Deutsche Bahn will, dass ZDF-Doku mit Hayali offline geht

Die Deutsche Bahn lässt bei der ZDF-Doku „Am Puls“ mit Dunja Hayali nicht locker. Sie meint, der ganze Film müsse offline genommen werden. Das lehnt der Sender ab. Die Bahn aber meint, sie könnte juristisch Oberwasser kriegen. […]

Was die Ansprüche wegen angeblich unvollständiger oder bewusst einseitiger Berichterstattung angeht – die das ZDF zurückgewiesen hat –, stützt sich die Darlegung des Bahn-Anwalts Christian Schertz unter anderem auf eine Grundsatzentscheidung, die der Bundesgerichtshof kürzlich gefällt hat. Das Gericht entschied, dass eine Darstellung, die einseitig Ausschnitte eines Geschehens mitteilt, andere aber bewusst weglässt, um zu einer scheinbar eindeutigen Schlussfolgerung zu führen, unzulässig ist (Az. VI ZR 346/24). Der Grundsatz dürfte das Geschäft insbesondere des zuspitzenden Magazinjournalismus erschweren und den Pressekammern der deutschen Gerichte noch Arbeit bescheren.

Wie geht es zwischen der Deutschen Bahn und dem ZDF nun weiter? Es ist ein Frontalzusammenstoß: Die Bahn hält die Doku mit Dunja Hayali für untragbar und will sie offline sehen, das ZDF sagt, der Film sei sorgfältig recherchiert, die jetzt im ZDF-Streaming-Portal abrufbare Fassung weise „keine inhaltlichen Mängel auf“.

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