TV-Kritik Maischberger: Meinungen, die von Meinungen handeln
Die Moderatorin verweigert die entscheidenden Fragen zur Migrationspolitik: Markus Söder kann sich bei Sandra Maischberger auf Allgemeinplätze beschränken, weil ihr noch mehr als ihm vor allem an Unterhaltsamkeit gelegen ist. […]
Markus Söder zu kommentieren, kommt meistens einer Übung in rhetorischer Analyse gleich. Denn Markus Söder hat sich dafür entschieden, ein unterhaltsamer Politiker zu sein. Jetzt war Markus Söder in der Talkshow von Sandra Maischberger. Dort wurde er in der Sache nicht befragt. Große rhetorische Anstrengungen wurden ihm nicht abverlangt. Es hörte sich an wie ein Gespräch am Tresen, Smalltalk eben. Die Moderatorin behandelte die Probleme, die diskutiert werden müssen, als Ansichtssachen, zu denen manche die eine Meinung haben, andere die entgegengesetzte. Tatbestände und Rechtsfragen spielten in ihren Fragen an Söder keine Rolle.
Dabei dreht sich alles um Rechtsfragen und Tatbestände. […]
Was wären denn handlungsfähige Verwaltungen, was wäre ein Recht, das sie nicht lähmt? Konkrete Fragen wurden Markus Söder nicht gestellt. Stattdessen war schon die erste Frage „Welcher Superheld wären Sie gern?“ lächerlich. Kurz darauf wurde sie mit der Bemerkung zurückgezogen, sie sei der Ernsthaftigkeit der Situation nicht angemessen. Weshalb aber wurde sie dann gestellt? […]
Das Recht habe Schwächen, war Söders Antwort, welche es hat und wie sie zu beheben wären, blieb unerörtert.
