Correctiv-Bericht zum Potsdamer Treffen: Der größte Medienskandal der Nachkriegsgeschichte
Ein Treffen in Potsdam mündete mittels eines Correctiv-Berichts in eine nationale Massenmobilisierung. Doch viele Behauptungen hielten einer juristischen Überprüfung nicht stand. (…)
Die Medienmaschinerie lief auf Hochtouren. Ich nenne das den Copy-und-Paste-Journalismus. Was ist damit gemeint? Tempo ist gerade in der digitalen Welt eine entscheidende Währung. Denn die Geschwindigkeit entscheidet bei der Jagd nach Klicks und Reichweite im Kampf um die Gunst der Algorithmen und der User über Erfolg und Misserfolg. Hinzu kommt eine möglichst reißerische Optik.(…) Auch die damalige Bundesregierung reagierte empört. „Rechtsextremisten greifen unsere Demokratie an. Sie wollen unseren Zusammenhalt zerstören“, sagte der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz. Die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte im Bundestag, wer von Remigration fantasiere, knüpfe an die menschenverachtenden Rassengesetze der Nazis an. „Wir sehen aktive Bestrebungen, Grenzen zu verschieben und Demokratieverachtung und Menschenfeindlichkeit in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.“ Das Problematische war nur, dass Berichte wichtiger Leitmedien nicht gerichtsfest waren, da der Correctiv-Beitrag offensichtlich falsch interpretiert wurde. (…)
https://www.berliner-zeitung.de/article/auszug-medienkrieger-10242605
Archiv-Version: https://archive.ph/s50RL#selection-1669.15-1673.332
Social-Media-Kampagne in Reaktion auf Potsdam-Kritik Wie Correctiv im Streit mit Markus Lanz journalistische Standards über Bord wirft
Markus Lanz kritisiert die Potsdam-Recherche. Correctiv reagiert darauf mit Social-Media-Videos, die Lanz‘ Kritik grob verfälschen und ihn unfair vorführen. Wie weit hat sich Correctiv vom Anspruch des „faktenbasierten Diskurses“ entfernt?
Bei Correctiv wissen sie, wer Journalist ist und wer nicht. Nachdem Reporter des rechtspopulistischen Mediums Apollo am Rande des AfD-Parteitags am 4. Juli 2026 von linken Demonstranten angegriffen worden waren, verfasste Correctiv-Chefredakteurin Anette Dowideit auf Bluesky einen Post. Sie sprach sich gegen Gewalt gegenüber den Reportern aus, betonte aber zugleich: „Die Mitarbeitenden von ‚Apollo News‘ sind keine Journalisten.“ Auf Nachfrage, wie sie Journalismus definiere, antwortete Dowideit: „Mein Kriterium ist: Journalisten sind Leute, die faktenbasiert berichten und sich nach bestem Gewissen mühen, wahrhaftig zu berichten.“
Weiterlesen: https://www.lto.de/recht/feuilleton/f/abschied-vom-faktenbasierten-diskurs
