Rente: Die Demografie ist nicht Deutschlands größtes Problem
Der verlinkte Artikel setzt sich mit der „demographischen Begründung“ für die anstehende Rentenreform auseinander. Er endet mit der Feststellung: „Solange es jedoch gelingt, die demografische Alterung für die Erosion des Rentensystems verantwortlich zu machen, dürften die politischen Akteure auch zukünftig darauf setzen, den wirtschaftlichen Niedergang lieber zu Lasten der Realeinkommen der erwerbstätigen Massen (sowie der Rentner) zu verwalten, anstatt ihre wirtschafts- und klimapolitische Agenda zu hinterfragen, die für den wirtschaftlichen Niedergang verantwortlich ist.“
Das Manko des Artikels ist, dass er sich auf die demographische Frage beschränkt, aber andere Faktoren außer acht lässt, so z.B.
– die versicherungsfremden Leistungen wie Grundrente, Mütterrente, Kinderzeitanrechnungen, Leistungen für Wehrdienstzeiten oder DDR-Sonderversorgungssysteme (ca.40 Mrd. jährlich), die der Staat aus Steuern bezahlen müsste, deren Zahlung er aber an die Rentenversicherung delegiert hat, unter Schonung von Beamten und Selbständigen;
-die deutsche Einheit wurde zu ganzen Teilen aus dem angesammelten Vermögen der Rentenversicherung finanziert, mit Nachwirkungen bis heute;
– mit der jetzigen Rentenreform erfolgt der Einstieg in eine Kapitaldeckung der Renten, was seit Langem das Ziel des Finanzkapitals ist.
