WDR-Rundfunkrat will Sitzungen künftig live streamen

Die Rundfunkräte von sechs der neun ARD-Anstalten übertragen ihre Sitzungen bereits live im Internet. Ab Dezember will auch der WDR-Rundfunkrat seine Sitzungen im Internet der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Der WDR-Rundfunkrat plant, seine Sitzungen künftig im Livestream zu übertragen. Das Erweiterte Präsidium werde dafür einen entsprechenden Beschlussvorschlag ins Plenum einbringen, teilte die Geschäftsstelle des Rundfunkrats dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. Neben der formellen Entscheidung sei wichtig, dass die Konferenztechnik des neuen Sitzungssaals im generalsanierten WDR-Filmhaus einsatzbereit sei. Im besten Fall könnten das bis zur Konstituierung des neuen Rundfunkrats am 2. Dezember der Fall sein. Diese Sitzung könne dann die erste live gestreamte sein. […]

Es werde zunächst noch interne Testläufe geben, um die Qualität des Streamings abzusichern, erklärte die Geschäftsstelle des Rundfunkrats. Bei den Übertragungen entstünden „keine nennenswerten direkten Kosten“, da alles über die vorhandene interne Infrastruktur des WDR laufe.

Bislang hatte der Rundfunkrat auf ein Streaming verzichtet, weil sich dies am früheren Tagungsort technisch nur mit hohen Zusatzkosten hätte umsetzen lassen. Nach Angaben der Geschäftsstelle ist derzeit nicht geplant, die Sitzungsvideos nachträglich zum Abruf anzubieten. Damit wolle das Gremium unter anderem der Gefahr von Missbrauch vorbeugen. Die unerlaubte Nutzung der Videos oder die Verbreitung von aus dem Kontext gerissenen Ausschnitten könnten „eine hemmende Wirkung auf die freie Mandatsausübung der ehrenamtlichen Gremienmitglieder haben“, teilte die Geschäftsstelle mit. […]

Bislang übertragen sieben der elf Aufsichtsgremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ihre Sitzungen im Netz: die Rundfunkräte von BR, HR, NDR, RBB, SR und SWR sowie der ZDF-Fernsehrat. Der WDR-Rundfunkrat kommt dann als achtes Gremium hinzu. Die Rundfunkräte des MDR und von Radio Bremen sowie der Deutschlandradio-Hörfunkrat teilten auf Anfrage des epd mit, sie hätten weiterhin nicht vor, ihre Sitzungen zu streamen.

https://medien.epd.de/article/5157