RBB-Intendantin stellt sich vor Dieter Nuhr: „Satire genießt einen sehr weiten Schutz“

Ein Witz über Femizide in der Sendung „Nuhr XXL“ hat öffentliche Empörung ausgelöst. Nun hat sich Ulrike Demmer in der Rundfunkratssitzung zu dem Fall geäußert. […]

325 Beschwerden seien beim RBB zu diesem Thema derzeit in Prüfung, so Demmer, davon habe man 244 bislang als förmliche Programmbeschwerden eingestuft. Auch über andere Wege hätten den Sender zahlreiche weitere Zuschriften erreicht. […]

„Wir hören die Kritik, wir verstehen die Kritik und wir nehmen sie sehr ernst“, sagte Demmer und fügte dann hinzu: „Aber in Satire-Formaten gilt es, die künstlerische Freiheit zu achten. Vor dem Hintergrund der Kunstfreiheit darf Dieter Nuhr provozierend und zugespitzt formulieren. Es ist das Kerngeschäft von Satire, Dinge bewusst ins Gegenteil zu verkehren. Satire funktioniert durch Polarisierung und Zuspitzung und Satire genießt einen sehr weiten Schutz, das betont auch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts regelmäßig.“

Mit dem Blick auf diesen sehr weiten Schutzbereich sehe man den Programmauftrag des RBB nicht verletzt. Es gehöre zur Demokratie, das auszuhalten. […]

Dieter Nuhr selbst hatte sich bereits in der vergangenen Woche zu dem Fall geäußert, auf konkrete Kritikpunkte ging er dabei allerdings nicht ein: „Habe ich nicht“, schrieb er auf Facebook, „Kein Witz über Femizide, nirgends. Habe ich noch nie gemacht. Werde ich nicht tun“, so Nuhr. Der Vorwurf sei lächerlich.

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