SWR – Weitere Weichenstellung für Reformen
SWR wird flexibler, zukunftsfest und verkleinert seine Flächen
https://www.presseportal.de/pm/7169/5963953
SWR gibt seine „Tatorte“ an externe Produzenten
Die letzte Bastion der „Tatort“-Eigenproduktionen bröckelt. Nachdem der Hessische Rundfunk bereits 2023 einlenkte, lässt nun auch der SWR seine bislang selbst produzierten Krimis, wie auch andere Formate, künftig von externen Produktionshäusern umsetzen.
SWR baut um – wichtigste Eigenproduktionen sollen bald von extern kommen
Der SWR möchte sich beim Einsatz seiner Ressourcen zur Erfüllung des Programmauftrags künftig flexibler aufstellen. Das teilte der Sender am Dienstag mit. Deshalb habe man sich entschieden, ab 2026 Schrittweise bisher in Eigenregie hergestellte wichtige SWR-Marken an externe Produktionsfirmen auszulagern. Eine externe Zulieferung, die theoretisch dann auch schneller zu stoppen ist, bringt in der Tat mehr Flexibilität für den SWR. Konkret betroffen sind die vom SWR beauftragten „Tatorte“, „Die Fallers“ sowie die Unterhaltungsprogramme „Tigerenten-Club“, „Sag‘ die Wahrheit“ sowie „Schlager-Spaß mit Andy Borg“.
SWR-Intendant Kai Gniffke sagt: „Die Mediennutzung der Menschen verändert sich rasant und mit ihr der SWR. Dabei müssen wir verantwortungsvoll mit den uns anvertrauten Mitteln umgehen und werden deshalb künftig stärker Produktionsfirmen beauftragen, statt in eigene Studiokapazitäten zu investieren. Dadurch gewinnt der SWR an Flexibilität und stärkt gleichzeitig die Produzentenlandschaft.“ Studioflächen des SWR am Standort Baden-Baden sollen in diesem Zuge reduziert werden. […]
Definitiv auswirken wird sich die Entscheidung auf alle diejenigen in der SWR-Crew, die besagte Formate bisher inhouse umgesetzt haben. Was passiert mit ihnen? Sie sollen innerhalb des SWR für neue Aufgaben qualifiziert werden oder „können entsprechend ihrer bisherigen Expertise für die Produktion anderer Formate arbeiten, die wir weiterhin selbst herstellen“, sagt Michael Eberhard, Direktor für Technik und Produktion.
Den Standort Baden-Baden bezeichnet man beim SWR dennoch weiterhin als sehr wichtig.
Clemens Bratzler, Programmdirektor des SWR für Information, Sport, Fiktion, Service und Unterhaltung:
„Diese strukturelle Entscheidung ist keine Entscheidung gegen die Formate, die hoffentlich noch lange zur DNA des SWR gehören, auch wenn wir sie künftig im Auftrag produzieren. Der schrittweise Ausstieg aus den Eigenproduktionen, die unsere Kolleginnen und Kollegen in exzellenter Qualität und mit viel Herzblut herstellen, ist ein schmerzhafter Einschnitt. Aber wir werden damit beweglicher und schaffen Raum für Neues. Damit machen wir uns zukunftsfest – im Sinne unseres Publikums.“ […]
Anke Mai, Programmdirektorin des SWR für Kultur, Wissen und Junge Formate:
„Der SWR wird auch in Zukunft Maßstäbe bei Information, Kultur und Unterhaltung setzen. Dies gilt auch für den Standort Baden-Baden, zu dem wir uns klar bekennen und den wir als Audiostandort stark halten. Zudem wird hier die ARD Audiothek inhaltlich verantwortet, die wir weiter stärken wollen.“
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