicht-li.10027474

Die Sendung solle „vor allem ein gesellschaftspolitisches Thema von erheblicher öffentlicher Relevanz behandeln – die Schutzlücken im deutschen Recht bei digitaler Gewalt gegen Frauen“. Dabei nehme man „einen öffentlich bekannten Fall zum Ausgangspunkt“.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/ulmens-anwalt-das-fernsehgericht-tagt-accg-200682565.html

Von wegen „Fernsehgericht“: Statt eines medialen Tribunals zieht Caren Miosgas Sendung mit Collien Fernandes und der Justizministerin eine saubere Trennung zwischen ihrem Einzelfall und der politischen Dimension. […]

„Digitale Gewalt – wie können Frauen besser geschützt werden?“, fragte Miosga am Sonntagabend Ihre Gäste. Die Sendung ist klug aufgebaut. Erst spricht Fernandes allein mit Miosga über ihren konkreten Fall, anschließend folgt mit Justizministerin Stefanie Hubig, der Jurastudentin und Aktivistin Theresia Crone und dem Journalist Ronen Steinke die politische Dimension – ohne Fernandes.  Schon deshalb läuft der vorab erhobene Vorwurf eines möglichen „Fernsehgerichts“ ins Leere. Fernandes schildert ihren Fall und sitzt zu keinem Zeitpunkt mit Hubig am gleichen Tisch. […]

So bleibt diese Sendung bei dem, was sie zeigen will: bei der konkreten, schwer erträglichen Schilderung dessen, was unter dem Namen von Collien Fernandes verschickt wurde, und bei der politischen Bestandsaufnahme danach. Sie zeigt, wo das Recht nicht reicht, wo Behörden versagen und wo Politik das Thema lieber umlenkt, statt es ernst zu nehmen.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/talkshow/fernandes-bei-miosga-digitale-vergewaltigung-und-kritik-an-merz-200683904.html