Debatte im Fernsehrat: ZDF-Chef Himmler verteidigt Absage von Danger-Dan-Auftritt
Das ZDF hatte den geplanten Auftritt von Danger Dan in der Sendung „Die Anstalt“ abgesagt, weil sein Lied als Aufruf zur Gewalt verstanden werden könne. Die Entscheidung hatte nun im Fernsehrat ein Nachspiel. […]
Fernsehräte, die die Sitzung des Gremiums nicht abwarten wollten und sich in einem offenen Brief gegen die Absage ausgesprochen hatten, wiederholten ihre Kritik und warfen dem Intendanten Norbert Himmler „Mutlosigkeit“ vor. Ihnen wurde aus den Reihen des Fernsehrats indes entgegengehalten, dass sie mit einer solchen Aktion die Arbeit des Gremiums entwerteten. Himmler verteidigte die Absage.
Die ZDF-Spitze hätte zu keinem Zeitpunkt zugestimmt, im Programm ein Lied aufführen zu lassen, das man als Aufruf zur Gewalt verstehen könne, sagte Himmler. Eine angemessene Einordnung des Songs wäre in der Sendung selbst unmöglich gewesen. „Wir haben weder die Kunst- noch die Meinungsfreiheit eingeschränkt“, sagte Himmler, das ZDF habe sich „in Ausübung unserer Programmfreiheit“ an den eigenen Programmrichtlinien orientiert. […]
Die Verdi-Vertreterin im ZDF-Fernsehrat, Cornelia Berger, warf Himmler laut einem Bericht von epd medien aus der Sitzung vor, mit der Absage sei „nachhaltiger Schaden angerichtet“ worden. Das Lied hätte eine nötige Debatte anstoßen können; die Absage könne eine „abschreckende Wirkung auf andere Redaktionen“ haben. Unterstützung erhielt Himmler von Steffen Kampeter, dem Vertreter der Arbeitgeber im Fernsehrat. Er hielt den Verfassern des offenen Briefs vor, mit ihrer Aktion das Aufsichtsgremium zu entwerten.
