Preis der AfD-Medienpolitik: Kein Sachsen-Anhalt mehr statt anderem Sachsen-Anhalt

Zum 1. Januar 2029 könnte Sachsen-Anhalt jedoch aus dem MDR ausscheiden. Sachsen und Thüringen könnten die Anstalt zu zweit fortführen. Der MDR müsste dann nicht mehr aus und für Sachsen-Anhalt senden.

Die Folgen träfen mithin genau jene Region, deren Wähler sich vom angeblich linksgrünen Mediensystem vernachlässigt fühlen. „Sachsen-Anhalt heute“, das Landesradio und die regionale Online-Berichterstattung verlören ihre Grundlage. Korrespondentenstellen, Produktionsaufträge und journalistische Arbeitsplätze könnten verschwinden. Berlin, Hamburg oder München würden deswegen nicht weniger vorkommen. Magdeburg, Stendal, Dessau, Zeitz und der ländliche Raum aber schon. Natürlich blieben private Zeitungen, Radiosender, soziale Netzwerke und überregionale Programme. Aber private Anbieter folgen Reichweite und Erlösen. Wo Bevölkerung schrumpft, Werbemärkte schwach sind und Lokalredaktionen seit Jahren ausgedünnt werden, entsteht nicht automatisch ein neuer publizistischer Wettbewerb, nur weil der öffentlich-rechtliche Anbieter geht. Es entsteht zunächst eine Lücke. Und die ließe sich besonders leicht mit den eigenen Kanälen einer Regierung und den reichweitenstarken Empörungsmaschinen der Plattformen füllen. Vollständig abschaffen könnte die AfD den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aber nicht. Das Grundgesetz verpflichtet die Länder zu einem funktionsfähigen, staatsfernen, vielfältigen und angemessen finanzierten Angebot. Ihren Wählern hat die AfD dennoch die Abschaffung des Rundfunkbeitrags versprochen. An seine Stelle soll ein „Grundfunk“ treten, ergänzt um freiwillige Abonnements etwa für Sport und Unterhaltung. Finanziert werden könnte das Grundangebot aus dem Landeshaushalt oder durch Werbung. Wie daraus ein staatsfernes, verfassungskonformes und ausreichend finanziertes Angebot entstehen soll, lässt das Programm offen und bleibt somit das Grundfunk-Rätsel. Vielleicht ist das aber gar nicht der entscheidende Punkt. Die AfD verspricht ihren Wähler*innen, ihnen durch die Kündigung mediale Bevormundung zu ersparen. Tatsächlich könnte sie ihnen vor allem mediale Sichtbarkeit nehmen. Aus dem Protest dagegen, angeblich falsch dargestellt zu werden, würde das Risiko, überhaupt nicht mehr dargestellt zu werden. Ein bemerkenswert hoher Preis, der dann gezahlt würde.

https://www.dwdl.de/meinungen/107811/die_mit_dem_grundfunk_tatort_und_macrons_grossem_kino/

Hinweis:

Mehr Eigenverantwortung für den Mitteldeutschen Rundfunk

Der Mitteldeutsche Rundfunk braucht eine moderne, effiziente Struktur. Während Millionen an Beitragsgeldern in Immobilien, festgeschriebene Standorte, Doppelstrukturen und Verwaltung fließen, fehlt es an echter Nähe zu den Menschen in der Region. Der MDR muss dort berichten, wo die Menschen sind und wo er gebraucht wird. Er muss eigenverantwortlich die Standorte bestimmen!

Wir setzen uns für mehr Eigenverantwortung des MDR ein. Er soll selbst über die Standorte entscheiden, denn er weiß am besten, wie man die Verwaltung, Produktion, Redaktion und Technik am richtigen Standort einsetzt. Nur so kann ein effizienter und wirtschaftlicher Betrieb sichergestellt werden – denn die Vorgaben von vor über drei Jahrzehnten sind überholt. Versorgungsverträge für Angehörige des öffentlichen Rundfunks sind auf Rechtmäßigkeit und Sittenwidrigkeit zu prüfen! Sollte eine unrechtmäßige, eklatante Überversorgung festgestellt werden, werden die Bezüge gekürzt oder gestrichen!

AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt