MDR will Programm und Personal reduzieren

MDR will Programm und Personal reduzieren

Auf den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) kommen in den nächsten Jahren mehrere Einschnitte zu. Der neue Intendant des öffentlich-rechtlichen Senders, Ralf Ludwig, kündigte am Donnerstag im Magdeburger Landtag Einsparungen bei Personal und Finanzen sowie beim Programm an.

Bereits im kommenden Jahr werde der Haushalt um 13 Millionen Euro abgesenkt werden. Einsparungen werde es an allen Standorten geben, sagte Ludwig. Das Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt sei beispielsweise mit Kürzungen von einer Million Euro betroffen. Bis Ende kommenden Jahres werden laut Ludwig die noch vorhandenen Gewinnrücklagen komplett aufgebraucht sein. Ab 2025 sind nach seinen Angaben weitere Einsparungen von mindestens 40 Millionen Euro vorgesehen. Damit sei auch ein Personalabbau verbunden.

Dies gelte trotz der Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), den Rundfunkbeitrag ab 2025 um 58 Cent pro Monat anzuheben. Ludwig kündigte an, die Vorgaben der KEF „rigoros“ umzusetzen. Demnach müssen alle Rundfunkanstalten jährlich 0,5 Prozent aller besetzten Stellen abbauen. Beim MDR seien dies etwa zehn Stellen. Über diese Vorgabe gehe man bereits in diesem Jahr hinaus und wolle pro Jahr mindestens 15 Stellen streichen, sagte der MDR-Intendant. Bis 2028 würden rund 270 Festangestellte aus Altersgründen ausscheiden, zudem ebenso viele freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
(Epd)

Die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet nun unter Berufung auf Aussagen von MDR-Intendant Ralf Ludwig in einer Enquetekommission des sachsen-anhaltischen Landtags von erheblichen Kürzungen im Unterhaltungsprogramm, das vom MDR kommt. „Wir werden Unterhaltung nicht mehr auf diesem Niveau machen können, wie wir es bisher gemacht haben.“ Konkret auf die Silbereisen-Shows bezogen, sprach Ludwig von einer Hoffnung, dass man es 2024 noch einmal hinbekomme, „weil es uns wichtig ist.“ […]

Doch ab 2025 wackeln die Formate offenkundig. Für die Zukunft werde es „auf diesem Niveau nicht mehr gehen“, stellte der MDR-Intendant klar. Zudem seien auch Streichungen von Stellen beim MDR geplant, sowohl bei freien Mitarbeitenden wie auch bei festen. Gerne würde man den Prozess sozialverträglich gestalten, aber „das können wir nicht mehr, leider“, erklärte der MDR-Intendant. Wegfallen könnte auf Sicht auch der MDR-Standort Halle. Ludwig appellierte nämlich an die Politik, die festgeschriebene Zahl an Standorten zu reduzieren. In jedem Bundesland ein Standort wäre auch eine „gute Perspektive“.

https://www.dwdl.de/nachrichten/95830/mdrintendant_stellt_silbereisenshows_im_ersten_infrage/