Gerichtsprozess: RBB gegen die Ex-Intendantin.
Systemische Probleme: Die geheime Welt der Intendanten-Ruhegelder. Was Beitragszahler nicht erfahren.
Der Fall Patricia Schlesinger ist eine Zäsur. Vorher war es anders. Die Vorwürfe gegenüber der fristlos entlassenen, früheren RBB-Intendantin zerrissen den Vorhang zwischen einer abgeschiedenen Herrschaftssphäre und einem zahlenden Publikum, das vom Sonnenkönigtum an der Spitze der öffentlich-rechtlichen Anstalten nur wenig wusste.
Gelegentlich gab es kurze Einblicke in ein finanziell gut ausgestattetes Dasein. Selten aber folgte daraus ein Aufruhr.
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Wer erwartet hatte, dass in Berlin nun vor allem Gerichtstag über das Fehlverhalten von Patricia Schlesinger gehalten wird, ist auf der falschen Spur, wie das Altpapier vom MDR sehr klar herausstellt.
Wahrscheinlicher ist, dass der Prozess etwas anderes deutlicher werden lässt: Das Problem war gar nicht so sehr, dass sich hier jemand, so lautet der Vorwurf, raffgierig über Sitten und Regeln hinweggesetzt hat. Das Problem waren die Sitten und Regeln selbst.
Dass Führungskräfte ab dem Zeitpunkt ihres Ausscheidens ausgesorgt haben, im Grunde nie mehr arbeiten müssen, aber doch jederzeit Geld dazuverdienen dürfen, ohne etwas abgeben zu müssen, das hat Patricia Schlesinger sich nicht ausgedacht. Das wurde durch ihren Fall öffentlich.
Ralf Heimann, Kolumne Altpapier
Dazu gibt es eine interessante Hintergrundbeleuchtung der epd-Medienjournalistin Diemut Roether zu Ruhegeldzahlungen in ARD und ZDF.
