Empörung über „logo!“-Interview mit AfD-Spitzenkandidat Siegmund

Nach einem „logo!“-Interview mit dem AfD-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, hagelt es Kritik. Das ZDF verteidigt die Sendung. […]

Das ZDF verteidigte die Sendung. „Am Ende orientieren wir uns nicht an der Frage, welcher Shitstorm droht, sondern an unserem Auftrag: Kinder brauchen verlässliche Informationen, um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Auch dann, wenn es unbequem wird“, schrieb Constanze Knöchel, Leiterin der „logo!“-Nachrichten sowie der Non-Fiction Hauptredaktion Kinder und Jugend beim ZDF, am Donnerstag bereits vor der Ausstrahlung in einem Post im Karrierenetzwerk LinkedIn. […]

Die Antworten der beiden Politiker auf weitgehend gleichlautende Fragen hatte die Redaktion in einem Beitrag gegeneinander geschnitten. Neben Themen wie schulische Lieblingsfächer und die Meinung der Interviewpartner zu Jugendwörtern ging es dabei auch um politische Themen wie Lehrermangel, Homeschooling und Extra-Klassen für Geflüchtete. […]

Im Internet veröffentlichte „Logo!“ auch das gesamte, etwa halbstündige Interview mit Siegmund. Darin sagte dieser unter anderem: „Wir können uns nicht immer nur irgendwie für unsere Geschichte schämen oder so was. Wir haben auch keine Schuld daran.“ Das Internationale Auschwitz Komitee reagierte auf diese Aussage mit deutlicher Kritik. Der AfD-Politiker dürfe „nun auch im öffentlich-rechtlichen Kinderkanal von ARD und ZDF die dreisten und hetzerischen Angriffe seiner Partei gegen die Erinnerungskultur in Deutschland fortsetzen“.

Das ZDF teilte dem epd mit, es gehöre zum öffentlich-rechtlichen Auftrag von „logo!“, Kindern Orientierung zu gesellschaftlich aktuellen und relevanten Themen zu geben. Als Nachrichtensendung bilde „logo!“ die politische Realität ab und spreche auch mit Spitzenkandidatinnen und -kandidaten, die bei Wahlen antreten und damit politisch relevante Akteure seien. „Begleitet werden die Gespräche von weiterer Berichterstattung, die Hintergründe erklärt und politische Aussagen einordnet.“

https://medien.epd.de/article/5140

Empörung über „logo!“-Interview mit AfD-Spitzenkandidat Siegmund

Nach einem „logo!“-Interview mit dem AfD-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, hagelt es Kritik. Das ZDF verteidigt die Sendung. […]

Das ZDF verteidigte die Sendung. „Am Ende orientieren wir uns nicht an der Frage, welcher Shitstorm droht, sondern an unserem Auftrag: Kinder brauchen verlässliche Informationen, um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Auch dann, wenn es unbequem wird“, schrieb Constanze Knöchel, Leiterin der „logo!“-Nachrichten sowie der Non-Fiction Hauptredaktion Kinder und Jugend beim ZDF, am Donnerstag bereits vor der Ausstrahlung in einem Post im Karrierenetzwerk LinkedIn. […]

Die Antworten der beiden Politiker auf weitgehend gleichlautende Fragen hatte die Redaktion in einem Beitrag gegeneinander geschnitten. Neben Themen wie schulische Lieblingsfächer und die Meinung der Interviewpartner zu Jugendwörtern ging es dabei auch um politische Themen wie Lehrermangel, Homeschooling und Extra-Klassen für Geflüchtete. […]

Im Internet veröffentlichte „Logo!“ auch das gesamte, etwa halbstündige Interview mit Siegmund. Darin sagte dieser unter anderem: „Wir können uns nicht immer nur irgendwie für unsere Geschichte schämen oder so was. Wir haben auch keine Schuld daran.“ Das Internationale Auschwitz Komitee reagierte auf diese Aussage mit deutlicher Kritik. Der AfD-Politiker dürfe „nun auch im öffentlich-rechtlichen Kinderkanal von ARD und ZDF die dreisten und hetzerischen Angriffe seiner Partei gegen die Erinnerungskultur in Deutschland fortsetzen“.

Das ZDF teilte dem epd mit, es gehöre zum öffentlich-rechtlichen Auftrag von „logo!“, Kindern Orientierung zu gesellschaftlich aktuellen und relevanten Themen zu geben. Als Nachrichtensendung bilde „logo!“ die politische Realität ab und spreche auch mit Spitzenkandidatinnen und -kandidaten, die bei Wahlen antreten und damit politisch relevante Akteure seien. „Begleitet werden die Gespräche von weiterer Berichterstattung, die Hintergründe erklärt und politische Aussagen einordnet.“

https://medien.epd.de/article/5140

Einigkeit, Frieden und Zusammenhalt, darum gehe es, hören wir Siegmund unwidersprochen im öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehen sagen. Es habe Zeiten gegeben, da hätten alle zusammengehalten, die Menschen hätten sich gegenseitig unterstützt, zurzeit halte das Land nicht zusammen, den Stolz auf unser Land aber, den bräuchten wir zurück.

Eine derartige völkische Volldusche inklusive subkutaner Remigrations-Suada und Ukraine-Bashing muss man erst einmal abschütteln. Der ehemaligen Landesschülersprecherin ist kein Vorwurf zu machen, den Senderverantwortlichen schon. So unbedarft, ohne jede Nachfrage, sollte man ein solches Interview nicht führen, schon gar nicht in einer Sendung, die sich an Acht- bis Zwölfjährige richtet. […]

Noch vor der Ausstrahlung des Kurzzusammenschnitts der Interviews mit Schulze und Siegmund – in der die problematischen Stellen nicht enthalten sind – am vergangenen Donnerstag schrieb die Leiterin der „logo!“-Nachrichten, Constanze Knöchel, auf Linkedin: „Am Ende orientieren wir uns nicht an der Frage, welcher Shitstorm droht, sondern an unserem Auftrag: Kinder brauchen verlässliche Informationen, um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Auch dann, wenn es unbequem wird.“

Am Ende „unbequem“? Das ist eine bequeme Ausrede für redaktionelles Versagen. Was macht der Kika mit seinen Kindernachrichten erst, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt an die Macht kommt?

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/kurz-vor-der-wahl-sachsen-anhalt-2026-trumpft-afd-mann-ulrich-siegmund-im-kika-auf-accg-201198789.html

Hinweis: Um das konkret überprüfen zu können. müsste die zuständige Redaktion (z.B. de, Fernsehrat) vorlegen, welche Beiträge sie im Rahmen „von weiterer Berichterstattung“ wann bzw. wo zu den „Themen wie Lehrermangel, Homeschooling und Extra-Klassen für Geflüchtete“ veröffentlicht hat.