Wie die Macher der „Anstalt“ im ZDF größenwahnsinnig wurden
Die ZDF-Geschäftsleitung hat den Musiker Daniel Pongratz aus der Sendung „Die Anstalt“ ausgeladen. Dagegen lehnen sich die Macher auf. Ihre Jubiläumsshow zeigt indes ganz genau, warum die Absage richtig ist. […]
Dass heute ausgerechnet die politische Linke, die die „Anstalt“-Macher repräsentieren, nach Repression ruft, ist eine besondere Pointe dieser Sendung, aber beileibe nicht die einzige. Sie zeigt, wie verblendet die Satiriker sind (mit Jan Böhmermann verhält es sich genauso), wenn sie sich in ihrem Sendungsbewusstsein als Demokratieretter mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk verwechseln, der von allen Bürgern getragen wird und seinem Programmauftrag zur „Grundversorgung“ verpflichtet ist. Die Panikwarnung der „Satiriker“ mag man teilen oder nicht – ihre Wir-sind-das- Volk- und Nur-wir-retten-die-Welt-Attitüde ist eine einzige Anmaßung. […]
Einfach aufführen sollte man das Lied von Pongratz nicht. Wenn die Macher der „Anstalt“ behaupten, sie hätten das gerne erörtert, nimmt ihnen das niemand ab. „Keine Angst“ war erkennbar als zentraler Baustein dieser gesendeten Anti-AfD-Brandmauer gedacht, die keine Satire, sondern einseitige politische Belehrung ist.
Widerspruch gibt es hier nicht. Der aber gehört zum Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Debatte um „Keine Angst“: Wie das ZDF seine Entscheidung im Fall Danger Dan begründet
Nach der kurzfristigen Ausladung von Danger Dan aus der ZDF-Sendung „Die Anstalt“ eskalierte die Debatte. In einer Sondersendung legt das ZDF nun seine Argumente offen. […]
Besonders zugespitzt wird die Diskussion durch einen Gedankenvergleich: Wie würde die Öffentlichkeit reagieren, wenn ein rechter Liedermacher in ähnlicher Weise dazu aufrufen würde, gegen politische Gegner vorzugehen? Würde auch dann auf die Kunstfreiheit verwiesen oder würde dieselbe Passage ganz anders bewertet?
Eine klare Antwort liefert die „Aspekte“-Sendung nicht. Sie kommt vielmehr zu einem differenzierten Ergebnis: Juristisch ist der Song wohl kein eindeutiger Gewaltaufruf, gleichzeitig enthält er Passagen, die selbst die befragten Experten als problematisch einstufen. Das ZDF hatte daher nachvollziehbare Gründe, sich auf seine Programmrichtlinien zu berufen.
Zugleich wird aber deutlich, dass die kurzfristige Ausladung die eigentliche Kontroverse erst befeuerte und eine frühere, transparentere Entscheidung vermutlich viele Vorwürfe vermieden hätte.
